Alte Briefe / Dokumente

  • sehr interessant. Die Leute hatten damals alle eine sehr schöne Handschrift.


    Ich lese auch "Triest, den 26. März 1876". Bin mir aber bei Triest nicht so sicher. 1876 würde historisch mit Rubinstein zusammenpassen. Den Namen kann ich leider auch nicht entziffern. Vielleicht ein Freund von ihm? Kannst Du mal den ganzen Brief einstellen?


    "Ein Deutscher, der sein Vaterland abstreift, wie einen alten Rock, ist für mich kein Deutscher mehr."
    (Otto von Bismarck, 1815-1898, Reichskanzler)


  • Triest lese ich dort auch, die Unterschrift kann ich aber auch nicht richtig entziffern. Für mich sieht es nach "Ferruccio" aus, scheint aber auf jeden Fall italienisch zu sein, Triest ist ja auch in Italien und liegt in dem Teil Norditaliens, der auch einmal zu Österreich gehört hat.

  • Hat jemand Lust mit bei einem Text zu helfen?



    Leider ist die Handschrift sehr schwer zu lesen. Ich kämpfe mich schon seit gestern durch den Text und bin nun in einer Sackgasse. Ggf. erkennt Ihr die Worte besser? Oben der Text, soweit ich bisher gekommen bin. [?] heißt, dass ein Wort fehlt, das ich nicht entziffern kann. (?) heißt, dass ich glaube das Wort erkennen zu haben, mir aber nicht sicher bin, ob das das Richtige ist. Wenn Ihr Euch von meinen Ideen nicht beeinflussen lassen wollt, versucht am beste den Text ohne meine bisherige ausarbeitung auszulesen.


    Die ?-Worte habe ich entsprechend mit Pfeilfen gekennzeichnet. Bei den Zeilen ab dem großen Strich tue ich mir besonders schwer.


    Text:
    (Text auf dem Foto beginnt mit den Worten "in dem Fall, wo es...")


    Quote

    Hoffentlich sind die Leute vernünftig an der Wahl, ich meine in dem Fall, wo es außenpolitisch so sehr wichtig ist wie wir jetzt dastehen sollten die Leute mal ihren persönlichen Frieden (?) etwas hintenan stellen und etwas mehr die große Linie verfolgen. Aber viele die bleiben zu sehr an den [?] hängen und vergessen die Juden (?) ich wenn man den sich auch zum teil so sehr aufblasen, da lacht man darüber und seht drüber weg, denn was sind sie denn gegen Hitler! Wie ist denn eigentlich die Stimmung in Stauben? Du mußt mir unbedingt das Wahlergebnis vom Dorf schreiben. Denke mal gestern an dieser trafen wir den...


    Hier ein Foto:



    Ich habe mittlerweile die Tatktik, dass wenn ich ein Wort nicht entziffern kann, ich versuche durch Vergleichen mit anderen Worten die ich erkenne, die Buchstaben des nicht zu entziffernden Wortes nach und nach heraus zu arbeiten. So meine ich das Wort, das mit dem Pfeil und der 1 gekennzeichnet ist soweit erkennen zu können, dass es mit den Buchstaben "Amt..." beginnt. Ich erkenne "Amtfeihoewn" oder so etwas, was aber wenig Sinn ergibt. Habt Ihr vielleicht mehr Glück?

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Eigentlich recht schön geschrieben. Ein paar Worte kann ich entziffern. Doch bin ich kein Kurrent-Experte. Meine Großmutter liest da meistens ganz problemlos runter. Wenn Du möchtest kann ich ihr den Brief am Wochenende zeigen. Bin schon gespannt was Sie dazu sagt... ;) Geht der Text unten noch weiter? Kannst Du noch ein Foto einstellen?


    "Ein Deutscher, der sein Vaterland abstreift, wie einen alten Rock, ist für mich kein Deutscher mehr."
    (Otto von Bismarck, 1815-1898, Reichskanzler)


  • Das wäre toll. Hier die komplette Seite:



    Am wichtigsten sind mir die drei markierten Worte, aber gerne auch das unten drunter. Die Hilfe wird natürlich gerne auf der Seite dann erwähnt, wenn der Text veröffentlicht wird :)


    Vielen Dank schon einmal und einen lieben Gruß an Deine Großmutter!


    Die Schrift finde ich auch schön, nur ab und zu schwer zu lesen. u.a. weil das "i" nicht so leicht als "i" zu erkennen ist und die Zeilen oben und unten jeweils in die nächsten greifen und optisch an manachen Stellen für ein Chaos sorgen.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Wieder sehr interessante Zeitdokumente, Sebastian. Eine harte und schwere Zeit damals...


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    Ich bin wieder fündig geworden. Habe wieder einen handgeschriebenen Brief von Heinz Rühmann ergattern können. Sogar das original Briefkuvert (von ihm selbst geschrieben) war dabei. In diesem Brief gibt er einem Zeitungsverlag seine neue Adresse bekannt. Auch Straße und Hausnummer. Das Kuvert ist sogar noch mit einer 60 Pfennig Briefmarke frankiert und wurde bei einer Poststelle beim "Starnberger See" gestempelt. Das Datum des Briefs (Dezember 1981) stimmt auch mit dem Aufgabedatum überein. Rühmann lebte ja bis zu seinem Tod 1994 am Starnberger See. Er schreibt, dass er gerade erst umgezogen ist und unbedingt seine Lieblingszeitung wieder zugeschickt haben möchte. Am Ende des Briefes hat er auch noch unterschrieben. Einfach ein wunderbares Dokument. Ich freue mich sehr. :)


    "Ein Deutscher, der sein Vaterland abstreift, wie einen alten Rock, ist für mich kein Deutscher mehr."
    (Otto von Bismarck, 1815-1898, Reichskanzler)


    Edited once, last by Quax ().

