Stummfilme

  • Vielleicht ist es interessant, auch mal eine Rubrik für Stummfilme zu eröffnen.
    Es ist der verdienst von Arte, daß dieses Thema wieder mehr beachtet wird.
    Ich fange mal an, meine deutsche Sammlung aufzuzählen:


    1. Schlagende Wetter
    2. Der Bettler vom Kölner Dom
    3. Der letzte Mann
    4. Der müde Tod
    5. Der Mann mit dem Laubfrosch
    6. Der Rosenkavalier
    7. Die Gezeichneten
    8. Die weiße Hölle von Piz Palü
    9. Frau im Mond
    10.Kohlhiesels Töchter
    11.Menschen am Sonntag
    12.Metropolis
    13.Mutter Krausens Fahrt ins Glück
    14.Nosferatu - Synfonie des Grauens
    15.Schloß Vogeloed
    16.Spione


    Zugegeben, das sind nicht viele- aber dieses Thema wurde auch vom Fernsehen stiefmütterlich behandelt.


    Mein Favoriten:
    Der Bettler vom Kölner Dom
    Mutter Krausens Fahrt ins Glück
    Menschen am Sonntag

  • Habe an die 100 deutsche und österreichische Stummfilme. (Auch einige amerikanische, französische, russische, etc...)
    Es gibt aber Sammler die einige tausende haben...


    Hier meine Top 10 aus meiner Sammlung:


    1. Metropolis (D-1925/26, Fritz Lang mit G. Fröhlich, B. Helm, A. Abel)
    2. Spione (D-1927/28, Fritz Lang mit W. Fritsch, G. Maurus, R. Klein-Rogge)
    3. Frau im Mond (D-1928/29, Fritz Lang mit W. Fritsch, G. Maurus, F. Rasp)
    4. Die Nibelungen, Teil I und II (D-1922-24, Fritz Lang mit P. Richter, M. Schön, T. Loos)
    5. Dr. Mabuse, Teil I und II (D-1921/22, Fritz Lang mit R. Klein-Rogge, A. Abel, B. Goetzke)
    6. Der heilige Berg (D-1925/26, Arnold Fanck mit L. Trenker, L. Riefenstahl, E. Petersen)
    7. Die weiße Hölle vom Piz Palü (D-1929, Arnold Fanck; G. W. Pabst mit L. Riefenstahl, G. Diessl, E. Udet)
    8. Berlin. Die Sinfonie der Grosstadt (D-1927, Walther Ruttmann, Dokumentarfilm)
    9. Asphalt (D-1928/29, Joe May mit G. Fröhlich, B. Amann, H. Albers)
    10. Menschen am Sonntag (D-1929/30, Robert Siodmak; Rochus Gliese mit E. Splettstößer, B. Borchert, C. Ehlers)


    "Wer mit seinem Volk nicht Not und Tod teilen will,
    der ist nicht wert, dass er mit ihm lebe."

    (Jean Paul, 1763-1825, deutscher Schriftsteller)


    Einmal editiert, zuletzt von Quax ()

  • Ist bekannt wieviele deutsche Stummfime (also auch Österreich, Schweiz usw.) existieren (die verschollenen nicht mit gezählt)? Ich habe mal gelesen dass in den 20er Jahren extrem viele Filme gedreht wurden.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • "Die meisten verschollenen Filme stammen aus der Stummfilm- und frühen Tonfilmzeit zwischen 1895 und 1930. Man nimmt an, dass etwa 80 Prozent aller Stummfilme verschollen oder endgültig verloren sind." (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Verschollener_Film).


    Früher wurden oft Stumm-Filme die in einzelnen Kinos gezeigt wurden nach Gebrauch einfach auf den Müll geworfen. Der Todesstoß für den Stummfilm war der Beginn der Tonfilmzeit (Deutschland - 1929) und das Kriegsende 1945 als die Russen tausende Filme (Stumm- und Tonfilme) einfach mitnahmen. Kaum kamen die ersten Tonfilme in die Kinos (das war die Zeit der Finanzkrise 1929-1932) galt der Stummfilm für überholt und wertlos. Da der Film einen Profit erwirtschaften muss, damals wie heute, wurde er einfach wiederverwertet, sozusagen recycelt, indem man ihn zerstörte. Man produzierte Alltagsgegenstände wie Spielzeug (Puppen), Kämme, etc. aus dem gewonnen Filmmaterial. Oder man extrahierte den Silberanteil heraus und machte Schmuck daraus. Im starken Wintern wurden Filme sogar zum Heizen verwendet. In den Jahren 1943-1950 (ungefähr) wurden Filme (vor allem Stummfilme) tonnenweise verheizt. Auch die schlechte Lagerung von Filmmaterial war ein Grund für den Verlust vieler Filme. Filmmaterial muss konstant kühl bei ca. 6 Grad und bei richtiger Luftfeuchte gelagert werden. Auch darf es nicht direktem Sonnenlicht ausgesetzt werden...


