Autogrammkarten

  • Ich hab nicht mal ne Ahnung, von welchen Personen ihr überhaupt redet. Die kenn ich namentlich alle gar nicht. ;-) Muss vor meiner Zeit gewesen sein (Also vor 70er) oder so.

    - Oh Jegerl, gut dass mich dran erinnerst! - An wos? - Nojo, na was kommt nach dem 31. März? - Der 1. April! - Richtig! Er weiss wieder besser! Jetzt derfst weiterschnupfern!

  • Definitv ;) !


    Gerhard Ritterband (gest. 1959), Greta Schröder (gest. 1967), Lee Parry (gest. 1977) und Conrad Veidt (gest. 1943) tauchen alle schon im Stummfilm auf. Und der Hollywood-Regisseur Ernst Lubitsch (gest. 1947) hat seine Karriere auch als Schauspieler und Regisseur in den 10er Jahren in Deutschland begonnen.


    Und nachdem Hans Albers und Leni Riefenstahl, die zwar erst im Tonfilm so richtig bekannt geworden sind, auch im deutschen Stummfilm angefangen habe, habe ich mir ihre Autogramme auch besorgt als sie mir angeboten wurden. Für mich war nämlich immer das wichtigste Kriterium ob die Person auf den Karten auch schon in einem deutschen Stummfilm aufgetaucht ist. Da gibt es neben den Autogrammen, die ich mir persönlich geholt habe, nur ganz wenige Ausnahmen.

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


  • Na aber eine Leni Riefenstah und Hans Albers wirst Du schon kennen, Shairaptor? Eigentlich ist Lubitsch auch allgemein beknant.


    Um das Autogramm-Thema nochmal zu erweitern: Vor ca. 1-2 Jahren ist eine Filmrolle bei ebay ab 1 EUR angeboten worden, da hat eine Privatperson einen Skiurlaub in den 30er Jahren auf Film festgehalten. In einer Bar in der er Saß, saß an der Theke auch Brigitte Helm - er war so dreist und hat sie einfach eine Weile gefilmt. Die Filmrolle ging fast für 1000 EUR weg - an jemanden von dem ich wusste, dass er da sicher Intereesse hat, ich habe ihn auf die Auktion hingewiesen. Mich interessiert sowas ja auch sehr, aber ich muss mich einigermaßen (Papiere, Handschriften, Dokumente - im grunde auch ein weites feld :-D ) spezialisieren, sonst ist das Konto schnell leer.

    "Es ist besser, ein einziges kleines Licht anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen."


    Konfizius

  • @ Vogel Specht: Zum Marktwert der Autogramme kann man wohl sagen, dass sobald die Leute in Hollywood vor der Kamera gestanden sind, die Preise die Tendenz haben, gewaltig in die Höhe zu gehen. Das wollen die Händler sich dann bezahlen lassen. Und von solchen Schauspielern habe ich Autogramme von Vilma Banky, Oskar Homolka, Conrad Veidt, Anna May-Wong und Walter Slezak. Bei Wilhelm Dieterle habe ich das Gefühl, dass es da gemäßigter zugeht. Wahrscheinlich wissen viele nicht, dass er der Regisseur der beiden Klassiker A Midsummer Night's Dream (1935) und The Hunchback of Notre Dame (1939) war. Das ist bei Ernst Lubitsch natürlich wieder ganz anders. Ich schätze, bei ihm ist es eher so, dass viele nicht wissen, dass er aus Deutschland kam.


    Und zu den hoch gehandelten Autogrammen kann man wohl noch Brigitte Helm, Hans Albers und Leni Riefenstahl nehmen. Brigitte Helm wegen ihrer Rolle in Metropolis, Hans Albers war ein deutscher Star von internationalem Format, und so ähnlich dürfte es mit Leni Riefenstahl wegen ihrer umstrittenen Rolle im Dritten Reich auch sein.


    Allerdings ist dann natürlich immer noch die Frage, was die Leute wirklich dafür zahlen. Von Walter Slezak werden momentan auf ebay drei signierte Autogrammkarten für einmal 110€ und zweimal 145€ angeboten. Aber wenn man memorabilix.de glauben darf, dann wurde bis jetzt nie mehr als 19.90€ für ein Autogramm bezahlt.


    Übrigens habe ich gestern gesehen, dass Ruth Weyher auf ihrem Autogramm genau die gleichen Hieroglyphen wie Paul Morgan gemacht hat - einschließlich des Strichs drüber. Allerdings ist es bei ihr noch ein wenig kryptischer, denn bei ihr folgen noch Schrägstrich mit Dreieck und Doppelpunkt :D
    Aber das schränkt auch die Möglichkeiten für eine Datierung gewaltig ein, denn ihre Karte kann nicht vor 1928 erschienen sein, und sie hat 1930 ihre Filmkarriere beendet. Es spricht also tatsächlich sehr viel für das Jahr 1929, auch bei Paul Morgan.

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  • Da es bei Autogrammsammlern Zahlungskräftige Leute gibt kann ich mir schon vorstellen, dass die Sachen schon zu höheren Preisen weggegangen sind. Geradew enn sie selten angeboten werden. Und wenn sie nicht gekauft werden gehen die Händler automatisch irgendwann mit dem Preis runter, da sie ja auf Umsätze angewiese sind.


    Das finde ich ja witzig, dass Wyher die (wahrscheinlich) Jahreszahl auch so geschrieben hat. Merkwürdig. Standen die sich näher? Oder war das irgendeine Norm, dass man -w enn man das "19" nicht davor schreibt z.B. dann noch einen Strich über die Zahl macht? So wie man "immer" mit "imer" und Strich über dem M damals geschrieben hat z.b....?

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    Konfizius

  • Vielleicht war da irgendwas üblich. Bei Ruth Weyher könnte ich mir vorstellen, dass sie nur schnell ein Datum draufgeschrieben hat. Aber Paul Morgan hat sich wie gesagt mit Sicherheit mehr Zeit gelassen.


    Gestern habe ich ein sehr altes Autogramm von Hermann Thimig gekauft. Er hat gut lesbar (! :D ) 1918 draufgeschrieben. Das ist zusammen mit einem Hedda Vernon-Autogramm mit einem Poststempel von 1918 das älteste Autogramm, das ich mit Jahresangabe habe. Eigentlich war ich da preislich ein paar Euro höher über dem Limit das ich mir eigentlich gesetzt hatte, aber das Autogramm ist etwa zu der Zeit entstanden als er bei Ernst Lubitschs Die Puppe mitgespielt hat. Und Die Puppe gehört zu meinen Lieblingsfilmen.


    Übrigens bin ich mir ganz sicher, dass das Autogramm von gestern nicht das älteste ist, das ich überhaupt habe. Ich habe mal ein Bild von dem Autogramm mitgeschickt, bei dem ich mir vorstellen könnte, dass es die 100 Jahre hinter sich hat. Viel bekommen würde man dafür nicht, aber da hat mich von Anfang an allein schon das Alter extrem beeindruckt.
    Laut Wikipedia zählt Viggo Larsen (1880-1957) zu den Stummfilmpionieren der ersten Stunde. Er war aus Dänemark und kam 1910 nach Deutschland.

  • Bzgl. des Bildes ist schwer zu sagen von wann es ist. ich kann mir aber auch 1914 bis 1924 vorstellen als Zeitrahmen. Ggf. findet man das Autogrammotiv (das ja immer nur eine gewisse Zeit in der Regel verwendet wird) noch mal - wo es dann ein Datum drauf zu finden gibt.


    Ich habs nicht recherchiert, aber meinen Beobachtungen nach sind Autogrammkarten durch die Opern-Szene im 19. Jahrhundert entstanden. Früher gabs so CDV Fotos, die wurden dann auch mit Rollen-Bildern der Schauspieler in größeren Stückzahlen veröffentlicht und dann ging es los, dass sie Autogramme drauf geschrieben haben.


    Hier zwei Autogramme die ich auch zum Verkauf anbiete aus der Zeit, als es schon richtige Karten waren:


    1911 Alexander Giardi: http://www.ebay.de/itm/Alexand…-Brief-Wien-/151872129185


    1900 Max Bayrhammer (Vater von Gustl Bayrhammer) http://www.ebay.de/itm/Max-Bay…et-Schiller-/111825657482


    Und hier ein Rollenbild von Richard Schubert (aber schon von 1920): http://www.ebay.de/itm/Origina…aenger-Oper-/151897244395

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    Konfizius

  • Viggo Larsen hatte seine große Zeit vor und während der 10er Jahre. Er war zum Beispiel Boss Huller in Der Eid des Stephan Huller (1912), der ersten Fassung des Films Varieté. Ich vermute, dass zumindest das Foto aus der Kaiserzeit ist. Wie lang es gedruckt wurde, und von wann das Autogramm letzten Endes wirklich ist, kann man natürlich nicht sicher sagen. Ich habe das Motiv allerdings nur noch einmal im Netz gefunden. Dort wird behauptet, dass es aus den 20er Jahren ist, aber das glaube ich schon deshalb nicht, weil es vom Verlag Hermann Leiser ist, und soviel ich weiß, wurden diese Karten durch die Ross-Postkarten verdrängt.


    Von Rudolph Schildkraut habe ich übrigens ein (leider recht ramponiertes) Autogramm mit langem Kommentar, wo er sich bei jemandem für die Unterbringung bei einem Gastspiel bedankt. Praktisch den gleichen Kommentar (natürlich an einen anderen Empfänger) und das gleiche Postkartenmotiv habe ich zufällig im Internet gefunden - mit der Jahreszahl 1917. :)

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  • :thumbsup: Die ersten Autogramme sind da! Paul Heidemann, Ernst Hofmann und Hermann Thimig (von 1918!) + ein Autogramm von Joachim Brennecke gratis! :thumbsup:

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  • Für den Fall, dass jemand Ross-Karten hat, habe ich einen tollen Link gefunden. Wenn man auf "Stummfilm Stars-Szenen Ross und Rotophot Verlag" klickt und dann auf "Ross Rotophot und Vier Sterne Verlag", kann man nachschauen, von wann Karten sind. Jetzt weiß ich, dass meine Autogramme von Otto Gebühr und Paul Kemp deutlich älter sein könnten als ich gedacht hatte - die Karten sind es zumindest.


    http://www.postkarten-archiv.d…d-film-sterne-verlag.html

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  • Die von Dir verlinkte Seite ist wirklich sehenswert, da gibts viel Schönes im Ansichtskarten-Bereich zu sehen.


    Da es ab 1 EUR ist und das Motiv und die Autogrammkombi toll ist, habe ich acuh mal wo mitgeboten (ich verlinke es hier offen, weil ich nicht traurig bin, wenn ich es nicht kriege, da ich es wahrscheinlich zum Weiterverkaufen einstellen würde): http://www.ebay.de/itm/Orig-Au…r-Postkarte-/321938180827


    Das Autogramm von Hevey ist mit Bleistift geschrieben oder? Silberne Filzstifte usw. würden sonst eher für ein sehr spätes Autogramm sprechen.

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    Konfizius

  • Ich bin mir ganz sicher, dass das kein Filzstift ist. Nachdem die Oberfläche nicht ganz glatt ist, hat der Schriftzug ja einige kleine Lücken. Ein Filzstift hätte alles abgedeckt. Ein getrockneter Filzstift glänzt ja auch nicht mehr im Licht, wie es das Autogramm von Lilian Harvey tut.

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  • Der Wert ist mit Sicherheit um einiges höher. Immerhin sind da Autogramme von beiden drauf. Ich habe sie grad mit meinen Autogrammen verglichen. Ich bin sicher, dass die Unterschriften echt sind.
    Für Willy Fritsch bekommt man wohl nicht so wahnsinnig viel. So um die 10€ oder ein wenig mehr. Aber wenn ich mich richtig erinnere, schwanken die Preise bei Lilian Harvey ziemlich.


    Und vielleicht findest du einen wie mich ;) Ich habe mir grad ein Autogramm von Dorrit Weixler für 18€ bestellt. Das sind 4 oder 5€ über dem bisherigen Maximalpreis, aber bei solchen Preisen fang ich nicht das Handeln an. Und ich wollte Dorrit Weixler schon vor 20 Jahren haben. Außerdem muss das Autogramm jetzt schon oder sehr bald 100 Jahre alt sein, weil sie 1916 Selbstmord begangen hat.


    Übrigens hab ich bei Autogrammen nicht das Gefühl, dass die Preise so extrem hoch angesetzt sind. Klar gibt es absolut utopische Angebote, und bei Auktionen kommt man schon deutlich billiger weg. Aber da sind auch einige Anbieter, die sehr professionell zu sein scheinen. Bei denen schwanken die Preise zwar auch deutlich, aber man kann sie ja vergleichen. Und meiner Meinung nach sind da viele in einem absolut vernünftigen Rahmen.

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  • Ja da gibts viele große Anbieter die einigemaßen realistische Preise ansetzen weil sie auch ihre Umsätze generieren wollen - und weil es doch Konkurrenz gibt, zu vielen UFA-Schauspielern gibt es viele Angebote gleichzeiitg und da bringt es nichts, zu hohe Preise anzugeben.

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    Konfizius

  • Huch ich hatte hie rnoch garnicht geantwortet, dabei hatte ich mir schon Gedanken wegen den Autogrammen gemacht. Der Unterschied ist schon enorm, ich finde aber, dass der "Schwung" vom F sehr ähnlich ist. Ich kann mir auch gut vorstellen dass damals sich das Schriftbild auch der eigenen Handschrift schnell verändert hat, denn in den 20er und 30er Jahren waren viele Schriftarten in Gebrauch - wenn man allein mal die Buch-Titelbilder der damaligeN Zeit betrachtet, sehr schön und abwechslungsreich nur von den Schriftarten her. Sütterlin, Kurrent und lateinische Handschriften haben sich ebenso abgewechselt und anfang der 40er Jahren wurde ja sogar verordnet nur lateinisch zu lehren und zu schreiben. Ich kann mir deshalb schon gut vorstellen, dass sich auch so eine Unterschrift verändert hat. Wobei das schon eher eine Ausnahme zu sein scheint.
    Wobei man natürlich auch in dem Fall von Fälschuingen ausgehen kann - was denkst du dazu conrad?


    Gestern habe ich eine schöne Autogrammkarte von Ludwig Erhardt für 65 EUR verkaufen können (hatte 99,90 EUR als Preis mit Preisvorschlag drin), Wilhelmine Lübke hat 25 EUR gebracht. Da ich im Moment noch Umsätze brauche für das restliche Jahr habe ich das gleich angenommen, sonst hätte ich wahrscheinlich versucht den Preis noch weiter nach oben zu bringen.

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