Die Zukunft des gedruckten Buches

  • In den letzten Jahren geht die Mode immer mehr in Richtung elektronische Bücher. Logischerweise geht der normale Buchverkauf dadurch zurück (das ist doch so oder?) und die Sorge besteht, dass das "gute Alte Buch" nach vielen Jahrhunderten nach und nach Geschichte wird.


    Ich glaube, dass das Buch ähnlich weiterleben wird wie die Schallplatte. Als Sammler- und Liebhaberstück. Dass die Verlage sich darauf konzentrieren, die Bücher hochwertig heraus zu bringen und viele Menschen gerne weiterhin ein schönes Bücherregal im Wohnzimmer stehen haben möchten, weil es schmückt und weil ein gedrucktes Buch einfach schöner ist. Gerade die hochwertigen Bücher sind fast etwas kunstvolles, deswegen denke ich, dass der Büchermarkt natürlich schrumpft, man aber dafür mehr auf Qualität setzt und Leute beginnen im Rahmen ihrer Sammelleidenschaft auch viele antiquarische Bücher zu ergattern - ganz nach Interesse und Sammelgebiet.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Es hat alles Vor- und Nachteile ...


    Dieser Tage entdeckte ich mit einiger Begeisterung, daß die ganze Braunschweiger Ausgabe der Werke Wilhelm Raabes samt Ergänzungsbänden im Netz abzurufen ist ... erspart ggf. einige Hundert € Ausgaben ... andererseits würde ich viel lieber ein Buch in der Hand haben als am Bildschirm zu lesen ...


    :)

  • Weniger Bücher und Druckmedien fände ich auch nicht schlimm (es sind ja auch extreme Massen die gedruckt werden). Schade wäre es nur wenn es komplett stirbt. Und der Weg zum Buch als hochwertiges Produkt fände ich eigentlich eine schöne Sache. Dann werden mehr schön ausgearbeitete Bücher veröffentlicht und weniger Taschenbücher (den Rang nehmen dann die elektronischen Bücher ein). Und Bücher bekommen wieder einen Ruf von einem hochwertigen Kulturgut, ähnlich wie vor 200+x Jahren, als sich nicht jeder Bücher leisten konnte. Nur heute kann sich jeder die Inhalte leisten und das Buch selbst ist sozusagen so wie die Schallplatte für die Musikfreunde.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Wenn das Buch nicht ganz ausstirbt wird es ja weiterhin Bücher geben. Ich denke die beste Taktik für Büchereien und Bücherläden ist es, eine gute Kombination hinzubekommen an Gedruckten Büchern jeder Art und das Angebot dort elektronische Bücher vor Ort zu kaufen. Richtige Büchereien in Form von Verleihbüchereien werden es schwer haben, da muss man das Konzept auf Dauer abändern.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Ich denke, dass das gedruckte Buch noch lange bestehen wird, denn zurzeit werden schließlich noch hauptsächlich gedruckte Bücher konsumiert und elektronische Bücher werden nur von einer Minderheit genutzt. Ich habe auch großen Wert darauf gelegt, dass meine Doktorarbeit als gedrucktes Buch erscheinen wird (in Kürze ist es soweit), obwohl laut Promotionsordnung auch eine Online-Veröffentlichung als PDF ausgereicht hätte. Das ist für mich aber nicht dasselbe. Ich möchte, dass meine Arbeit auch in den Bibliotheken im Regal steht, das gehört für mich einfach dazu.

  • So ist es auch mit meinen Hörspielen. Ich schätze eben das fertige Produkt, gerade wenn es mit Liebe gestaltet ist. Ein Hörspiel nur als MP3 im Netz anzubieten würde dem Projekt nicht gerecht werden. Wenn es viele nur als MP3 hören ist es mir recht, aber es sollte auch eine richtige Version auf CD, MC und/oder LP geben. Ich denke so wird das bei den Büchern auch sein. Dann werden statt beispielsweise 1 Millionen Büchern nur noch 100.000 gedruckt, dafür der Rest dann nur virtuell. Und diese gedruckten sind dafür dann umso schönere Ausgaben für die, die Wert darauf legen. Manche werden es sich ggf. dann auch nur virtuell durchlesen und den Prachtband gut erhalten ins Regal stellen.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Die Selbstkritik hat viel für sich.
    Gesetzt den Fall, ich tadle mich,
    So hab' ich erstens den Gewinn,
    Daß ich so hübsch bescheiden bin;
    Zum zweiten denken sich die Leut,
    Der Mann ist lauter Redlichkeit;
    Auch schnapp' ich drittens diesen Bissen
    Vorweg den andern Kritiküssen;
    Und viertens hoff' ich außerdem
    Auf Widerspruch, der mir genehm.
    So kommt es denn zuletzt heraus,
    Daß ich ein ganz famoses Haus.


