Vorführungen der Vorbehaltsfilme der Murnau Stiftung

  • Guten Abend 🎩,

    Ich möchte mal einen Beitrag über Vorführungen von Vorbehaltsfilme erstellen.

    Es ist ja doch recht interessant diese Filme, mit Einführung und Nachbesprechung zu sehen.


    Im Begleitprogramm zu der Ausstellung "Berlins vergessene Traumfabrik ?"


    Am 6.11.2026 wird um 19Uhr Wolfgang Liebeneiners Film "Ich klage an" gezeigt


    https://www.berlin.de/museum-t…ungen/artikel.1609486.php

    „(Gaertner lehnt sich zurück und lacht lautlos.)

    Bauer: Was lesen Sie denn da Komisches?

    Gaertner: Ein Trauerspiel.

    Campe: Und ich freute mich schon! Ich dachte, Sie hätten über'n Lustspiel gelacht. -Mit Trauerspielen haben uns unsere Klassiker ja auf Jahrhunderte versorgt." (Die Frau nach Maß, S. 22f.)

  • Vielen Dank für die Hinweise! Ich wusste bisher noch gar nicht, dass zur Geschichte der Jofa-Ateliers in Berlin-Johannisthal auch geforscht wurde. Vor einigen Jahren war ich mit einem Freund von mir für ein paar Tage in Berlin. In einer Filmzeitschrift aus den 1940er-Jahren hatte ich damals die Anschrift der Jofa-Ateliers in Berlin-Johannisthal entdeckt und wollte mit meinem Freund dahin fahren und schauen, ob die Ateliers noch erhalten geblieben sind. Mein Freund hat dann auf GoogleMaps nachgeschaut und da, wo die Ateliers waren, war leider nur noch Rasen oder Brachland, auf jeden Fall keine Atelier-Gebäude mehr. Daher waren wir dann leider nicht dort. Möglicherweise sind die Ateliers im Krieg zerstört oder nach dem Krieg wegen Baufälligkeit abgerissen worden, oder an anderer Stelle wiederaufgebaut worden. Auf jeden Fall konnten wir sie leider nicht besichtigen.


    Auch ich fände es interessant, manche der Vorbehaltsfilme mit historischer Einführung und Nachbesprechung zu sehen. Dabei interessiere ich mich in erster Linie für die NS-Jugendfilme. Im Rahmen meiner Facharbeit hatte ich ja die Möglichkeit, den NS-Jugendfilm "Jakko" (1941) zu sehen, allerdings nicht im Rahmen einer Vorführung mit Einführung und Nachbesprechung, sondern im Rahmen einer Filmsichtung, die zu wissenschaftlichen Zwecken auch bei Vorbehaltsfilmen gestattet ist. Eine Vorführung mit Einführung und Nachbesprechung zu "Jakko" fand zu der Zeit, als ich meine Facharbeit geschrieben habe, auch nicht statt. Solche Vorführungen der NS-Jugendfilme sind, meiner Beobachtung nach, ohnehin selten. Das Interesse des geschichtswissenschaftlich interessierten Publikums liegt mehrheitlich eher bei den anderen Vorbehaltsfilmen.


    Zu dem Film "Jakko" gab es, soweit ich weiß, zuletzt am 05.10.2016 eine solche Vorführung: https://www.murnau-stiftung.de…heater/kinoprogramm/jakko

  • Die Austellung kenne ich auch nur durch IceFox, der in mehrere Beiträgen darauf hingewiesen hat . Ich muss dringend wieder nach Berlin

    „(Gaertner lehnt sich zurück und lacht lautlos.)

    Bauer: Was lesen Sie denn da Komisches?

    Gaertner: Ein Trauerspiel.

    Campe: Und ich freute mich schon! Ich dachte, Sie hätten über'n Lustspiel gelacht. -Mit Trauerspielen haben uns unsere Klassiker ja auf Jahrhunderte versorgt." (Die Frau nach Maß, S. 22f.)

  • Ich klage an scheint gerne gezeigt zu werden.

    Am 18.3.26 auch in Wiesbaden.

    https://share.google/9ZQiWPfFCm7mthOoh

    „(Gaertner lehnt sich zurück und lacht lautlos.)

    Bauer: Was lesen Sie denn da Komisches?

    Gaertner: Ein Trauerspiel.

    Campe: Und ich freute mich schon! Ich dachte, Sie hätten über'n Lustspiel gelacht. -Mit Trauerspielen haben uns unsere Klassiker ja auf Jahrhunderte versorgt." (Die Frau nach Maß, S. 22f.)

  • Der Film ist furchtbar, weil er der einzige ist der seine Aktualität nicht ganz verloren hat.

    Sonst ist der Film ja Filmisch nicht schlecht.


    Wahrscheinlich wird er eben genau deshalb gerne eingeordnet gezeigt. Ein Jud Süß ist wahrscheinlich mittlerweile Thematisch zu offensichtlich, um zu Verstehen wie perfide NS Propaganda funktioniert hat.

    „(Gaertner lehnt sich zurück und lacht lautlos.)

    Bauer: Was lesen Sie denn da Komisches?

    Gaertner: Ein Trauerspiel.

    Campe: Und ich freute mich schon! Ich dachte, Sie hätten über'n Lustspiel gelacht. -Mit Trauerspielen haben uns unsere Klassiker ja auf Jahrhunderte versorgt." (Die Frau nach Maß, S. 22f.)

  • Ja, genau. Trotz all dem Antisemitismus, der die letzten Jahre wieder hochkocht oder nie weg war, sind die antisemitischen Produktionen des Dritten Reichs sowas von mega-out, wie ein Film nur sein kann. Ich war vor einem Jahr sowas bei einem Interview mit Felix Moeller. Da hat der das auch betont.


    Bei "Ich klage an" muss man sehr genau auf die einzelnen Sätze achten, sonst landet man ganz schnell bei aktuellen Positionen. Da hast du vollkommen Recht.

    Und immer wieder erkenne ich, daß es viel schwieriger ist, ein Publikum vier Lustspielakte zum Lachen zu bringen, als es in einem sechsaktigen Schauerdrama zu Tränen zu rühren. (Ossi Oswalda, 1920)