    "Wer mit seinem Volk nicht Not und Tod teilen will,
    der ist nicht wert, dass er mit ihm lebe."

    (Jean Paul, 1763-1825, deutscher Schriftsteller)


    2 Mal editiert, zuletzt von Quax ()

  • Das ist wirklich schrecklich, wenn man darüber nachdenkt, was da verloren gegangen ist. Aber auch später ist man auch nicht anders mit so etwas umgegangen. Ich habe schon öfters gehört, dass Fernsehsendungen oder Hörspiele einfach überspielt wurden, weil Platzmangel herrschte. Es bleibt nur zu hoffen, dass noch weitere alte Filmperlen in den großen Archiven, auf Flohmärkten, Dachböden oder natürlich bei privaten Sammlern, die sicher viel unter Verschluss halten, auftauchen werden.


    Wobei man wohl auch davon ausgehen muss, dass die großen Highlights bekannt sind. Die meisten Filme werden wohl nichts besonderes gewesen sein, trotzdem ist ein jeder Film dieser Zeit ein kleiner kultureller Schatz.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Meinst Du den Expressionismus? oder den "Hollywoodmäßigen" Film? :-) Wenn Du das erste meinst, da gab es weit vorher schon Filme wie Nosferatu (Ich glaub Metropolis zählt sogar zu einen der letzten Filme des Expressionismus). Beim zweiten Punkt würde ich Dir spontan recht geben.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • "The Artist" ist wohl der bekannteste Stummfilm seit Ende der eigentlichen Stummfilmära. Wie ich nun gelesen habe, gibt es auch noch andere moderne Stummfilme. Oft wird dieses Stilmittel in Reportagen oder anderen Beiträgen eingesetzt, gerade wenn man eine Slapstick-Hommage machen möchte. Diese Beiträge zählen natürlich nicht als moderne Stummfilme, denn als Spielfilme kann man das natürlich nicht bezeichnen.


    Wie ich gerade zufällig gelesen habe, gibt es tatsächlich diverse moderne Stummfilme. Kennt Ihr Beispiele aus Deutschland? Franka Potente hat 2006 selbst einen Stummfilm gedreht, der knapp 45 Minuten lang dauert. Der Film heißt "Der die Tollkirsche ausgräbt" (http://www.tollkirsche-derfilm.de). Eine Vorschau kann man sich hier anschauen: http://www.moviemaze.de/media/…ollkirsche-ausgraebt.html Technisch schaut der Film richtig gut aus, nur diee modernen Einflüsse finde ich fehl am Platz, das macht das Flair irgendwie kaputt.


    Auch Wim Wenders hat einen (Doku-)film im Jubiläumsjahr des Kinos 1995 gedreht "Die Gebrüder Skladanowsky": http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Gebr%C3%BCder_Skladanowsky - Der Film ist komplett auf YouTube zu sehen: http://www.youtube.com/watch?v=lYBmUGvxL9I Er scheint recht gut gemacht zu sein, gerade die Erzähler in Berliner Mundart verleihen dem Film tolles Flair, auch wenn es dadurch kein richtiger Stummfilm ist. Besonders bezaubernd finde ich die 91-jährige Tochter von Max Skladanowsky, die herrlich aus der alten Zeit erzählt. Den Film muss ich mir mal in Ruhe anschauen.


    Kennt Ihr noch andere Beispiele? Das was ich von meinen beiden Beispielen bislang gesehe habe, gefällt mir eigentlich ganz gut. Ich bin mir aber sicher, dass es auch noch andere Filmemacher gab, die in den letzten Jahrzehnten sich trauten, einen Stummfilm zu drehen.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide