Posts by Austernprinzessin

    So, jetzt hab ich NOSFERATU - PHANTOM DER NACHT zum zweiten Mal gesehen. (Beim ersten Mal war ich 14 - ist also schon eine Weile her.) Jetzt geb ich auch noch meinen Senf dazu. ;)
    Ich hab es tatsächlich geschafft, ziemlich offen an den Film ranzugehen, obwohl Murnaus NOSFERATU zu meinen drei Lieblingsfilmen gehört und ich viele Diskussionen der letzten Jahrzehnte mitbekommen hab. :)
    Also ich finde schon, dass sich Herzog zunächst mal einen Vergleich mit Murnau gefallen lassen muss - aber das weiß er auch, denn er hat den Vergleich ja selbst angestellt. Sonst hätte er den Film gar nicht drehen können. Und mir gehts genauso wie vielen, nämlich als Horrorfilm hat NOSFERATU - EINE SYMPHONIE DES GRAUENS nach meinem Eindruck um einiges mehr an Atmosphäre als Herzogs Film. Allerdings finde ich, dass man beiden Filmen als eigenständigen Kunstwerken sehr viel Unrecht antut, wenn man sie auf Horrorfilme begrenzt. Das passiert leider viel zu oft, und damit hört der Vergleich zwischen beiden nämlich auch endgültig auf.
    NOSFERATU - EINE SYMPHONIE DES GRAUENS hab ich gesehen, und er war sofort ganz oben auf meiner Liste. Und das ist er auch geblieben. Und viel später hab ich erst gelesen, dass sich Murnau an den Bildern Caspar David Friedrichs orientiert hat. Das hat mich überhaupt nicht überrascht, denn Murnaus Film hat eine ganz intensive romantische Atmosphäre. Ich finde, man winkt seinen Film leicht ganz schnell als expressionistischen Horrorfilm durch und lässt den ganzen romantischen Geist völlig außer Acht, der in dem Film so vorherrscht und ihn zu einem ganz großen Kunstwerk macht. Wie gesagt, Murnau hat sich an den Bildern romantischer Künstler orientiert - er hat sie nicht kopiert.
    Und das Gleiche ist mit Herzog der Fall. Ich finde eine Bemerkung wie die in Klassiker des deutschen Stummfilms "wie Klaus Kinski diesen neuen Nosferatu spielt, als überlebensunlustigen Vampir, meint man, der mythomane Herzog habe Fritz Langs Müden Tod gleich noch mitaufarbeiten wollen" ist einfach nur polemisch. Man sollte sich eher überlegen, warum Kinski den Vampir so spielt. Die Deutung, die ja oft angestellt wird, den Film als Metapher auf eine kranke Gesellschaft zu sehen, lässt sich meiner Meinung nach mit vielen Aspekten aus dem Film unterstützen.
    Und da gebe ich meinen Vorrednern Recht. Beides sind nicht einfach nur Unterhaltungsfilme, sondern haben einen hohen künstlerischen Anspruch. Und da muss man sie isoliert betrachten. Inwiefern sie mit ihrem Anspruch erfolgreich sind, ist eine andere Frage, aber ich finde, das muss jeder für sich entscheiden.


    So, das war von mir jetzt auch noch ein Kommentar hinterher ;)

    Habt ihr mitgekriegt, dass endlich mal ein Buch über Emil Jannings rausgekommen ist? Vor „Jannings – der erste deutsche Weltstar“ (Collection Rolf Heyne; 560 Seiten; 29,90 Euro) hat es über ihn noch gar nichts gegeben. Einige von euch kennen den Autor Frank Noack ja schon von „Veit Harlan – ‚Des Teufels Regisseur‘“.


    http://www.biderundtanner.ch/a…7C7C434F504C.jpg%3Fsq%3D2


    Er hat mir übrigens erzählt, dass er an „Jannings – der erste deutsche Weltstar“ seit 2001 gearbeitet hat. Dafür hat er ganz neue Quellen ausgewertet und ist dabei auf einiges gestoßen, was bis jetzt gar nicht bekannt war. Wusstet Ihr zum Beispiel, dass Emil Jannings nach den Rassegesetzen im Dritten Reich ein ‚Halbjude‘ war? Unter den Umständen muss man natürlich Jannings‘ Rolle im Dritten Reich völlig neu bewerten, was Frank Noack auch gemacht hat. Das heißt also auch, dass nicht die üblichen Klischees wiederholt werden, die bei Veröffentlichungen über Jannings sonst immer und immer wieder durchgekaut worden sind.


    Das ist ein Ausschnitt aus einer Rezension, die ich vor ein paar Tagen im Münchner Merkur gefunden hab: Frank Noack „verbindet akribische – gerade bei Schauspielerbiografien meist sträflich vernachlässigte – Recherche mit scharfsinniger Quellenkritik und erzählerischem Schwung. So ist ‚Emil Jannings – der erste deutsche Weltstar‘ nicht nur eine facettenreiche Charakterstudie, sondern auch ein ausgezeichnetes zeitgeschichtliches Werk.“ (Albert Meisl in: Münchner Merkur 29.8.2012)

    Auf alle Fälle hört sich das ja doch um einiges sicherer an als ich befürchtet habe! :)
    Ich hatte zwischendurch den Eindruck, man muss nur einmal den falschen Link geklickt haben, und schon installiert sich Teamviewer heimlich bei einem - praktisch wie ein Virus. Aber das ist ja eindeutig falsch!

    Ich schau mir Filme wenns irgendwie geht (was leider nur auf Englisch und Französisch (mit Untertiteln) der Fall ist) zwar immer im Original an, aber ich muss euch absolut zustimmen. Ich würde gerne die Szene, in der Paul Bäumer zusammen mit dem sterbenden französischen Soldaten im Bombenkrater liegt, für eine kleine Präsentation vor Freunden verwenden, aber ich steh genau vor dem gleichen Problem: Entweder ich nehme die Szene im Original, was keiner ganz verstehen wird oder ich nehme die deutsch synchronisierte Fassung, womit man praktisch die ganze Aussagekraft der Szene vergessen kann.

    Hallo, ich hab einen (für mich) neuen Begriff im Netz gefunden, der für viele von euch sicher schon ganz alt ist. Aber ich bin halt nun mal kein Computerfachmann :(
    Es geht um Teamviewer. Infos bekommt man zwar ziemlich viel, aber bei einigen Fragen bin ich noch nicht schlauer geworden:
    Wie ist das eigentlich mit Teamviewer? Kann man damit den PC vom anderen Teilnehmer einfach aufmachen und 'virtuell' durchstöbern, ohne dass der andere das merkt?
    Und kann einem so ein Programm beim Surfen im Netz einfach auf den PC geladen werden, oder ist das dann doch nicht so einfach?
    Ich lass mich natürlich gern eines Besseren belehren, aber ich hab den Eindruck mit der Sicherheit nimmts die Firma Teamviewer wohl nicht so ganz genau.

    Oh! Sorry, Bruno! Ich habe grad gelesen, dass du den Vergleich schon reingeschrieben hast: Schlechteste Bilanz seit 1968! Hmm, also ist es danach auch wieder aufwärts gegangen.
    ...
    Nachdem die Diskussion unten ja schon wieder weiter geht, bearbeite ich doch lieber meinen Beitrag hier, denn den find ich so nicht ganz okay. Ich hab den Artikel mit der schlechtesten Bilanz seit 1968 jetzt auch gefunden. Das mit der Medaillenstatistik find ich aber auch etwas eigenartig. Man liest von Sportlern, die sich wahnsinnig über Silber oder Bronze freuen, aber offenbar zählt nur Gold etwas.
    Ich finde, man sollte sich da eher was für die Medaillenstatistik überlegen. Deutschland hat ja sehr oft Silber geholt, aber das fällt bei der Statistik praktisch nicht ins Gewicht.

    Kann eigentlich jemand von euch die Medaillenzahl jetzt so halbwegs mit der von 2008 und 2004 vergleichen? Gestiegen ist da doch sicher nichts. Ich habe heute früh gehört, dass die Briten, die ja bei den letzten Olympiaden nicht sonderlich viel gerissen haben, ihre ganze Sportförderung umgestellt haben und jetzt kräftig abräumen!

    Eigentlich wird das aber auch in der Sprachwissenschaft so gesehen, dass bestimmte Begriffe mit der Zeit mit irgendwelchen Assoziationen besetzt werden und dann entsprechend gebraucht werden oder eben nicht mehr. Man kann nicht bei jedem Begriff erst mal die Geschichte zurückverfolgen. Ich hatte letzte Woche eine kurze Diskussion mit jemandem, der den Begriff "Indianer" als rassistisch bezeichnet hat, weil er auf den Irrtum von Kolumbus zurückgeht und dann ja auch bei dem Kolonialismus verwendet wurde, unter dem viele Stämme bis heute noch so zu leiden haben. Aber erstens ist der Begriff nicht negativ besetzt, zweitens denkt praktisch niemand an Kolumbus und den Kolonialismus, wenn er ihn verwendet, und drittens konnte er mir keinen Begriff nennen, den man stattdessen verwenden könnte.

    Ich denke um die damalige Zeit bzw. die Filme zu verstehen ist es sinnvoll nicht nur zu verurteilen, sondern den Versuch zu starten, zu verstehen, warum es so war bzw. etwas so gemacht wurde. Nur so kann man die damalige Zeit, die damaligen Filme und die Intentionen verstehen, ohne das natürlich gut heißen zu müssen. Ich bin mir sicher, dass wir, wenn wir in den damaligen Umständen aufgewachsen wären, anders gedacht hätten, als wir es heute tun.

    Ich will noch mal kurz auf das eingehen, was du hier schreibst, Sebastian. Ich will dich darin absolut unterstützen. Ich hab mich über ein Jahr mit einer Biographie aus dem Dritten Reich beschäftigt. Man muss extrem aufpassen. Wir tun uns sehr leicht darin, jemanden zu verurteilen, weil wir das Dritte Reich aus der Distanz kritisch betrachten können. Das konnte damals niemand. Aber in einer Hinsicht sind wir uns zwangsläufig alle gleich: Jeder von uns kann mal seine Werte, für die er sich jetzt auch engagiert einsetzt, in ihrer Entstehung und auch späteren Prägung zurückverfolgen. Irgendwann kommen wir alle an einen Punkt, den wir nicht mehr beurteilen können. Das kann ein zufälliges Ereignis sein oder Erzählungen oder was auch immer. Aber das hat alles in Gang gesetzt. Und spätestens da müssen wir darauf vertrauen, dass wir die richtigen Schlussfolgerungen gezogen haben.
    Ich hatte einige Gespräche mit einer Person, die immer wieder betont hat, wie dumm die Leute waren, die damals nicht emigriert sind und später verfolgt wurden. Er sei sich sicher, er wäre emigriert, denn er kenne seine Einstellung. Was er da sagt, ist nicht in Ordnung. Seine Einstellung ist höchstwahrscheinlich fast nur von dem geprägt, was nach dem Dritten Reich passiert ist, denn er ist irgendwann um 1965 geboren.
    Das hört sich jetzt vielleicht sehr besserwisserisch an, aber es ist mir sehr wichtig. Als ich mich mit der Biographie im Dritten Reich beschäftigt habe, habe ich nur versucht, die Handlungen der Person nachzuvollziehen. Und ich habe meine Schlussfolgerungen für die Zukunft daraus gezogen. Aber der Mensch selber ist dabei kaum ins Zentrum gekommen. Das war auch für seine Angehörigen extrem wichtig, denn sie haben seit Jahrzehnten sehr darunter gelitten, dass zu schnell vorverurteilt wurde.

    Jetzt hab ich doch noch was zum Ton in VAMPYR gefunden: "Die wenigen Dialoge des stumm gedrehten Films wurden in drei Sprachen nachsynchronisiert." Also stumm gedreht.
    Das Zitat hab ich übrigens in einem Buch gefunden, das ich gerade am Verschlingen bin: Es heißt "Frauen für Deutschland - Filmidole im Dritten Reich" und ist von Friedemann Beyer. Darin findet man ein langes Kapitel über Sybille Schmitz, die meiner Meinung nach die beste Szene in VAMPYR hat: Erst leckt sie sich die Lippen nach ihrer Schwester, und plötzlich merkt sie, wen sie vor sich hat! Was Sybille Schmitz da in ein paar kurzen Augenblicken leistet, ist eine der beeindruckendsten Darstellerleistungen, die ich kenne.

    Das ist schon der Plot des Films, aber meiner Meinung nach ist der Film enttäuschend. Die Kritik bei Wikipedia aus dem Lexikon des Internationalen Films ("auf Klischees setzendes Kitschkino") würde ich absolut unterstützen - zumindest so weit wie ich es beurteilen kann. Und dieses Lexikon des Internationalen Films steht nicht alleine mit der Kritik. Wegen dem (wie ich geglaubt hab) historischen Hintergrund hat mich der Film interessiert.
    Die Geschichte mit der Transsexuellen wurde in den 60er Jahren von einer US-Zeitung aufgebracht und ist von da aus in Lexika gekommen. Wie gesagt, der Wikipedia-Artikel über Gretel Bergmann wurde total umgeschrieben. Schon gestern habe ich bei Wikipedia gemerkt, dass der Autor des Artikels über Heinrich (einst "Dora") Ratjen zu verstehen gibt, dass er nicht an die Geschichte glaubt.

    Hat jemand von euch gestern BERLIN 36 gesehen? Eigentlich hat mich das Thema interessiert, aber nach einer halben Stunde hab ich den Film nicht mehr ausgehalten. Ich fand, der hatte nichts anderes zu bieten als seine Story von einer jüdischen Sportlerin, die bei Olympia von den Nazis durch einen Transsexuellen ersetzt wird.
    Übrigens, seit heute ist die Geschichte von der Transsexuellen und Gretel Bergmann plötzlich aus Wikipedia verschwunden - die war also auch falsch.

    Aus der Originalfassung von "Der Asphalt Dschungel" wird immer dieser eine Satz von Dix Handley zitiert: "Don't bone me!" Weiß jemand von euch, wie das in der deutschen Übersetzung lautet?
    Ich hab vorhin ziemlich rumgesucht und immer nur eine Bedeutung von "bone sb" gefunden :S Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bedeutung in der deutschen Fassung auch verwendet wird ?(

    Meine Frage hört sich sicher etwas naiv an, aber dann ist sie vielleicht auch leichter zu beantworten :)
    Mir ist schon immer aufgefallen, dass die ersten Etappen bei der Tour de France immer von den verschiedensten Fahrern gewonnen werden. Es gibt Ausreißer, das Feld holt sie ein oder auch nicht, und dann hat jemand gewonnen. Und das wird dann ja auch immer sehr positiv angeführt. Und in der Tourneewertung sind auch immer die unterschiedlichsten Namen vorne.
    Allerdings sind das immer Fahrer, die sobald die ersten Bergetappen kommen, in der Tourneewertung keine Rolle mehr spielen. Dann sieht man immer die üblichen Namen vorne und die Fahrer der ersten Etappen sind weg.
    Heißt das, dass die Flachetappen von den großen Namen nicht so ernst genommen werden und man einfach andere gewinnen lässt?