Grimms Märchen

  • ja. ich hab die Gesamtausgabe irgendwo rumfahren... und ich hab alle Geschichten gelesen. Waren viele dabei, die man so eigentlich nicht kennt. War spannend.


    Die Hälfte oder mehr davon hab ich aber schon wieder vergessen.


    Unser damaliger Deutschlehrer hat immer zu uns gesagt, dass wir, wenn wir ein Studiu der Germanistik oder generell der Literatur aufnehmen wollen, sollten wir die Bibel und Grimms Märchen gelesen haben, da viele Romane auf diesen Geschichten aufbauen. Also hab ich das gemacht. Bei der Bibel bin ich aber nicht so weit gekommen ;)

  • Gestern habe ich einen Fund gemacht, der zeigt, wie modern „Grimms Märchen“ heute wieder sind:

    Zitat

    Es waren einmal drei Brüder, die waren immer tiefer in Armuth gerathen, und endlich war die Noth so groß, daß sie Hunger leiden mußten und nichts mehr zu beißen und zu brechen hatten.


    :D

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Ich habe auch eine Gesamtausgabe und ich glaube auch jedes Märchen mindestens einmal gelesen, aber natürlich hat man so seine Lieblinge. Ich mag zum Beispiel Allerleirauh sehr gerne, gehört aber zu den nicht ganz so berühmten Geschichten. Allerdings schaue ich weitaus häufiger in meine Gesamtausgabe der Märchen von Hans Christian Andersen herein - sie sind länger, sprachlich für meinen Geschmack ansprechender und haben auch nicht immer ein glückliches Ende, genau genommen sogar eher selten. Aber sie sind so wunderbar traurig, zum Beispiel "Die kleine Seejungfrau".

    Irgendwer wird immer unzufrieden sein, wir sollten das akzeptieren. So bleibe ich immer happy. (Dr. House)

  • "Die kleine Seejungfrau" ist sehr wohl richtig, ich weiß schon, wovon ich schreibe ;) Genau genommen sind beide Titel für dieselbe Geschichte geläufig, daher werden auch beide im entsprechenden Wikipedia-Artikel genannt: http://de.wikipedia.org/wiki/D…eerjungfrau_(M%C3%A4rchen) Selbst bei dem Bild der Statue gibt es beide Namen, unter dem Bild "Seejungfrau", im Text steht "Meerjungfrau". Das Märchen ist sogar noch unter einem dritten Titel bekannt, denn in meiner Werksausgabe heißt es nicht "Die kleine Seejungfrau" sondern - meines Erachtens auch passender "Die junge Seejungfrau". Letztendlich sind es einfach nur unterschiedliche Übersetzungen des Originaltitels "Den lille Havfrue".

    Irgendwer wird immer unzufrieden sein, wir sollten das akzeptieren. So bleibe ich immer happy. (Dr. House)

  • Ich habe eine Weile überlegt, ob es eigentlich auch bei den Grimmschen Märchen welche ohne glückliches Ende gibt - und nach einer Weile sind mir tatsächlich welche eingefallen, die allerdings ebenfalls nicht zu den Bekanntesten gehören:


    - "Der Fischer und seine Frau" endet damit, dass beide wieder so arm sind wie zu Beginn, nachdem es die Frau mit ihren Wünschen übertreibt und nachdem sie schon Kaiserin und Papst ist auch noch Gott werden möchte.
    - "Der Gevatter Tod" endet mit dem Tod eines inzwischen zu einem Arzt gewordenen Knaben, dessen Pate der Tod ist und der mit einem Kraut jene heilen darf, an deren Kopf er den Tod sieht, nicht aber wenn er bei deren Füßen steht. Nachdem er versucht, den Tod zu betrügen, lässt dieser sein Lebenslicht erlöschen.


    Fällt jemandem vielleicht noch ein Beispiel ein?


    Und bei meiner Aufzählung der Märchen, die ich mag, habe ich eines ganz vergessen: Die drei Federn.


    Woran ich bei dem Thema auch denken muss: In vielen Adaptionen des Froschkönigs wird dieser von der Prinzessin geküsst und wird dann ein Prinz, in der Grimmschen Variante wird er allerdings an die Wand geworfen.

    Irgendwer wird immer unzufrieden sein, wir sollten das akzeptieren. So bleibe ich immer happy. (Dr. House)

  • Ich habe in letzter Zeit einige gelesen. Mir fallen zwar kaum konkrete Beispiele ein, ich glaube aber dass es viele gibt, die negativ enden.


    Hier ein Beispiel, wobei "Der gescheite Hand" mehr ein "Spaßmärchen" ist:
    http://www.grimmstories.com/de…erchen/der_gescheite_hans


    Hier "gewinnt" zwar der Protagonist, doch der ist nicht gerade der "gute" in der Geschichte, von daher eher ein schlechtes Ende:
    "Der Ranzen, das Hütlein und das Hörnlein"
    http://www.grimmstories.com/de…uetlein_und_das_hoernlein

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Das ist wirklich interessant!
    Mich interessiert allerdings auch, was wirklich hinter all den Märchen steckt.
    Einiges soll sich ja zumindest ähnlich zugetragen haben, so zum Beispiel auch Schneewittchen, wobei ich mir da nicht ganz sicher bin.
    Schon unglaublich, wie faszinierend Märchen sein können,..

  • Bei der neuen Geschichte finde ich die Sache witzig, wie sie das Märchen der alten Dame doch noch rauslockten. Soweit das alles so stimmt.


    Ansonsten geht es mir auch so. Es sind halt alt-überlieferte Geschichten oder (vielleicht auhc - man sollte sich das auch nich tzu romantisch vorstellen, denke ich) damals relativ neue Geschichten die man sich erzählte. Inhaltlich aber alle mit einer tiefen Wahrheit, mit viel Kultur und Geschichte in sich.
    Interessant ist, dass manche dieser Märchen in vielen Ländern damalsl schon bekannt waren und teilweise schon in Frankreich oder in Russland in Märchenbürchern in anderen Fassungen veröffentlicht wurden.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide