Autogrammkarten

  • Sowas kann ich nicht machen, ich bin da nicht so bewandert drin. Außerdem freut es mich, wenn direkt im Forum geschrieben wird - gerne auch mal gechattet :)

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • @ Vogel Specht: Ja, so sehe ich das auch: charakteristische Buchstaben, Neuansätze im Namen. Manche schreiben auch alles in eins durch. Ich habe dazu gelesen, dass die Größe der Schrift sich in der Regel nicht verändert.
    Ich weiß nicht wie es dir mit den Handschriften ergeht, aber ich vermute ähnlich wie mir. Eine Handschrift ist etwas höchst Individuelles. Sie ist mit einer bestimmten Motivation geschrieben und könnte sonst nicht so sein wie sie ist. Wenn sich der Schreiber über etwas ärgert oder besonders fröhlich ist, dann wirkt sich das sofort auf die Handschrift aus, auch wie wichtig es ihm ist eine Botschaft rüberzubringen, welche auch immer. Da kann zum Beispiel ein "Bitte lies genau! Das ist mir jetzt sehr wichtig!" mitschwingen. Das bleibt in der Handschrift erhalten - egal wie alt sie ist.


    Das kann übrigens auch zwiespältig sein. Ich habe eine Autogrammkarte von Paul Morgan, die er an ein Minkerl Schwarzer nach Wien geschickt hat. Es ist eine frühe Ross-Postkarte aus den 20er Jahren. Er möchte den unbeschwerten Komiker unterstreichen und schreibt über sein Autogramm noch "Einen schönen Gruß an mein Wien und seine Mägdelein!" Auch an der Schrift merkt man sehr positiv (im Vergleich zu den Autogrammen, die ich online gefunden habe), dass er sich Mühe gegeben hat und diese Postkarte nicht einfach zwischen Tür und Angel erledigt hat. Trotzdem ist es mir auch unangenehm all dieses Positive zu bemerken, denn ich habe einen unangenehmen Informationsvorsprung ihm gegenüber, nämlich dass er 1938 im KZ Buchenwald ermordet werden wird. Wie gesagt, Handschriften sind ein Blick in die Vergangenheit.


    Übrigens, kann jemand von euch lesen wie er die Karte datiert hat? Gestempelt wurde sie an einem 23., aber Monat und Jahr sind mit der Briefmarke zusammen abgegangen. Der Monat war ganz offensichtlich September. Aber schreibt er auch was über das Jahr?


    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


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  • Dem knn ich mich komplett anschließen. Hinzu kommt, wenn jemand sogar eine keline Zeichnung hinzu fügt. Um mal wieder auf Shairaptor/mein Themengebiet zu kommen: Ich habe vor wenigen Wochen bei ebay ein Autogramm von Ellis Kaut gekauft, ganz simpel auf Pappe geschrieben, daneben hat sie aber enien Pumuckl gemalt - und das ist das erste Mal dass überhaupt bekannt wurde, dass sie den Pumuckl mal gazeichnet hat, sie ist ja lediglich die Autorin (und keine Zeichnerin). Das ist dann auch ein besonderes Einzelstück und zeigt eben auch, dass sie in dem Moment, als sie das Autogramm gegeben hat, wohl etwas Zeit hatte, um die Zeichnung anzufertigen.


    Bzgl. Deines Bildes: "Sept" habe ich auch gleich lesen können, beim Jahr habe ich lange gegrübelt - bis mir aufgefallen ist, dass das ggf. gar nich tdas Jahr, sondern der Tag ist - ich würde hier eine "5" erkennen, also "5. September". Könnte das stimmen?
    Bearbeitet: Dann fiel mir jetzt doch auf, dass die 5 ganz schön unnormal geschrieben wurde, ich dachte dann an eine 4 und oben und unten zwei Striche wie bei rmischen zahlen - dann kam mir gerade der Gedanke, dass es wohl eine römisch Zahl sein könnte, also Römisch II ? Wobei man römisch früher eigentlich bei den Monatszahlen verwendet hat, also 1. IV. 1917 z.B.

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    André Gide

  • Das mit dem Tag könnte tatsächlich sein. Ich habe mal versucht rauszubekommen von wann die Karte ist. Es könnte die 2. Hälfte der 20er Jahre sein - auf jeden Fall nicht viel früher. Dann kann es ja gar nicht das Jahr sein.

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  • Mit viel Phantasie, wenn man den Strich oben weg denkt, könnte das links eine "2" sein und das rechts eine "9".


    Ich fände es ungewöhnlich wenn man auf eine Autogrammkarte den Tag drauf schreibt und nicht das Jahr. Aber wieso dann ein Strich drüber? Man müsste von der Schreibenden Person noch Vergelichsstücke suchen mit Datums-Angaben, ggf. wird man dann schlauer.

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    André Gide

  • Achja noch ein schönes Beispiel, das zeigt, welch historischen Wert solche Schriftzeugnisse haben können:


    Vor einiger Zeit wollte ich ein Poesiealbum verkaufen, das ich dann doch behalten habe, denn drin war ein Autogramm von Rudolf Bing, das er 1943 in Berlin gegeben hat, obwohl er seit den frühen 1930er Jahren nach England emigriert war. Also ein schon immigrierter Jude, der 1943, mitten im Krieg, nach Berlin kommt - er hat dort offensichtlich ein Konzert besucht, denn eine Seite später ist mit dem gleichen Datum ein Autogramm einer deutschen Sängerin/Schauspielerin (und Bing war ja auch im Musik/Opern-Bereich tätig9.

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    André Gide

  • Mit viel Phantasie, wenn man den Strich oben weg denkt, könnte das links eine "2" sein und das rechts eine "9".


    Ich fände es ungewöhnlich wenn man auf eine Autogrammkarte den Tag drauf schreibt und nicht das Jahr. Aber wieso dann ein Strich drüber? Man müsste von der Schreibenden Person noch Vergelichsstücke suchen mit Datums-Angaben, ggf. wird man dann schlauer.


    Ich habe eine ähnliche Autogrammkarte von ihm im Internet gefunden, auf die er tatsächlich Monat und Jahr geschrieben hat und das gut zu lesen (Leider finde ich sie im Moment grade nicht.) Übrigens hat er diese Karte hier wohl auch adressiert. Und dort sind auch zwei Striche, von denen eigentlich nur einer Sinn macht. Ich habe die Karte mit anderen verglichen. Wenn man von seinem Aussehen hier ausgeht, könnte sie etwa aus dem Jahr 1927 sein. Zumindest war er 1931 schon deutlich fülliger und sah ein paar Jahre älter aus.


    Ich habe mich auch noch ein wenig mit Sekretärsautogrammen beschäftigt. Das Problem kam aus Amerika, wo die großen Stars mit den Autogrammwünschen nicht mehr klargekommen sind. Allerdings waren es zuerst auch die Autogrammstempel. Da scheint es wohl massenweise welche von Mary Pickford und Rudolph Valentino zu geben. Aber die kann man leichter von echten Autogrammen unterscheiden. Bei Ross-Postkarten ist die Gefahr von Sekretärsautogrammen wohl eher gering, weil die recht teuer waren, und für viele Fans war das damals im Vergleich zu heute noch sehr viel mehr. Auf der Seite, wo ich das gefunden habe, wurde angenommen, dass das die Stars wohl auch wussten.


    In dem Zusammenhang ist mir auch eingefallen, dass mir Ende der 80er Jahre meine Großtante ihre Sammlung geschenkt hat. Sie war ein großer Fan von Willy Fritsch. Es sind zwanzig Ross-Karten von ihm und von Lilian Harvey und noch fünf kleine Bilder. Davon sind drei der Ross-Karten signiert. Sie hat mir damals erzählt, dass sie ihn für die Autogramme angeschrieben hatte, und da hatte sie die Karten mit Sicherheit beigelegt. Ich finde, es wäre schon eine unglaubliche Gemeinheit von Willy Fritsch gewesen, so etwas einen Sekretär machen zu lassen, selbst wenn er nicht gewusst haben sollte, dass sie noch ein Teenager war. Aber damals war das bei den Briefen bestimmt noch viel offensichtlicher als heute.

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  • Wenn man sich die Motive der Karten anschaut, merkt man übrigens auch sehr schön wie die Wirkung war, die Willy Fritsch damals auf seine Fans hatte.


    Mir wurde mal gesagt, auf einigen Karten würde man sehen, dass Willy Fritsch und Lilian Harvey einfach nicht mehr in die heutige Zeit passen. Das kann schon sein, aber es ist ja auch nicht die Aufgabe der damaligen Stars bzw. der Fotografen, die diese Fotos gemacht haben, über den Zeiten zu stehen. Wenn wir sie genießen möchten, müssen wir uns den Motiven öffnen. Für viele mag das nach 1933 problematisch sein, und grundsätzlich bin ich da auch kritisch, aber seine Fans haben Willy Fritsch ja angehimmelt, weil er als Mensch oder Star diese Wirkung auf sie hatte. Ich finde es in diesem Zusammenhang nicht fair, immer wieder darauf hinzuweisen, dass das auch die NS-Zeit war, denn ich bin überzeugt davon, dass diese Gefühle in den allermeisten, wenn nicht sogar in allen Fällen unabhängig davon waren.

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  • Specht: Oh wow, das ist ja großartig mit der Ellis Kaut Autogrammkarte plus Pumucklzeichnung! Könnte ich das mal irgendwie sehen (als Fotografie oder Scan)? Würde mich sehr interessieren! Wie Ellis Kaut selbst den Pumuckl zeichnet und interpretiert hat! :-)

    - Oh Jegerl, gut dass mich dran erinnerst! - An wos? - Nojo, na was kommt nach dem 31. März? - Der 1. April! - Richtig! Er weiss wieder besser! Jetzt derfst weiterschnupfern!

  • Shairaptor
    Gibts alles bei ebay zu sehen :) http://www.ebay.de/itm/111822749307


    Austernprinzessin
    Dass man das Sekretärsautogramme nennt, habe ich noch nie gehört. Aber leider gab es bzw. gibt es diese Vorgehensweisen. Was ich sehr schade finde. Wobei ich auch mitbekomme, dass viele Schauspieler auch einfach nicht verstehen, wie man Autogramme sammeln kann. Aber selbst dann sollte man Respekt vor den Sammlern haben und origianle hergeben oder gar keine.


    Ich drücke die daumen dass du aus der Datumsangabe noch schlau wirst. Meine Gedanken habe ich alle geschrieben. Wenn er öfter mal einen unnötigen Strich gemacht hat könnte das mit "29" ggf. stimmen? Denn die gleichen Motive werden ja gerne mal einige Jahre lang benutzt.


    Willy Fritsch hat auch heute noch eine tolle Ausstrahlung, wenn man mal die Filme aus seiner Zeit anschaut. Sein Vater stammte übrigens aus dem selben Dorf im Altvatergebirge / Sudetenland in dem auch mein Großvater geboren ist.
    Ja natürlich kann bzw. muss man sowas unabhängig von der NS-Zeit betrachten. Man kann ja auch heute eine Musikgruppe oder Schauspieler anhimmeln ohne die ganze Zeit an die EU denken zu müssen. Im Gegenteil, Kunst und Künstler lenken vom Alltag und dadurch auch von politischen Umständen ab, lassen so etwas vergessen.

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    André Gide

  • @ Specht: Vielen Dank. Ja, ich glaube auch, dass 1929 gut sein kann. Viel früher kann er das Autogramm ja auch gar nicht gegeben haben. Und es kann durchaus sein, dass die Karte aus dem Jahr 1928 stammt. Ich habe das ja nur aus seinem Aussehen erschlossen. Übrigens habe ich eben erst richtig verstanden, warum du eine 2 bei dem Jahr für möglich hältst. Den Bogen auf dem t hatte ich komplett ignoriert. Und bei der zweiten Zahl macht ja tatsächlich nur eine 9 Sinn.

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  • Wobei ich mir bei dem ";" unsicher bin, könnte auch ein einfacher "," sein, aber das ist ja recht egal.


