Posts by Detlef_Fischer

    Nun ja, da für wurden in München zum wiederholten Male Angestellte (insbesondere von städtischen Arbeitgebern) genötigt, an der Pegida -Gegendemo teilzunehmen, so sie denn keine persönlichen Nachteile vermerken wollen. Des nennt sich nun Demokratie :cursing:

    Ich muss auch sagen: Ich bin ja seit längerem diesem Staat- und Gesellschaftssystem kritisch eingestellt, hatte aber immer noch einen naiven Glauben, dass das Selbstverständnis der freiheitlich-demokratischen Parteien dieser Republik solche unsauberen Methoden ausschlössen.
    Das hat sich als Irrtum herausgestellt.
    Dieser Irrtum macht mich betroffen. Das zweifelhafte moralische Recht, Quasi-Diktaturen wie Putins Russland wegen ihres Umgangs mit Demonstrationsrecht und Meinungsfreiheit zu kritisieren, schmilzt vor meinen Augen dahin.


    Es wird immer deutlicher, dass ein wirklicher Neuanfang gewagt werden muss - und zwar ohne die "etablierten Parteien".

    Achja ich mag Deine direkte Art :-D Wie ist denn das Frauenbild des Films?

    Danke ;) Na ja, das Frauenbild sieht in etwa so aus, dass man(n) Frauen am besten raubt, anstatt ihnen den Hof zu machen. Das Motto lautet: "Bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt..." Und die Masche verfängt tatsächlich, wenigstens dann, wenn zudem der Kinderwunsch durch geschicktes Posieren mit weinendem Kleinkind geweckt wird. Was macht es da schon, dass die Heldin als technische Zeichnerin materiell unabhängig ist und in Kriegszeiten zudem in ihrem Betrieb mehr gebraucht würde denn als Bauersfrau in der Provinz?
    Wer es lustig findet, wenn renitente Damen ins Wasser getunkt werden, wird in diesem Film ebenfalls bedient.
    Am besten an dieser NS-Variante von Bauer sucht Frau ist noch der Grund, weshalb überhaupt ein Weibe am Hof benötigt wird. Es muss nämlich mal jemand aufräumen... Au weia.


    Gegen diesen Film wirkt Quax in Afrika verhältnismäßig anspruchsvoll - das sagt wohl alles.

    Ein ganz trostloser und armseliger Film, dessen Frauenbild, wenn auch komödiantisch "entschärft", zum Davonlaufen ist. In Anbetracht des seichten Humors und der schwachen Pointen wirklich nur für die, denen es vor gar nichts graust - auch nicht vor dem Gefühl, das alles schon 2.000 Mal gesehen zu haben.

    wie gesagt, ich denke nicht, dass von deutscher Seite ein ernsthaftes Interesse an den deutschen Ostgebieten besteht - auch nicht von einer freien deutschen Regierung. Deswegen wird das auch kein Problem darstellen.

    Für mich und diverse Personen in meinem Umfeld wäre das aber sehr wohl ein Problem. Es ist deutsches Land, dessen rechtmäßige Bewohner ermordet, zu Tode geschunden oder vertrieben wurden. Eine nationale Regierung wird niemals (außer als kurzfristige pragmatische Strategie) an dem Anspruch auf unsere Ostgebiete vorbeikommen.


    Dass Russland kein Vorbildsstaat ist, ist mir klar. Aber ich denke nicht, dass Interesse von Russland besteht, Europa zu unterjochen.

    Nein? Wer hat denn 45 Jahre lang mit eiserner Faust Osteuropa unterjocht? Die Amerikaner waren es jedenfalls nicht.
    Aber wir drehen uns da im Kreis, ich erinnere, dass wir diesen Punkt der Unterhaltung schon einmal erreicht haben.
    Ich bin wahrscheinlich etwas einseitig, was die Russen angeht - du aber sehr einseitig, was die Amerikaner betrifft. Können wir uns darauf verständigen? ;)

    Vielleicht ist es nur eine Legende, aber hat nicht Gorbatschow den BRD-Politikern schonmal den heute russischen Teil Ostpreußens angeboten und das wurde ausgeschlagen?

    Ich weiß nicht, ob es eine Legende ist - aber als eine Anekdote ist mir das auch bekannt. Gorbatschow wäre dieses Angebot auch durchaus zuzutrauen gewesen, doch glaubst Du im Ernst, dass Putin mit uns über den annektierten Teil Ostpreußens verhandeln würde? Ganz abgesehen von den Verbrechen der Roten Armee auf deutschem Boden - wie auch unseren Verbrechen gegen die damaligen Sowjetvölker. Aus meiner Sicht eine denkbar schlechte Grundlage für eine politische Allianz zwischen Deutschland und Russland. Außerdem hätten wir nur die Wahl einer Abhängigkeit von den Russen, die wir gegen die Abhängigkeit vom Westen theoretisch eintauschen könnten. Aber was hat Russland denn zu bieten? Korrupte Eliten und mafiöse Strukturen bis in höchste Regierungskreise.
    Das Anknüpfen an bolschewistische Traditionen, das JTVR erwähnt hat, ist ebenfalls ein sehr gravierender Grund, sich gegen Russland zu positionieren.

    Ein Leserkommentar der FAZ offenbart mir gerade, was offenbar einige Deutsche so sehr an der positiven Deutung Putins fasziniert. Zum Artikel "Wegen Pegida-Demo: Grüne fordern dunkles Brandenburger Tor " schreibt Richard Lauchors (ggf. scherzhaft)

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    "Putin...., hilf uns...!"

    Zwei weiteren Lesern gefällt dieser Kommentar.


    Was für ein trauriger Irrtum:
    Das letzte, was Putin will (und gebrauchen kann), ist ein einiges, nationales und selbstbewußtes Deutschland - das würde sich nämlich ggf. auch an seine Ostgebiete erinnern ....
    Ansonsten volle Zustimmung mit JTVR

    Ebola und Separatist halte ich beides nicht für Unwörter, sondern für Begriffe, die man nur in Frage stellen kann, wenn man ihre Berechtigung in Frage stellt - wenn sich z.B. herausstellen würde, dass Ebola eine fiktive Krankheit ist. Da ich die Auswahlkriterien für das Unwort des Jahres nicht kenne, belasse ich es bei diesem subjektiven Hinweis und gehe ansonsten mit Brunos Vorschlag d'accord - Willkommenskultur wäre ein treffendes Unwort des Jahres.

    Hast du da irgendwelche Beisspiellinks, Detlef? Ich bin gerade zu faul zum Suchen.

    Zu Goblin nicht - ich bin nämlich auch zu faul zum Suchen ;)
    Aber da vermutlich sowieso jeder Dawn of the Dead kennt und wir uns erfreulicherweise in Europa befinden, wo Argentos Fassung mit der Goblin-Musik die bekanntere ist, dürfte der Hinweis auf diesen Film genügen.
    Den Soundtrack zu Ein Zombie hing am Glockenseil fand ich auch gut (natürlich)! Ebenso wie Das Haus an der Friedhofsmauer und die Musik zu Über dem Jenseits, die mir heute aber zu kitschig ist :rolleyes:

    Passt nicht ganz zum Titel des Themas, doch war ich sehr positiv von einem Film überrascht, in den wir nur zufällig hineingeschaut haben - Die Heiden von Kummerow, siehe Wikipedia , eine deutsch-deutsche Verfilmung des Jugendromans von Ehm Welk. Der Roman entstand im Jahr 1937, der Film 30 Jahre später.
    Zur Handlung des Romans zitiere ich Wikipedia:

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    Ort der Handlung ist das vorpommersche Dorf Kummerow [...] vor dem Ersten Weltkrieg; Protagonist der Episoden ist der zehnjährige Bauernsohn Martin Grambauer. Pastor und Lehrer bemühen sich, ihn und seine Freunde zu gottesfürchtigen und regierungstreuen Bürgern zu erziehen, doch alte heidnische Traditionen und Bräuche sind der Dorfjugend – und deren Eltern – wichtiger als wilhelminischer Geist. Neben den Spielen, Streichen und Kämpfen der Jungen bestimmt vor allem ihr Verhältnis zu den Erwachsenen die Handlung der einzelnen Episoden. Zentrales Ereignis ist ihre Ächtung eines Tierquälers, wobei die Jungen vom Kuhhirten des Dorfes unterstützt werden. Als dieser daraufhin selbst Opfer der Behörden wird, kann auch die Solidarität der Kinder nicht verhindern, dass er die Gemeinde verlassen muss.

    Neben der allgemein familienfreundlichen Adaption der Handlung ist der Film auch interessant, weil er sowohl westdeutschen als auch ostdeutschen Befindlichkeiten Rechnung trägt:
    Typisch "DDR" ist die Kritik am Klerus und der Obrigkeit - die hier aber doch sehr zahm und im Grunde wohlwollend ausfällt und in dem Konflikt zwischen dem heidnischen "Sozi"-Bauern und dem Dorfpastor doch versöhnlich endet.
    Überhaupt nicht "DDR" ist die faire Schilderung des Wachtmeisters Niemeier, der die Obrigkeit verkörpert: Der sieht zwar aus wie das Provinz-Imitat von Wilhelm II., ist aber nicht negativ gezeichnet, sondern der, der den Bösewicht des Films letztlich zur Strecke bringt.
    Aus meiner Sicht bietet der Film sehr nette, familienfreundliche Unterhaltung. Kontrovers ist inzwischen die Kinder-Nacktszene mit Flußkrebsfischen, die in ein paar Jahren vermutlich aus allen Kopien herausgeschnitten wird, wenn der Trend so weiter geht.
    Für Sebastian könnte der Auftritt von Theo Lingen als Superintendent Sanftleben sehenswert sein, dem einer der Jungen gehörig die Meinung geigt: "Ich bin nicht dein Sohn!" :D

    Da die Ausstrahlung nach 22 Uhr beginnt, bin ich zuversichtlich, dass der Film ungekürzt sein wird. Vielleicht schauen wir vorher noch in Ben Hur rein. Der stumme war ja sehr gut, damit kann der neue wahrscheinlich nicht mithalten.

    Euch allen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest!

    Nicht gerade einfach, wenn es draußen pausenlos stürmt und regnet und man eher das Gefühl hat, einem verspäteten Herbststurm beizuwohnen. Wenn ich hier jetzt einen Weihnachtsbaum stehen und geschmückt hätte, wäre ich ganz schön unglücklich über den Mangel besinnlichen Wetters. Das letzte Mal richtig weihnachtliches Wetter zu Heiligabend scheint mir sehr lange herzusein ... aber vielleicht ist das in euren Gefilden ja anders ;)