Sprachpflege

  • Der Fachausdruck für solche Leute ist Feminazis.


    Das ist mit Verlaub einer der dämlichsten und abwegigsten Begriffe, die in letzter Zeit aus dem angloamerikanischen Sprachraum in den unseren hinübergeschwappt sind.


    Wer so ein Vokabular gebraucht, weiß weder, was Nazismus noch was Feminismus bedeutet.
    Ich krieg das Kotzen, wenn ich sowas höre.

  • Ich kann es selbst noch immer nicht glauben. Man muss sich einfach mal vor Augen halten: Das ist die heutige Realität. Das ist kein Aprilscherz oder ein sonstiger Spaß, das ist eine Tatsache und einfach nur beängstigend. Wo soll das hinführen?!

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Herrin, lass Hirn regnen! Auf welche Gedanken MenschInnen so kommen, wenn sie zu viel Zeit haben...
    Wer sich allerdings künftig mit "Herr Professorin" anreden lassen sollte, dem könnte man ohnehin nicht helfen.

    Dieser Schwachsinn hat mich bis in den Schlaf verfolgt! Welchem kranken Geist entspringt sowas?

    Dem Ungeist einer gewissen Luise Pusch - steht im Artikel.
    Werden dann bald auch Berufsbezeichnungen im Nachnamen geändert, also Frau Schneiderin statt Frau Schneider?
    Dabei kann man es doch auch andersherum begreifen: die Frauen werden so sehr geschätzt, dass ihnen eine gesonderte Form zuteil wird. :)

    Um noch ein wenig Öl ins Feuer zu gießen:
    Neue geschlechtsneutrale StVO: Dummdeutsch im Straßenverkehr

    Ich sags doch immer wieder, wir leben in einem Irren-...äh neuerdings IrrInnen-Haus!

  • Quote

    Werden dann bald auch Berufsbezeichnungen im Nachnamen geändert, also Frau Schneiderin statt Frau Schneider?


    Na das haben wir doch schon längst. Das ist noch ein kleineres Übel womit man ggf. noch leben könnte. Wobei das total doppelt gemoppelt ist wie tote Leiche oder schwarzer Neger. Vor 30-40 Jahren hätte man einen weiblichen Bundeskanzler (nicht weibliche Bundeskanzlerin - wäre ebenfalls doppelt gemoppelt) ohne es in Frage zu stellen Frau Bundeskanzler genannt. Fertig. Nun heißt es Frau Bundeskanzlerin. Und Du glaubst gar nicht wie viel Druck ich bekomme wenn ich das in meinem Umfeld anspreche. Es ist beängstigend wie weit wir in dieser Hinsicht gekommen sind. Wenn ich Kolleginnen [oder weibliche Kollegen ;-)] bei diversen Projekten Post geschickt habe und ich Fräulein als Anrede geschrieben habe, da Sie 1. noch jung waren und 2. unverheiratet [ich finde dass das Wort Fräulein ein Kompliment ist, man macht sich schließlich gedanken über die Person und weist auf ihre Jugendlichkeit hin] bekam ich in 4 von 5 Fällen richtigen Ärger in Form von Beschwerden....
    Wieso kann man nicht "Kollegen" sagen oder "Professoren" sagen, wenn auch Frauen mit dabei sind? Das sind für mich absolut übergeordnete Begriffe. Im Einzelhandel spricht man ja auch von Kunden und nicht von "Kunden und Kundinnen" oder wenn es nach Leipzig gehen soll von "Kundinnen" (für beide Geschlechter).


    Das alles hat mich ja schon zum Kopfschütteln gebracht. Aber die Leipzig-Aktion schießt den Vogel ab! Ich hab echt keine Lust mehr...!

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Na das haben wir doch schon längst.

    Dass Nachnamen, wenn sie Berufen entlehnt sind, dem Geschlecht angepasst werden? Müllerin, Richterin, Hofmeisterin? :P ...zum Glück noch nicht, aber warten wir ab, das kommt bestimmt noch.


    Da die Gattin des Professors früher als "Frau Professor" galt, würde ich eine Professorin schon als "Frau Professorin" ansprechen.
    Vom "Fräulein" habe ich noch nie Gebrauch gemacht und verbinde damit eher einen bestimmten Tonfall bei Zurechtweisungen. :D

  • Oh da habe ich was falsch gelesen - ggf. ist der erhöhte blutdruck dran schuld.


    Quote

    Vom "Fräulein" habe ich noch nie Gebrauch gemacht und verbinde damit eher einen bestimmten Tonfall bei Zurechtweisungen. :D


    Genau so stufen viele das Fräulein heute leider ein, was ich sehr schade finde. Aber der Zug scheint wohl erst einmal abgefahren zu sein. Wieder ein Stück Sprachkultur dahin...


    Dass man früher die Gattin eines Professors so genannt hat und man deswegen heute diese Form nicht mehr so benutzt, ist das einzige Argument, was ich nachvollziehen kann. Trotzdem finde ich es unnötig. Seriöse und nicht von vorgesetzten Meinungen und Ändeurngswünschen belasteten Sprachforscher können dazu sicher mehr sagen. Ich lasse mich da auch gerne belehren, denn oftmals ist das auch eine subjektive Einschätzung.


    Das Sprachen sich verändern ist auch normal, aber so etwas sollte in Rahmen von natürlichen Entwicklungen geschehen und nicht durch künstliche Vorgaben (die es auch schon früher gab, nur seit der 68er Generation im großen und im oftmals nicht bis kaum nachvollziehbaren Maße).

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • "Frau Staatsanwältin" entspricht einfach meinem Sprachgefühl und ich glaube ich nicht, in der Hinsicht vom Zeitgeist beeinflusst zu sein. Da ich zu dieser Anrede glücklicherweise noch nicht greifen musste, ist das allerdings rein theoretisch.


    Das "Fräulein" gehört für mich in eine Zeit, in der die Ehe eine höhere Bedeutung hatte und noch eher gewisse Umgangsformen gegenüber dem anderen Geschlecht angesagt waren. Da diese weitgehend weggefallen sind und die wenigsten als Damen oder Kavaliere durchgehen dürften, erübrigt sich der Begriff für mich. Doch wenn ein Fräulein bei den Gurlz wider Erwarten auf fruchtbaren Boden fällt, spricht sicher nichts dagegen, höhö.

  • Wenn das so weitergeht, hab ich auch bald keine Lust mehr... ich pfeif solche Vorschriften. Gerade um zu provozieren würde ich die weibliche Form weglassen und alles männlich sagen. Da wird man ja echt zum Misogynen. Sprache sollte sich natürlich entwickeln und nicht verunstaltet werden durch solche haarsträubenden Einfälle. Wird mal Zeit, dass wir alle auf die Strasse gehen. Kommt eh bald, sobald die sich noch mehr einfallen lassen und nicht nur der Luxus beschnitten wird. Wir sind das Volk! ;)

    - Oh Jegerl, gut dass mich dran erinnerst! - An wos? - Nojo, na was kommt nach dem 31. März? - Der 1. April! - Richtig! Er weiss wieder besser! Jetzt derfst weiterschnupfern!

  • Den Anti-Sprachpflege-Preis sollte sowieso ProSieben bekommen. Gerade die Mottotage sind sprachlich grausam:


    - Red-Nose-Day
    - Tolerance-Day
    - Green Seven Week


    Aber auch die Entwicklung der offiziellen Senderparolen sind interessant:



    1991 - Da können Sie was erleben!
    1996 - Alles Gute aus Holywood!
    1997 - Gute Unterhaltung.
    2000 - Heute kommt ProSieben.
    2002 - Entertainment XXL
    2003 - We love to entertain you.


    Nicht besser ist Sat.1


    1993 - Die beste Zeit des Tages
    1994 - Ihr privates Programm.
    1995 - Volel Stunde. Volles Programm.
    1996 - ich drück' Dich!
    2000 - Sat.1 - Ja.
    2001 - Powered by emotion
    2004 - Sat.1 zeigt's allen!

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Die aktuellen bei Sat 1 sind deutsch und Pro7 englisch, interessant ;) Oder ist die Liste nicht vollständig und es heisst mittlerweile, z.B. Pro7 yeah we are the german television program! und sat1 "oh yeah we love english and so on!" ;)

    - Oh Jegerl, gut dass mich dran erinnerst! - An wos? - Nojo, na was kommt nach dem 31. März? - Der 1. April! - Richtig! Er weiss wieder besser! Jetzt derfst weiterschnupfern!

  • Den Red Nose Day möchte ich verteidigen, denn da wurde eben der Name des Vorbilds beibehalten, und in solchen Fällen finde ich das dann auch legitim, man muss dann nicht zwangsläufig alles eindeutschen, finde ich, zumal bei einem "Rote Nasen-Tag" Verwechslunsgefahr mit Rote Nasen e.V. bestünde - ist zwar ein unterstützenswerter Verein, aber das Geld geht ja an andere Organisationen.

    Wir wissen wohl, was wir sind, aber nicht, was wir werden können. (William Shakespeare)