Umweltschutz

  • Riesiges Gebiet im Amazonas-Urwald geschuetzt
    Greenpeace fordert von UN internationales Netz von Schutzgebieten


    Brasilia/Hamburg, 14. 2. 2006 - Greenpeace begruesst die Einrichtung
    weiterer Schutzgebiete im brasilianischen Amazonas-Urwald. Der
    brasilianische Praesident Luiz Inácio Lula da Silva hat in der vergangenen
    Nacht per Gesetz Schutzgebiete im Bundesstaat Pará, im Nordosten
    Brasiliens, durchgesetzt. Die Schutzgebiete, die Greenpeace immer wieder
    eingefordert hatte, umfassen insgesamt eine Flaeche von 6,4 Millionen
    Hektar. Das entspricht ueber dreimal der Flaeche Hessens. Erst vorige Woche
    konnte Greenpeace den Schutz von 1,8 Millionen Hektar im "Regenwald des
    Grossen Baeren" an der kanadischen Westkueste feiern.


    "Wir freuen uns riesig ueber die neuen Schutzgebiete", sagt Martin Kaiser,
    Waldexperte bei Greenpeace. "Doch der Amazonas-Urwald braucht eine richtige
    'Green Wall', einen Wall aus Wald-Schutzgebieten, um langfristig erhalten
    zu bleiben. Neben den Holzfaellern sind es immer mehr Agrarfirmen, die in
    den Amazonas-Urwald eindringen und ihn abbrennen. Dort bauen sie vor allem
    Soja an, die wir in Europa an Schweine verfuettern, damit wir mehr Fleisch
    essen koennen. Wir essen Amazonien auf. Das muss der Gruene Schutzwall
    verhindern."


    Die Entscheidung von Lula beinhaltet drei verschiedene Arten von
    Schutzgebieten: 1,6 Millionen Hektar werden dauerhaft geschuetzt. Dort
    duerfen keine Baeume abgesaegt oder verbrannt werden. Auf weiteren 2,8
    Millionen Hektar soll die Waldnutzung zwar erlaubt sein, aber nur mit
    oekologischen und sozialen Auflagen. Fuer zwei Millionen Hektar sollen
    klare Nutzungsvorgaben zum langfristigen Erhalt des Waldes beitragen.


    Doch das reicht nicht aus, da jedes Jahr weltweit etwa 15 Millionen Hektar
    Urwald vernichtet werden. Um die letzten Urwaelder der Erde zu retten,
    fordert Greenpeace ein weltweites Netz von Schutzgebieten. Deren
    Einrichtung muss die UN-Konvention ueber Biologische Vielfalt (CBD)
    beschleunigen, die das naechste Mal vom 20.-31. Maerz 2006 im
    brasilianischen Curitiba tagt.


    Erst am vergangenen Sonntag hat Greenpeace zusammen mit Tausenden
    Einwohnern in Anapú im Bundesstaat Pará des Todes der US-Nonne Sister
    Dorothy gedacht. Sie wurde am 12. Februar 2005 im brasilianischen
    Bundesstaat Pará im Alter von 73 Jahren ermordet, weil sie sich seit
    Jahrzehnten entschieden gegen Urwaldzerstoerung und fuer die Menschenrechte
    eingesetzt hatte. Kurz nach ihrem Tod hatte Lula damals das Schutzgebiet
    "Verde para sempre" (Fuer immer gruen) im Bundesstaat Pará ausgerufen. Bis
    heute warten die Einwohner jedoch vergeblich darauf, dass es auch wirklich
    eingerichtet wird. "Lula muss dafuer sorgen, dass Schutzgebiete mehr sind
    als 'Papierparks', damit die Urwaelder und die Menschen davon profitieren",
    sagt Martin Kaiser.


    "Traurig ist, dass das neue Schutzgebiet indirekt den illegal gebauten
    Hafen in Santarém staerkt", sagt Martin Kaiser. Denn im Rahmen der
    Einrchtung der neuen Schutzgebiete droht, dass die angrenzende
    Bundesstrasse BR-163 geteert wird. Dadurch soll sie auch ausserhalb der
    Regenzeit befahrbar werden. Die Folge: Soja-Produzenten koennen ganzjaehrig
    Soja nach Santarém transportieren und dort nach Asien oder Europa
    verschiffen. Seither hat die Anbauflaeche von Soja im Amazonas massiv
    zugenommen.

    "Wo Liebe wächst, gedeiht Leben - wo Hass aufkommt droht Untergang"


    - 8-facher "Mr. TV-Kult" -


  • 2006 ist entscheidendes Jahr fürs Klima

    Extragewinne aus Emissionshandel müssen sich für den Klimaschutz auszahlen

    Zum ersten Jahrestag des Kioto-Protokolls appelliert der WWF an Politik und Wirtschaft, den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) drastisch zu senken. „2006 ist ein entscheidendes Jahr für das Klima“, sagt WWF-Expertin Regine Günther. „Jetzt besteht die Chance, die Weichen für einen anspruchsvollen Klimaschutz zu stellen.“ Bis Ende Juni muss Deutschland im Rahmen des Europäischen Emissionshandels seinen zweiten so genannten Nationalen Allokationsplan für die Zeit von 2008 bis 2012 in Brüssel vorlegen. Damit wird festgelegt, wie viel CO2 die Industrie ausstoßen darf, die für rund sechzig Prozent der gesamten deutschen Emissionen des Klimagases verantwortlich ist.

    „Der Emissionshandel ist das Herzstück der europäischen Klimaschutzpolitik“, unterstreicht Günther. Allerdings seien die Regelungen des ersten Allokationsplans, der von 2005 bis 2007 gilt, aus WWF-Sicht keine gute Ausgangsbasis für den Klimaschutz. „Wir brauchen viel stärkere Anreize für die Industrie, in klimafreundliche Brennstoffe und Technologien zu investieren, und bedeutend ehrgeizigere Ziele, CO2-zu verringern“, fordert die WWF-Expertin.

    Ein weiterer Kritikpunkt des WWF: „In der ersten Runde haben die Unternehmen die Emissionszertifikate zum größten Teil kostenlos erhalten. Trotzdem wurden die Zertifikatspreise auf die Strompreise umgelegt und in großem Maßstab Extragewinne erzielt“, erläutert Günther. „Dies muss sich jetzt auch für den Klimaschutz auszahlen. Die Drohung der großen Stromkonzerne, bei einem anspruchsvollen Rahmen für den Klimaschutz nicht mehr investieren zu können, ist haltlos.“ Laut WWF-Berechnungen belaufen sich die Gewinne für die fünf größten deutschen Stromerzeuger RWE, E.ON, Vattenfall, EnBW und STEAG aus den ersten beiden Emissionshandelsphasen von 2005 bis 2012 voraussichtlich auf 31 bis 64 Milliarden Euro. Diese Summen überstiegen die von der Industrie angekündigten Investitionen von 11,6 Milliarden Euro um ein Vielfaches.

    „Der Klimawandel ist immer noch schneller als die Klimaschutzpolitik. Dies müssen wir jetzt ändern“, sagt Günther. „Auch die Unternehmen müssen von der Politik jetzt endlich in die Verantwortung genommen werden.“

    "Wo Liebe wächst, gedeiht Leben - wo Hass aufkommt droht Untergang"


    - 8-facher "Mr. TV-Kult" -


  • Steppe statt Regenwald

    WWF-Studie: Klimawandel und Abholzung verwandeln Amazonas in eine Savanne

    Frankfurt a. M., 22.03.2006 - Klimawandel und Abholzung könnten 30 bis 60 Prozent des Amazonas-Regenwaldes in eine öde Savanne verwandeln, warnt eine neue WWF-Studie. Allein von 1990 bis 2000 sind die monatlichen Lufttemperaturen in Südamerika um 0,5 bis 0,8 Grad Celsius angestiegen. In Zukunft ist mit einer weiteren Erwärmung zu rechnen. Die Folgen: Weniger Niederschlag, mehr Trockenheit. Der WWF fürchtet nicht zuletzt den Verlust der enormen Artenvielfalt in der Amazonasregion.

    „Der Amazonas-Regenwald droht förmlich zu verdursten. Die Risiken des Klimawandels für die Artenvielfalt und die Ökosysteme müssen in den Strategien zum Schutz der biologischen Vielfalt stärker berücksichtigt werden“, fordert WWF-Klimaexpertin Regine Günther anlässlich der 8. Konferenz zur Konvention über die biologische Vielfalt (CBD) in Curitiba/Brasilien. „Wenn die Temperaturen weiter steigen, könnte die Versteppung des Amazonas unumkehrbar werden.“

    Derzeit leistet der Amazonas noch einen wichtigen Beitrag zum Abbau von Kohlendioxid (CO2). CO2, der Hauptverursacher des Klimawandels, entsteht vor allem bei der Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Öl oder Gas. Allerdings resultieren bis zu 20 Prozent der weltweiten CO2-Belastung aus der Abholzung der Wälder. Wenn die Zerstörung anhält, könnte die Amazonasregion in Zukunft mehr Kohlendioxid erzeugen als abbauen und so erheblich zum zerstörerischen Klimawandel beitragen.

    Der WWF fordert die Amazonas-Staaten, auf der CBD klare Ziele zu vereinbaren, um den Kahlschlag zu stoppen. „Die tödliche Kombination aus Kahlschlag und Erwärmung muss gestoppt werden. Fossile Energieträger wie Kohle und Öl müssen ebenso deutlich zurückgefahren werden wie die Abholzung der Regenwälder. Nur so können wir Mensch und Natur vor den katastrophalen Folgen des Klimawandels bewahren“, betont Regine Günther.

    Die WWF-Studie „Climate Change in the Amazon“ wurde unter Federführung des Brasilianischen „National Space Research Institute“ (INPE) verfasst.

    "Wo Liebe wächst, gedeiht Leben - wo Hass aufkommt droht Untergang"


    - 8-facher "Mr. TV-Kult" -


  • Piratenfischer festnehmen - Amtshilfe fuer Behoerden
    Greenpeace-Schiff "Esperanza" auf der Jagd nach Wilderern in afrikanischen
    Gewaessern

    Hamburg/Westafrika, 27. 03. 2006 - Greenpeace hat gemeinsam mit
    Fischerei-Inspektoren des westafrikanischen Staates Guinea und der
    Umweltrechtsstiftung Environmental Justice Foundation begonnen,
    Piratenfischer vor der Kueste Guineas aufzuspueren. Die Fischer, die
    illegal die Fischbestaende in der Meeresregion im Ostatlantik pluendern,
    sollen festgenommen werden, bevor sie ihre Beute ueber europaeische Haefen
    verkaufen koennen. In den letzten zehn Tagen hatten die Umweltschuetzer
    undercover fast 70 Fischfangschiffe erfasst. Die Schiffe, die aus Italien,
    China, Korea, Liberia und Belize kommen, fischen zum Teil sogar innerhalb
    der Zwoelf-Meilen-Zone und damit in einem Gebiet, das fuer die Versorgung
    der lokalen Bevoelkerung in einem der aermsten Laender der Erde von grosser
    Wichtigkeit ist.

    "Piratenfischerei ist eine grosse Bedrohung fuer die Ozeane. Deshalb geben
    wir den Behoerden von Guinea Amtshilfe im Kampf gegen die Pluenderer. Die
    Behoerden haben sonst keine Moeglichkeiten, diese Leute zu fassen", sagt
    Timo Liebe, Hamburger Greenpeace-Aktivist an Bord der "Esperanza".

    Westafrika ist die einzige Region der Erde, in der der Fischkonsum
    zurueckgeht - unfreiwillig. Die oertlichen Fischer, die meist nur Kanus
    haben, stehen in Konkurrenz zu den grossen auslaendischen Trawlern, die
    illegal in die Fanggruende fahren und sich dabei bis auf wenige Meilen an
    die Kueste heran wagen. Der Fisch wird noch auf See auf Kuehlschiffe
    umgeladen, falsch deklariert und unter anderem ueber den Hafen Las Palmas
    auf den Kanaren auf den europaeischen Markt gebracht.

    Die Welternaehrungsorganisation FAO schaetzt, dass die illegalen Fischer
    ueber 30 Prozent der gesamten Fangmenge in den Weltmeeren abschoepfen -
    unkontrolliert und weit ueber das hinaus, was die Bestaende vertragen.
    Allein in Guinea erbeuten Piratenfischer Fisch fuer knapp 100 Millionen
    Euro. Die Einheimischen gehen leer aus. "Es ist widersinnig, wenn Europa
    auf der einen Seite grosse Mengen an Hilfsgeldern ausgibt und auf der
    anderen die Beute importiert. Sehen die Menschen in Westafrika keine
    Zukunft mehr, machen sich viele von ihnen auf den Weg nach Norden, nach
    Europa", so Timo Liebe.

    Westafrika ist die zweite Station der ueber einjaehrigen Expedition der
    "Esperanza" zum Schutz der Weltmeere. Nach der ersten Fahrt in die
    Antarktis zum Protest gegen japanische Walfaenger ist das groesste
    Greenpeace-Schiff nun vor Westafrika.

    Greenpeace fordert Schutzgebiete zu Land und zu Wasser. Nur in solchen
    Gebieten ohne menschliche Nutzung kann die Artenvielefalt des Planeten
    ueberleben und ausserhalb dieser Schutzzonen auch schonend genutzt werden.
    Auf der Konferenz zur Artenvielfalt (CBD), die zur Zeit in Brasilien
    stattfindet, hat Greenpeace genau ein solches Netzwerk an Schutzgebieten zu
    Wasser und zu Land vorgestellt. An Land sind es vor allem die letzten
    grossen Urwaldregionen, die so vor der Zerstoerung gerettet werden muessen.
    Auf dem Meer geht es um 40 Prozent der Ozeane.

    "Wo Liebe wächst, gedeiht Leben - wo Hass aufkommt droht Untergang"


    - 8-facher "Mr. TV-Kult" -


  • Tschernobyl zeigt: Atomkraft ist todsicher

    Greenpeace fordert auf 30-stuendiger Mahnwache das Ende der Atomkraft
    weltweit

    Berlin, 25. 4. 2006 - Mit einem Glockenschlag 23 Minuten nach jeder vollen
    Stunde erinnert Greenpeace ab heute Mittag vor dem Brandenburger Tor in
    Berlin an den schlimmsten Unfall in der Nutzung der Atomenergie. Um 1.23
    Uhr explodierte in der Nacht zum 26. April 1986 in Tschernobyl der
    Atomreaktor und verstrahlte in der Folge riesige Gebiete der noerdlichen
    Erdhalbkugel. Die Umweltschuetzer haben in Berlin Kerzen in Form eines
    Radioaktivitaetszeichen angezuendet und halten ein Banner mit der
    Aufschrift: "Tschernobyl zeigt: Atomkraft ist todsicher. Abschalten!". Bis
    Mittwoch Abend 20 Uhr wollen die 15 Greenpeace-Aktivisten der Katastrophe
    gedenken. Insgesamt finden rund um den Jahrestag in 70 Staedten
    Deutschlands Mahnveranstaltungen und lokale Protestaktionen von
    Greenpeace-Gruppen statt.

    In Hamburg eroeffnet Greenpeace am Mittwoch eine Ausstellung mit Fotos von
    Opfern der Radioaktivitaet. Die 80 Portraitbilder von Robert Knoth zeigen
    Menschen aus dem Gebiet um Tschernobyl und aus den Regionen um die
    russischen Atomanlagen Tomsk und Majak sowie dem ehemaligen russischen
    Atombombentestgebiet Semipalatinsk/Kasachstan. Die Ausstellung wird derzeit
    weltweit in 27 Laendern gezeigt. Dieses Jahr wird sie noch in Berlin,
    Muenchen und Koeln zu sehen sein.

    "Tschernobyl hat der Welt vor Augen gefuehrt, dass Atomkraft nicht
    beherrschbar ist. Heute, nach 20 Jahren, muss endlich die Lehre daraus
    gezogen werden. Weltweit muessen die Atomkraftwerke abgeschaltet werden",
    fordert Joerg Feddern, Energieexperte von Greenpeace. "Keiner kann sicher
    sagen, wie viele Menschen an den Folgen von Tschernobyl sterben werden, wie
    viele erkranken werden. Aber es ist klar: Das Leiden in den betroffenen
    Regionen geht weiter."

    Letztes Jahr behauptete die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO),
    die Reaktorkatastrophe wuerde voraussichtlich 4000 Todesopfer zur Folge
    haben. Dagegen zeigte eine vergangene Woche veroeffentlichte
    Greenpeace-Studie, dass viele Experten deutlich mehr Opfer erwarten. Die
    Russische Akademie der Wissenschaften geht von 270.000 zusaetzlichen
    Krebserkrankungen mit 93.000 Todesfaellen aus. Weitere Studien vermuten
    noch schlimmere Folgen.

    Greenpeace fordert die Mitgliedslaender der IAEO auf, sich fuer einen
    Kurswandel der Organisation stark zu machen. Statt wie bisher den Bau von
    Atomkraftwerken zu foerdern, soll die Organisation den weltweiten Ausstieg
    aus der Atomkraft ueberwachen. "Nur so laesst sich auch die Gefahr von
    Atombomben bannen. Das zeigt das Beispiel Iran gerade wieder ganz besonders
    deutlich. Wer Atomkraftwerke betreibt, kann letztendlich auch Bomben
    bauen", so Joerg Feddern.

    "Wo Liebe wächst, gedeiht Leben - wo Hass aufkommt droht Untergang"


    - 8-facher "Mr. TV-Kult" -


  • 530 neue Todeskandidaten auf Roter Liste


    Die Liste der bedrohten Tiere und Pflanzen ist erneut länger geworden. Mehr als 500 neue Arten, darunter der Eisbär und das Flusspferd, sind demnach vom Aussterben bedroht - neben rund 15.500 weiteren Spezies.


    Genf - Der Klimawandel, die unreglementierte Jagd und andere vom Menschen verursachte Faktoren setzen der Tier- und Pflanzenwelt zu: 16.119 Arten stehen auf der Roten Liste 2006 der Artenschutzunion IUCN - 530 mehr als in der 2004 veröffentlichten letzten Ausgabe der Liste. Inzwischen seien unter anderem jeder achte Vogel und jede vierte Säugetierart vom Aussterben bedroht.


    ROTE LISTE 2006: BEDROHTE VIELFALT
    Russ Mittermeier Galen Rathbun DPA


    Klicken Sie auf ein Bild, um die Fotostrecke zu starten (10 Bilder).


    Besonders viele gefährdete Arten gebe es in China, Brasilien, Mexiko und Australien, erklärte die IUCN, der neben 81 Regierungen auch 850 unabhängige Organisationen und rund 10.000 Wissenschaftler aus aller Welt angehören. Die Staaten müssten die Artenvielfalt stärker schützen, indem sie für eine Senkung des Ausstoßes von Treibhausgasen und anderen umweltschädlichen Substanzen sorgten und Jagd und Fischfang strenger kontrollierten, forderte die IUCN am heutigen Dienstag in Genf.


    Unter den neuen Arten auf der Roten Liste sind auch das Flusspferd und der Eisbär. Falls man die globale Erwärmung nicht aufhalte, werde die Zahl der Eisbären innerhalb der nächsten 45 Jahre um 30 Prozent sinken, sagten Experten der IUCN. Untersuchungen ergaben zuletzt, dass die steigenden Temperaturen das Packeis im Nordpolarmeer dramatisch zurückgehen lassen - und damit die Eisbären um ihren Lebensraum bringen.


    Artensterben hat sich beschleunigt


    Das Flusspferd landete vor allem wegen des dramatischen Niedergangs der Demokratischen Republik Kongo auf der Roten Liste, wie die IUCN betonte. Die uneingeschränkte Jagd habe den Flusspferd-Bestand in dem Land seit 1994 um 95 Prozent sinken lassen. Auch die Dama-Gazelle, einst eine der zahlenmäßig größten Gazellenarten, sei mittlerweile stark gefährdet. Wilderer hätten die grazilen Tiere an den Rand der Ausrottung getrieben.


    In Flüssen und Meeren sieht es dem Bericht zufolge nicht viel besser aus. Mehr als die Hälfte der Süßwasserfische des Mittelmeerraums seien vom Aussterben bedroht, das gleiche gelte für jeden vierten Süßwasserfisch in Ostafrika. Auch in den Ozeanen grassiert der Artentod. Von den 547 Hai- und Rochenarten, die im IUCN-Bericht genannt werden, seien 20 Prozent vom Aussterben bedroht. Am Meeresboden lebende Tierarten hätten aufgrund der Tiefseefischerei besonders herbe Verluste hinnehmen müssen.


    "Der Schwund der Artenvielfalt hat sich nicht verlangsamt, sondern beschleunigt", sagte IUCN-Generaldirektor Achim Steiner. "Die Folgen für die Produktivität und Belastbarkeit der Ökosysteme und für Milliarden von Menschen sind weitreichend."

    "Wo Liebe wächst, gedeiht Leben - wo Hass aufkommt droht Untergang"


    - 8-facher "Mr. TV-Kult" -


  • Shell riskiert Ölpest im Eis

    WWF-Studie: Konzern ist auf Ölunfälle vor der russischen Küste nicht vorbereitet

    Frankfurt a. M., 28. April 2006 - Shell will das größte Öl- und Gasförderprojekt der Welt vor der Insel Sachalin im russischen Fernen Osten ohne ausreichende Sicherheitsmaßnahmen betreiben. Eine neue WWF-Studie zeigt, dass es keine Mittel gibt, einen Ölunfall während der langen Wintermonate wirksam zu bekämpfen. Das Öl- und Gasförderprojekt „Sachalin II“ verläuft unmittelbar durch die Nahrungsgründe der vom Aussterben bedrohten Westpazifischen Grauwale. „Shell riskiert das Ende der Grauwale und der einmaligen Küstennatur im Ochotskischen Meer“, so WWF-Experte Volker Homes. Die Naturschützer fordern deshalb die in London ansässige die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) auf, einen von Shell angeforderten Kredit für den Weiterbau von „Sachalin II“ abzulehnen.

    Das Meeresgebiet um Sachalin ist jedes Jahr zwischen November und Mai ganz oder teilweise von Eis bedeckt. Bei einer Bedeckung zwischen 30 und 70 Prozent, so die WWF-Studie, gibt es derzeit keine Möglichkeit, das Öl sicher zu entfernen. Alle gängigen Methoden laufen unter diesen Bedingungen ins Leere. Seegang, Sichtverhältnisse, Meeresströmung und die Temperaturen können die Arbeiten zusätzlich erschweren. Trotzdem besteht Shell darauf, das ganze Jahr über Öl- und Gas zu fördern.

    Selbst bei gutem Wetter und unter Einsatz moderner Technologien sei die Eisbedeckung etwa ein Fünftel des Jahres so dicht, dass die wirkungsvolle Bekämpfung einer Ölkatastrophe unmöglich sei, stellt der WWF fest. Zudem ist umstritten, wie schnell ein Unfall im Eis bemerkt werden kann. „Selbst Shell geht von einem 24prozentigem Unfallrisiko während der Laufzeit von Sachalin II aus“, berichtet Homes. „Angesichts dieses enormen Risikos fordert der WWF einen sofortigen Baustopp, bis die Gefahren für Wale und Umwelt gebannt sind.“

    „Die Europäische Entwicklungsbank darf den ökologischen Kamikaze-Kurs von Shell nicht unterstützen“, fordert Homes. „Das wäre auch ein falsches Signal an weitere potenzielle Geldgeber.“ In Kürze will die EBWE über die Vergabe eines großen Kredits für das 20-Milliarden-Dollar-Projekt entscheiden. „Sachalin II“ wird von der „Sakhalin Energy Investment Company“ (SEIC) betrieben, deren Haupteigner Shell ist. Das Projekt umfasst unter anderem eine 800 Kilometer lange Pipeline und eine Offshore-Ölplattform, von der bereits der Sockel installiert ist. Eine weitere Plattform fördert schon seit 1998 Öl – allerdings nur in den eisfreien Sommermonaten. Von den gefährdeten Westpazifischen Grauwalen gibt es vermutlich nur noch etwa 100 Tiere, darunter wenig mehr als 20 fortpflanzungsfähige Weibchen. Die bis zu 35 Tonnen schweren Wale halten sich im Sommer im Öl- und Gasfördergebiet im Norden Sachalins auf. Neben der Gefahr einer Ölpest ist es vor allem der Bau- und Betriebslärm, der die e
    mpfindlichen Meeressäuger bedroht.

    "Wo Liebe wächst, gedeiht Leben - wo Hass aufkommt droht Untergang"


    - 8-facher "Mr. TV-Kult" -


  • WWF kritisiert das Ende der Internationalen Nordseekonferenz

    Hamburg/Göteborg, 4. Mai 2006 - Die sechste Internationale Nordseekonferenz (INK), die heute und morgen in Göteborg tagt, wird zugleich das letzte Regierungstreffen dieser Art sein. Künftig soll der Schutz der Nordsee im Rahmen der EU-Meerespolitik verhandelt werden. Der WWF kritisiert das Ende der INK und fürchtet, dass die EU-Politik hinter deren Vereinbarungen zurückfallen wird. „Um die Zukunft der Nordsee ist es schlecht bestellt“, so WWF-Meeresschützer Stephan Lutter. Die Nordseekonferenz habe in der Vergangenheit richtungsweisende Beschlüsse gefällt – aber leider nur weniges davon umgesetzt. „Jetzt drohen selbst die hehren Ziele im Dickicht der Brüsseler Politik verloren zu gehen.“

    Der Ansatz der INK, die Anrainerstaaten eines Meeres an einem Tisch zu versammeln, sei in dieser Form einmalig. „Die Konferenz gab Anlass zu großen Hoffnungen. Mit ihrem Ende verliert der Nordseeschutz sein wichtigstes Forum“, so Lutter. Allerdings kritisieren die Umweltschützer die mangelnde Umsetzung der INK-Vereinbarungen. So haben erst drei von neun Staaten das 2001 verabschiedete Abkommen zum Verbot giftiger Schiffsanstriche ratifiziert. Ein ähnliches Schicksal droht einer Vereinbarung, mit der die Einschleppung fremder Arten und die chemische Verschmutzung durch das Ballastwasser der Schiffe reduziert werden sollte. Der WWF fordert die Länder auf, beide Beschlüsse umgehend umzusetzen.

    In Göteborg treffen sich die Umwelt- und Verkehrsministerien der acht Nordseeanrainerstaaten sowie der EU-Umweltkommissar. Die Konferenz debattiert über eine umweltverträgliche Schifffahrt und nachhaltige Fischerei. Der WWF befürchtet jedoch eine mutlose Ministererklärung. „Fortschritte für den Meeresschutz wird es bei dieser INK wohl nicht geben“, so Lutter. Die Umweltschützer fordern ein Programm für eine saubere Schifffahrt vom Bau der Schiffe über klare Regeln für ihren Betrieb bis zum Schiffsrecycling. Der größte Handlungsbedarf bestehe jedoch in der Fischereipolitik. „Trotz anders lautender Beschlüsse vergangener Nordseekonferenzen und der EU geht die Plünderung der Fischbestände weiter“, so der WWF-Experte. Besonders deutlich werde dies beim Kabeljau, dessen Bestände unmittelbar vor dem Kollaps stehen. Trotzdem ist kein Fangstopp in Sicht. „Für die Nordseefischerei ist es fünf nach zwölf. Doch die Regierungen stellen auf Stur.“ Hinzu komme das ungelöste Beifang-Problem. So gehen beispielsweise pro Kilo Plattfisch über fünf Kilo ungewollter Beifang ins Netz. „Dabei gibt es Alternativen, um den Beifang deutlich zu reduzieren“, so Lutter.

    Die Internationale Nordseeschutzkonferenz war 1984 ins Leben gerufen worden. „Während wir auf Diagnose des Doktors warten, liegt der Patient im Sterben“, hatte Prinz Charles 1987 anlässlich der 2. INK erklärt. „Neunzehn Jahre und fünf Ministerkonferenzen später ist die Nordsee trotz einiger Fortschritte noch immer ein schwerkranker Patient“, resümiert Lutter. Der WWF appelliert an die Regierungen der Anrainerstaaten und an die EU, endlich einen Überlebensplan für die Nordsee zu schmieden.

    "Wo Liebe wächst, gedeiht Leben - wo Hass aufkommt droht Untergang"


    - 8-facher "Mr. TV-Kult" -


  • Hamburg, 18. Oktober 2006 - Der islaendische Fischereiminister Einar
    Kristinn Gudfinnsson hat gestern die Rueckkehr seines Landes zum
    kommerziellen Walfang angekuendigt. Neben Zwergwalen stehen nun auch die
    stark bedrohten Finnwale auf der Abschussliste. Es kommentiert Greenpeace
    Wal-Expertin Stefanie Werner:

    "Die Ignoranz der islaendischen Regierung ist voellig unverstaendlich.
    Angesichts der vielfaeltigen Bedrohung der Wale jetzt auch noch die
    kommerzielle Jagd wiederaufzunehmen ist politisch und wirtschaftlich
    einfach dumm und gefaehrdet den guten Ruf Islands.

    Politisch stellt sich Island ins Abseits mit dem Versuch, internationale
    Schutzabkommen auszuhoehlen. So richtet sich der Antrag, die stark
    gefaehrdeten Finnwale beim Washingtoner Artenschutzabkommen CITES in ihrer
    Schutzwuerdigkeit herabzusetzen, und der angekuendigte Export von
    Zwergwalfleisch nach Daenemark gegen den Willen der meisten Laender, Wale
    zu schuetzen.

    Auch wirtschaftlich schneiden sich die Islaender mit der Entscheidung ins
    eigene Fleisch. Das Land selbst bietet keinen Markt fuer Walfleisch mehr.
    Dagegen ist es den Islaendern in den vergangenen Jahren gelungen, die
    oekonomisch weitaus profitablere Walbeobachtungs-Branche aufzubauen. Die
    vom Tourismus abhaengige Branche muss massive Einnahmerueckgaenge
    befuerchten."

    Anmerkungen:

    Island argumentiert wie Norwegen, das zweite Land, das trotz bestehendem
    Walfangmoratorium offiziell Wale zu kommerziellen Zwecken erlegt. Der
    Vorwand fuer die Jagd: Die wachsenden Zwergwal-Populationen im Nordatlantik
    bedrohten zunehmend die Fischbestaende. Dass die Ueberfischung der
    Weltmeere von Menschen verursacht wird, bestaetigt hingegen auch die
    Welternaehrungsorganisation FAO.

    Allein im vergangenen Jahrhundert wurden rund 2,7 Millionen Wale durch
    direkten Walfang erlegt.
    Mittlerweile sind die Tiere zusaetzlich einer weit groesseren Bedrohung
    ausgesetzt: Die zunehmende Verschmutzung der Meere, Ueberfischung und
    andere Gefahren haben es verhindert, dass sich die meisten Arten bis heute
    erholt haben.

    _______________________________________________
    Greenpeace Presse mailing list
    http://mailman.greenpeace.org/mailman/listinfo/presse-ger

    "Wo Liebe wächst, gedeiht Leben - wo Hass aufkommt droht Untergang"


    - 8-facher "Mr. TV-Kult" -


  • Ich hab‘s mir heute wieder gedacht: Soviele, die an der Supermarktkasse immer noch zur Plastiktüte greifen. Normalerweise gehört die abgeschafft. Ich habe seit Jahren meinen klappbaren Einkaufskorb im Auto dabei.

    Weiter ging es mit dem Tetrapack. Eigentlich sollte man die Milch, Saft usw. in Glasflaschen abfüllen. Joghurt auch in kleine Gläser abfüllen.

    Den meisten Müll im Haushalt haben wir doch mit den von mir eben genannten Produkten.

    Eigentlich ganz einfach, oder??

    Nee, natürlich nicht!!

    Wer hat was dagegen. Die Verpackungslobby, die Verpackungshersteller.

    In einem bestimmten Fastfood-Restaurant bekommt man alles in Pappe und Plastik serviert. Keine Porzellanteller und Trinkgläser. Billiger als die Spülmaschine und der hohe Wasserverbrauch.

    Wo soll man da anfangen?