Werner Beinhart!

  • Ich habe mich damals ja gar nicht richtig zu dme film geäussert!


    Ich finde den Film zwar nach wie vor nicht schlecht, aber meiner Meinung nach gibt es viele bessere Filme. Wobei mir Beinhart von den Werner-Filmen immernoch am besten gefällt. Das Fußballspiel ganz am Anfang ist ja wohl inzwischen längst legendär. Mir persönlich gefällt aber die TÜV-Szene am besten.


    (Als Kind habe ich mir insgeheim so einen Wurstblinker für mein Fahrrad gewünscht :D )

  • Ich erinnere mich noch, den Film damals im Kino gesehen zu haben, da wurde übrigens auch der original Bölkstoff verkauft. Und das Titellied von Torfrock hat man damals auch ziemlich häufig gehört. Danach habe ich den Film noch einige Male gesehen, aber das ist inzwischen schon lange her. Das Fußballspiel am Anfang ist mir noch einigermaßen in Erinnerung. Diese Mischung aus Trick- und Realfilm fand ich früher ganz interessant.

  • Das Lied ist aber auch ein richtiger Kracher. Ursprünglich sollte ja das Abspannlied von Bela B. das TItellied werden, das wäre recht schwach geworden.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • @ Vogel Specht


    Danke für den Video-Verweis, erst kürzlich sah ich darüber zufällig einen NDR-Bericht im Fernsehen, der mir dieses grandiose Werk wieder in Erinnerung rief. Für meine Wenigkeit gehört Werner Beinhart auf jeden Fall zu den zehn besten deutschen Filmklassikern der Neunziger. Leider habe ich ihn seit damals gar nicht mehr gesehen, was ich dringend nachholen möchte.
    Wo gibt es denn heute noch solche Perlen?

    Diese Mischung aus Trick- und Realfilm fand ich früher ganz interessant.

    Gerade das hat mir auch besonders gut gefallen.

  • Auf meiner Seite www.deutsche-filme.com habe ich den Film zu den "Einigungsfilmen" gezählt. Der Begriff stammt von mir, ist aber nicht besonders seriös. Für mich gehören aber eine Hand voll Filme aus der Zeit um 1990 irgendwie zusammen, weil sie einen gemeinsamen grandios-bissigen Humor haben und den damaligen Zeitgeist toll vermitteln. Ggf. gibt es mehr Werke dieser Zeit, die mir nur noch nicht bekannt sind. Ich hoffe ich vergesse keinen der Filme, es sind für mich:


    1990 - Go Trabi Go
    1990 - Superstau
    1990 - Manta - Der Film
    1990 - Manta Manta
    1989 - Werner Beinhart


    Es ist übrigens bemerkenswert, dass beide Manta-Filme komplett zeitgleich entstanden sind. Wobei gerade die beiden Manta-Filme sehr "Trashig" sind, "Superstau" und "Go Trabi Go" aber auch "Werner Beinhart" haben da mehr hintersinnigen Humor bzw. Überzeichnungen diverser kleinbürgerlichen Eigenheiten.


    Erst jetzt fällt mir auf, dass alle diese Filme in großen Umfang mit Fortbewegungsmitteln zu tun haben :D

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Erst jetzt fällt mir auf, dass alle diese Filme in großen Umfang mit Fortbewegungsmitteln zu tun haben :D

    Das hast du wirklich brillant analysiert! :)


    Deine Wortschöpfung "Einigungsfilm" finde ich ziemlich passend, denn zu dieser Zeit stand wohl noch eher diese Aufbruchsstimmung und Freude im Vordergrund, welche die nächsten zehn Jahre ohnehin maßgeblich prägen sollten. Frühe "Aufarbeitungsfilme" wie Das Versprechen oder Der Blaue waren damals sicherlich keine Publikumsschlager, so wie später etwa Das Leben der Anderen.


    Go Trabi Go scheine ich vor ein paar Wochen auf dem BR zum ersten Mal gesehen zu haben...dabei war ich fest davon überzeugt, den Film genau zu kennen und doch konnte ich mich an keine Szene erinnern. Sehr komisch...
    Superstau sagt mir nichts - vielleicht, wenn ich ihn sähe...
    Von den Manta-Filmen gefällt mir der erste, der nur vier Wochen vor dem mit Til Schweiger in die Kinos kam, besser. Doch ganz gleich, welche Begriffe den beiden Streifen anlasten, so "trashig" finde ich die gar nicht. Die Darstellung dieser "kleinbürgerlichen Eigenheiten", wie du sie nennst, finde ich sogar ziemlich gelungen und anno dazumal noch lange nicht so ausgelutscht wie spätere vergleichbare Werke.

  • Das hast Du gut zusammengefasst. Denn solche Lustspiele mit der Wiedervereinigung in Verbindung zu bringen wirkt im ersten Moment sehr plump. Aber dabei sind einige dieser Filme sehr hintersinnig und gerade "Superstau" und auch "Go Trabi Go" bringen wunderbar Gesamtdeutsche (also im Sinne von der BRD und DDR) Eigenheiten zur Geltung. Wenn die Familie aus "Go Trabi Go" z.B. ihre Verwandtschaft in Bayern besucht. Oder in "Superstau" fast alle deutschen Volksstämme drin karikiert werden.


    Von daher triffst Du das sehr gut mit der "Aufbruchstimmung". Die Filme sind sehr unverkrampft, locker und doch irgendwie optimistisch. So wie es in den ersten "Tagen" nach dem Fall der Mauer auch war. "Superstau" war damals in den Kinos ein Flop, wurde auf VHS dann aber zum Schlager. Die anderen Filme waren soweit ich weiss alle recht erfolgreich.


    Es gab ja damals auch kritische Filme wie "Alles Lüge!" von Didi Hallervorden, was die Problematik der Vereinigung dieser beiden deutschen Teilstaaten gut auf den Punkt gebracht hat (hab den Film leider ewig nicht gesehen, würde mich sehr interessieren).


    Für mich war meine frühe Kindheit in den 80er Jahren die schönste gesellschaftliche und kulturelle Zeit die ich erlebt habe, die Zeit um 1990 herum war auch wundervoll, gerade eben auch wegen dieser Aufbruchstimmung, in Zusammenhang mit Weltmeisterschaft usw. Danach ging es dann bergab. Die 90er Jahre waren für mich privat aber auch kulturell (Spaßgesellschaft, Drogen/Techno, TV-Programm) ein Abstieg. Schrecklich. Das führt sich bis heute fort. Das Gute an der neuen Zeit ist, dass durch Erfindungen wie das Internet (diese Erfindungen bringen aber wieder neue Probleme, Gefahren und Unfreiheiten mit sich) man sich sein Leben individuell gestalten kann, man sich seine alternative Wirklichkeit schaffen kann, damit man an der herrshenden Realität nicht komplett zugrunde geht.


    Dass die Manta-Filme auch ihre kleinbürgerlichen EIgenheiten aufgreifen stimmt. Nur die Filme gehen bewusst auch mehr in die "Kult"-Richtung, wo es eben auch um dumme Sprüche, Musik und Nonsens dreht. Aber da ist Werner ja auch nicht anders.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Hier habe ich mal ein paar Videos zu "Superstau" eingefügt, beim Audiokommentar wird ab ca. 3:30 Min. die "Wendefilme" (neben Einigungsfilme noch ein alternativer Begriff) angesprochen: Superstau

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    André Gide

  • Ich hab nur eine Szene gesehen und das war schon nicht mehr mein Geschmack. Alle Filme nach Teil 1 sind irgendwie "Gewollt" - Teil 1 ist einfach authentisch und gut.

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    André Gide

  • Also, dass das mit "Ja ja heißt leck mich am Arsch!" daher kommt wusste ich nicht (zu lange her, als dass ich mich daran erinnern könnte. Aber der "springende Punkt" kommt doch nicht von Werner! --> http://de.wikipedia.org/wiki/Springender_Punkt

  • Neulich lief der Film wieder einmal im Fernsehen, da habe ich ihn nochmal gesehen. Das mit dem Wurstblinker schaue ich mir nachher noch an.


    Habe ich das eigentlich richtig gesehen, dass auch Otto dort einen kurzen Auftritt hat und zwar als Brösel beim König vorsprechen muss?


    "Eckaaaat, die Russen sind da!"