  • Glückwunsch! Das ist gerade als Rühmann-Freund ein tolles Sammlerstück! Wenn Du unterschiedliche Handschriften von ihm hast, kannst Du dann auch viel einfacher prüfen, ob andere Texte wirklich von ihm geschrieben sind oder nicht.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Ich freue mich wirklich sehr. Längere handgeschriebene Texte werden eigentlich nie gefälscht. Viel zu aufwenig. Bei Autogrammen die nur mit z.B. "Ihr Heinz Rühmann" signiert sind muss man aufpassen. Doch ich besitze einige Handschriften (original und Abdrucke in Büchern) von ihm und kann so sehr leicht feststellen ob sie echt sind...


    "Ein Deutscher, der sein Vaterland abstreift, wie einen alten Rock, ist für mich kein Deutscher mehr."
    (Otto von Bismarck, 1815-1898, Reichskanzler)


  • Hier gibt es wieder neue Texte und sogar ein Bild: http://www.geschriebene-geschi…riede-sieg-niederlage.htm (Briefe vom 17.09.1939 aus Nürnberg, 18.06.1942, 17.12.1942 und 18.06.1943 aus Hamburg).


    Quax
    Du bist bzgl. dem oberen Text wohl auch nicht weiter gekommen? Da muss ich wohl eine beschnittene Version veröffentlichen und hoffen, dass ich das irgendwann noch entziffern kann - bzw. im Laufe der Zeit auch die Besucher der Seite bitten, mir bei der Sache zu helfen.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Sebastian


    Ich habe meiner Großmutter einen Ausdruck des Briefs mitgegeben. Hoffentlich schafft sie es bis zum Wochenende den Text zu Übersetzen...


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  • Es ist wirlich immer wieder spannend. Ich habe nun einige Briefe gefunden, dort geht es um einen vermissten Soldaten. Erst hat er ganz normal viel geschrieben, am Ende, dass er in Russland mit seiner Kompanie im Wald zeltete ("Wie Indianer"), dann waren ca. 10 ungeöffnete (!) Briefe dabei, die an seine Eltern zurück kamen, da vermißt. Dann kam ein Brief aus einer Nachbarstadt von Eltern eines Kameraden des vermißten Soldaten. Diese Soldaten haben die Adressen der Eltern ausgetauscht um in solchen Fällen Informationen weiterzugeben. Diese Eltern sagten, dass ihr Sohn nicht mehr in der Kompanie sind, aber bei einem Einsatz nur noch 3 Kameraden aus dem Wald zurück kamen und der Gesuchte eben nicht. Später hat ein Bruder des vermissten Soldaten die Eltern geschrieben, dass er ihn ca. einen Monat später vor einem Bauernhof sitzend zusammen mit seiner Kompanie gesehen hat und kurz gesprochen hat - jedoch musste er schnell weiter, weil seine Kompanie nur am Vorbeimarschieren war. Es ist wie ein Krimi. Man kann sich kaum vorstellen, wie grausam das damals für die Angehörigen gewesen sein muss. Im Moment bin ich jetzt wieder bei einer anderen Familie (im Stapel sind viele Unterschiedliche Briefe drin). Aber später scheinen noch weitere Briefe dabei zu sein, die sich mit diesem "Fall"/Schicksal beschäftigen. Ich bin gespannt.


    Quax
    von deiner Großmutter hast Du nichts mehr gehört? Ansosnten veröffentliche ich den Text mit den Lücken bzw. lasse am Ende was weg - aber gerade das Ende ist nochmal sehr interessant. Bei diesem Text handelt es sich um einen meiner spannendsten Funde.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • @ Sebastian


    Leider hat sie auch nur einzelne Wörter lesen können. Sie meinte, dass der Schreiber sehr undeutlich und schlampig geschrieben hat. Auf jeden Fall hat sie irgendwas mit "Hitler" gelesen... Vielleicht kann ich mich aber noch vor Weihnachten mit ihr zusammensetzen um den Text zu entziffern...


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  • Ja, ich finde die Handschrift auch grausam zu lesen. Eine Seite konnte ich bereits entziffern aber bei den von mir markieren Stellen war dann Feierabend. Dann würde ich das bisher entzifferte ins Netz stellen und ggf. die Leser von www.geschriebene-geschichte.de darum bitten, zu helfen. Irgendwie muss man das ja noch raus kriegen können. Danke jedenfalls für Deine Hilfe, auch einen lieben Gruß an Deine Großmutter!

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    André Gide

  • Das Zitat findet man ab sofort hier:


    http://www.geschriebene-geschi…933-1938-adolf-hitler.htm


    Es handelt sich dabei um den Brief vom 26. März 1936 aus Mannheim.


    Das zweite Zitat ist auch neu eingebaut worden. Ebenso dieser zeitgeschichtlich bemerkenswerte Text: http://www.geschriebene-geschi…5/1933-1938-zeitgeist.htm

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    André Gide

  • Sehr gute Idee, Sebastian. Das Thema ist sicherlich für viele Menschen interessant. Ich finde diese alten Zeitdokumente besonders faszinierend und herrlich. Bin bis dato zwar noch kein Twitter-User. Aber vielleicht bald... ;)


    "Ein Deutscher, der sein Vaterland abstreift, wie einen alten Rock, ist für mich kein Deutscher mehr."
    (Otto von Bismarck, 1815-1898, Reichskanzler)