Welche Bücher habt ihr in eurer Kindheit gelesen?

  • Als ich heute mal meine Buchbestände durchforstete, sprang mich doch ein Gedanke so überraschend von hinten an, dass ich ihn jetzt hier abladen möchte: Und zwar wäre es doch mal interessant zu erfahren, welche Bücher ihr in eurer Kindheit gelesen habt, also noch unterhalb des Teenageralters? An welche Titel könnt ihr euch noch erinnern? Und gibt es die heute noch? Würdet ihr sie heute noch empfehlen? Wenn ja oder nein, warum bzw. warum nicht? Ich habe reichlich Bücher gelesen, war als Leseratte bekannt, kann also etliche Beiträge beisteuern.


    Ich fange mal an mit "Das Geheimnis der Höllenschlucht" von Rainer Maria Wallisfurth:
    In dem Buch geht es um mehrere Jungs, die in ihren Ferien einen Zeltausflug an einem Bergsee machen. Sie wandern also mit Rucksack und Zelt etc. zu diesem Bergsee, an dessen Ufer sie ihr Lager aufschlagen. So richtig zünftig mit Lagerfeuer und so. Die in der Nähe verlaufende italienische Grenze verläuft quer über den Berg gegenüber des Sees. Der Berg fällt dort fast senkrecht ab, weswegen die Wand auch "Höllenschlucht" genannt wird. Eines Nachts fällt ihnen auf, dass oben am Berg inmitten dieser Steilwand, wo kein Mensch hergehen oder auch nur stehen kann, blinkende Lichtzeichen gegeben werden, die vom See aus beantwortet werden. Neugierig geworden, machen sie sich auf, hinter das Rätsel um diese Lichtzeichen zu kommen. Dabei stoßen sie auf eine Schmugglerbande, die im Berg aktiv ist. Die Jungs geraten in Lebensgefahr, als sie von den brutalen Schmugglern gefasst werden, die nicht die geringsten Skrupel haben, wenn es darum geht, Zeugen zu beseitigen.


    Ich habe das Buch unzählige Male gelesen, bis der vordere Einband abfiel. Ich schätze, dass ich ungefähr 7 oder 8 war, als ich es das erste Mal las. Als ich mit 12 ins Internat kam, hatte ich es immer noch, aber eben nur mit losem vorderem Titel. Es war so spannend, dass ich die Umgebung um mich herum vergessen konnte. Dazu gehörte allerdings auch nicht viel, denn das passierte fast jedes Mal, wenn ich mich in ein Buch vertiefte. Die Art des Schreibens war extrem ansprechend, denn in meiner Erinnerung kann ich mich auch jetzt nicht an größere langweilige Passagen erinnern. Wenn ich darin las, musste man mich bis zu 10 Mal rufen, bevor ich überhaupt mitbekam, dass es noch Töne der realen Welt gab. Ich war jedes Mal viel zu sehr in der Handlung gefangen, dagegen war Bastian in der Unendlichen Geschichte ein Waisenkind. Ich hörte fast wirklich, wenn sich die Schmuggler mit laut klackernden Schritten ihrer genagelten Stiefel durch die Stollen im Fels bewegten und dabei dem Versteck der Jungs bedrohlich nahe kamen, die gerade unter hohen Anstrengungen den Berg erklommen hatte und nun versuchten, das eigene angestrengte Keuchen zu unterdrücken, um nicht hinter den Holzkisten mit Schmuggelgut entdeckt zu werden.


    Irgendwie schade, dass dieses Buch damals nicht verfilmt wurde. Heute wäre es wohl eine für mich langweilige Verfilmung, denn durch die heutige Technik wäre vieles im Buch langweilig geworden. Die "Indianer Jones"-Filme waren ja gerade deswegen besonders reizvoll, weil die heute übliche Technik damals eben nicht existierte. Ihr versteht hoffentlich, was ich meine. Also die Unwissenheit zwischen den Jungs, die sich halt nicht mit Funkgeräten oder SMS informieren können, was mit den Freunden gerade passiert. Oder dass man darüber 'mal eben' Hilfe holen kann etc. Die Jungs sind eigentlich nur mit Taschenlampe, Stofftaschentüchern, Bindfaden, Bleistiftstummel, Taschenkalender und Taschenmesser ausgerüstet. Was man damals eben so als Junge in der Tasche hatte. Nicht wie heute Mofaschlüssel, Handy und Scheckkarte.


    Das Buch aus dem Jahr 1949 hat übrigens nichts mit dem gleichnamigen amerikanischen Stummfilm aus dem Jahr 1929 zu tun, denn das war ein Western. Würde das Buch heute durchaus noch mal lesen wollen, hatte vor einiger Zeit im Internet sogar mal eine eingescannte Seite gesehen (leider nie wiedergefunden). Als ich sie las, merkte ich, dass es auch heute noch für mich genauso spannend zu lesen ist wie damals als kleiner Junge. Faszinierend! Es ist zwar noch bei Amazon geführt, aber leider komplett ausverkauft wie bei anderen Händlern, wo es noch gelistet ist.


    Wem ging es ebenso? Oder zumindest ähnlich?



    "RTL macht im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht mehr Fernsehen, sondern Gewinn. Das Programm wird nur billigend in Kauf genommen."

    (Geert Müller-Gerbes, Journalist & TV-Moderator)


    "Die Zuschauer sind gar nicht so dumm, wie wir sie mit dem Fernsehen noch machen werden."
    (Hans-Joachim 'Kuli' Kulenkampff, Schauspieler & Quizmaster)


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  • Als Kind habe ich verhältnismäßig wenig gelesen, aber mir hat damals die Reihe "Der kleine Vampir" gut gefallen. Richtig hereingesteigert habe ich mich aber nicht in die Bücher, die ich gelesen habe. An Bücher, die dazu geführt haben, daß ich alles um mich herum vergessen habe, kann ich mich nicht erinnern.

  • Was für mich auf alle Fälle ein ähnliches Erlebnis war wie für dich, gh, waren die Dolly-Bücher von Enid Blyton. Absolute Mädchengeschichten um Dolly, die in einem Internat lebt und dort einige Abenteuer erlebt. Im Grunde wie Hanni und Nanni oder in der Jungenvariante wie die Jungs von Burg Schreckenstein.


    Diese Bücher habe ich vom Speicher meiner Oma aus dem Spielzeug- und Buchbestand meiner Tanten. Es waren zwei Bücher mit jeweils 3 Bänden und diese habe ich so oft gelesen, dass die auch total auseinander gefallen sind. Meine Mutter hat mir dann noch die Nachfolger gekauft, wobei nur die ersten 6 von Blyton waren und die restlichen 12 von anderen Autoren. Hat der Geschichte fürmich damals keinen Abbruch getan und ich habe auch diese Nachfolger mehrere Male gelesen.


    Meine Liebe zu Dolly und dem Internat ging soweit, dass ich meine Eltern angebettelt habe, in ein Internat gehen zu dürfen. Haben sie natürlich nicht erlaubt :D aber es war wirklich eine zeitlang prägend, diese Bücher gelesen zu haben. Vor allem, weil mir damals schon auffiel, dass das Frauenbild ein ganz anderes war als heute. Die Mädchen hatten alle noch Unterrichtsfächer wie Hauswirtschaft und kochen und eben nicht so halbherzig wie das heutzutage der Fall ist, sondern mit ernster Konsequenz und dem Ziel, einen Mann damit zu beglücken.


    Jedenfalls habe ich mir öfter überlegt, die Bücher mal im Original zu lesen, da angeblich die deutsche Variante schon einiges an der Geschichte zerstückelt hat. Wäre interessant, mal das Original zu lesen.

  • Ja dann dürfte es dich ja freuen, dass demnächst "Hanni und Nanni" als Film erscheint. Ist natürlich die Frage, ob die den Film auch wieder modernisiert, also an die heutige Zeit angepasst haben, oder ob sie noch den alten Charme dieser Bücher bewahrt haben, um die damalige Zeit zu zeigen, in denen die Mädchen gelebt haben. Wer die Bücher gelesen hat, wird bestimmt Letzteres wünschen, um das Gelesene im Film wiederzufinden. Wer die Bücher niemals gelesen hat, dürfte wahrscheinlich auch eine moderne Fassung akzeptieren, schätze ich.


