Ein Unsichtbarer geht durch die Stadt (D, 1933)

  • Kennt von Euch jemand den Film? Ich bin durch Recherchen gerade zufällig auf diesen Film gestoßen und der scheint ja sehr interessant zu sein. Inhaltlich erinnert er mich ein bißchen an den Rühmann-Klassiker "Ein Mann geht durch die Wand".

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Ist ein Harry Piel Film der vor ca. einem Jahr zusammen mit 2 weiteren Harry Piel-Filmen von Spirit Media auf DVD erschienen ist.
    Die anderen 2 sind: "Sein bester Freund (1937) " und "Jonny stiehlt Europa (1932).
    Mag Harry Piel zwar nicht nicht besonders aber die Filme sind recht nett.
    Piel ist ja deswegen bekannt geworden weil er sehr oft mit Tieren gespielt hat.


    Leider sind alle Filmnegative von Harry Piels Privatsammlung bei einem Bombenangriff in den letzten Kriegsjahren vernichtet worden.
    Darunter auch alle seine Stummfilme die großteils Unikate waren. Deswegen gibt es heutzutage fast keinen Stummfilm mit ihm...
    Sehr schade...


    "Ein Deutscher, der sein Vaterland abstreift, wie einen alten Rock, ist für mich kein Deutscher mehr."
    (Otto von Bismarck, 1815-1898, erster Reichskanzler des Deutschen Reiches)


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  • Seine Tonfilme sind soweit ich informiert bin ,alle vorhanden , mir fehlt nur "Bobby geht los" (1931) , der aber wohl auch in Sammlerkreisen vorhanden ist , laut dem ehemaligen Deutschen Tonfilm-Forum.


    Verloren gegangen sind leider ,beim besagten Bombenangriff , fast alle Stummfilme von Harry Piel seit 1913 . Der Tonfilm "Artisten " (1935) war immerhin laut zeitgenössischer Werbung sein 100 Film !!!!!!!!

  • Leider ,fehlt auch noch der Harry Piel Tonfilm " Der Geheimagent " (1932) mit Maria Solveg , Alternativtitel : " Ein Mann fällt vom Himmel " !!!!!!


    Meine Suche nach diesem Film blieb leider bisher erfolglos . Vielleicht weis hier jemand mehr ????

  • Schade, von Harry Piehl habe ich noch gar nichts.


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    (Geert Müller-Gerbes, Journalist & TV-Moderator)


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  • Harry Piel , war der Sensationsdarsteller des deutschen Stummfilms und auch noch im ersten Jahrzehnt des deutschen Tonfilms. Sicherlich seine schauspielerischen Künste waren begrenzt , aber seine Stunts haben damals viel Aufmerksamkeit erregt in Deutschland. Ob er alles immer selbst machte ,ist umstritten.


    So hat er sich im Film "Sprung in den Abgrund " (1933) an eine Gondel der Zugspitzbergbahn gehängt um Verbrecher zu fangen. Das aus für ihn kam nach dem Krieg mit dem Einzug amerikanischer Filme , damit konnte Harry nicht mithalten und starb verarmt und vergessen , ich glaube 1963 , in Düsseldorf .


    In "Ein Unsichtbarer geht durch die Stadt " (1933) ergreift er ein Halteseil eines Werbezeppelins und hangelt sich nach oben um den Verbrecher mit der Tarnkappe ( Fritz Odemar ) zu stellen. Insgesamt ein schwächerer Pielfilm mit hanebüchender Story find ich .

  • Der Film läuft bei mir gerade - hochinteressant. Was mir aufgefallen ist: Als Harry den Zeitungsartikel in den Händen hält ist dieser nicht in Frakturschrift, die damals doch üblich war? Ich glaube es gab auch ausnahmen, aber dort wurde statt "daß" nach einem Komma "dass" geschrieben. Kann es sein dass die Zeitung für die Überarbeitung des Filmes neu eingefügt wurde? Falls ja, würde ich das sehr unauthentisch finden.

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    André Gide

  • Die Zeitung wird schon echt sein. Mir ist auch schon aufgefallen, daß in der Vergangenheit in gedruckten Texten, wenn sie denn in der Antiqua gedruckt waren, kein ß sondern Doppel-S verwendet wurde, aber wohl auch nicht immer. Frakturschrift war zwar schon noch verbreitet, aber ich halte es nicht für ungewöhnlich, wenn auch in Antiqua gedruckt wurde, das hing wahrscheinlich von der Zeitung ab. Der Film ist zwar erst von 1933, aber bei den Nazis war Frakturschrift verpönt (man nannte diese Schrift auch abfällig "Schwabacher Judenlettern") und wurde 1941 sogar offiziell verboten.

  • Ach das wird dann wohl daran liegen, dass den Druckereien das "ß" nicht vorlag, weil das für diese Schrift einfach nicht vorhanden war? (Edit: Obowhl man dann ja auch "sz" hätte nehmen können) Das mit den Schwabacher Judenlettern ist mir bekannt, aber ich glaube nicht dass das direkt zur Machtergreifung (da müsste der Film ungefähr gedreht worden sein) schon ein solche Einfluss auf die Zeitungen ausgeübt wurde. Aber man weiss nie... Rein Optisch wirkte das Bild mit dem Zeitungsausschnitt jedenfalls authentisch.

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    André Gide

  • Also meiner Meinung nach ist die Zeitung echt.
    Man nahm keine Frakturschrift um den Text lesbarer und auch moderner zu machen...
    Auch zu damaliger Zeit nahm man es mit der Rechtschreibung in Tageszeitungen nicht ganz so genau.


    [...Zur Zeit des Nationalsozialismus erlebte die Fraktur insbesondere als Auszeichnungs-, aber auch als Textschrift zunächst eine Renaissance, da sie als deutsche Schrift betrachtet wurde. Man berief sich u.a. auf Cäsar Flaischlen, der Vom Herrenrecht unserer deutschen Schrift gedichtet hatte. Ein Erlass des NSDAP-Regimes von Januar 1941 (Martin Bormann bezeichnete in Hitlers Auftrag die der "Fraktur" ähnlichen Schwabacher als 'Judenschrift') erklärte dann jedoch die Antiqua zur „Normalschrift“; Schwabacher und Fraktur galt fortan als unerwünscht, so dass NSDAP-treue Zeitungen und Verlage, insbesondere solche mit Auslandsgeltung, zum durchgehenden Gebrauch der lateinischen Schrift, insbesondere der Antiqua, übergingen. Der Duden erschien 1941 letztmalig in Fraktur. ...]
    (Quelle: www.wikipedia.de)