Münchhausen (D, 1943)

  • Ich habe den Film schon einige Jahre auf Vide und habe ihn bisher noch nicht gesehen. Gerade läuft bei mir ein Beitrag vom ZDF aus dem Jahr 1995, wo Juhnke den 100. Geburtstag des deutschen Films feiert. Darin waren fantastische Ausschnitte mit tollen Spezialeffekten aus "Münchhausen" zu sehen. Wie findet Ihr den Film?

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Nun habe ich endlich die VHS mal ausgekramt, um den Film zu digitalisieren. Zum digitalisieren komme ich erst morgen, weil ich nur noch eine halbe Stunde hier bin. Aber musste mir den Anfang schonmal anschauen, den ich jetzt auch noch laufen lasse und finde ihn bisher toll. Gerade das Agfacolor ist traumhaft. Morgen gibt es mehr Kommentare meinerseits. Besonders freue ich mich, dass u.a. Hubert von Meyerinck und Karl-Heinz Pters mit von der Partie sind.


    Eine Sache: Ich habe gelesen, dass 15 Minuten des Films als verschollen gelten.


    Auf Wikipedia steht:


    Quote

    Nach einem ersten Rekonstruktionsversuch 1978 konnten erst nach der Wende mit Hilfe osteuropäischer Archive ein verschollen geglaubter Teil des Films aufgefunden werden. Somit wurde der Film seiner Originalfassung weiter angenähert, jedoch fehlen weiterhin ca. 15 Minuten, die mit der ersten Kürzung im Juni 1943 verloren gegangen und bis dato (Januar 2009) nicht wieder aufgetaucht sind.


    Weiss jemand welche Teile gefunden wurde und was das für Teile sind, die noch verschollen sind? Waren sie in der Uraufführung im Film drin oder wurden sie vorher schon heraus geschnitten? Gerade weil es sich hier um einen besonderen Farbfilm handelt, wäre es besonders schön, wenn der Film vollständig wäre.

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    André Gide

  • Münchhausen ist mein Lieblings-Spielfilm der NS-Zeit :rolleyes:


    Leider fehlt bis heute ein Szenenblock, der nach der Uraufführung herausgeschnitten wurde. Um was es sich im einzelnen handelte, kann man zum Beispiel in der Gesamtausgabe der Werke von Erich Kästner nachlesen, in der nicht nur das wunderbare Drehbuch abgedruckt, sondern auch ein exakter Vergleich mit der überlieferten Filmfassung - Einstellung für Einstellung - enthalten ist. Den Freundes des Films sei also ein Blick in die Kästner-Gesamtausgabe wärmstens empfohlen ;)

  • Das ist großartig, dass man wenigstens noch nachvollziehen kann, was das für Szenen waren. Wie war früher denn die Handhabe, wenn man Filme geschnitten hat. Landeten die Szenen im Papierkorb? Vermutlich schon, oder? Bleibt also zu hoffen, dass von der Urfassung noch irgendwo was auftaucht, was aber immer unwahrscheinlicher wird. Außer, jemand sitzt auf diesen Schatzt und gibt ihn zu Lebzeiten nicht her.


    Ich fand den Film auch sehr gut gemacht, gerade technisch der Wahnsinn.

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    André Gide

  • Spannend! Weiss man mehr darüber? In offiziellen Archiven liegen die Bänder dann wohl nicht, weil man die Urversion sicher schon gesehen hätte?

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    André Gide

  • Eben, das ist der nächste Punkt. Die "offiziellen Stellen", die Interesse daran haben sollten, haben wohl eh genug Projekte und Arbeit, da es unzähliges Material zu sichern/sichten/restaurieren/veröffentlichen gibt. Den Rest ist es wohl egal. Die Liebhaber und Interessierten die übrig sind, sind wohl in erster Linie Privatleute ohne großen Einfluss. Bleibt nur zu hoffen, dass die Aufnahmen, die dort noch im Privatbesitz sind, gut gefplegt/gesichert werden.

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    André Gide

  • Eben, das ist der nächste Punkt. Die "offiziellen Stellen", die Interesse daran haben sollten, haben wohl eh genug Projekte und Arbeit, da es unzähliges Material zu sichern/sichten/restaurieren/veröffentlichen gibt. Den Rest ist es wohl egal. Die Liebhaber und Interessierten die übrig sind, sind wohl in erster Linie Privatleute ohne großen Einfluss. Bleibt nur zu hoffen, dass die Aufnahmen, die dort noch im Privatbesitz sind, gut gefplegt/gesichert werden.

    Also wenn das Material wirklich in Privatbesitz befindlich sein sollte, ist es dort sicherlich gut aufgehoben. In staatlichen Archiven geht schließlich auch genug verloren. Da es sich ja um einen echten Schatz handelt, wird er sicherlich "gepflegt" werden :) Warten wir ab, vielleicht spült ja die nächste Restaurierungs- und Veröffentlichungswelle etwas zu Tage --- zum Beispiel, wenn Münchhausen auf Blu-Ray erscheinen sollte.

  • Da ist dann aber sicher auch die Frage in welchem Zustand sich das Material befindet und ob man es ebenso gut restaurieren kann wie die bisher bekannte Version. Wenn es einer Blu-Ray-VÖ nicht gerecht werden sollte, kann ich mir vorstellen, dass man es dann lieber bei dem Material belässt, das ein sehr gutes Bild hat.

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    André Gide

  • Wer in der Nähe von Wiesbaden wohnt, sollte sich unbedingt noch die "Münchhausen" (Nichtkopierer Fassung) anschauen.


    Vielleicht ist es auch einfach nur das zweite oder dritte Negativ? Von einer "Nichtkopierer Fassung" habe ich noch nie gehört, und ich halte es für unwahrscheinlich, dass man neben dem Zweit- und Drittnegativ noch ein Nichtkopierer-Negativ hergestellt haben soll.
    Die Premierenfassung (siehe Kinoaushangfoto in der Ankündigung) ist es jedenfalls nicht, da zu kurz! :(

  • Zwei vermutlich eher unbekannte Aufnahmen von einer Filmvorführung des Filmes "Münchhausen" auf Kreta im Zweiten Weltkrieg!
    Ob es den mit griechischen Untertiteln oder gar mit Übersetzung gab?
    Weiß jemand mehr dazu?

    Die Untertitel wurden meines Wissens nicht optisch kopiert, sondern in die Filmrolle eingestanzt. Dass es bei der Kopierung von Untertiteln beim Farbfilm Probleme gab, sieht man ja z.B. bei den "zitternden" UT im Film Kolberg.
    Die Fotos sind ja klasse, lieber Atomino :)
    Privataufnahmen oder offiziell?

  • Die Untertitel wurden meines Wissens nicht optisch kopiert, sondern in die Filmrolle eingestanzt.


    Das muss ja wahnsinnig aufwendig gewesen sein, in jedes einzelne Bild des Films die Titel einzustanzen. Aber anscheinend muss es einfacher gewesen sein, als die Untertitel reprographisch auf den Film zu bringen, dazu hätte man ja auch einen "Film vom Film" machen müssen. Wie hätte das eigentlich funktioniert? Gab es dafür spezielle Filmkopiermaschinen, in denen man entsprechende Schablonen für die Untertitel eingesetzt hat?