    Enid Blyton war für mich natürlich keine Unbekannte. Habe nämlich auch alle "5 Freunde"-Bücher von 01 bis 19 (außer 13 - Liste siehe hier) gehabt, die man über Bertelsmann bekommen konnte. Meine Mutter hatte mir jedes neue Buch, welches im Katalog erschien, gekauft. In meinem Zimmer, einem kleinen Kämmerchen, aber mein eigenes kleines Reich, hatte ich einen Bücherschrank, der 2 m breit war, ungefähr 70-80 cm hoch, knapp einem halben Meter tief, aus massivem Holz, mit zwei breiten Glasscheiben zum Aufschieben. Sch....schwer, zwei erwachsene Männer mussten ihn in mein Zimmer reintragen, wo er dann an vier dicken Haken aufgehängt wurde und eine ganze Wandbreite einnahm. Als wir das erste Mal umzogen, war das Regal proppenvoll in zwei Ebenen, auf jeder Ebene zwei volle Reihen Bücher. Eine Reihe vorne, eine weitere Reihe dahinter. Dass die Haken das gehalten haben, wundert mich noch heute.


    Als ich später die Fernsehserie der 5 Freunde sah, war ich leider entwas enttäuscht, denn ich hatte mir schließlich ein ganz anderes Bild von ihnen gemacht. Kein Wunder, es war ja auch erst das zweite Mal, dass ich eine Fernsehserie sah, von der ich vorher die Bücher gelesen hatte. Vorher war es anders herum, denn das Buch "Der Zauberer von Oz", welches unsere Nachbarn hatten und das ich bei jedem Besuch las, hatte ich erst in die Finger bekommen, nachdem ich schon den Film "Das zauberhafte Land" mit Judy Garland gesehen hatte. Auch bei der portugiesischen TV-Serie "Poly - Abenteuer eines Ponys" hatte ich erst später die dazugehörigen "Silberschweif"-Bücher gelesen. Hier fand ich aber, dass beide kaum etwas miteinander zu tun hatten, aber beide für sich wirklich klasse waren. Außerdem störte mich, dass man in der "5 Freunde"-Serie die Original-Namen beibehalten hatte und nicht die Namen aus den deutschen Büchern. Dann wäre mir die Serie vielleicht ein bißchen besser runtergegangen. So etwas stört mich heute immer noch - wie z. B. bei "Glöckchen" und "Tinkerbell". In späteren Büchern sogar mit "Naseweis" benannt - furchtbar! Ich hatte Timmy, Georg, Anne, Richard und Julius erwartet. Timmy, Georg und Anne bekam ich auch, aber was sollte ich mit Julian und Dick? Jaja, ich weiß, Julian ist ja fast gleich mit Julius, und Dick ist die englische Abkürzung für Richard. Trotzdem: Als Kind ist man enttäuscht, wenn im Film bzw. Fernsehen nicht das kommt, was man von den Büchern her erwartet. Habe darum die Serie nie gemocht.


    Übrigens: In den ersten drei Jahren war ich im Glauben, Enid Blyton wäre männlich. Bis ich plötzlich im Bertelsmann-Katalog ein Interview und ein Bild von ihr sah. War echt überrascht. Nicht negativ, nicht positiv, einfach nur überrascht.


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    (Geert Müller-Gerbes, Journalist & TV-Moderator)


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  • Ich kann mich erinnern, dass ich aus der Bücherei die "Burg Schreckenstein"-Bücher von Oliver Hassencamp gelesen habe. Dabei ging es um ein Internat, das aus Platzmangel in eine Burg zieht. Daraufhin beschließen die Schüler (alles Jungs, das Mädcheninternat befindet sich auf Schloss Rosenfels), auch so ritterlich zu sein. Schrecklich tugendhaft waren sie, aber es war witzig zu lesen. Mehr als 20 Bücher sind in dieser Reihe erschienen, ich habe sie alle gelesen.

  • Burg Schreckenstein habe ich auch gelesen, jedoch nur 1-2 Bücher. Was ich etwas länger durchgehalten habe, war die "Pizza-Bande", das kennt man heute kaum noch.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Hatte zwar auch einmal ein Buch gelesen mit "Burg" im Titel, aber im Moment bekomme ich nicht mehr zusammen, was es war. (Burg Sieben?????)


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  • So ein schönes Thema und ich sehe nirgens die drei ??? auftauchen! Der gute Alfred H. füllte mit seinen Geschichten um Justus, Peter und Bob doch einige meiner frühen Abendstunden ...

    Ein Wolf ist vielleicht nicht so stark wie ein Bär oder ein Löwe ... aber ein Wolf tanzt niemals im Zirkus! (anonym)

  • Die drei ??? gingen lange, lange Zeit an mir vorbei. Ich erinnere mich dass ich in einem Buchladen mal ein Buch davon gesehen habe (da war ich so 10-14 jahre alt) und ich nicht wusste was das sein soll. Das erste Hörspiel habe ich dann erst ca. 2002-2004 gehört. Da habe ich mir bei ebay 2-3 alte Platten aus der Serie geholt.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Hmm, ich habe leider nie die Zeit gefunden, mir die ???-Hörspiele endlich mal anzuhören, obwohl ich ja alle inzwischen auch als MP3 habe, damit ich endlich die platzfressenden MCs los wurde. Aber irgendwann kommt mal die Zeit.


    Ach ja, was das Buch mit dem "Burg" im Namen angeht, so ist es mir inzwischen wieder eingefallen. Und zwar handelte es sich um das Buch "Spuk auf Schloss Siebenbrück" von - tataaaah - Rolf Ulrici. Von Rolf Ulrici hatte ich etliche Bücher, denn der hatte wahnsinnig viel geschrieben. Unter anderem auch die beiden Titel "Käpt'n Konny auf hoher See" und "Käpt'n Konny und der Seeteufel" aus der Käpt'n-Konny-Reihe, die ich besaß. Gerade an das Buch mit dem Seeteufel kann ich mich noch lebhaft erinnern, weil die Beschreibung sehr prägend war. Und zwar handelte es sich bei dem Seeteufel um eine gehörnte Bugfigur, bei der der Kopf nicht nur dauernd mit einem klickenden Geräusch nickte, sondern auch die Augen rot beleuchtet werden konnten. Konny sah diese Figur an einem anderen Segelboot und hätte sie gerne erworben. Aber sie war unverkäuflich. Der Bootsbesitzer forderte Konny aber zu einer kleinen Regatta heraus. Wer sie gewinnt, erhält den Seeteufel als Preis. Die Regatta war so spannend beschrieben wie ein Krimi. Als ich dann viele Jahre später das erste Mal selbst segelte, war es fast wie in dem Buch - nur der klickend-nickende Seeteufel war nicht da ...


    Und was mir außerdem noch einfiel: Viele meiner damaligen Bücher waren 'Schneiderbücher', denn Schneider hatte damals ein riesiges Angebot, was Jugendbücher anging. Als ich vor kurzem mal in einem Web-Antiquariat stöberte, fand ich sogar mein "Silberschweif"-Buch "Wer rettet Silberschweif?" wieder. Es gab nämlich eine Fernsehserie namens "Poly - Abenteuer eines Ponys", in der es um ein kleines dunkles Pony mit hellen Haaren ging. Ein paar Bücher zur TV-Serie wurden als "Poly"-Bücher veröffentlich, die meisten aber unter dem Titel "Silberschweif". Warum, wissen die Götter. Autorin aller "Silberschweif"-Bücher war Cecile Aubrey. In der Jugendbuchszene damals auch ein sehr bekannter Name.


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  • Enid Blytons 5 Freunde, Abenteuer, die Schwarze Sieben.... Die drei ???, Was Ist Was, Comics... mehr weiß ich nicht mehr.

    R.I.P. Steve Jobs, Robin Williams, Udo Jürgens, Demis Roussos, Joe Cocker, Richard von Weizsäcker, Leonard Nimoy, Christopher Lee, Omar Sharif, Satoru Iwata, Helmut Schmidt, Achim Mentzel, David Bowie, Prince , Muhammad Ali, Götz George, Bud Spencer, Walter Scheel, Tamme Hanken, Manfred Krug, Robert Vaughn, George Michael, Carrie Fisher, John Hurt, Roger Moore, France Gall, Aretha Franklin, Burt Reynolds, Montserrat Caballé, Stan Lee, Doris Day, Karel Gott, Ariane Carletti & Jan Fedder !