Was habt ihr an den 70ern gehasst?

  • Was habt ihr an den 70ern gehasst? Was war bei euch damals besonders unbeliebt? Abgesehen mal von der Schule selbst. Aber vielleicht etwas, was während der Schulzeit war.


    Bei mir war es mal mit knapp 11 Jahren ein Friseurbesuch, wo mir der Friseur die Haare wirklich mecki-mäßig kurz schnitt - ein echter Stoppelschnitt. Und das in einer Zeit, wo lange Haare angesagt waren! Ich hatte fast Rotz und Wasser geheult, als ich zuhause im Spiegel sah, was der Scheren-Derwisch angerichtet hatte. Meine Eltern hatten mich nicht wie üblich begleitet, so dass er sich wohl gedacht hatte, er könne sich endlich mal an so einem langhaarigen Unsel austoben. War echt übel, denn ich wurde in der Schule tagelang "Glatzenkönig" gerufen - nicht gerade aufbauend, wenn man im Wachstum ist. Und auch nicht besonders hilfreich, wenn man versucht, seinen Stand in der Clique zu halten. X(


    Heute bin ich darüber immer noch sauer, wenn ich zurückdenke. Mir ist heute noch unbegreiflich, was der ultrakurze Haarschnitt sollte. Immerhin war es quasi unser 'Hausfriseur', zu dem wir immer hingingen und der eigentlich genau wusste, wieviel er abschneiden sollte. Möglicherweise durfte er am Vortag nicht 'über die Mama' und ich musste es halt ausbaden. Wer weiß? Aber das blieb mir bis heute immer noch nachhaltig in Erinnerung. Seitdem gebe ich millimetergenau vor, wie lang die Haare nach dem Schnitt sein müssen. Das kommt davon! :thumbsup:


    "RTL macht im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht mehr Fernsehen, sondern Gewinn. Das Programm wird nur billigend in Kauf genommen."

    (Geert Müller-Gerbes, Journalist & TV-Moderator)


    "Die Zuschauer sind gar nicht so dumm, wie wir sie mit dem Fernsehen noch machen werden."
    (Hans-Joachim 'Kuli' Kulenkampff, Schauspieler & Quizmaster)


  • gh : Jede Modeerscheinung hat halt seine Zeit. Mir ist das mal umgekehrt passiert. Es muss etwa 1988 gewesen sein. Ich war 16 und stand buchstäblich ohne Hose dar. Also lieh mir mein Vater eine von seinen. Eine echte Schlaghose aus den 70ern, die er selbst längst nicht mehr trug. Damit wurde ich zum Gespött der ganzen Schule.


    Wenige Jahre später kamen die Hosen wieder in Mode. Zu spät... ;(


    Was ich an den 70ern gehsst habe? So direkt eigentlich nichts, nur die eigenartigen Farbgebungen an Tapeten uind Gebäuden fand ich schon ehrer suboptimal.

  • Gehasst habe ich die damals auftauchenden Clogs. Hatte mir selbst mal ein Paar geholt und versucht, damit zu gehen. Bin mehrmals dermaßen umgeknickt, dass ich mir fast die Knöchel gebrochen hatte. Danach flogen sie in die Ecke - irgendwann waren sie einfach weg.


    "RTL macht im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht mehr Fernsehen, sondern Gewinn. Das Programm wird nur billigend in Kauf genommen."

    (Geert Müller-Gerbes, Journalist & TV-Moderator)


    "Die Zuschauer sind gar nicht so dumm, wie wir sie mit dem Fernsehen noch machen werden."
    (Hans-Joachim 'Kuli' Kulenkampff, Schauspieler & Quizmaster)


  • "gehasst" ist jetzt nicht der richtige Ausdruck und ich selbst bin ja noch zu jung, doch wenn ich heute "beim Filme suchen" auf die 70er zurück blicke, scheint dieses Jahrzehnt ein " Ein Jahrzehnt der filmischen Depression" zu sein, daher wäre "wundersam" eher der passende Ausdruck.


    In fast jedem Jahrzehnt finde ich eine zumindest kleine Fülle von 5 bis 10 und mehr "Romantischen Liebeskomödien", nur in den 70ern ist das nicht der Fall. Den einzigen Film, den ich halbwegs dazu zählen könnte, wäre der aus Deutschland kommende "Heimatfilm" von 1972 mit Jutta Speidel und Roy Black "Grün ist die Heide".


    1969 - Goldie Hawn & Walter Matthau (Die Kaktusblüte) - USA

    ist der Letzte vor der Depression

    und der Erste danach ist erst

    1980 - Ornella Muti & Adriano Celentano (Der gezähmte Widerspenstige) - Italien


    Dazwischen, so gut wie nichts.


    Die 70er Welle der Depression hat wohl die gesamte Filmwelt erfasst. Entweder ist etwas anderes untermalt, wie das Alberne bei der "Ist ja Irre" Reihe oder Gezoffe und mehr ins Kriminale färbend wie bei "Keiner killt so schlecht wie ich" oder die meisten sind vom "Drama" beseelt. Natürlich die "erotische Klamauk Welle" nicht vergessend.


    Doch eine "romantische Liebeskomödie" wie 1959 "Bettgeflüster" oder 1963 "Was diese Frau so alles treibt" scheint es in den 70ern nirgends gegeben zu haben. Erst in den 80ern schlagen sie wieder auf.


    Ob ich mit der Depression richtig liege, weiß ich nicht, doch irgendwas muss in dieser Phase ja gewesen sein, denn selbst "Harold und Maude" ist keine wirkliche romantische Liebeskomödie. Obwohl die Komik nicht zu kurz kommt, ist es in Sachen Liebe doch eher ein tragisches Drama.

  • Kurz und knapp:

    Die 70er waren albern - sowohl gesellschaftsmäßig als auch in der Kleidung.

    Beim Arbeitsmarkt gab es erste Rezessionen.


    Das Positive aber überwog

    Allseitiger Unbeliebtheit erfreuen sich Deutsche, die über ein Gedächtnis verfügen und Geschichtskenntnisse besitzen.


    © Wilhelm Schwöbel (1920 - 2008), deutscher Zoologe und Aphoristiker

  • Was war das Positive?

    Das persönliche Alter mit der dazugehörigen Lässigkeit

    Die Musik

    Der finanzielle Wohlstand - speziell bei meinen Eltern, denen es in den 70ern so gut ging wie seit dem Kriegsende nicht mehr

    Und ... die sexuelle Freizügigkeit inkl. der vielen Reisen auch ins Ausland

    Allseitiger Unbeliebtheit erfreuen sich Deutsche, die über ein Gedächtnis verfügen und Geschichtskenntnisse besitzen.


    © Wilhelm Schwöbel (1920 - 2008), deutscher Zoologe und Aphoristiker