"Willkommenskultur" - Unwort des Jahres?

  • "Willkommenskultur" - hört sich beinahe an wie ein Kampfbegriff und nicht wie eine humanitäre Geste.


    »Wir werden die Willkommens- und Anerkennungskultur in unserem Land stärken. Dies fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt und steigert zugleich die Attraktivität unseres Landes für ausländische Fachkräfte, die wir brauchen" - so die Drohung aus Politik und Medien.
    Weiter: " In den Bundesbehörden wollen wir den mit dem Nationalen Aktionsplan Integration eingeschlagenen Weg fortsetzen und den Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund im öffentlichen Dienst erhöhen" - noch so eine Drohung, da die Qualifikation mehr als mangelhaft ist.


    Was würde wohl das Bundesverfassungsgericht zu solchen Plänen sagen, wenn ein Berechtigter gegen eine solche Politik Klage erheben würde?


    Hier wird ein harmlos klingendes Wort ausgehebelt und zu politischen Zwecken mißbraucht.


    Darum wäre der Vorschlag als "Unwort des Jahres" vollkommen angebracht.

    Allseitiger Unbeliebtheit erfreuen sich Deutsche, die über ein Gedächtnis verfügen und Geschichtskenntnisse besitzen.


    © Wilhelm Schwöbel (1920 - 2008), deutscher Zoologe und Aphoristiker

  • Guter Vorschlag. Ich habe mir vor ein paar Tagen auch Gedanken gemacht, was passend wäre, nachdem "Pegida" vorgeschlagen wurde....


    - Putinversteher
    - Ukraine-Konflikt
    - Separatist
    - Ebola

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Guter Vorschlag. Ich habe mir vor ein paar Tagen auch Gedanken gemacht, was passend wäre, nachdem "Pegida" vorgeschlagen wurde....


    - Putinversteher
    - Ukraine-Konflikt
    - Separatist
    - Ebola


    Hier können die Vorschläge eingereicht werden


    http://www.unwortdesjahres.net/

    Allseitiger Unbeliebtheit erfreuen sich Deutsche, die über ein Gedächtnis verfügen und Geschichtskenntnisse besitzen.


    © Wilhelm Schwöbel (1920 - 2008), deutscher Zoologe und Aphoristiker

  • Ebola und Separatist halte ich beides nicht für Unwörter, sondern für Begriffe, die man nur in Frage stellen kann, wenn man ihre Berechtigung in Frage stellt - wenn sich z.B. herausstellen würde, dass Ebola eine fiktive Krankheit ist. Da ich die Auswahlkriterien für das Unwort des Jahres nicht kenne, belasse ich es bei diesem subjektiven Hinweis und gehe ansonsten mit Brunos Vorschlag d'accord - Willkommenskultur wäre ein treffendes Unwort des Jahres.

  • Beide Worte werden instrumentalisiert - unabhängig was Ebola ist und ob es das gibt - das macht es in meinen Augen zu gerechtfertigte Kandidaten für das Unwort. Ebola wird instrumentalisiert um Ängste zu schüren und Separatist wird ebenso instrumentalisiert, nur eben in Bezug auf politische Meinungsmache.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Sehr treffent formuliert von Herrn Schmitt:


    http://www.focus.de/politik/de…hres-2014_id_4400906.html


    "Wie weit sind wir verkommen, wenn die Wahrheit als Unwort des Jahres deklariert wird? Ein Wort das neben der NS auch und vor allem von den 68ern und den Kommunisten gebraucht wird. Wenn eine Presse, so wie wir sie heute haben und erleben ständig Lügen verbreitet und das bewusst, dann ist das eine Lügenpresse..."


    Natürlich aus der Kommentarfunktion, wo anders darf man so eine Aussage natürlich nicht erwarten.


    Auch die anderen Kommentare sind meist lesenswert.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide


  • Was ist ein NAZI-Begriff?


    gleichgeschaltete Presse
    jedem das seine


    angeblich auch NS-Begriffe
    Wie denn das? Gab es die Wörter Presse, gleichgeschaltet oder jedem das seine vor 1933 noch nicht?
    Gott schütze die Bekloppten.


    Den Begriff: Wetterbericht oder Wetterlage gab es auch schon in den 30er Jahren
    Ist auch dieser Begriff NS-belastet?

    Allseitiger Unbeliebtheit erfreuen sich Deutsche, die über ein Gedächtnis verfügen und Geschichtskenntnisse besitzen.


    © Wilhelm Schwöbel (1920 - 2008), deutscher Zoologe und Aphoristiker

  • Wenn man etwas konstruieren muss, um unangenehme Bürger zu diffamieren, die diese Begriffe benutzen, dann ja.


    Apropos diffamieren.


    Es gab 1988 - zu Beginn der linksextremistischen Welle ein Gastspiel von Wolfgang Lippert bei RADIO BREMEN.
    Lippert machte in der Kantine Witze über die DDR.
    Ein Mitarbeiter, der dies mitbekam denunzierte ihn bei der Stasi.
    Er hatte wohl nicht damit gerechnet, daß ein Jahr später die mauer fiel, und dieses Schreiben wieder auftauchte



    Nach den letzten Vorfällen in Leipzig komme ich zu dem Schluß, daß "Lügenpresse" nicht das "Unwort", sondern das "Wort des Jahres" ist.

    Allseitiger Unbeliebtheit erfreuen sich Deutsche, die über ein Gedächtnis verfügen und Geschichtskenntnisse besitzen.


    © Wilhelm Schwöbel (1920 - 2008), deutscher Zoologe und Aphoristiker

    Edited once, last by Bruno ().

  • Warum?


    Weil es sich bei diesem Wort schon um eine Karikatur der Willkommenkultur handelt.


    "Kyritz an der Knatter muß bunt und WELTOFFEN bleiben" - so oder ähnlich könnte ein Slogan der Zivilgesellschaft lauten.
    Dieser ist es zu verdanken, daß dieser Begriff einen lächerlichen Haupteffekt bekommen hat, der auch schon satirischen Charakter hat.
    Könnte eine Steilvorlage für Böhmermann sein, wenn er sich aus seinem selbst gewählten Exil zurückmeldet.

    Allseitiger Unbeliebtheit erfreuen sich Deutsche, die über ein Gedächtnis verfügen und Geschichtskenntnisse besitzen.


    © Wilhelm Schwöbel (1920 - 2008), deutscher Zoologe und Aphoristiker

  • Es geht beim Unwort des Jahres um Formulierungen, die, wie es heißt, "die gegen sachliche Angemessenheit oder Humanität verstoßen".


    Nicht unbedingt dein Metier, aber ich denke, du verstehst. Beim Unwort des Jahres geht es nicht um Versprecher, nicht um Fehlinterpretationen, sondern um verbalhumanitäre Fehlleistungen. Zum Beispiel der Begriff "Ehrenmord", der es in die engere Auswahl 2005 geschafft hatte. Mord aus Ehre gibt es nicht. Die Tötung eines Menschen kann nicht mit der Ehre des Täters begründet werden.

    Eine Diskussion ist ein Austausch von Gedanken, bei dem immer die Gefahr besteht, dass man überzeugt wird.

    Hans Moser