Frühe deutsche Farbfilme

  • Frauen sind doch bessere Diplomaten (1941)
    Das große Spiel (1942)
    Die goldene Stadt (1942

    Bisher habe ich für mich USA (1938 Die Abenteuer des Robin Hood) und Deutschland (1943 Münchhausen) gefiltert. Weil ich mich da eher auf "Abenteuer & Co" eingespielt habe. Sind diese 3 im Zitat in der Richtung oder sind das alles Komödien/Dramen ?

  • Quote from Retro

    Zumal er mir einen "echten Film" zeigt und kein Anblick "aus dem eigenen Fenster", was bei den Modernen Filmen der Fall ist.

    Damit bist Du nicht allein. Ich finde auch, dass die Intensität der Farben in den ersten Farbfilmen, die ja im Technicolor- oder in Deutschland im Agfacolor- Verfahren gedreht wurden, viel stärker ist, als in den heutigen Filmen. So eine Farbenpracht, wie es sie in den Filmen "Münchhausen" (1943) und in "Robin Hood - König der Vagabunden" (1938) gegeben hat, gibt es in den aktuellen Filmen gar nicht mehr. Die Farben in den frühen Farbfilmen scheinen regelrecht zu leuchten und zu strahlen, während die Farbe in den heutigen Filmen etwas matt wirkt und zum Teil auch düster, wobei man natürlich auch bedenken muss, dass die Gesamtwirkung des Bildes zum Teil auch von den Farb-Kompositionen der verschiedenen Requisiten bestimmt wird

  • Es sind keine richtigen Filme, aber da ich Umsätze brauche, habe ich bei ebay gerade mal ein schönes Konvolut historischer Agfacolor-Farbdias eingestellt. Gerade das weihnachtliche Stillleben finde ich unendlich schön


    https://www.ebay.de/itm/113729907894

  • Ja Farbdias bis 1945 sind sehr begehrte Sammlerstücke. Ich habe zuletzt 2 Stück (also ein kleines Konvolut und dann nochmal ein Einzeldia eines RAD-Soldaten) an einen Sammler verkauft, der das im großen Stil sammelt, auswertet und auch veröffentlicht. Auch die Agentur Karl Höffkes hat einiges im Archiv.


    Ich finde diese Dias auch extrem schön und spannend, habe es aber glücklicherweise die letzten 9 Jahre geschafft mich vom Sammelgebiet "alles" auf wenige bestimmte Sammelgebiete zu beschränken, das macht vieles einfacher, strukturierter und ist Platz-, Zeit- und Geldtechnisch auch deutlich angenehmer. Außerdem hat man so mehr energie und Möglichkeiten für sein eigenes Sammelgebiet.

    Deswegen verfolge ich die Filmfragment-Abteilung sehr aufmerksam aber bin selbst raus aus dem Sammelgebiet. Wobei ich auch einige Filme (mehr Privatfilme) hier habe, die ich aber auch bei Gelegenheit verkaufen werde.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Ich mag diese alten Agfacolor-Dias sehr.

    Grade die mit militärischen Inhalt können richtig teuer werden.

    Es gibt nicht viele Sammler auf diesen Gebiet und noch weniger die da veröffentlichen. War es jemand aus München oder jemand aus Oldenburg, an den du verkauft hast ?

  • In Beitrag #65 kann man noch 2 schöne Fotos des Farbdia-Konvoluts sehen, das ich verkauft habe. Ursprünglich habe ich das übrigens vom selben Händler, der jetzt dieses große Konvolut anbietet bei ebay. Besonders das Adventskranz-Stillleben finde ich sehr schön.


    Der Käufer meiner Farbdias war jemand mit kurzen Vornamen aus München :)

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    André Gide

  • Ich habe letzte Woche einen Diakasten mit 75 Agfacolor-Dias bekommen. Es sind Reiseaufnahmen eines Pärchens in die Alpen von etwa 1940. Die Dias waren teils sehr schmutzig, aber möglich zu reinigen. Im Kasten sind noch handbemalte Reiter mit den Ortsnamen. Leider fehlen Dias und zu dem Reiter "Innsbruck" fand ich kein Dias im Kasten.

  • Ja der Schmutz ist sehr sichtbar. Aber man erkennt dahinter die "Klarheit" des Bildes. Ich finde diese Farbdias aus der Zeit so fesselnd, weil das wie eine Zeitreise ist, die Zeit wirkt unglaublich authentisch, ganz anders als in den alten verkratzten schwarzweissaufnahmen die man so kennt von früher. Dieses schwarz-weiss machte auch alles immer so unwirklich, was so Dinge wie die Kaiserzeit, die Weimarer Zeit und vorallem die NS-Zeit als nachgeborener auch schwer greifbar gemacht hat - als wäre es irgendwie unwirklich. Diese Farbaufnahmen bringen das viel mehr in das "heute"

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    André Gide

  • Die qualität ist deutlich besser.


    Jedes einzelne dieser Farbfotos sind wahre Schätze, wenn man denkt wie neu Farbfotos damals noch waren und wie wenig es insgesamt davon gibt. Ich möchte nicht dran denken wieviele schon weggeworfen wurden im Rahmen von Entrümpelungen usw. Aber das ist wohl in jedem Themenbereich der Fall, dass es einen gewissen Schwund gibt.

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    André Gide

  • Diese frühen Dias wurden lange nicht wertgeschätzt. Erst seit wenigen Jahrzehnten finden sie Beachtung. Ich denke der Schwund ist enorm. Es waren mal zig Millionen Dias, man kennt die Zahl sehr genau, weil es nur 2-3 Werke zur Diafilmentwicklung gab und die genau Buch führten. Technisch ist zu bemängeln, dass der Himmel nie wirklich blau ist, eher türkis. Erst die Agfacolor-Filme ab 1943 haben eine verbesserte Farbwiedergabe. Die sind aber besonders schwer zu finden, da weniger Leute fotografierten und die Werke nur eingeschränkt arbeiteten.

  • In letzter Zeit wurden diverse private Farbfilmaufnahmen im Fernsehen gezeigt. Vorgestern war der BR an der Reihe. Ich habe diese Sendungen alle aufgenommen. Als Zeitdokumente finde ich solche Aufnahmen unglaublich spannend. Ich schätze näher an die Zeit kommt man allenfalls über Tagebuchaufnahmen ran.

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


  • Ja ich sehe meine Projekte da auch als Ergänzung zu den Filmaufnahmen. Gedanken und Gefühle werden auch manchmal durch Audioaufnahmen vermittelt, aber im größeren Maße durch handschriftliche Aufzeichnungen (gerade deswegen auch, weil sie in einem viel intimeren Rahmen entstehen).


    Nur die Sache ist die, dass die Filmaufnahmen 120 Jahre zurück gehen. Geht man ins 19., ins 18. Jahrhundert zurück, da bleiben einem nur die handschriftlichen Aufzeichenungen - ansonsten noch eine Weile Fotografien, davor Gemälde und ansonsten lediglich Gegenständeund archäologische Funde.


    Ich bin mir sicher, dass bei den neuen Filmprojekten die Agentur Karl Höffkes wieder maßgeblich Material geliefert hat. Die schreiben Seit Dezember nichts mehr auf ihren Plattformen, aber ich denke die kriegen sowieso unzählige Anfragen, sodass sie da keine Public Relations nötig haben im Moment.

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    André Gide