Gedichte

  • Hier wendet sich der Gast mit Grausen:

    "So kann ich hier nicht ferner hausen,

    Mein Freund kannst du nicht weiter sein,

    Die Götter wollen dein Verderben,

    Fort eil ich, nicht mit dir zu sterben."

    Und sprachs und schiffte schnell sich ein.


    (der Schiller zum Tage)


    :)


    ;)

  • Von Rainer Maria Rilke finde ich gut:

    Der Panther


    Joachim Ringelnatz schrieb ein Liebesgedicht:

    Ich habe dich so lieb


    Ob ich selbst Gedichte schreibe?

    Das muss ich verneinen.

    Kann nicht dichten, und auch gar nicht reimen.

    Ist jetzt auch schon viel zu spät,

    ich gehe jetzt dann auch ins Bett.

    An Euch alle: Gute Nacht!


    Hey- wehe Euch wenn einer lacht! ;)

  • Der hat aber schon was vom Ringelnatz. :):thumbup:

    Liebe ist wie die Ozonschicht: Man vermisst sie erst, wenn die nicht mehr da ist.

    Leslie Nielsen als Lt. Frank Drebin in "Die nackte Kanone"

  • Deine Frage hatte aber auch nicht viel von einem ganzen Satz. ;)


    Zu deiner Frage: Ich war der Meinung, dass Harpers Siebenzeiler am Ende dieses Beitrages von ihm selbst ist. Wenn nicht, so finde ich, hat er vom Stil her trotzdem was, das an Ringelnatz bzw. Heinz Erhardt erinnert.


    Ich weiß nicht, ob du es anders siehst.

    Liebe ist wie die Ozonschicht: Man vermisst sie erst, wenn die nicht mehr da ist.

    Leslie Nielsen als Lt. Frank Drebin in "Die nackte Kanone"

  • Ich habe eine Langversion des Gedichtes vorhin entdeckt.


    Das Heucheln lernen


    Vorwort:

    [Achja, die Welt ist soo schön

    Weil sich die Leute so verstehen.

    Alle, nur ich nicht, können sich vertragen.

    Warum? Mh. Wie soll ich das nur sagen?]


    1.) Ich hab’ nen kleinen Fehler

    den ich nicht bereu’

    egal was alle sagen

    ich bleib ihn immer treu.


    Das ich mich bessern soll

    Ja das legt man mir nahe,

    Aber nein das ist das erste

    woran ich spare.


    Blöderweise klagt alles,

    nur nicht mein Gewissen.

    Was das Problem jetzt ist,

    das wollen Sie sicher wissen?


    Schon in meiner Jugend

    War die Familie am zehren.

    Aber ich werde versuchen,

    es an einem Beispiel zu erklären


    2.) Es war in der Schule,

    vor langer, langer Zeit,

    den Jonathan, man schlug ihn,

    aus purer Bosheit.


    Nur weil er so dick war,

    ärgerte man ihn arg.

    Ich war der einzige, der sagte,

    daß ich ihn mag.


    Damit es auch Wirkung hat,

    tat ich es richtig.

    Nicht unter vier Augen,

    sondern für alle ersichtlich.


    Nun mußte ich mich öfters

    durch Rennen entfernen,

    vielleicht sollte ich doch (noch) beginnen,

    das Heucheln zu lernen?


    3.) Auch zu Hause

    hatte man es (sehr) schwer.

    (Nun,) Wenn Sie wollen,

    (dann) erzähle ich Ihnen mehr.


    Es ist schon ein Kreuz

    mit dieser harten Welt

    Gerade wenn man Ehrlichkeit

    als Priorität aufstellt


    Zum Beispiel unser Haustier

    Ich weiß bescheid

    Schon bei dem Tiere fängt an

    Was beim Menschen ausgereift


    Den ganzen Tag am Fauchen

    Und plötzlich dann ganz still

    Wenn sie schmusen

    Was zu essen oder vor die Türe will


    4.) So ging es nicht weiter

    Lachen mußt ich sehr

    Denn nicht lange hat’s gedauert

    Und die Katze war nicht mehr


    - evtl solo mit gelächter -


    Die Konsequenz aus

    Diesem Meisterstück

    Die Eltern schlugen mich

    Und es hieß ich sei verrückt


    Aber sagen wollten sie

    Die Katz’ wär’ auf der Straß' gestorben

    Als ich’s dann noch säubern sollte

    Ist’s mir zu viel geworden


    Ich sahs nicht ein

    Bald keiner sie erkannte

    Es wurde ganz schön heiß

    Als die ganze Wohnung brannte


    Die Mutter eine Hure

    Der Vater n’ korrupter Bänker

    Schiebt mich ab! Schiebt mich ab!

    Sonst werd ich zu Eurem Henker!


    5.) Sie schoben mich ab

    Es ging ins Kinderheim

    Doch auch hier war es schwer

    Weiterhin ehrlich zu sein


    Es waren harte Jahre

    Mit dem verlognen Pack

    Charakter mußt ich zeigen

    Kämpfen (mußt ich) den ganzen Tag.


    Zum Beispiel der Direx

    Dieser schmierige Lump

    Wollte mich stets fertig machen

    Ich gab ihm jeden Grund


    Zum Abschied fuhr ich dann

    Sein Auto gegen Laternen

    Vielleicht sollte ich doch (noch) beginnen

    Das Heucheln zu lernen?


    6.) Nach langer Zeit

    aus dem Jugendknast

    war ich endlich Frei

    doch ich wurd weiter abgestraft


    Egal ob es die Freundin ist

    Der Beruf, das Arbeitsleben


    Kumpels, die Verwandtschaft

    Es ist immer mein Bestreben


    Ehrlich zu sein, kost es was es will


    Lieber geh ich lachend unter

    Als dass ich sitze schweigend still


    Leckt mich doch am Arsch

    Fickt euch ins Knie


    Ihr könnt mich alle mal!

    Denn ändern werd ich mich nie


    Geht zu eurem Chef,

    den Eltern den Kollegen


    Kriecht euch in den Arsch

    Macht was ihr wollt

    Doch das ist nicht mein leben


    Das Heucheln werd ich nicht mehr lernen

    Dem könnt ihr sicher sein

    Ich setz ihn nicht auf

    Euren drecks Heiligenschein


    Zwar wird es dann so kommen

    Dass mich jedermann hasst

    Doch lieber frei und einsam

    Als klein und angepasst


    So wird es dann kommen

    Für andre eine Pein

    Für mich ein Hochgenuss

    Auf immer und ewig

    alleine zu sein.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide