Große Freiheit Nr. 7 (D, 1943)

  • Ich habe den Film gestern das erste Mal gesehen, einerseits weil ich schon viel positives darüber gehört habe, andererseits weil mich die frühen deutschen Farbfilme sehr interessieren. Hans Alber finde ich natürlich auch super ;-)


    Den Film fand ich richtig gut gemacht, man merkt, wie Käutner mit der Farbe spielte und sie bewusst einsetzte. Die Handlung war auch gut und im Vergleich zu den eher seichten 50er-Jahre-Filmen ("Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" mit Albers und Rühmann finde ich beispielsweise etwas langweilig) war der Film spannend und gut inszeniert. Am besten Fand ich das Ende, da es nicht so hollywood-kitschig gemacht wurde.




    Henry Vahl mit Ausschnitt aus dem Film


    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Kann ich nur empfehlen! Ich hoffe ja stark, dass ich bald auch noch die anderen frühen deutschen Farbfilme zu Gesicht bekomme. Einen soll es ja geben, der in Prag spielt ("Lichter der Stadt" oder so?). Kolberg kenne ich ansonsten noch. Mal abgesehen von der Hand voll Farbfilme aus den frühern 40er Jahren gibt es glaube ich erst wieder in den 50er Jahren deutsche Farb-Unterhaltungsfilme.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Kann den Film auch nur empfehlen. Gehört mit zu den besten Hans-Albers-Filmen.


    "RTL macht im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht mehr Fernsehen, sondern Gewinn. Das Programm wird nur billigend in Kauf genommen."

    (Geert Müller-Gerbes, Journalist & TV-Moderator)


    "Die Zuschauer sind gar nicht so dumm, wie wir sie mit dem Fernsehen noch machen werden."
    (Hans-Joachim 'Kuli' Kulenkampff, Schauspieler & Quizmaster)


  • Den ersten deutschen Farbfilm gab es bereits 1931
    "Bunte Tierwelt" Filmaufnahmen vom Tierpark Hagenbeck Hamburg in Agfacolor


    1936 folgte der erste Kurzspielfilm " Das Schönheitsfleckchen"


    Richtig los ging es aber erst 1941 mit dem Spielfilm:" Frauen sind doch bessere Diplomaten"


    es folgten: „Die goldene Stadt“ (1942), „Das Bad auf der Tenne“ (1943), „Immensee“ (1943), „Münchhausen“ (1943), „Die Frau meiner Träume“ (1944), „Große Freiheit Nr. 7“ (1944), „Opfergang“ (1944) und „Kolberg“ (1945)
    Die beste Qualität hat für mich der Film: "Die Fledermaus" von 1945
    Dieser Film übertraf in der Qualität noch viele Filme der 50er Jahre
    Aber auch "Münchhausen" ist nach der Überarbeitung von der Qualität sehr gut

    Allseitiger Unbeliebtheit erfreuen sich Deutsche, die über ein Gedächtnis verfügen und Geschichtskenntnisse besitzen.


    © Wilhelm Schwöbel (1920 - 2008), deutscher Zoologe und Aphoristiker

  • Auch interessant ist der kleine Kurzfilm in Farbe (Agfa-Color) den Heinz Rühmann für Joseph Goebbels im Jahre 1940 mit seinen Kindern drehte.
    Zu sehen sind die Goebbelskinder und Goebbels Frau. (dauert ca. 12 Min.)


    Ob Rühmann den Film drehen wollte oder musste lässt sich heute nicht mehr klären. Wahrscheinlich ein kleiner Gefallen...


    "Ein Deutscher, der sein Vaterland abstreift, wie einen alten Rock, ist für mich kein Deutscher mehr."
    (Otto von Bismarck, 1815-1898, erster Reichskanzler des Deutschen Reiches)


  • Stimmt, der Farbfilm ist auch recht bekannt und wird auch gerne in Dokumentationen gezeigt. Aber interessant dass es bereits in den frühen 30er Jahren einen deutschen Dokumentarfilm gab und später sogar einen Farb-Kurzfilm. Ein spannendes Thema!


    "Münchhausen" hatte ich fast vergessen zu erwähnen, natürlich auch ein großer Klassiker. Den habe ich mir vor einigen Jahren mal angeschaut.


    Nach '45 war dann erstmal schluss mit deutschen Farbfilmen? Wann ging es denn weiter? Erst mit dem "Schwarzwaldmädel"?

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Ja, das "Schwarzwaldmädel" (D-1950)war dann nach dem Krieg der erste Spielfilm in Farbe. (Der Heimatfilmklassiker der 50er).


    Der erste Farbspielfilm mit Rühmann als Darsteller war "Briefträger Müller" (D-1953). (Da konnte das Publikum Rühmann das erste Mal in Farbe auf der Leinwand sehen).


    Von den Farbfilmen der 40er (bis 45) habe ich alle bis auf "Das Leben geht weiter). Die Fledermaus ist von der Farbe her einmalig. Es gibt noch Filme bis in die 2000er Jahre die qualitativ nicht an den herankommen... (Es lebe AGFA-Color)...


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  • Wow, tolle Sammlung. Aber auf DVD sind bisher glaube ich nur die Albers-Filme erschienen? Kolberg wurde glaube ich nur mal auf ARTE gezeigt vor einigen Jahren, auf DVD wirds den unkommentiert vermutlich nicht so schnell geben.

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    André Gide

  • Ja, "Kolberg" wurde bis jetzt nur einmal (ungeschnitten) in den 90ern auf ARTE gezeigt.
    Habe ihn damals aufgenommen (auch die Dokus vor und nach dem Film).


    Ich verstehe eigentlich nicht, warum dieser Film nicht schon längst auf DVD herausgebracht wurde.
    Der Film ist ein ganz normaler patriotischer Film - amerikanische Filme dieser Art werden zu Millionen verkauft - und niemand regt sich auf.
    Ich meine wenn man "Wunschkonzert" (D-1940), "Die große Liebe" (D-1941/42), "Zwei in einer großen Stadt" (D-1941/42) und in den USA "Jud Süß" (D-1940) und "Ohm Krüger" (D-1941) auf DVD herausbringt (alles wirkliche Propagandafilme) dann verstehe ich nicht warum man bei "Kolberg" sich nicht traut....


    Man wird heute wiedermal bevormundet...


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    (Otto von Bismarck, 1815-1898, erster Reichskanzler des Deutschen Reiches)


  • Ja, das ist wirklich schade. Das ist ja auch offiziell oder? Es geht ja nicht darum, dass einfach keine Firma Interesse an einer solchen Veröffentlichung hat, sondern den Film darf man meines Wissens nur unter bestimmten Auflagen zeigen bzw. veröffentlichen?

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    André Gide

  • "Kolberg" wird von der FSK und der Murnau-Stiftung als "Vorbehalts-Film" bezeichnet.


    >>> Dieser Film gehört zu einem Kontingent von ca. 40 Titeln aus dem Rechtebestand der Murnau-Stiftung, die unter sog. Vorbehalt stehen. Vorbehaltsfilme (VB-Filme) sind vorwiegend Propagandafilme aus der Zeit des Dritten Reichs, deren Inhalt kriegsverherrlichend, rassistisch oder volksverhetzend ist, denen z.T. die Freigabe der Freiwillige Selbstkontrolle (FSK) verweigert wurde und die auf Beschluss des Kuratoriums der Murnau-Stiftung von ihr nicht gewerblich ausgewertet werden. Stattdessen kommen diese Filme in geschlossenen Veranstaltungen – etwa im Rahmen der politischen Bildungsarbeit – zum Einsatz. Hier werden sie von kompetenten Referenten eingeführt und anschließend mit dem Publikum diskutiert. Veranstaltungen mit Vorbehaltsfilmen führt im Auftrag der Murnau-Stiftung das Kölner Institut für Kino und Filmkultur durch. Eine Sichtung von Vorbehaltsfilmen für wissenschaftliche Zwecke ist auch – nach vorheriger Terminvereinbarung - direkt bei der Stiftung möglich. <<<
    (QUELLE: www.murnau-stiftung.de)


    Ja so ist das in Deutschland...


    "Ein Deutscher, der sein Vaterland abstreift, wie einen alten Rock, ist für mich kein Deutscher mehr."
    (Otto von Bismarck, 1815-1898, erster Reichskanzler des Deutschen Reiches)


  • Wirklich schade... naja so ist es eben in der Bundesrepublik :-) Zumindest wurde der Film schon einmal gesendet und ist von daher nicht komplett unzugänglich. Ui ich habe gerade gesehen dass es "Die goldene Stadt" schon länger auf DVD gibt, aber offenbar einige Mängel vorhanden sind, was die Bildqualität anbelangt...

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    André Gide

  • Folgende Vorbehaltsfilme wurden schon im TV gezeigt:


    "Kolberg"
    "Wien 1910"
    "Carl Peters"


    oder noch mehr?


    ausserdem dem noch Propagandafilme:


    "Zwei in einer großen Stadt"
    "Die Degenhardts"
    "Auf Wiedersehn, Franziska"
    "Das Fähnlein der sieben Aufrechten"


    .... und noch mehr...


    "Ein Deutscher, der sein Vaterland abstreift, wie einen alten Rock, ist für mich kein Deutscher mehr."
    (Otto von Bismarck, 1815-1898, erster Reichskanzler des Deutschen Reiches)


  • Stattdessen kommen diese Filme in geschlossenen Veranstaltungen – etwa im Rahmen der politischen Bildungsarbeit – zum Einsatz. Hier werden sie von kompetenten Referenten eingeführt und anschließend mit dem Publikum diskutiert.

    Ich kann mich auch noch daran erinnern, daß ein Geschichtslehrer von mir sich prinzipiell geweigert hat, original Wochenschauen aus dem Dritten Reich im Schulunterricht vorzuführen. Er meinte, er wäre dann dazu verpflichtet, alle paar Momente den Film anzuhalten und einen Kommentar dazu abzugeben, und das wollte er verständlicherweise nicht.

  • Von den Farbfilmen der 40er (bis 45) habe ich alle bis auf "Das Leben geht weiter). Die Fledermaus ist von der Farbe her einmalig. Es gibt noch Filme bis in die 2000er Jahre die qualitativ nicht an den herankommen... (Es lebe AGFA-Color)...

    Hallo allerseits.
    Ich bin eben auf das Forum gestoßen und habe mich mal angemeldet, da mich vor allem deutsche Farbfilme (siehe mein Nick) besonders interessieren. Mir ist aufgefallen, dass der unvollendete Film Das Leben geht weiter hier von mehreren Postern als Farbfilm behandelt wird.
    @sk: Es tut mir leid, Deine in dem Thread Screenshot Quiz geäusserten Hoffnungen enttäuschen zu müssen, aber meines Wissens wurde Das Leben geht weiter als Schwarz-Weiß-Film gedreht. Ich habe keine Ahnung, woher die häufig auftauchende Behaupung stammt, der Film sei in Farbe gewesen. Soweit ich weiß, ist kein einziger Meter Farbfilm für diesen Streifen gedreht worden.
    Gruß,
    Deutsche_Farben

  • Herzlich Willkommen in unserem Forum Deutsche_Farben! Auf eine gute Zeit! :-)


    Vielen Dank für die Informationen. Vermutlich ging ich einfach davon aus, weil bereits Kolberg ein Farbfilm war und das in meinen Augen dann nur logisch ist, den nächsten "großen" Progapandafilm ebenfalls in Farbe zu drehen. Ob dieses Thema in der gleichnamigen Dokumentation angesprochen wird, weiss ich gerade gar nicht.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide