Magda Garden (1895-1943(?))

  • Magda Garden wurde am 5.6.1895 als Tochter von Jakob und Helena Grünberg in Wien geboren. Ihre künstlerische Arbeit konzentrierte sich fast ausschließlich auf die Bühne, wo sie unter dem Namen Magda (selten auch "Mascha") Garden ab 1913 als Schauspielerin und Sängerin in Wien nachweisbar ist, später auch in Deutschland, und in den 1930er Jahren zudem an deutschen Bühnen wie in Pilsen oder Prag. Bis jetzt ist nur ein Film mit ihr bekannt, nämlich 1922 die österreichische Produktion "Der Herr des Mondes" (Originaltitel: Die Welt in Gefahr Regie: Alfred Deutsch-German).

    Der Nachname "Garden" war dabei kein reiner Künstlername, sondern damals in der Tat ihr bürgerlicher Name, was auf einen (zumindest halb-)offiziellen Namenswechsel hindeutet, da sie anfangs als "Fräulein Garden" in Zeitungsartikeln bezeichnet wird.

    Gesichert ist zudem, dass sie später mit dem Schauspieler und Regisseur Rudolf Zeisel verheiratet war, unter dessen Regie sie ebenfalls zu sehen war. Ab 1939 war das Ehepaar schließlich in Prag gemeldet.

    Anfang Juli 1943 wurde Magda Zeiselová von den deutschen Besatzern zunächst in das Lager Theresienstadt deportiert und knapp zwei Monate später nach Auschwitz, wo sie ermordet wurde.

  • Austernprinzessin

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  • Eine sehr rätselhafte Nachricht erscheint 1946 in verschiedenen österreichischen Zeitungen, wo ein Auftritt von ihr gemeldet wird. Das kann jedoch so nicht korrekt sein, da die Dokumentation ihres Todes eindeutig ist.

    https://www.holocaust.cz/de/op…r/135911-magda-zeiselova/


    Eine Zeitungsmeldung aus den frühen 20er Jahren, sie müsse vor Gericht erscheinen, da sie eine Anzeige erhalten habe, weil sie einen Bühnenkollegen zu heftig geohrfeigt habe, ist amüsant zu lesen, dürfte allerdings im Bereich "Marketing-Trick" zu verorten sein. Vergleichbar reißerische Stories gibt es auch über Steffi Walidt und später Hedda Vernon.

    Und immer wieder erkenne ich, daß es viel schwieriger ist, ein Publikum vier Lustspielakte zum Lachen zu bringen, als es in einem sechsaktigen Schauerdrama zu Tränen zu rühren. (Ossi Oswalda, 1920)

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  • Im Anhang findet ihr ein Beispiel für ihren rätselhaften Auftritt 1946. Die Anzeige ist vom 4. April 1946 und erschien in ähnlicher Form noch in drei anderen Zeitungen. Sie der Einfachheit halber als Falschmeldung oder zufällige Namensgleichheit wegzuwischen, widerstrebt mir ehrlich gesagt.

    Die jüdischen Opferdatenbanken sind nichtsdestotrotz eine sehr zuverlässige Quelle. Gäbe es Zweifel hinsichtlich ihrer Ermordung, wäre das vermerkt worden.

  • Im Anhang ein weiteres Foto, auf dem sie mit der verspielteren russischen Namensvariante von Maria, "Mascha", unterschrieb. In Zeitungsartikeln habe ich den Namen "Mascha Garden" als schriftlichen Beleg bis jetzt vergeblich gesucht. Er dürfte also eher im privaten oder halb-offiziellen Umfeld von ihr verwendet worden sein, letzteres je nach Rollenprofil.

  • Ich sehe die Situation zu Magda Garden jetzt doch anders! Es könnte durchaus sein, dass sie als "ermordet" deklariert wurde, weil nach ihrer Deportation nach Auschwitz Informationen über sie gefehlt haben.


    Sie könnte allerdings auch überlebt haben und zum Beispiel mit der Befreiung gerettet worden sein! Das ist die offene Frage. Das Thema werde ich allerdings nicht ändern! Solange nichts Handfestes existiert, müssen wir leider vom Schlimmsten ausgehen oder es zumindest für möglich halten. :(


    Im Anhang seht ihr ein Foto von Magda Garden ca. 1927. :)

  • [...] Solange nichts Handfestes existiert, müssen wir leider vom Schlimmsten ausgehen oder es zumindest für möglich halten. [...]

    Eine Anfrage in Salzburg hat ergeben, dass Magda Garden dort nie wohnte.


    Bei der Besetzungsliste 1946 muss ihr Name also doch versehentlich genannt worden sein.

    Und immer wieder erkenne ich, daß es viel schwieriger ist, ein Publikum vier Lustspielakte zum Lachen zu bringen, als es in einem sechsaktigen Schauerdrama zu Tränen zu rühren. (Ossi Oswalda, 1920)

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