    Was ist denn das wertvollste Stück in Deiner Sammlung vom Marktwert her gesehen? Ich glaube das hatten wir noch nicht angesprochen. Und was sind Deine Quellen? Ich mache sehr viel über ebay.

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    André Gide

  • In München gab es Ende der 80er Jahre in einem Hertie immer eine Art Filmbörse, wo man Antiquarisches kaufen konnte. Hin und wieder wurden auch Filmschaffende aus der UFA-Zeit eingeladen. Maria Paudler und Carola Höhn waren z.B. auch einmal da. Da habe ich die Autogramme das erste Mal gesehen. Ich konnte den Wert überhaupt nicht einschätzen und war überrascht, dass sie nur zwischen 10 und 25 DM gekostet haben. Damals habe ich das Sammeln angefangen. Es lief alles immer über die gleiche Händlerin. Aber die wurde plötzlich immer launischer und unverschämter. Im Nachhinin wirkt es auf mich so als wäre sie aus irgendeinem Grund verbittert gewesen, aber irgendwann hat sie ihre Preise einfach verdoppelt. Das wird wohl einer der Gründe gewesen sein, dass ich in den 90er Jahren das Interesse am Sammeln langsam verloren habe.


    Der größte Marktwert ist gar nicht so einfach zu schätzen, weil sich die Preise für Autogramme von der gleichen Person extrem unterscheiden können. Ich habe da in den letzten Wochen viel recherchiert. Aber ich schätze, dass das Autogramm von Ernst Lubitsch, das ich habe, einiges wert ist. Es ist allerdings nicht auf einem Foto. Ziemlich überrascht hat mich auch, wie viel man für ein Autogramm von Anna May-Wong zahlen muss. Von der habe ich eher zufällig eins. Das lag irgendwann auf dem Tisch der Händlerin als ihre Preise schon sehr hoch waren. Offenbar war es mit 18 DM so billig, weil die Karte ramponiert war. Aber über das Internet habe ich es jetzt kontrollieren können. Die Unterschriften (zwei, die ich lesen kann und zwei, die offenbar auf Chinesisch sind) sind ganz bestimmt echt.


    Von den Schauspielern, die vor allem in Deutschland Karriere gemacht haben, müsste man wohl für das von Hans Albers aus dem Jahr 1931 jetzt einiges zahlen, vielleicht auch das von Leni Riefenstahl aus den 30ern.


    Aber wie gesagt, die Autogramme, die mir persönlich am wertvollsten sind, das sind andere. Ich weiß noch genau, dass ich damals sofort nach Ossi Oswalda und Conrad Veidt gesucht habe, und das waren die ersten zwei Autogramme, die ich überhaupt hatte. Conrad Veidts Autogramm hat sogar meine eigene Unterschrift beeinflusst. Tja, so sind Fans halt :D




    Allerdings schätze ich, dass das auch große Fans von Anna May-Wong nicht zahlen werden ;) : http://www.historyforsale.com/…=252498&start=54&page=157

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  • Aber ich nehme an, an die Briefe von Greta Schröder bist du nicht über ebay gekommen, oder? Das wäre doch bestimmt nicht bezahlbar gewesen.

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  • Ich habe bei ebay einen kleinen Stapel Briefe gefunden den ich dort günsitg ersteigert habe. Das Interessante war, dass die Person, an die die Briefe gerichtet war, eine Gattin eines relativ bekannten Wissenschaftlers war. Nach dem Kauf hat der Verkäufer gemeint, er hat noch viel mehr davon, ob ich Interesse hätte. Da ich keinerlei Ahnung hatte, wieviel genau (zählen wollte er nicht) und ich die Katze im Sack kaufte, habe ich ihn weit runter gehandelt. In diesem Karton waren dann die Greta Schröder Briefe drin. Also direkt aus dem Nachlass, nicht aus einer Sammlung - also unausgewertet.
    Später habe ich von einem befreundeten Händler noch einige Briefe (darunter keine von Greta Schröder) aus dem Nachlass angeboten bekommen. Dieser Händler hatte vor mir (was ich nicht mitbekommen habe) auch so einen kleinen Stapel Briefe ersteigert - jedoch viel viel tuerer als die Auktion die ich gewonnen hatte. Ihm wurde der Nachlass auch angeboten, da er aber den kleinen Stapel schon teuer gekauft hatte und davon ausging dass der Rest preislich ähnlich hoch ausfällt (also eine Enorme Gesamtsumme am Ende dabei raus kommen würde) hat er - zu meinem Glück - abgelehnt. Als ich ihm dann gesagt habe, dass ich den restlichen Nachlass zu Preis XY gekauft habe, habe ich ihn auch nochmal ordentlich runterhandeln können, da er auch nochmal den Preis nach oben angesetzt hat.


