Bei Welchen Filmen oder Serien habt ihr geweint?

  • Wenn ich das Konstruierte durchschaue und es mir nicht gefällt, lässt mich es kalt, nachdem ich mich nicht auf die Angelegenheit eingelassen habe :-) So kommen wir denke ich zusammen. Leider muss man ja im Kreise mancher lieben Menschen solche Filme schauen, die man selbst sonst nie geschaut hätte. Da passiert so etwas schon oft.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Leider muss man ja im Kreise mancher lieben Menschen solche Filme schauen, die man selbst sonst nie geschaut hätte.

    Oh ja!
    Und danach kommt die unvermeidliche Frage: Und, wie fandst du's?


    Dann darf man sich was Diplomatisches ausdenken, um den anderen / die andere nicht zu kränken ;)


    Nach meiner Erfahrung ist es wenig hilfreich, darauf zu antworten: "Die Kameraarbeit war hervorragend." Oder: "Ich fand den Schnitt sehr temporeich." :D

  • "Aktenzeichen XY" nimmt mich heute wieder sehr mit. Auslöser war die ausführliche Beschreibung des Entführungsfall von http://de.wikipedia.org/wiki/Vermisstenfall_Madeleine_McCann Aber wie üblich ist es mehr ein erhöhter Tränendrüsendruck und eine Ergriffenheit und Hilfslosigkeit bzw. nicht-verstehen-können wie schlecht manche Menschen sind. Richtiges Weinen kommt dabei nicht raus.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • So etwas reißt mich emotional auch immer sehr mit, wahrscheinlich weil das Lied sehr viele tiefe Gefühle trifft, auch die Ängste/Hoffnungen/Sorgen die man in der heutigen Zeit so hat:


    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Gerade hats mich bei Lanz gepackt, aber nicht wegen dem, sondern wegen dem Filmthema vom Til Schweiger, was mich inhaltlich in gewisser Weise angeht.


    Vor einigen Jahren schwere Streitereien innerhalb der Familie, die mich schwer bedrücken
    2009 Geburt des Neffens
    2010 erste Großmutter verstorben, was mich bis heute bedrückt, weil damit auch viel mehr zu Ende gegangen ist, im Grunde meine gesamte frühe Kindheit
    2012 schwere Erkrankung des Vaters
    2013 schwere Erkrankung einer Tante
    2014 drei Todesfälle in der engen Familie (beide Großväter, einer an Weihnachten, und die erkranke Tante, die zusammen mit meiner Großmutter ein weiterer wichtiger Anker zur frühen Kindheit war).
    Anfang 2014 Geburt des eigenen Kindes
    Und dieses Jahr geht es weiter


    Mich hat der Abschied der im letzten Jahr großem Maße vorhanden war gerade schwer getroffen (die Filmausschnitte haben mich dran erinnert), die Beziehung oder teilweise leider auch nicht-beziehung zu den Großeltern, und das obwohl man sich in manchen Fällen dennoch so eng mit ihnen verbunden fühlt, man es aber nicht (aus)leben konnte. Die Vergänglichkeit, das Leid die die Weltgeschichte in der Verbindung mit sich gebracht hat, die privaten Rückschläge, die schönen und unschönen Erinnerungen, die Beziehung und die Verbindung zwischen Eltern zu ihren Kindern, von Großeltern zu den Enkelkindern und den Urgroßeltern zu den Urenkelkindern. Wie lange das Leben doch ist, wieviel man irgendwie schon hinter sich gelassen hat, irgendwie aber auch wie wenig, wie wenig man das Leben in Verbindung mit den genannten Menschen gefühlt dann nur nutzt, wie kalt man oft ist, wieviel Liebe es auf andererseite dann doch gibt und wie kurz das Leben dann doch irgendwie wieder ist. Und wie sehr mich ganz kleine grundehrliche ungelogene unglaublich herzliche Gesten eines einjährigen Kindes berühren und bewegen können.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Oh je... ich will hier keine Psedeo-weisen Sprüche klopfen... ich kannte auch Deine Familie nicht.... ich kenne Sak kaum... und ich kenne Dich auch nur so, wie Du Dich öffentlich zeigst... aber Du kannst mir glauben: ich fühle mit Dir. Mir geht es ähnlich: Seit ich in meiner aktuellen Wohnung wohne ist rein statistisch jedes Jahr eine Person gestorben, die mir sehr nahe stand... das gehört nunmal zum Leben dazu und wir können es nicht ändern... das einzige,w as wir können, ist den personen eben so viel Zeit wie möglich zu widmen. :(

  • Aber ich weiß auch, dass das Leben weiter geht. Kinder sind der beste lebende Beweis dafür. Auch wenn es nicht die eigenen sind. Mein Neffe ist inzwischen drei jahre alt und es ist wirklich wunderschön und wunderbar, ihn aufwachsen zu sehen.
    Und was uns beide, Dich und mich betrifft: Wir haben auch noch sehr viel Zeit vor uns! Du weißt ja selbst, wie viele Menschen schon über 100 jahre alt geworden sind!

  • Bei allen disneyfilmen....

    Aber auch bei Prison Break habe ich bitter geweint - was daran lag das ich diese Serie frenetisch geliebt habe (und immernoch tu)


    Ich habe auch bei pretty wo an geheult.... Wenn die Situation es zulässt könnte ich sicher bei jedem Film weinen

  • Eine Liste von Tränen hab ich mir noch nicht gemacht. Doch es gibt durchaus Filme, wo ich "überraschend" weinen muss, manchmal still, manchmal zuckend. Obwohl ich den Roman gelesen hatte, musste ich dann doch bei dem Film "Wer die Nachtigall stört" weinen. Gregory Peck als Atticus und vor allem als ein "Vater", den ich nie hatte. Und ich denke, dass es bei jeder ähnlichen Szene in irgendeinem Film der Fall ist, wenn ich auf einen "sinnvollen, tatsächlichen lieben könnenden Vater" treffe. Wenn ich gefragt, "ja wie stellst du dir denn einen richtigen Vater vor?", dann ist es Atticus. Er ist der erste, der mir bei so einer Frage einfällt.


    Dann gibt es Filme, wo ich nur beim ersten mal weinte, wie "Während du schliefst". Obwohl der Film gut bleibt, "nur" gemessen" an allen "Sandra Bullock Filmen", in der Wertung gegen andere allgemein, sieht es dann anders aus, hat er nach mehrmaligem Schauen seine Kraft verloren.


    Ganz klar auch 1985 Santa Claus und 1994 Santa Clause. Da spielt das Herz oder besser gesagt, die Seele verrückt. (Ihr könnt doch gute Filme machen, verdammt noch mal, warum tut ihr es nicht mehr?) Besonders der erste Film zeigt das Kontra zwischen Alter Qualität & Neuer Quantität sehr gut auf.


    Ich hab echt nicht alle auswendig. Vielleicht sollte ich doch mal ne Liste beginnen, und auch unterscheiden, weshalb ich Tränen lassen musste. Zum Glück darf man das heute und muss nicht auf die Zähne beißen.

    "Als Kind, wo mir sehr viel privat verboten wurde,

    durfte ich trotzdem weit mehr als ich heute mit über 40 Jahren darf."


    (Der Kunde ist nicht mehr König und dies ist nicht mehr meine Welt)


    Der elfte September -> Willy IV

  • Ich wundere mich ja oft darüber, wie schnell man doch bei Filmen, Musik, Dokumentationen oder ähnlichen Dingen weint, während man im echten Leben viel "härter" ist. Meine Erklärung dafür ist, dass es ein Selbstschutz ist, dass man in der Realität "gefasster" agiert (aus Überlebenstechnischen Gründen) und das Leid was man im echten Leben kennt, miterlebt, in sich hat oder befürchtet, das lässt man dann bei diesen fiktiven Dingen oder bei Dingen die einem direkt nicht betreffen dann raus. Als Ventil sozusagen.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • fiktiven Dingen oder bei Dingen die einem direkt nicht betreffen

    Wenn eine Filmszene mich zu Tränen rührt, empfinde ich sie nicht als fiktiv und meistens auch nicht als mich nicht direkt betreffend.


    Als ich vor knapp fünfzig Jahren im Kino beim "Tod in Venedig" (als der Junge da draußen den Arm hebt und Aschenbach sich von diesem Planeten verabschiedet) tränenreich und spektakulär regelrecht ausgerastet bin, lag es daran, daß ich FÜR MICH erkannte, daß es halt mit der absoluten vollkommenen Liebe nichts werden kann hier auf Erden ... das war sozusagen nicht nur Aschenbachs Problem sondern auch meines ... :)


    Oder Albers' Resignation in "Große Freiheit Nummer sieben", das war auch MEINE Resignation ...


    Oder Käutners Einsamkeit in Syberbergs "Karl May", das war auch MEINE Einsamkeit ...

  • Wenn eine Filmszene mich zu Tränen rührt, empfinde ich sie nicht als fiktiv und meistens auch nicht als mich nicht direkt betreffend.

    Ja in dem Moment ist das natürlich anders. Es rührt einen ja, weil man einen Bezug dazu hat, in welcher Form auch immer. Das meine ich in meinem Text ja damit.

    Quote

    Oder Albers' Resignation in "Große Freiheit Nummer sieben", das war auch MEINE Resignation ...


    Oder Käutners Einsamkeit in Syberbergs "Karl May", das war auch MEINE Einsamkeit ...

    Ganz genau

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide