Mario Herrenleben postete auf Facebook:
"Traurig! Am 20.05.2026 ist der italienische Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor Luigi Montefiori (der meist unter dem Pseudonym George Eastman auftrat) im Alter von 83 Jahren gestorben. 😢 Bekannt wurde er durch zahlreiche Italio-Western und Horrorfilme.
Leben und Wirken
Luigi wurde in Genua, Italien, geboren und ging mit Anfang zwanzig nach Rom. Dort studierte er an der Centro Sperimentale di Cinematografia und an der Schauspielschule von Alessandro Fersen.
Ende der 1960er Jahre feierte der 2,06 m große Schauspieler unter seinen amerikanisierten Decknamen "George Eastman" erste Erfolge mit Hauptrollen in verschiedenen Genre-Filmen, besonders in Italo-Western.
So spielte er den Bösewicht in „Der Ruf der Wildnis“ an der Seite von Charlton Heston und unter der Regie von von Ken Annakin.
Auf Grund von Differenzen mit der italienischen Filmindustrie wurde er dann einige Zeit nicht mehr beschäftigt.
Später wurde er in meist geringer budgetierten Filmen und in wichtigen Nebenrollen eingesetzt, bevor er Mitte der 1970er Jahre eine langjährige Zusammenarbeit mit Regisseur und Produzent Aristide Massaccesi begann, für den er auch einige Drehbücher schrieb und einmal Regie führte.
Seinen größten Erfolg als Drehbuchautor feierte Luigi 1976 mit „Keoma – Das Lied des Todes“ (Keoma).
Anfang der 1980er Jahre war er im italienischen B-Kino ein sehr bekanntes Gesicht und wurde aufgrund seines dunklen und bedrohlichen Aussehens hauptsächlich als Bösewicht besetzt.
Er spielte in vielen italienischen Science-Fiction-Filmen mit, wie zum Beispiel „Bronx Warriors“, „The New Barbarians“, „Endgame“, „Ironmaster“, „2019 dopo la caduta di New York“.
Sein berühmtester Film ist der blutige Horrorfilm „Anthropophagous“, unter der Regie von Joe D'Amato im Jahr 1980, in dem er das Monster spielte.
Er spielte auch in D'Amato´s „Erotic Nights of the Living Dead“, „Porno Holocaust and Absurd“ (aka „Anthropophagous 2“).
Seit Mitte der 1980er Jahre widmete sich Luigi meist dem Schreiben, trat aber hin und wieder noch in Filmen auf.
Als Drehbuchautor setzte er zahlreiche abenteuerliche Stoffe in manchmal mehrteilige Fernsehfilme um.
2003 kehrte er zur Schauspielerei zurück und gab in „La rivincita di Natale“, ein Film unter der Regie von Pupi Avati, ein kleines Comeback.
Privates
Luigi Montefiori starb am 20. Mai 2026 im Alter von 83 Jahren in Rom in der Klinik Gemelli Curae.
Details zu seinem Privatleben hielt er weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus.
Bekannt ist eigentlich nur, dass er 10 Jahre aktiv Rugby spielte.
Er hatte drei Kinder: die älteste Tochter Evelina (1989), eine zweite Tochter, Arianna, ebenfalls Schauspielerin und Ehefrau des Rappers Singer-Songwriters Brigg, und einen Sohn Namens Thomas (2000).
Filmografie
Darsteller
1966: Die Cobra (Il cobra)
1966: Django – Nur der Colt war sein Freund (Django spara per primo)
1966: Die Doppelgänger (Colpo maestro al servizio di Sua Maestà Britannica)
1966: Jonny Madoc (Due once di piombo)
1967: Django tötet leise (Bill il taciturno)
1967: Poker mit Pistolen (Un poker di pistole)
1967: Rocco - Ich leg' dich um (L'ultimo killer)
1968: Django und die Bande der Gehenkten (Preparati la bara!)
1968: Keine Rosen für OSS 117 (Pas de roses pour OSS 117)
1968: Fünf Hundesöhne (Cinque figli di cane)
1968: Hasse deinen Nächsten (Odia il prossimo tuo)
1968: Mein Körper für ein Pokerspiel (The Belle Starr story)
1969: Fellinis Satyricon (Fellini – Satyricon)
1969: Hügel der blutigen Stiefel (La collina degli stivali)
1970: Django – Die Nacht der langen Messer (Ciakmull)
1971: Django – Der Tag der Abrechnung (Quel maledetto giorno della resa dei conti)
1971: Kopfgeld für Chako (Bastardo, vamos a matar)
1972: Ben und Charlie (Amico, stammi lontano almeno un palmo) (auch Drehbuch)
1972: Ruf der Wildnis (The Call of the Wild)
1972: Scalawag
1973: Alle für einen – Prügel für alle (Tutti per uno… botte per tutti)
1973: Foltergarten der Sinnlichkeit 2 (Baba Yaga)
1974: Prügel, daß die Fetzen fliegen (A forza di sberle)
1974: Wild Dogs (Cani arrabbiati)
1975: Foltergarten der Sinnlichkeit (Emanuelle e Françoise (Le sorelline))
1975: Der Tiger vom Kwai (La tigre venuta dal fiume Kwai)
1976: Blut eines Bullen (Sangue di sbirro)
1976: Bordella
1977: Emanuela – Alle Lüste dieser Welt (Emanuelle – Perché violenza alle donne?)
1980: Orgasmo Nero III – Schwarze Haut auf weißem Sand (Sesso nero)
1980: Man-Eater – Der Menschenfresser (Antropophagus) (auch Drehbuch)
1980: In der Gewalt der Zombies (Le notti erotiche dei morti viventi) (auch Drehbuch)
1981: Insel der Zombies (Porno holocaust) (auch Drehbuch)
1981: Absurd (Rosso sangue) (auch Drehbuch)
1982: Metropolis 2000 (I nuovi barbari)
1982: The Riffs – Die Gewalt sind wir (1990: I guerrieri del Bronx)
1983: Endgame – Das letzte Spiel mit dem Tod (Endgame – Bronx lotta finale) (& Drehbuch)
1983: Er – Stärker als Feuer und Eisen (La guerra del ferro – Ironmaster)
1983: Fireflash – Der Tag nach dem Ende (2019 dopo la caduta di New York)
1984: Blastfighter – Der Executor (Blastfighter)
1985: Paco – Kampfmaschine des Todes (Vendetta dal futuro)
1986: Die Klugscheißer (Asilo di polizia)
1986: Weihnachtsgeschenk (Regalo di Natale)
1987: Die Barbaren (The Barbarians)
1989: Diese vitale Wut (In una notte di chiaro di luna)
Regisseur
1983: 2020 – Texas Gladiators (Anno 2020 – I gladiatori del futuro) (ungenannt, und Drehbuch)
1990: Lizard (Metamorphosis)
Drehbuchautor
1975: Die Rotröcke (Giubbe rosse)
1976: Keoma – Das Lied des Todes (Keoma)
1979: Horrorsex im Nachtexpreß (La ragazza del vagone letto)
1987: Aquarius – Theater des Todes (Deliria)
1991: Lion of the Desert (Il principe del deserto)
1994: Palast der tausend Träume (The Maharaja's Daughter) (Fernseh-Miniserie)
1996: Die Rückkehr des Sandokan (Il ritorno di Sandokan)
1997: Prinzessin Amina (Il deserto di fuoco)
1998: Das Geheimnis der Wüste (Il cielo sotto il deserto)
Quellen: Wiki ; IMDb ; Schauspieler A-Z ; Der italienische Film ; Cinema-Jahresbücher ; Der Italo - Western"