Die Austernprinzessin (D, 1919)

  • Quote

    Als Ossi, die Tochter des amerikanischen Austernkönigs Mister Quaker, aus der Zeitung erfahren muss, dass die Tochter des Schuhcremekönigs Mister Blakpott einen Grafen geheiratet hat, zerstört sie vor Wut die Inneneinrichtung ihres Zimmers. Erst als ihr Vater verspricht, ihr einen Prinzen zu kaufen, beruhigt sich der Backfisch. Heiratsvermittler Seligsohn erhält Quakers Brief mit der Bitte, seiner Tochter eine standesgemäße Partie zu besorgen, und entscheidet sich, ihr den Prinzen Nucki vorzuschlagen: Der ist zwar arm, aber schön. Nachdem Nucki, der zusammen mit seinem Freund Josef unter ärmlichsten Bedingungen lebt, Seligsohns Vorschlag gehört hat, schickt er Josef vor. Er soll schauen, wer die Braut ist und wie sie lebt....

    Die Austernprinzessin – Wikipedia

    Und immer wieder erkenne ich, daß es viel schwieriger ist, ein Publikum vier Lustspielakte zum Lachen zu bringen, als es in einem sechsaktigen Schauerdrama zu Tränen zu rühren. (Ossi Oswalda, 1920)

  • Eine Kritik von einer französischen Seite:

    Quote

    Übersetzt:

    „Die Austernprinzessin“ ist einer der Höhepunkte des deutschen Stummfilms von Lubitsch, eine zugleich skurrile und subtile Komödie, die zwar ein recht vorhersehbares Finale bereithält, aber dennoch genial ist. Was den deutschen Filmemacher schon bei seiner Ankunft in den Vereinigten Staaten berühmt machen sollte, ist in diesem Film bereits deutlich zu erkennen: von seiner erstaunlichen Fähigkeit, eine Schar von Statisten in Szenen zu führen, in denen jede Geste choreografiert zu sein scheint, bis hin zu seinen gewagten, vaudevilleartigen Missverständnissen, die bisweilen an Anzügliches grenzen, sowie einigen für die damalige Zeit recht überraschenden formalen und rhythmischen Experimenten.

    Die Handlung spielt in den Vereinigten Staaten, die er auf völlig karikaturistische und absolut aberwitzige Weise schildert. Ein Pascha von einem Austernmagnaten (!), der in einem Anwesen lebt, dessen gigantische Ausmaße nur von Xanadu übertroffen werden – und dazu eine nach Belieben launische, verwöhnte Tochter, die verlangt, einen Prinzen zu heiraten, so wie man sich ein Bonbon ausfordert. Dem Prunk dieser gewagten und schillernden Kulissen stehen die Armut und die Untätigkeit einiger Menschen gegenüber, denen nur noch ihre Freiheit bleibt, sowie Angestellte, die am Fließband arbeiten.

    Manchmal erinnert er ein wenig an Chaplin, doch bleibt er dennoch in sicherer Distanz, denn Lubitsch wagt sich – im Gegensatz zu den großen amerikanischen Komikern jener Zeit – nur selten an Slapstick (oder Burleske) heran, um sich vielmehr der feinsinnigen Kunst der anspruchsvollen Komödie und der Sittenkomödie zu widmen, mit der er in den 1930er Jahren seinen Durchbruch feiern wird. Dennoch gelingt es einigen Sequenzen, wie etwa der fabelhaften Szene mit der Foxtrott-Epidemie, diese verschiedenen Genres recht geschickt miteinander zu vermischen.

    https://www.ecranlarge.com/fil…-princesse-aux-huitres-la


    Quote

    Ernst Lubitsch. Lecture von Kevin B. Lee zu DIE AUSTERNPRINZESSIN

    https://www.dff.film/video/ern…zu-die-austernprinzessin/


    Ein anderer Essay (englisch):


    https://silentfilm.org/the-oyster-princess/


    Der Film wird übermorgen in München gezeigt:


    https://www.muenchner-stadtmus…e-austernprinzessin-46512


    Lubitsch in Berlin: Sechs Filme 1918–1921 in einer Sammlerbox


    http://www.dvdbeaver.com/film2…50/lubitsch_in_berlin.htm


    Als Streaming:


    https://www.werstreamt.es/film…87/die-austernprinzessin/

    R.I.P. Steve Jobs, Robin Williams, Udo Jürgens, Demis Roussos, Joe Cocker, Leonard Nimoy, Christopher Lee, Omar Sharif, Satoru Iwata, Achim Mentzel, David Bowie, Prince , Muhammad Ali, Götz George, Bud Spencer, Tamme Hanken, Manfred Krug, Robert Vaughn, George Michael, Carrie Fisher, John Hurt, Roger Moore, France Gall, Aretha Franklin, Burt Reynolds, Montserrat Caballé, Stan Lee, Doris Day, Karel Gott, Ariane Carletti, Jan Fedder & Akira Toriyama !

  • Nach 11 Jahren Forschung über eine der wunderbarsten Frauen der deutschen Filmgeschichte 🔥


    🎬 9. Juli – Filmmuseum München 🎬


    𝗢𝘀𝘀𝗶 𝗢𝘀𝘄𝗮𝗹𝗱𝗮 (1898–1947)

    ist

    𝗗𝗜𝗘 𝗔𝗨𝗦𝗧𝗘𝗥𝗡𝗣𝗥𝗜𝗡𝗭𝗘𝗦𝗦𝗜𝗡 ✨

    Korrekte Schnittfassung! 😃


    Live begleitet von Richard Siedhoff 🎹 & Mykyta Sierov 🪈


    𝗢𝗦𝗦𝗜 𝗢𝗦𝗪𝗔𝗟𝗗𝗔 war: Power. Tempo. Humor. Körper. WIDERSTAND! ✊️

    Und Glamour war sie auch! 💫


    Für alle, die Kino lieben!

    Für alle, die starke Frauen feiern!


    💪💪 Kommt vorbei und erlebt 𝗢𝗦𝗦𝗜 𝗢𝗦𝗪𝗔𝗟𝗗𝗔 💪💪

    Und immer wieder erkenne ich, daß es viel schwieriger ist, ein Publikum vier Lustspielakte zum Lachen zu bringen, als es in einem sechsaktigen Schauerdrama zu Tränen zu rühren. (Ossi Oswalda, 1920)

  • IceFox

    Leider spiegelt deine Kritik genau das Missverhältnis wider, das die Filmgeschichte seit Jahrzehnten hemmt, nämlich das Narrativ: Hinter jeder erfolgreichen Frau, vor allem im Stummfilm, würde ein Mann stehen. Gerade bei Ossi Oswalda ist das durch die Forschung, nicht nur von Organoeda, sisterandi und Austernprinzessin widerlegt.

    Übermorgen wird Stefan Drößler zeigen, wie Frauen der 10er Jahre aus diesen Klischees ausgebrochen sind.

    Und immer wieder erkenne ich, daß es viel schwieriger ist, ein Publikum vier Lustspielakte zum Lachen zu bringen, als es in einem sechsaktigen Schauerdrama zu Tränen zu rühren. (Ossi Oswalda, 1920)

  • Leider spiegelt deine Kritik genau das Missverhältnis wider, das die Filmgeschichte seit Jahrzehnten hemmt, nämlich das Narrativ: Hinter jeder erfolgreichen Frau, vor allem im Stummfilm, würde ein Mann stehen.

    Die Kritik habe ich nicht selbst geschrieben, es ist also nicht meine Meinung.


    Hier ist eine andere:

    Quote

    Dieser Film ist charakteristisch für das, was später als „Lubitsch-Touch“ bezeichnet werden sollte: eine Ritualisierung von Verstößen gegen sexuelle oder gesellschaftliche Normen auf unerwartete und absurde Weise. Dies kommt manchmal visuell zum Ausdruck: So spielen beispielsweise mitten im Orchester einige Musiker ungewöhnliche Instrumente: Einer sägt an einem Balken, einer ohrfeigt einen Kollegen – (der schließlich zurückschlägt), einer schießt mit einer Pistole. Als Ossi ihren neuen Ehemann der Schar aus Butlern und Lakaien vorstellt, fangen alle hysterisch an zu lachen. Manchmal kommt dies verbal zum Ausdruck: Ossi antwortet ihrem Vater, der sagt: „Ich schwitze wie ein Schwein – Jeder schwitzt, wie er kann“, und manchmal auf beidere Weise: Der betrunkene Prinz küsst ein Pferd und sagt zu ihm: „Wie blass du bist, mein Kind“. Auch in der Art, wie Ossi eines ihrer Zimmermädchen ansieht, schwingt ein lesbischer Unterton mit. Es liegt eine Freiheit in der Darstellung riskanter Situationen, die in amerikanischen Filmen jener Zeit nicht zu finden ist – Nahaufnahmen eines Paares, das sich sinnlich mit Zungenküssen liebkost, oder eine Aufnahme durch ein Schlüsselloch, in der dasselbe Paar im Bett kuschelt. Lubitsch setzt zudem schwarze Schauspieler für die Rollen der schwarzen Lakaien ein – im Gegensatz zu der damaligen Praxis in Amerika, wo weiße Schauspieler mit geschwärztem Gesicht eingesetzt wurden.

    Der Film ist eine Karikatur des amerikanischen Millionärs, wie ihn ein Europäer zu Beginn des 20. Jahrhunderts sah: sehr reich, aber im Grunde ungebildet und ziemlich dumm. Dies wird im gesamten Film durch die prunkvollen Kulissen und die überwältigende, aber nutzlose Schar an Bediensteten verdeutlicht. Obwohl eine schier unbegrenzte Anzahl an Butlern und Lakaien zur Verfügung steht, ist niemand da, der Josef den Weg zu Quakers Schlafzimmer weist; ein Butler gibt ihm lediglich einen Lageplan des Anwesens mit einem ironischen „Bon voyage!“. Ähnlich verhält es sich mit der Kutsche, die Ossi und Josef zur Trauung bringt: Sie wird von einer unzähligen Anzahl von Pferden gezogen, ist aber winzig, und es gibt nur zwei richtige Sitze sowie einen für den Lakaien hinten, auf dem Josef sitzen muss, sobald sie verheiratet sind.

    Auch aus filmischer Sicht ist der Film recht innovativ. Es wird systematisch mit Parallelmontage gearbeitet, um zu zeigen, was die Hauptfiguren zu einem bestimmten Zeitpunkt tun, und es gibt häufige Wechsel der Blickwinkel sowie den Einsatz von Totalen, Halbtoten und Nahaufnahmen. Einige der Einstellungen sind sehr kurz, manchmal weniger als eine Sekunde. Kamera-Schwenks werden insbesondere eingesetzt, um mit einer Weitwinkelaufnahme aus der Vogelperspektive die gesamte Breite des Tanzsaals zu erfassen und um mit einer mittleren Nahaufnahme von einem Gast zum nächsten am Esstisch zu schwenken. Am Ende des Films kommt es zum Durchbrechen der vierten Wand, als Quaker, nachdem er die Frischvermählten im Bett durch das Schlüsselloch ihres Zimmers beobachtet hat, sich zur Kamera wendet und mit einem breiten Lächeln erklärt: „Nun, ich bin beeindruckt!“.

    Wahrscheinlich aufgrund des unterschiedlichen Stils im Vergleich zu amerikanischen Filmen jener Zeit kam der Film in Amerika unter dem Titel „The Oyster Princess“ in die Kinos. Drei Jahre später, im Jahr 1922, wanderte Lubitsch nach Hollywood aus, wo er von Warner Brothers einen bemerkenswerten Dreijahresvertrag über sechs Filme erhielt, der ihm die freie Wahl der Besetzung und der Crew sowie das Recht auf den Final Cut garantierte.

    https://www.acinemahistory.com…inzessin-1919-oyster.html

    R.I.P. Steve Jobs, Robin Williams, Udo Jürgens, Demis Roussos, Joe Cocker, Leonard Nimoy, Christopher Lee, Omar Sharif, Satoru Iwata, Achim Mentzel, David Bowie, Prince , Muhammad Ali, Götz George, Bud Spencer, Tamme Hanken, Manfred Krug, Robert Vaughn, George Michael, Carrie Fisher, John Hurt, Roger Moore, France Gall, Aretha Franklin, Burt Reynolds, Montserrat Caballé, Stan Lee, Doris Day, Karel Gott, Ariane Carletti, Jan Fedder & Akira Toriyama !

  • Auch nicht viel besser! Das Netz ist zu langsam für neue Entwicklungen. Die Bedeutung, die Frauen im deutschen Film haben/hatten, gerät erst langsam in den Blick.

    Und immer wieder erkenne ich, daß es viel schwieriger ist, ein Publikum vier Lustspielakte zum Lachen zu bringen, als es in einem sechsaktigen Schauerdrama zu Tränen zu rühren. (Ossi Oswalda, 1920)

  • Kritik von einer italienischen Seite:

    https://emutofu.com/2021/07/01…n-lubitsch-1919-ostriche/

    R.I.P. Steve Jobs, Robin Williams, Udo Jürgens, Demis Roussos, Joe Cocker, Leonard Nimoy, Christopher Lee, Omar Sharif, Satoru Iwata, Achim Mentzel, David Bowie, Prince , Muhammad Ali, Götz George, Bud Spencer, Tamme Hanken, Manfred Krug, Robert Vaughn, George Michael, Carrie Fisher, John Hurt, Roger Moore, France Gall, Aretha Franklin, Burt Reynolds, Montserrat Caballé, Stan Lee, Doris Day, Karel Gott, Ariane Carletti, Jan Fedder & Akira Toriyama !