Glücklich geschieden (Sat.1, 1992)

  • Bei mir läuft gerade eine Folge der 13-teiligen (nach 6 Folgen abgesetzt) Reihe "Glücklich geschieden" mit Jörg Dräger als Moderator. Das Format ist einfach nur grausam:


    Quote

    1992. Partnershow mit Jörg Draeger.
    Ein "glücklich Geschiedener" trifft auf seinen Ex-Ehepartner, seinen neuen Partner und einen Kollegen oder Freund: die "drei Geschworenen". Die sagen nacheinander, was sie an ihm lieben oder hassen, und das Publikum muss raten, wer von ihnen der Ex-Partner ist - daraufhin kann der Freund oder Kollege schon gehen. Danach wird in alten Familienfotos geblättert, Intimes verraten, schmutzige Wäsche gewaschen, die Schuldfrage diskutiert. Es folgen mehrere Übereinstimmungsspiele. Am Schluss muss der "glücklich Geschiedene" sechs Situationen seinem alten oder neuen Partner zuordnen. Macht er mehr als einen Fehler, gibt es den Hauptpreis nicht: Reisen für je zwei Personen für den alten und den neuen Partner.
    Die Show schwankte zwischen dem Versuch, möglichst Heikles rauszukitzeln, und dem Bemühen, die brenzlige Situation nicht zu sehr eskalieren zu lassen - und scheiterte erwartungsgemäß. Nach sechs von 13 geplanten Folgen beendete Sat.1 den Versuch. RTL zeigte seine unter dem Arbeitstitel "Ehekrieg" produzierte Variante gar nicht erst. Die harmlosere Variante, bei der Konflikte einer grundsätzlich noch funktionierenden Ehe thematisiert wurden, lief im ZDF als Das ist Liebe. Die fünfte Ausgabe von Glücklich geschieden war etwas Besonderes, weil es um eine geschiedene Frau ging, die nun mit einer Frau zusammenlebte - entsprechend drehte sich alles um das Thema Hetero-/Homosexualität.
    Die halbstündige Sendung lief mittwochs gegen 22.30 Uhr.
    (aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier)


    Kennt das zufällig noch jemand von Euch?

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Von dem Format habe ich noch nie gehört und so wie es sich anhört, wohl auch nichts verpaßt. Aber daran sieht man, wie weit die Wurzeln von Trash-TV und Asi-TV zurückzureichen. Würde man so ein Format heute im Privatfernsehen senden, würde es vermutlich nicht nach der Hälfte schon abgesetzt, sondern es würden davon zehn Staffeln hintereinander laufen. Und heute würde man auch nicht versuchen, eine Eskalation zu vermeiden, sondern man würde im Gegenteil Eskalationen gezielt provozieren oder diese gleich "scripten".

  • Die Umsetzung der Sendung war eigentlich ganz human. In Quizform. Trotzdem ist die Grundidee ne Sache, die meiner Meinung nach nicht ins Fernsehen gehört.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide