Alte Briefe / Dokumente

  • Nettes Dokument :) Ich denke auch, dass der Italienisch-Türkische Krieg, den Italien dem Osmanischen Reich am 29. September 1911 erklärt hat, gemeint ist. Die Italiener wollten, dass die Türken zwei Provinzen an sie abtreten, was diese aber auf keinen Fall machen wollten..


    "Ein Deutscher, der sein Vaterland abstreift, wie einen alten Rock, ist für mich kein Deutscher mehr."
    (Otto von Bismarck, 1815-1898, Reichskanzler)


  • Dann war der Knabe einerseits sehr auf dem neusten Stand - andererseits kann man das Dokument dann besser einordnen, nämlich in die Zeit von Oktober bis Dezember 1911. Jedoch muss man auch sagen, dass sowas für die damalige Jugend... sagen wir mal... wie ein sportliches Ereignis war, weil Krieg in der Regel noch nicht so angesehen wurde wie heute. Von daher kann man das objektiv betrachtet nachvollziehen, dass der Junge da sehr scharf drauf war. In Deutschland herrsche schließlich seit 1871 Frieden, nur noch die Alten konnten darüber etwas berichten und wenn, dann waren das glorifizierende Berichte (da gewonnen, Reichsgründung als Folge usw). Ab dem 1. Weltkrieg änderte sich dann langsam das allgemeine Verhältnis zum Kriege.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Von daher kann man das objektiv betrachtet nachvollziehen, dass der Junge da sehr scharf drauf war.


    Da gab's ja auch noch nicht die Massenverblödungsindustrie von heute... ;)


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    "Ein Deutscher, der sein Vaterland abstreift, wie einen alten Rock, ist für mich kein Deutscher mehr."
    (Otto von Bismarck, 1815-1898, Reichskanzler)


  • In Deutschland herrsche schließlich seit 1871 Frieden, nur noch die Alten konnten darüber etwas berichten und wenn, dann waren das glorifizierende Berichte (da gewonnen, Reichsgründung als Folge usw). Ab dem 1. Weltkrieg änderte sich dann langsam das allgemeine Verhältnis zum Kriege.


    Für Deutschland selbst trifft das natürlich zu. Allerdings war Deutschland auch während dieser Zeit in seinen Kolonien militärisch aktiv, was natürlich auch in Deutschland selbst ein großes Thema war. Der Streit um den "Hottentottenkrieg" in Namibia führte sogar zur Auflösung des Parlaments, wenn ich da richtig informiert bin.

  • Glückwunsch zum 8000. Beitrag!


    Ich denke aber dass diese Ereignisse für die breite Masse trotzdem "weit weg" waren und von daher nicht mit einem "richtigen" krieg wie der gegen Frankreich zu vergleichen war. Mal ganz davon abgesehen, dass die Verluste in Afrika nicht sonderlich groß bzw. grausam waren, man das Ganze also nicht gerade in den falschen bzw. richtigen Hals bekommen hat.

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    André Gide

  • In Deutschland herrsche schließlich seit 1871 Frieden, nur noch die Alten konnten darüber etwas berichten und wenn, dann waren das glorifizierende Berichte (da gewonnen, Reichsgründung als Folge usw).


    Wie gelassen und sogar positiv man den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 gesehen hat, verdeutlicht am besten dieser Artikel aus der Darmstädter Zeitung aus dem Jahr 1871:


    „Die deutsche Armee befand sich in einem Lande, dessen Klima zu den allerschönsten in Europa gehört. Wenig empfindlich war die Kälte, sehr erträglich die Hitze. Erkältungen wurden vermieden, weil die Nächte nicht allzu rauh waren. Der Deutsche ist sowieso abgehärteter als der Franzose; kommt er vollends in ein Land mit gleichmäßig mildem Wetter, so wird er nicht bloß gegen Krankheiten geschützter sein als vordem, sondern er wird sich wesentlich erholen. Alle, welche den Feldzug glücklich überstanden haben, sind körperlich frischer und wohler als je zuvor. Es kam hinzu, daß an die Stelle des Genusses von Bier und Branntwein der Genuß des Rothweins trat, der allen Soldaten ohne Unterschied des Ranges zugänglich gewesen ist. Wenn man will, so war für Hunderttausende der Krieg eine Erholungs=Excursion in ein schönes gesegnetes Land mit herrlicher Luft und reizend wohlthuendem Klima. Nichts natürlicher, als daß dies alles auf den Gesundheitszustand der Armee den besten Einfluß ausüben musste.“

