Schtonk! (D 1992)

  • Es haben sich ja bestimmt einige die Doku über die Hitler-Tagebücher angeschaut, die vorhin im ZDF gelaufen ist.
    Jetzt hab ich Lust auf "Schtonk!" bekommen. Den kenne ich noch gar nicht, aber ich hab gelesen, dass er sich ziemlich an die Fakten hält. Wie hat er euch denn gefallen?

    An actor remembers his first piece of published praise. It is written on his heart. (Conrad Veidt)

    Remember! My name is Conrad :P

  • Wie bei so vielen Sachen ist es knapp 10 Jahre her, dass ich den Film gesehen habe. Ich habe ihn recht gut in Erinnerung, besser als "Rossini", ich glaube, dass er vom Stil her ein wenig wie "Kir Royal" war (Dietl-Satire eben). Ich würde ihn mir auch gerne mal wieder anschauen. Zumal dort einige gute Schauspieler mitwirkten.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Erst kürzlich gesehen und für gut befunden, wenn auch ziemlich abgedreht...

    "F.H."..."Führer Hitler"...Quatsch..."Fahne hoch" vielleicht...Führer, Führer, "Führer heil"..."Führers Hund", "Führers Hand"..."Führers Hauptquartier"

  • Götz George mag ich ja eigentlich nicht so - aber in dem Film spielt er grandios. Und dann noch Harald Juhnke, Rolf Hoppe und Ulrich Mühe. Ganz groß!


    Da sehe ich auch drüber hinweg, dass Ochsenknecht, Ferres und die Hörbiger mitspielen. Wobei die Hörbiger gut in die Göring-Rolle passt (ich glaube sie spielt den Charakter von Görings Tochter, nur konnten sie den Charakter so nicht benennen, da sie noch lebt usw.)

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    André Gide

  • Darf ich fragen, weshalb du Götz George nicht so leiden kannst? Gut, er ist vielleicht ziemlich überrepräsentiert im deutschen Fernsehen/Kino, trotzdem hatte er einige Glanzrollen, in denen er seine Wandelbarkeit unter Beweis stellte, wie eben in "Schtonk!", "Der Totmacher" oder - darin gefällt er mir am besten - als eiskalter Bösewicht in Dominik Grafs "Die Katze".
    Mit Ochsenknecht und gerade der Ferres habe ich hingegen schon meine Probleme. Bei Christiane Hörbiger frage ich mich wiederum dasselbe wie bei George.

  • Es liegt wahrscheinlich an dem Überrepräsentiert sein. Er fährt für mich ne eigene Schiene, er ist aber nicht fern von den unsäglichen Kollegen die immer im gleichen Mist mitspielen wie eben Ferres, Ferch, Ochsenknecht, Lauterbach, Liefers, Rohde (obwohl ich den auch sehr interessant finde) usw.


    In "Der Totmacher" und vorallem auch in "Nichts als die Wahrheit" wo er Mengele spielt ist er wirklich toll. Im "George"-Filme ist er im direkten Verlgieich zu seinem Vater ordentlich abgestunken, aber etwas anderes ist da kaum möglich bei so einer Größe.


    Hörbiger finde ich als Typ unangenehm, auch menschlich (wie sie sich z.B. auch im Bezug der NS-FIlm-Tätigkeit ihrer Mutter verhalten hat), und auch sie dreht leider viel Mist.


    Karl Schönböck ist auch ein großartiger Schauspieler der hier mitgewirkt hat.


    Ferres mag ich zwar nicht aber in diesen Film passt sie mit ihrer geleckten Art irgendwie rein.


    Ich habe vor ca. 10 Tagen übrigens zufällig einen alten Auktionskatalog in meiner Bibliothek gefunden von einem Hamburger Auktionshaus von 1986 - da wurden zahlreiche Gegenstände aus dem Privatnachlass von Göring und Hitler angeboten, da musste ich direkt an den Film bzw. an die Hitler-Tagebuch-Leute denken. Es ist faszinierend, was es so alles für Artefakte aus der damaligen Zeit gibt. Und besonders Interessant: Quelle des Göring-Nachlasses ist der Freistaat Bayern gewesen. Was heute los wäre, wenn Bayern so etwas frisch in eine Auktion geben würde, welch Gutmenschen-Aufschrei es dann geben würde...

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Es liegt wahrscheinlich an dem Überrepräsentiert sein. Er fährt für mich ne eigene Schiene, er ist aber nicht fern von den unsäglichen Kollegen die immer im gleichen Mist mitspielen wie eben Ferres, Ferch, Ochsenknecht, Lauterbach, Liefers, Rohde (obwohl ich den auch sehr interessant finde) usw.

    Einige solcher Namen finde ich nicht grundsätzlich schlecht, selbst den Lauterbach habe ich schon in passablen Rollen gesehen, ebenso wie den Rohde, der jedoch gefühlt in jedem zweiten deutschen Kinofilm zu sehen ist. In die Reihe passen würde noch Axel Milberg.
    Der ein oder andere würde echt gut daran tun, nicht jede Rolle anzunehmen...manchmal wäre weniger eben mehr.
    Aber es ist nun mal so, dass es nicht wirklich zwei voneinander abgetrennte Kinowelten gibt, eine anspruchsvolle mit ernstzunehmenden Schauspielern und eine gegenteilige. Da überschneidet sich leider vieles. Deswegen sind mir eher unbekannte Darsteller meist lieber, an denen man sich noch nicht satt gesehen hat.

    Quote

    Im "George"-Filme ist er im direkten Verlgieich zu seinem Vater ordentlich abgestunken, aber etwas anderes ist da kaum möglich bei so einer Größe.

    Gibt es überhaupt Nachkommen in Schauspielerfamilien, die an ihre (Groß-)Eltern herankommen? Abgesehen davon ging es mit der deutschen Filmlandschaft in der Nachkriegszeit stetig bergab, von einigen Ausnahmen abgesehen.


    Quote

    Ich habe vor ca. 10 Tagen übrigens zufällig einen alten Auktionskatalog in meiner Bibliothek gefunden von einem Hamburger Auktionshaus von 1986 - da wurden zahlreiche Gegenstände aus dem Privatnachlass von Göring und Hitler angeboten, da musste ich direkt an den Film bzw. an die Hitler-Tagebuch-Leute denken. Es ist faszinierend, was es so alles für Artefakte aus der damaligen Zeit gibt. Und besonders interessant: Quelle des Göring-Nachlasses ist der Freistaat Bayern gewesen. Was heute los wäre, wenn Bayern so etwas frisch in eine Auktion geben würde, welch Gutmenschen-Aufschrei es dann geben würde...

    Man kann sich natürlich fragen, welche Leute es sind, die solche Gegenstände ersteigern und aus welchem Interesse. Ja, heute wäre das kaum vorstellbar. Für wieviel Hitlers Kloschüssel wohl weggehen würde...

  • Sehr gut haben es in meinen Augen in den letzten Jahren Moritz Bleibtreu gemacht und Matthias Schweighöfer. Bei Schweighöfer kann man natürlich seine Klamauk-Filme kritisieren, aber er ist ein interessanter "Typ", der scih nicht im Fernsehen verheizt. Ebenso Bleibtreu, der sich rar macht und ausschließlich Kinofilme gedreht hat - auch Daniel Brühl oder - sehr genial - August Diehl kann man in der Reihe nennen. Bei Bleibtreu finde ichs schwach, dass er jetzt doch eine TV-Rolle angenommen hat und das nach Jahrzehnten wieder mal, soweit ich das weiss.


    Wotan Wilke Möhring fand ich auch großartig, aber der verheitzt sich auch so dermaßen in allen möglichen TV-Produktionen, was schade ist... zumal im TV leider fast nur Sachen für die Tonne produziert werden.


    Bleibtreu kommt an seinen Vater ran finde ich. Ansonsten fällt mir da nichts ein gerade. Gibt aber sicher noch gute Beispiele.


    Naja wenn man viel Geld hat und schon genug auf der Bank hat, genug in Aktien angelegt hat und genug Immobilien besitzt, dann sind solche Sammlerstücke noch eine weitere Geldanlage, gerade wenn man selbst noch ein Interesse daran hat. Wobei es nicht unbedingt Kloschüsseln sind. Das sind oft sehr edel ausgearbeitete Gegenstände. Ich hab da z.B. eine Ehrenbürgerurkunde für die Stadt Freudenthal im Sudetenland für A.H. gesehen - unglaublich aufwändig gestaltet. Das sind schon richtige Kunstgegenstände

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    André Gide

  • Meine Ex-Freundin war ein Fan von diesem Film. Die wollte den immer wieder gucken. Den hatten wir auf VHS und dann auch auf DVD. Seit damals hängt er mir irgendwie raus, das ist in diesem Fall fast so ähnlich wie mit den Bollywood-Filmen. =OGelungen fand ich bestimmte Sprüche und auch die Szene mit dem Pfarrer und dem im Fieber liegenden Hauptprotagonisten Hermann Willié. Von den Darstellern her ist der Streifen sicherlich sehenswert. Heute würde ich mir den Film eher wegen Karl Schönböck und Georg Marischka nochmals gönnen.

    "Alkohol in Maßen genossen, schadet auch in größeren Mengen nicht"


    Anderl Heckmair (1906-2005), deutscher Bergführer und Alpinist

  • Oh ja Marischka war ein genialer Typ.


    Dass ein Film einem zum Hals raus hängen kann, verstehe ich gut. Ein guter Freund von mir hat seit seiner Kindheit Filme immer wieder SEHR OFT geschaut. Also ich besuhte ihm um mit ihn spielen zu können und er schaut gerade einen James Bond Film an. Ich warte, bis er vorbei ist - was macht er? Spult das Band zurück um ihn gleich nochmal zu schauen. So war es auch später, dass er immer wieder die gleichen Filme gucken wollte, was mir die Freude an den Filmen dann ein wenig vermiest hat. Ich hab aber dann oft genug dagegen gesteuert ;)

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    André Gide

  • Ja die James Bond Filme.^^ Die hab ich mir als 12jähriger immer wieder angeschaut, v.a. "Goldfinger". Danach gab es das große Agentenspielen mit Klassenkameraden im Freien. Deswegen schau ich die auch kaum noch. :P Damals waren bei uns nur Sean Connery und Roger Moore angesagt. Der Lanzenby -Bond galt gar nichts und auch nicht Timothy Dalton.

    Georg Marischka hätte ich auch gern kennen gelernt. Ich hätte mich vor ca. 15- 20 Jahren wirklich mal um unsere Altstars kümmern sollen. Da hätte ich noch Begegnungen haben können, aber leider.....:(

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