    Mein Traum wäre es, noch weitere Briefe (sie hat ja sehr schöne geschrieben) von greta schröder zu finden. Im Idealfall ein direkter Nachlss von ihr. Dann könnte ich meine Greta Schröder Sammlung entsprechend erweitern und das wäre dann wohl die wichtigste Quelle die es gibt zu ihrer Person (ggf. ist es das jetzt schon - wer weiss ob/wieviele/welche Dokumente es noch in bezug zu ihr gibt - aber ich gehe mal davon aus, dass noch einiges kursiert).


    Das heißt aber nicht, dass man bei jedem blind-kauf von alten Briefen so eienn Fund hat. Das ist äußerst selten, aber ich war hin und weg und über Tage "geflasht" wie man es heute so schön sagt. Obwohl ich Greta Schröder vorher nicht (!) kannte. Aber den Nosferatu-Ausschnitt, sodass mir schnell klar war, welchen Wert diese Briefe haben (allein wegen Nosferatu). Ich finde es nur schade, dass sie auf das Thema Film fast nie zu sprechen kam. Dafür gerade in den anfangsjahren das Theater-Thema (Max Reinhardt, Alexander Moissi) sehr ausführlich abhandelt.


    Schade, dass sich das bei Dir in den 90ern so entwickelt hat mit der Händlerin. Wobei ich solche direkten Kontakte schon toll finde beim Sammeln, was ich fast nie habe, da ich fast alles übers Netz mache. Nur ab und zu gibt es mal leute, die was persönlich abholen.
    Das Nicht-Persönliche ist mir EIGENTLICH auch ganz recht, da meine Zeit immer sehr begrenzt ist, da ich nur am Arbeiten bin. Dennoch ist es schon was schönes, aber man emrkt wie man ins Gespräch kommt und die Zeit dahin fliesst...


    Ich habe vor einigen Beiträgen übrigens ein Trauerschreiben erwähnt, das wurde von Lee Parry (Parry-Breslauer) an Frau Ritterband (Frau von gerhard Ritterband) im Jahr 1959 aus Südamerika geschrieben.


    Werte sind ja auch im Grunde immer sehr relativ. Wenn man mehrere Leute mit viel Geld hat, die alle Scharf auf ein Stück sind (gerade wenn es unikate Eigenschaften hat), dann kann der Preis schnell in die Höhe schießen.


    Aber Lubitsch kann ich mir schon vorstellen, dass da der Preis recht weit oben anzusiedeln ist.


    Bzgl. Hans Albers kuriseren bei ebay schon seit Jahren diverse Ansichtskarten usw. aus seinem NAchlass herum, alles ab 200 bis 300 EUR, da findet sich aber wohl kaum ein Käufer.


    Riefenstahl ist sicher jemand der an Wert behält, gerade wegen dem internationalen Interesse und den gleichzeitigen Bezug zum NS.


    Jetzt musste ich doch glatt mal nach einem Autogramm von Conrad Veith suchen ;-) Er hat als Typ auch eine besonere Ausstrahlung, das macht seine Autogrammkarten noch außergewöhnlicher als andere. Ich finde auch dass Stummfilm und Tonfilm, der ja nahtlos ineinander über geht, wirkt, als wären da 10 Jahre dazwischen. Genau wie UFA-Stars und Filme bis 45 und Filme ab Ende der 40er und 50er Jahre. Durch die Brüche dazwischen wirkt der zeitliche Abstand viel größer und die Mystik sag ich mal, der Hauch der Vergangenheit, ist bei den jeweiligen Epocher viel Größer als bei späteren.

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    André Gide