Kein Halt in Freimann

  • Die Zeiten sind vorbei ;) Bei Wikipedia will ich mich nicht mehr einmischen. Wobei Khifm Relevanz für Wikipedia hat, weil dieses Projekt der Grund war, wieso mein Wiki-Eintrag NICHT gelöscht wurde, weil es damals überregionale Aufmerksamkeit erfahren hat (Bericht in der SZ usw)

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Man sollte eben schon was geleistet haben, ein öffentliches Interesse sollte bestehen. Sonst könnte jeder Alleinunterhalter sich einen eigenen Wikipedia-Artikel erstellen.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • "Kein Halt in Freimann" ist nach TKKG & Co. auf Kassette nun tatsächlich das allererste Hörspiel, welches ich mir als Erwachsener angehört habe und dementsprechend ungewohnt war es, nach langer Zeit wieder meine Fantasie zu bemühen. Wer weiß, vielleicht komme ich dadurch ja noch auf den Geschmack!

    In mir kam zu Anfang bereits die Frage auf, inwieweit die Geschichte autobiografische Züge enthält (natürlich in eine frühere Zeit verfrachtet), die in dem Interview von 2009 allerdings schon beantwortet wurde.

    Ich dachte immer, ich sei schon schlimm gewesen, was misanthropische Gedanken gerade in meiner Jugend betraf, aber Fränk übertrifft mich mit seinem extremen Dauer-Genervtsein wohl bei weitem, was mich irgendwie beruhigt. :) Trotzdem fand ich mich in vielen Gedanken des Protagonisten wieder. Aber der Autor muss schon zugeben, dass die Story insgesamt überaus...nun sagen wir pessimistisch und gegen Ende obendrein ziemlich brutal ausfällt, oder? ^^


    Dass für das Projekt so prominente Sprecher wie Hansi Kraus, Gerhard Acktun oder Eisi Gulp gewonnen werden konnten, davon hatte ich beim Anhören echt nicht die leiseste Ahnung und erfuhr das zu meinem Erstaunen erst hinterher. Alle Achtung! Dass die bei einer Punk-Geschichte mitmachen, würde man so ja erst mal nicht vermuten.


    Was die Musik angeht, finde ich sie als Soundtrack absolut passend, nur persönlich kann ich mit ca. der Hälfte nicht so viel anfangen, also auf das Gröhlen von Tobsi oder Mummys Darlings reagiere ich einfach generell allergisch. Gefallen haben mir allerdings die Lieder von Kafkas Orient Bazar, Kein Signal, Taxgas, Pock und The Gumbabies!

  • Wow - vielen Dank für die ausführliche Rückmeldung. Sowas freut mich natürlich immer sehr. Ich war letztes Wochenende in München und hatte ja den Dreh mit Paddy, hatte nur 3 Stunden schlaf und musste nach 3 anstrengenden Führungs-Tage und einen anstrengenden Dreh-Tag abends noch 2-3 Stunden Autobahn nach Hause fahren und war sehr müde. Und hatte erst nichts laufen, hab mir dann aber - doch wieder - "Kein Halt in Freimann" eingelegt, obwohl ich mir das Hörspiel die letzten 2-3 Jahre sicher schon 2-3 Mal angehört habe. Und bei den letzten 2 Male hatte ich schon gesagt, dass es mir so gut gefallen hat wie nie zuvor. Und diesmal war es wieder so. Und das soll kein Eigenlob sein. Das Hörspiel habe ich ja damals in erste Linie für mich gemacht und ich finds so krass, wieviel Dinge ich in "jungen Jahren" schon formuliert habe, die ich heute erst richtig verstehen bzw. zuordnen kann.


    Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich lange Zeit Kopfschmerzen hatte bei der Produktion, weil ich immer viel gearbeitet habeund abends haben wir dann noch aufgenommen. Auf die Sprecher bin ich sehr stolz. Sie sind auch sehr passend finde ich - was das "kantige" angeht. Besonders auch Erhard Hartmann, Jo Vossenkuhl, und natürlich Acktun und Kraus.


    Ja es ist brutal am Ende, aber genau so wars gedacht. Und es ist mal ne angenehme Abwechslung zu meinen bayrischen Hörspiele (die ich auch gerne mal zur Verfügung stelle).

    Was sich nicht gut rauslesen lässt - hat Dir das Hörspiel gefallen? So wie ich das lese - eher ja?

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    André Gide

  • Was das Autobiografische angeht: Da ist sicher einiges mit dabei, aber bei weitem nicht alles. Vielleicht 20-40%; vieles kenne ich aus meinem Umfeld, vieles allgemein aus der "Szene", auch aus Filmen inspiriert und ein bisschen was auch frei erfunden.


    Ich wurde noch nie auf das "Zitat" angesprochen - ganz am Ende des Hörspiels. Vor diesem Zitat der Monolog (vom Epilog) hab ich mal "am Stück" geschrieben als ich gerade im Zug oder in einer S-Bahn saß. Der kam mir so in den Sinn und der Monolog flasht mich bis heute immer wieder aufs Neue. Wie gesagt, soll kein Selbstlob sein, es ist eben meine Empfindung.


    Aufgrund der aktuellen Situation in der Gesellschaft bzw. der Entwicklung der letzten 20 Jahre (und mehr) kriege ich in letzter Zeit immer mehr Lust wieder ein Hörspiel zu schreiben, ganz im Stile von "Kein Halt in Freimann" - bisher fehld mir aber die Grundidee, wie ich das anpacken könnte thematisch. Soll ja auch nicht platt und plakativ sein.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Was sich nicht gut rauslesen lässt - hat Dir das Hörspiel gefallen? So wie ich das lese - eher ja?

    Ein Hörspiel anzuhören, war für mich ja zunächst eine neue Erfahrung, deswegen ging ich da ohne Erwartungen heran. Den Beginn und allgemein die Monologe fand ich sehr stark, die Geschichte selbst hat mich - das muss ich zugeben - nicht ganz so mitgezogen und erfüllt in meinen Augen eher einen Selbstzweck als Rahmen für die Botschaft, die Stimmung und was noch so alles transportiert wird.

    Bei Punk-Filmen ist es allerdings auch nicht anders, dass die Handlung eine untergeordnete Rolle spielt und man sie benötigt als Abgrenzung von einer reinen Dokumentation, aber das ist ja auch vollkommen in Ordnung, denn darum geht's nicht in erster Linie.


    Es liegt allerdings schon einige Wochen zurück, daher ist mir das Hörspiel gerade nicht mehr so präsent. Ich werde es mir auf jeden Fall ein zweites Mal mit anderen Ohren anhören (müssen).

  • Alles klar. Würde mich freuen wieder eine Einschätzung von Dir zu lesen. Das interessiert mich natürlich immer sehr. Das mit der Geschichte stimmt. Für mich geht der Plot aber hand-in-hand mit dem Rest (Stimmung, "Message" usw.). Aber klar, hier gehts nicht klassisch in erster Linie um die Handlung.

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    André Gide