Löwengrube

  • Ja und vorallem Willi Harlander nuschelt auch sehr vor sich hin + es ist wohl der O-Ton gewesen, mit Mirkrophonangel aufgenommen, also kein gesprochenes Wort direkt am Mirko.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Den find ich gar nicht so schlimm, aber gerade bei den Außenaufnahmen im Dorf, wo es eben auch noch viele Nebengeräusche gibt wie die Kirchenglocken oder das Laufen auf dem Sand- oder Kiesweg oder was das war. Das hat es für mich schon sehr schwer gemacht, mich auf das Gespräch zu konzentrieren.

  • Ja das meinte ich. und ich fand da Harlander am schwersten zu verstehen. Liegt aber auch an den Nebengeräusche, wie Du richtig schreibst. Ist halt O-Ton.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Wie ich in München erfahren habe ist der Spielleiter der Serie letztes Jahr verstorben: https://de.wikipedia.org/wiki/Rainer_Wolffhardt Wie mir erzählt wurde, recht verbittert.


    Das Problem ist, dass der BR in Eigenregie (ohne Absprache mit Wolffhardt und ohne ihn beim Schnitt mit hinzu zu ziehen) 5 Minuten pro Folge weggeschnitten hat, da die Sendezeit sonst zu lange gewsen wäre. Es folgte eine Klage und danach keinerlei Aufträge mehr vom Sender.


    Was es mit diesen 5 Minuten auf sich hat, würde ich aber gerne noch wissen - ob die bei den alten DVDs und bei den neuen Blu-rays drauf sind oder noch immer fehlen. Und ob die überhaupt noch existieren..?


    Am Samstag hatte ich eine Führung mit einer Damenrunde eines Münchner Altenheims. Das war sehr entzückend und die haben fast mehr gequatscht als ich ;-) Eine Dame meinte, sie schafft es nie eine Folge "Löwengrube" fertig anzuschauen, weil sie das so sehr an die alte Zeit im Negativen Sinne erinnert. Als sie mit ihren Damen gesprochen hat, sprach sie erst von der Nachkriegszeit und den 50er Jahren (die wohl auch oft sehr verklärt werden), ich schließe aber nicht aus, dass sie auch die NS und/oder Kriegzseit meinte. Ich kenne jedoch ihr Geburtsjahr nicht.

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    André Gide

  • Mit Talmine habe ich heute Folge 4 und 5 geschaut


    Notizen:


    Folge 4 waren mit dabei:


    Alfred Acktun (wie schon in Folge 3, zuvor noch nicht)
    Wolfgang Maier
    Hubsi Kraushaar

    Josef Glas


    Folge 5 waren mit dabei:


    Philipp Seiser
    Klaus Stieglmaier
    Wolfgang Maier (vermutlich, am Anfang an der Löwengrube)
    Franz Rampelmann

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    André Gide

  • Der Hubsi.... :D


    Es ist ja nun schon eine Weile her, dass wir uns mal das Hörspile dazu angehört haben, aber kann es sein, dass das vor allem in den Jahren 1914 bis 18 wesentlich ausführlicher war? Die wurden in der Serie ja mehr oder weniger komplett übersprungen.


    Und ich finde es auch dieses Mal wieder sehr gewöhnungsbedürftig, dass Jörg HUbe erst den Ludwig Grandauer und dann seinen Sohn Karl Grandauer spielt. Für mich ist Karl zumindest am Anfang einfach viel jünger. Nun ja. Witzigerweise finde ich das bei Sandra White, die erst Mutter Agnes Grandauer und später ihre eigene Tochte Luise Kreitmeier spielt nicht so dramatisch.

  • Auch schon die Zeit im 19. Jahrhundert ist ausführlicher. Ich habe mir vor 2-3 Tagen die erste Hörspielfolge mal nebenher angehört, da wird die Vorgeschichte zur Hochzeit erzählt und wie "sie" ungewollt schwanger wird.

    Ich glaube auch, dass man sich bei der TV-Serie hauptsächlich auf die 20er bis 50er Jahre konzentriert hat, weil wahrscheinlich es so war:


    - dass der Sender eine Vorgabe gegeben hat, welchen Umfang die Serie haben kann und man dann Prioritäten gesetzt hat

    - es in den späten 80er Jahren interessant war den Zeitzeugen von Damals "ihre Zeit" noch einmal ausführlich aufzuarbeiten


    Ja den Wandel von Sandra White nimmt man viel leichter ab. Liegt auch am "Können", aber auch weil man Frauen besser optisch verändern kann - 2 Zöpfe gemacht und schon ist sie jünger. Und hinzu kommt, dass die Mutter ja lange krank war und sehr langsam und kränklich wirkte und als Luise ist sie dann wieder sehr fit und agil. Tragisch ist ja nur, dass Sandra White, die ja ein riesen Talent war, selbst bei den Dreharbeiten dann verstorben ist.


    Heute haben wir Folge 6 geschaut und gefunden habe ich (mal abgesehen von den bekannten Leuten)


    - Eva Hatzelmann

    - Elisbaeth Welz

    - Hans Stadlbauer

    - Ursula Luber

    - Monika Manz (hier bin ich mir nicht ganz sicher, ich glaube sie hat die Mutter der Ermordeten gespielt)

    ... wars nicht noch jemand? Ich habe das Gefühl, dass ich eine Person vergessen habe.


    Ich finde es wirklich krass wie die meisten Leute bis heute nicht bei imdb.com in Bezug auf Löwengrube gelistet sind.

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    André Gide

  • Gerade zufällig gefunden. Werner Rom spricht hier über die Serie in einer Ausgabe von "Wir in Bayern" aus dem Jahr 2005. Anlass war die Wiederholung im BR damals:


    Ja mei, ohne Hirn bist hoid oafach nur a Depp“ (Rosl Mayr 1896-1981, Volksschauspielerin):saint:

  • Talmine

    Stimmt. Das war wirklich ein wenig befremdlich mit der Vater-Sohn Besetzung, die einfach mit dem gleichen Schauspieler getauscht wurde. Aber nach ca. 2 Folgen hatte ich mich daran gewöhnt. :)

    Ich finde, dass die TV-Serie generell erst so richtig gut und auch besonders wurde, nachdem der Grandauer seine spätere Ehefrau (Christine Neubauer) kennenlernte.

    "Alkohol in Maßen genossen, schadet auch in größeren Mengen nicht"


    Anderl Heckmair (1906-2005), deutscher Bergführer und Alpinist

  • Das liegt aber auch dran, weil Adi Grandauer dann erstmals als erwachsener mit dabei ist und als Gegenstück die Soleder-Familie, einerseits der ewig irrende (in den 1950er Jahren kommt das ja so richtig zur Geltung, wenn er dann immer mehr abstürzt, nachdem sein Feindbild weggebrochen ist und er sonst wenig Halt hat) Kurt Soleder und dann natürlich die Oma Soleder :D


    Der Mittelpunkt der Serie bildet ja ab der Zeit nach dem 1. Weltkrieg die Beckerei Kreitmeier (die von der Geschichte her an der Wörthstraße in München steht), wo alles und jeder ein und aus geht und auch jeweils Obdach kriegt.


    Figuren die ich am meisten mag und die die Geschichte gut voran bringen:

    - Grandauer-Brüder

    - Oma Soleder

    - Grüner - als der, der über allem steht (aber zu sehr den "ich weiss alles besser"-Blick hat, den man ihn halt heute leicht zuschreiben kann als Autor der Serie), aber als Charakter unendlich souverän und sympathisch rüber kommt


    Figuren die mich nerven:

    - Max Kreitmeier, weil er durch und durch verbittert ist. Er hat eine große menschliche Seite, aber eine so große Ausgeprägtheit des verbittert seins sorgt dafür, dass ich großen Abstand nehme. Da ich genau den gegenteiligen Lebensansatz habe. Aber aufgrund seiner Biographie auch verständlich: Kriegsverwundet, kinderlos, Frau gestorben.

    Karl Grandauer ist ja auch recht verbittert, wobei das erst in den 50er Jahren richtig arg wird. Aber die Art die er an den Tag legt finde ich noch ganz nett ;-)

    - Kurt Soleder finde ich auch an vielen Stellen nervig, aber ich glaube ich bin ihn ähnlicher als ich es mir spontan zugestehen würde, denn ich bin in meinem Leben eigentlich auch immer ein wenig der Revoluzzer gewesen.


    Was ich enorm gut getroffen finde ist die Nachkriegszeit. Wie die großen Nöte und Sorgen vorrüber sind und die Leute beginnen, sich immer mehr selbst ihre Sorgen zu kreiren und immer mehr Probleme miteinander und mich selbst kriegen. In den Kriegsjahren gabs das so nicht, weil man ums Überleben kämpfte und mit großen Probleme konfrontiert war. Das ist glaube ich ein Grundcharakterzug der menschlichen Seele und wird gut aufgearbeitet, finde ich.


    Insgesamt finde ich aber, dass man, wenn man die Serie als Spiegel der Zeit nimmt, gerade in Bezug auf die NS-Zeit ein falsches Bild bekommen könnte. Nimmt man die Hauptfiguren der Serie würde ich sagen kommen wir auf ca. 20% Befürworter der damaligen Politik, 40% Gegner und 40% Neutrale, die den Fokus nur auf sich selbst haben.
    In gewissen Familienkonstellationen wird es das sicher öfter gegeben haben. Aber insgesamt betrachtet, wird das wohl ein anderer Prozentsatz gewesen sein. Wobei man die, die auf sich selbst schauen und vieles ausblenden, damals sicher in sehr großen Maße hatte. Ist ja heute nicht anders.

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    André Gide

  • Ich kenne die Hörspiele ja nicht (zumal das ja auch nicht so wirklich mein Thema ist), aber wo bestehen deiner Meinung nach die größten Unterschiede zwischen Hörspiel und Serie im Handlungsstrang und in Bezug auf die Protagonisten? Was ist da deiner/eurer Meinung nach von entscheidendem Gewicht?

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    Anderl Heckmair (1906-2005), deutscher Bergführer und Alpinist

  • Das Hörspiel umfasst mehr Episoden/Geschichten. Und endet früher als die TV-Serie (direkt nach Kriegsende).


    Sonst ist es auf einer Ebene, was niveau und Handlung angeht. Nur die Sprecher und Schauspieler unterscheiden sich.

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    André Gide

  • Schwer zu sagen - ist schon einige Jahre her, dass ich mir die Hörspielreihe angehört habe. Die letzten Tage habe ich mir nur die ersten 2 Folgen mal wieder angehört. Ggf. kann Talmine was dazu schreiben.


    Ich denke aber dass es schon gleich ist - durch die Episoden die in der TV-Serie nicht vorhanden sind, werden aber automatisch manche Figuren und Themen verstärkt ausgearbeitet. Aber vom Prinzip her ist es ähnlich wie die TV-Serie.

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    André Gide

  • Was ich enorm gut getroffen finde ist die Nachkriegszeit. Wie die großen Nöte und Sorgen vorrüber sind und die Leute beginnen, sich immer mehr selbst ihre Sorgen zu kreiren und immer mehr Probleme miteinander und mich selbst kriegen. In den Kriegsjahren gabs das so nicht, weil man ums Überleben kämpfte und mit großen Probleme konfrontiert war. Das ist glaube ich ein Grundcharakterzug der menschlichen Seele und wird gut aufgearbeitet, finde ich


    Hier muss ich ein bisschen widersprechen. Ich finde, hier ist zu schnell alles wieder gut oder zumindest besser als während des Krieges. Fakt ist aber, dass auch in den Nachkriegsjahren noch viele gestorben sind, weil die Lebensmittel immer noch extrem knapp waren, sehr viele keine Wohungen mehr hatten durch die Bomben und vor allem im Winter daher sehr viele Menschen erforen sind.


    Wenn du mit der Nachkriegszeit die 50er Jahre meinst, dann stimme ich dir zur. Da fing der wirtschaftliche Aufschwung unter anderem wegen des Marshall Planes wieder an und es ging den Leuten besser. Aber die Jahre 45 bis 49 waren durchaus noch ganz schön hart.


    Zum Vergleich Hörspiel zu Serie: Ich finde solche Vergleiche immer schwierig, weil ich z.B. auch ungern Bücher mit Filmen vergleiche, da das Bewegtbild für mich da immer ein bisschen negativ abschneidet. In einem Buch oder Hörspiel kann man eben doch sehr viel ausführlicher erzählen.


    Und das ist auch das Entscheidende hier: Die ganze Geschichte ich schlichtweg sehr viel ausführlicher, es werden nicht so viele Jahre komplett übersprungen und ich finde, dass auch im Hörspiel die Entwicklung der Kriminalistik noch ein bisschen besser dargestellt wird. Das kommt bei der Serie nicht so sehr raus. Ich könnte jetzt aber nicht sagen, dass bestimmte Figuren mehr Tiefe haben. Es ist eher allgemein einfach umfangreicher und dadurch detaillierter und tiefergehender.

  • Ja ich meine damit die 50er Jahre. Tut mir leid, wenn ich mich ungenau ausgedrückt habe.


    Denn 45-49 waren teilweise noch katastrophale Jahre für die Leute. Besonders 1945 und 1946, was da noch gestorben wurde. Bis Ende der 1940er Jahre hatten viele Leute noch genug Überlebensängste und mussten erst einmal klar kommen und sich selbst, die eigenen Schicksale, das Chaos um einen herum und die neuen Umstände verstehen, akzeptieren, sortieren. Und dann kommt noch hinzu, dass Vertreibungen und Kriegsgefangenschaften in den späten 1940er Jahren noch lange nicht zu Ende waren.


    Was Serie/Hörspiele angeht, formulierst Du es ja ählnich wie ich. Der Vergleich ist schwer - und ich muss sagen, ich erinnere mich kaum noch an Details der Hörspiele. Nur, dass ich sehr begesitert war.

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    André Gide

  • Details weiß ich auch keine mehr, aber das ist mir in Erinnerung geblieben, dass die Jahre insgesamt viel ausführlicher waren, nicht so viele übersprungen wurden. Und dass die Kriminalistik ausführlicher beschrieben wurde. Ich kann mich an einen Fall erinnern, in dem bei den Komissaren genau besprochen wurde, wie das jetzt so läuft mit diesen Fingerabdrücken. So ausführlich ist das in der Serie nicht.

  • Nachdem wir mit "Babylon Berlin" (Staffel 2) durch sind, haben wir heute wieder Löwengrube geschaut, diesmal die Folge "Polterabend".


    Interessante Schauspieler die dabei waren:


    Anton Feichtner
    Leopold Gmeinwieder

    Erich Hallhuber junior (durchgehende Rolle - erstmals dabei)
    Michael Lerchenberg (durchgehende Rolle - zum zweiten Mal dabei)
    Hansi Kraus (durchgehende Rolle - erstmals dabei)
    Josef Thalmaier


    Bei den Komparsen und Statisten konnte ich nicht immer ganz genau schauen, da sonst der Sehfluss beeinträchtigt gewesen wäre.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide