Verschollene deutsche Filme gesucht!

  • " Meine Herren Söhne " (1945 ) fehlt mir auch noch in meiner Sammlung , der Film ist aber nicht verschollen.


    Nein, das ist er nicht - ich habe ihn ungefähr 8 mal auf DVD. Aber eben nur in schlechter Qualität.
    In Deutschland wurde er nur einmal in der ARD ausgestrahlt (1961)
    Sollte er aber in jüngster Zeit im ORF ausgetrahlt worden sein, wäre die Qualität sicherlich akzeptabel.

  • Wahrscheinlich kennt ihr es schon, aber ich hab hier ein Forum gefunden wo Sammler ihre Filme auflisten, ggf sind dort einige seltene oder als verschollen geglaubte Filme dabei?


    http://www.filmscoremonthly.co…67045&forumID=7&archive=0


    Achja - habt ihr was dagegen wenn ich den ersten Beitrag von Quax (bzw.hast vorallem du was dagegen) strukturiere und jeweils aktualisiere, genau wie die Listen über Bergfilme, Paukerfilme usw. damit wir einen sauberen Überblick bekommen, was verschollen ist (bzw. in Klammern wo was sein könnte oder ist, aber nicht zugänglich)? Was ich im Netz gesehen habe gibt es Produktionen bis in die 60er Jahre hinein, die als verschollen gelten.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • "Mädels von heute" (D-1933)


    Regisseur: Herbert Selpin
    Produktionsfirma: Matador-Film GmbH (Berlin)
    Uraufführung: 30. November 1933
    Darsteller:


    Viktor de Kowa
    Lily Rodien
    Leni Sponholz
    Anni Markart
    Oscar Sabo
    Aribert Mog
    Lilo Hartmann
    Paul Henckels


    Hat jemand den Film? Er ist "verschollen".



    Nachtrag:


    Der Film sollte in 16mm in Deutschland existieren.

  • Das Problem ist, dass Filmarchive aus Deutschland keine guten Kontakte zu anderen Archiven haben. Ausserdem ist die Filmpolitik des Bundesarchivs völlig dilletantisch. Dort werden Nitrofilmbestände einfach mit "HEUTIGEN" technischen Mitteln auf Polyester umkopiert und die Originale einfach "VERNICHTET". Für immer zerstört aus Sicherheitsgründen. Es stimmt, dass Nitromaterial schnelle entflammbar ist aber das Bundesarchiv ist einfach nur zu faul ein spezielles Nitroarchiv anzulegen. Das österreichische Filmarchiv geht hier mit gutem Beispiel voran. Letztes Jahr wurde dort ein eigener Nitrobunker erbaut. Auch nimmt das österr. Filmarchiv Nitrofilmmaterial aus Deutschland und anderen Ländern oft gerne entgegen um einer Vernichtung zu entgehen. Denn erstens sind Originale eben Originale und von der Bild und Tonqualität besser als eine "heutige" Umkopierung und zweitens wer weiß heute schon mit welchen forgeschrittenen technischen Mitteln in einigen Jahrzehnten oder Jahrhunderten Filme umkopiert werden können...


    http://filmarchiv.at/show_cont…d=390&menuaction=closeall


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    "Wer mit seinem Volk nicht Not und Tod teilen will,
    der ist nicht wert, dass er mit ihm lebe."

    (Jean Paul, 1763-1825, deutscher Schriftsteller)


    Einmal editiert, zuletzt von Quax ()

  • Quax :


    Du schreibst mir aus der Seele, Quax. Ich wünschte, mehr Menschen wären über diese unseelige Kassationsthematik orientiert, sodass man erfolgreich dagegen protestieren könnte. Es ist eine Sauerei, wie das Bundesarchiv als Sachwalterin des deutschen Filmerbes mit diesen Beständen umgeht, ein nicht-wiedergutzumachendes Sakrileg gegenüber kommenden Generationen :(
    Wenn man mehr Zeit hätte, müsste man in Zeitschriften wie Der Archivar oder anderswo ganz gezielt diese Vernichtung von Film- und auch Fotobeständen anprangern. Nur bezweifle ich, dass das Aussicht auf Erfolg hätte, da die Mühlen der Bürokratie langsam mahlen, und zum zweiten macht man in dem Fall natürlich erhebliche Minuspunkte bei den Personen, mit denen man im Bundesarchiv Kontakt hatte - zumal wenn man dort noch häufiger arbeiten will.


    Dieses Thema macht mich fertig.

  • Ja, so sieht die Realität in Deutschland aus. Ein Filmarchivar verdient auch nicht viel. Habe nämlich selbst eine kurze Zeit in einem gearbeitet. Viel Arbeit für wenig Geld. Sogar als Chef wird man dort nicht wirklich hoch entlohnt. Deshalb möchten sehr wenige Leute längerfristig dort arbeiten. Sicher ein recht interessanter Job, aber auf die Dauer... Das deutsche Bundesarchiv soll ja fast nur aus Mitarbeitern bestehen die keine Ahnung vom Film haben. Ja technisch schon ein wenig aber geistig sicher nicht...


    "Wer mit seinem Volk nicht Not und Tod teilen will,
    der ist nicht wert, dass er mit ihm lebe."

    (Jean Paul, 1763-1825, deutscher Schriftsteller)


  • Wurden die Filme damals eigentlich nur für eine einmalige Kinoaufführung (also viele Aufführung in einer gewissen einmaligen Spanne) konzipiert oder gab es schon damals Wiederaufführungen von beliebten Filmen? Das Umschneiden der Werke (ohne das Original zu archivieren) und die vielen verschollenen Filme lassen darauf schließen, dass die Filme nur für diese eine Kinoaufführungs-Welle gedacht war. Kann das sein?

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Schon damals gab es Wiederaufführungen. Da wurden die jeweiligen Filmkopien wieder angefordert. Wenn die Verleihkopien schon stark abgenützt waren wurden sie, soweit original Negative vorhanden, neu gezogen. Die Kopien blieben meistens nur für die Zeit in der die Filme auch gezeigt wurden ins den Kinos, dann kamen sie wieder ins Archiv zurück. So wird das meistens auch noch heute gehandhabt. Natürlich gab es auch hier und da kleine Kinobetreiber die sich eine Kopie unter den Nagel gerissen haben und eine neue anforderten... Auch Zensurentscheidungen im Nationalsozialismus sind Schuld daran, dass viele Filme heutzutage als verschollen gelten... z.B. "Die Drei von der Tankstelle" aus dem Jahre 1930 wurde im Nationalsozialismus verboten ist aber nicht verschollen. (Zensurbegründung: Die Filme sind geeignet, die öffentliche Ordnung zu gefährden und das nationalsozialistische Empfinden zu verletzen, da sie den an einen deutschen Film zu stellenden Anforderungen nicht mehr entsprechen), wie auch z.B. diese:





    In der Zeit des Nationalsozialismus verbotene deutsche Filme:


    * Anders als die Andern (Richard Oswald, 1919)
    * Die Büchse der Pandora (Georg Wilhelm Pabst, 1929)
    * Die Drei von der Tankstelle (Wilhelm Thiele, mit Heinz Rühmann, 1930)
    * Die Dreigroschenoper (Georg Wilhelm Pabst, 1931)
    * Frau im Mond (Fritz Lang, 1929)
    * Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt (Slatan Dudow, 1932)
    * M (Fritz Lang, 1931)
    * Mutter Krausens Fahrt ins Glück (Phil Jutzi, 1929)
    * Voruntersuchung (Robert Siodmak, 1931)
    * Westfront 1918 (Georg Wilhelm Pabst, 1930)
    * Das erste Recht des Kindes (Fritz Wendhausen, 1932)


    ab 1933 fertiggestellte Filme


    Jahr des Verbots durch die Filmprüfstelle:


    1933


    * Ganovenehre (Regie: Richard Oswald, Herstellungsjahr: 1933)
    * Hans Westmar (Franz Wenzler, 1933; erst nach völliger Umarbeitung zugelassen)
    * Moral und Liebe (Georg Jacoby, 1933)
    * Taifun (Robert Wiene, 1933; unter dem Titel „Polizeiakte 999“ 1934 wieder zugelassen; die ursprüngliche Fassung war nur zur Vorführung im Ausland zugelassen)
    * Das Testament des Dr. Mabuse (Fritz Lang, 1932/33; deutsche Erstaufführung 1951)


    1934


    * Der Adjutant seiner Hoheit (Martin Fric, 1933)
    * Zwei Genies (Detlef Sierck, 1934)


    1935


    * Ein Kind, ein Hund, ein Vagabund (Arthur Maria Rabenalt, 1934)
    * Die Liebe siegt (Georg Zoch, 1934)
    * Spione am Werk (Gerhard Lamprecht, 1933)
    * Das Stahltier (Willy Zielke, 1935)


    1936


    * Hände aus dem Dunkel (Erich Waschneck, 1933)
    * Wege zur guten Ehe (Adolf Trotz, 1933)
    * Die Erbschaft (Karl Valentin, 1936)


    1937


    * Ein Lied geht um die Welt (Richard Oswald, 1933)
    * Lachende Erben (Max Ophüls, mit Heinz Rühmann, 1933)
    * Starke Herzen (Herbert Maisch, 1937, deutsche Uraufführung 1953 unter dem Titel „Starke Herzen im Sturm“), verboten wegen seines nach Ansicht von Goebbels zu traditionellen, bürgerlichen, nicht dem völkischen Zerrbild der jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung verpflichteten Antikommunismus


    1938


    * Altes Herz geht auf die Reise (Carl Junghans, 1938 ), verboten wegen Darstellung ländlichen Elends
    * Das Leben kann so schön sein/Ultimo (Rolf Hansen, 1938 ), verboten wegen Darstellung der Wohnungsnot (deutsche Uraufführung 1950 unter dem Titel „Eine Frau fürs Leben“)
    * Preußische Liebesgeschichte (Paul Martin, 1938, deutsche Uraufführung 1950 unter dem Titel „Liebeslegende“)
    * Der Spieler (Gerhard Lamprecht, 1938 )


    1939


    * Ab Mitternacht (Carl Hoffmann, 1938 )
    * Abenteuer in Marokko (Leo Lapaire, 1939)
    * Abenteuer in Warschau (Carl Boese, 1937)
    * Andere Welt (Marc Allégret, 1937)
    * August der Starke (Paul Wegener, 1936)
    * Friesennot (Peter Hagen = Willi Krause, 1935; 1941 unter dem Titel „Dorf im roten Sturm“ wieder zugelassen)
    * Die Katz' im Sack (Richard Eichberg, 1935)
    * Kitty und die Weltkonferenz (Helmut Käutner, 1939)
    * Die klugen Frauen (Jacques Feyder, 1935)
    * Der Kurier des Zaren (Richard Eichberg, 1936)
    * Die Reiter von Deutsch-Ostafrika (Herbert Selpin, 1934)
    * Varieté (Nikolaus Farkas, 1935)


    1941


    * Dreimal Hochzeit (Géza von Bolváry, 1941)
    * Wer küsst Madeleine? (Viktor Janson, 1939)


    1942


    * Der 5. Juni (Fritz Kirchhoff, 1942)
    * Mit den Augen einer Frau (Karl Georg Külb, 1942)
    * Die See ruft (H. F. Köllner, 1942)


    1943


    * Alles aus Liebe (Hubert Marischka, 1942, deutsche Uraufführung 1949)
    * Am Ende der Welt (Gustav Ucicky, 1943, deutsche Uraufführung 1956 unter dem Titel „Die Erbin der W“)
    * Besatzung Dora (Karl Ritter, 1943)
    * Panik (Harry Piel, 1943)
    * Titanic (Herbert Selpin, Werner Klingler, 1943), nur zur Vorführung im Ausland zugelassen; deutsche Erstaufführung 1950


    1944


    * Freunde (E. W. Emo, 1944, deutsche Uraufführung 1950)
    * Große Freiheit Nr. 7 (Helmut Käutner, 1944), nur zur Vorführung im Ausland zugelassen (Uraufführung in Prag; deutsche Erstaufführung 1953)
    * Die heimlichen Bräute (Johannes Meyer, 1944)
    * Intimitäten (Paul Martin, 1944)
    * Jan und die Schwindlerin (Hans Weißbach, 1944)
    * Jugendliebe/Übers Jahr, wenn die Kornblumen blühen (Eduard von Borsody, 1944, deutsche Uraufführung 1947)
    * Eine kleine Sommermelodie (Volker von Collande, 1944)
    * Melusine (Hans Steinhoff, 1944, unaufgef)
    * Moselfahrt mit Monika (Roger von Norman, 1944)
    * Der verzauberte Tag (Peter Pewas, 1944), verboten wegen Beamtenkritik (deutsche Uraufführung 1952)


    1945


    * Erzieherin gesucht (Ulrich Erfurth, 1945), Uraufführung 1950
    * Der Mann, dem man den Namen stahl (Wolfgang Staudte, 1945)
    * Via mala/Die Straße des Bösen (Josef von Báky, 1945), nur für die Vorführung im Ausland zugelassen; deutsche Erstaufführung 1948
    (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/L…ialismus_verbotenen_Filme)


    "Wer mit seinem Volk nicht Not und Tod teilen will,
    der ist nicht wert, dass er mit ihm lebe."

    (Jean Paul, 1763-1825, deutscher Schriftsteller)


    11 Mal editiert, zuletzt von Quax ()

  • Welche frühen deutschen bzw. österreichischen Tonfilme (1929-1933) sind bis dato verschollen und würden euch besonders interessieren. Also welche davon sucht ihr schon sehr lange? (weil tolle Schauspieler mitspielen, interessante Thematik, etc...) Einfach eine Filmliste...


    "Wer mit seinem Volk nicht Not und Tod teilen will,
    der ist nicht wert, dass er mit ihm lebe."

    (Jean Paul, 1763-1825, deutscher Schriftsteller)


  • Ich würde sehr sehr gerne mal "Der Theodor im Fußballtor" sehen. Ist zwar aus den 50ern, trotzdem sicher ein interessanter Film. Allein schon wegen Lingens Schlager, der aus diesem Film stammt.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Welche frühen deutschen bzw. österreichischen Tonfilme (1929-1933) sind bis dato verschollen und würden euch besonders interessieren. Also welche davon sucht ihr schon sehr lange? (weil tolle Schauspieler mitspielen, interessante Thematik, etc...) Einfach eine Filmliste...

    Mich würden vor allem dokumentarische Filme, Wochenschauen usw. interessieren, die verschollen sind.
    An Spielfilmen: Das Schönheitsflecken (1936, Rolf Hansen), da in Farbe gedreht.

  • Ich habe das so gemeint. Es gibt ja so viele verschollene Filme in der Zeitspanne von denen sicher einige nicht so besonders sind und deshalb auch wenige Leute interessieren. Deshalb meine Frage an euch: Welche verschollenen Tonfilme von 1929-1933 von denen ihr schon positive Sachen gelesen oder gehört habt, wären es für euch besonders wert gefunden zu werden. Was für Filme sind eure "TOP Lost-Films"???
    z.B.: "Es wird schon wieder besser" (D-1932) mit Heinz Rühmann und Dolly Haas...


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    (Jean Paul, 1763-1825, deutscher Schriftsteller)


  • Ich muss sagen dass mir im Moment keine Filme einfallen die ich unbedingt sehen muss. Prinzipiell ist jeder Film der damaligen Zeit, der als verschollen gilt, wertvoll. Einfach weil er ein individuelles Zeitzeugnis darstellt.


    Hier
    http://de.wikipedia.org/wiki/Verschollener_Film
    ist unter dem Punkt "Fast verlorene Filme" folgender Satz aufgeführt:


    Zitat

    Viele bedeutende Stumm- und Tonfilme existieren nur in einer einzigen Kopie in Museen, Archiven und Privatsammlungen – als einzige Kopien, die nicht weiterkopiert oder digitalisiert wurden.


    Das finde ich bemerkenswert. Ist es wirklich so, dass von manchen Filmen nur EINE Kopie existiert? Das kann ich mir kaum vorstellen. Soweit Kopien existieren, könnten es doch durchaus 2-3 sein bei manchen verschollenen Filmen? Schließlich wurden für die Kinos mehrere damals hergestellt.


    Interessant finde ich in diesem Artikel zudem, dass damals Filme und Filmreste an Privatleute für Heimkinos verkauft wurden. Das ist ein Punkt, der zeigt, dass große Chancen bestehen, Filme noch in Privatsammlungen, Privatarchiven und/oder Keller/Dachböden zu finden. Die Frage ist nur, wie lange das Material hält. Wenn es professionelle Sammler sind, die auch wissen, was sie in ihrer Sammlung haben, dann werden diese sicher hochwertige Kopien anfertigen, damit die Filme nicht verloren gehen. Trotzdem werden viele ihre "Schätze" nicht einfach so heraus rücken.

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    André Gide