  • Wirklich faszinierend, solche zeitgenössischen Texte. Ich glaube es gibt heute kaum ein besseres Zeugnis der Zeit, wenn man die Gefühlswelt und die Intentionen der Menschen von damals nachvollziehen möchte.


    Hier ein sehr interessanter Text eines deutschen Funkers, der im Jahr 1942 seinen Eltern beschreibt, wie er in Russland untergebracht ist: http://geschriebene-geschichte…45/1939-1945-russland.htm

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Nun habe ich auch den im Brief erwähnten Ort Olenino gefunden, er liegt noch einmal ein Stück westlich von Rzhev. Leider kann Google Maps keine Route für diese Region darstellen. Die im Brief erwähnten Orte sind mit A, B und C gekennzeichnet:


    http://maps.google.de/maps?sad…3B&vpsrc=6&mra=ls&t=m&z=8


    Er ist also erst über Sychevka Richtung Norden nach Rzhev gefahren und dort umgestiegen in den Zug nach Olenino. Man kann heute in Google Maps sogar die Eisenbahnkreuzung nahe Melikhovo und Rzhev-Baltiyksiy erkennen:


    http://maps.google.de/maps?sad…B&vpsrc=6&mra=ls&t=m&z=14


    Und diese Bahnlinie führt nach Olenino.


    Nur wo Zhelepova liegt, bleibt ein Rätsel. Entweder wurde der Ort umbenannt, was in Rußland häufig vorkam, oder es ist nur ein sehr kleines Dorf oder nur eine Flurbezeichnung, die in Google Maps und ähnlichem nicht verzeichnet ist. Ich vermute aber mal, daß es in der Nähe von Sychevka gewesen sein muß.

  • Respekt! Tolle Recherchearbeit. So kann man sich ein tolles Bild machen. Aber wie kommst Du von den deutschen Bezeichnungen auf die russischen? Einfach nach Gefühl abgeleitet?

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    André Gide

  • Ich habe mal eine zeitlang ein bißchen Russisch gelernt und daher kenne ich auch die verschiedenen Transkriptionen. Russische Namen und Wörter werden auch je nach Sprache teilweise sehr unterschiedlich geschrieben, wenn sie in lateinische Buchstaben umgeschrieben werden. Die richtige Schreibweise ist ja eigentlich die kyrillische.

  • Ich habe Deine Markierungen mal auf der Seite über dem Text erwähnt. Ich hoffe die Namensnennung ist in Deinem Sinne, ansonsten gib einfach Bescheid in welcher Form ich das abändern soll.


    Wie findet Ihr eigentlich die Grafiken, die der Seite optisch in meinen Augen sehr aufwerten?

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    André Gide

  • Sehr gerne.


    Im Thema "Über was freut Ihr Euch gerade" habe ich ja schonmal ein handgeschriebenes Buch angesprochen, bei dem nicht klar war, aus welchem Jahr es stammt. Es scheint wohl definitiv aus dem 19. Jahrhundert zu sein, weil dieses Jahrhundert angesprochen wird (nicht rückblickend). Worte wie Ya statt Ja oder Theil statt Teil deuten ebenfalls darauf hin.


    Auf www.geschriebene-geschichte.de gibt es übrigens seit heute einen interessanten Text von einem Propaganda-Flugblatt.

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    André Gide

  • Habe vor kurzem ein interessantes altes Briefkuvert gefunden. Kann mir jemand beim Entziffern der Handschrift helfen?


    Das habe ich lesen können:


    "Atelier....?"


    "Müller"?


    " (1) Lelin...?"


    "Ufa-Atelier"



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