    8)

  • Ich will auf gar nichts hinaus, und was Du kennst oder nicht, das bleibt sich gleich ...


    Ich dachte, als ich die wiederholte Selbstkasteiung las, daß man mit sowas halt auch kokettieren kann, und dann fiel mir halt ein Text ein, der dazu einigermaßen paßt ...


    Vielleicht solltest Du, anstatt alles immer in die Schublade des Sich-angegriffen-fühlens einzutüten (Ach ich armes Opfer ...), es einmal so sehen, daß der eine oder andere vielleicht einfach mal einen dezenten Hinweis geben will, daß Du manchmal zu Deinem Nachteil ein wenig im 'falschen Film' bist ... Man könnte so etwas durchaus konstruktiv verwerten. Aber immer die gleiche alte Schublade ist natürlich gewohnter und bequemer ... Ich habe mal den hübschen Satz "Leg' eine andere Platte auf, nach der man wenigstens schwoofen kann" gelesen in solchem Zusammenhang ...

  • Ich denke auch, dass das gedruckte Buch in Form schön gestalteter Ausgaben überleben wird, und vermutlich gibt es auch einige, die es handhaben wie ich und beides nutzen. Daheim auf dem Sofa bevorzuge ich eine gedruckte Ausgabe in der Hand, ich mag das umblättern, das umgedreht offen liegen lassen wenn ich mir eine neue Tasse Tee mache, etc. Unterwegs ist so ein E-Reader aber einfach praktisch. Ich hab mir erst kürzlich eine Shakespeare-Werksausgabe auf Deutsch und Englisch in elektronischer Form bestellt, aber nach meiner Ankunft bei Jokers dennoch die deutsche Variante noch in Druckform gekauft, ist auch eine optisch sehr ansprechende Ausgabe. Ursprünglich habe ich den E-Reader für Studienbriefe erstanden, da es aber u.a. über die Bücherei auch eine Online-Leihe gibt, nehme ich mir dann Ersatzliteratur digital mit - ein Buch in der Tasche und ein paar auf Reserve auf dem Reader.

    Wir wissen wohl, was wir sind, aber nicht, was wir werden können. (William Shakespeare)

  • Genau das glaube ich auch. Gerade weil der Anblick eines schön gefüllten Bücherregals ein zeitloses und stets individuelles Schmuckstück ist, auf das viele nicht verzichten möchten.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Ja... für mich persönlich gehören Bücher auch einfach dazu, um mich zuhause zu fühlen. Ich habe vor meinem Umzug sehr sorgfältig ausgewählt, da ich nicht mehr als nötig mitnehmen wollte, habe hier nun aber einen schönen Querschnitt durch meine literarischen Interessen stehen und bin damit sehr zufrieden :) Nur den E-Reader mitzunehmen wäre für mich unvorstellbar gewesen.

    Wir wissen wohl, was wir sind, aber nicht, was wir werden können. (William Shakespeare)

  • Wenn ich als Leser auch gedruckte Bücher eindeutig den elektronischen Büchern vorziehe, so sehe ich als Autor jedoch einige Vorteile bei E-Books. Die digitale Variante hat nämlich für Autoren den Vorteil, dass man an einem verkauften Exemplar mehr verdient als an einem gedruckten Buch. Außerdem sind E-Books auch günstiger als gedruckte Bücher, dass vielleicht so mancher, dem das gedruckte Buch zu teuer ist, eher zum E-Book greift (wobei hier "greifen" eigentlich nicht passt *g*). Auch für Veröffentlichungen mit sehr geringem Umfang (z. B. nur 30, 40 Seiten) lohnt sich ein Druck eigentlich nicht, das kann man dann auch digital einfacher vermarkten. Bei einer umfangreichen Veröffentlichung ist aber die gedruckte Form besser.