Bei Rühmann kann ich die Diskussion auch ein Stück weit verstehen, bei Riefenstahl jedoch nicht. Bei der wussten doch alle Bescheid, der "Fehler" kann doch jetzt nicht erst bemerkt worden sein. Doch auch bei Heinz Rühmann kommt es zu spät. Er kann sich nicht mehr dazu äußern, zu Lebzeiten hat man ihm nie kritische Fragen gestellt. Doch das hätte man vielleicht tun sollen, auch wenn man sich damit unbeliebt gemacht hätte.
Aber auch sein Leben war kein Geheimnis. Natürlich denkt die heutige Generation anders, das soll sie auch, aber als Vertreter einer Organisation mus Kontinuität gewaht sein. Und es muss wiegen, dass niemand von uns sagen kann, wie wir uns damals selbst verhalten hätten. Unrecht getan hat er nicht.
Bei Riefenstahl ist es halt so, dass die Diskussion zum Großteil von Leuten mitbestimmt wurde, die damals selbst mit dabei waren. Sie wurde mit Klauen und Zähnen verteidigt. Aber die Stimmen wurden immer weniger.
Ja, an Rühmann hat sich niemand rangetraut, genausowenig wir an Johannes Heesters. Da hat Quax definitiv recht.
Nein, dass niemand sagen kann, wie er/sie sich damals verhalten hätte, ist vollkommen irrelevant. Auszeichnungen sind immer mit einer Vorbildfunktion verbunden. Die Frage wie wir uns verhalten hätten, kann man sich dann stellen, wenn wir selbst eine Auszeichnung bekommen.