Eine tolle Nacht (1926)

  • Auf YouTube kann man sich hier den Film 'Eine Tolle Nacht' von 1926 anschauen, einer der wenigen zugänglichen Filme von Ossi Oswalda nach ihrer Zusammenarbeit mit Lubitsch:)


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  • Leider erhält der Film bei imdb eine sehr schlechte Bewertung, was zum größten Teil daran liegen dürfte, dass er eine vollkommen unbekannte Produktion ist und zugleich kein "Zugpferd" für gute Bewertungen besitzt - wie einen Heinz Rühmann oder eine Brigitte Helm. Zum anderen könnte ich mir vorstellen, dass gerade in den USA viel Interessantes gar nicht erkannt wird ( Fräulein G. hat uns ja auch mal auf seinen dokumentarischen Wert hingewiesen.) Die schwankhafte Komik ist zum Teil zudem ziemlich "deutsch". Außerdem sind online keine aktuellen Kritiken über ihn zu finden. Das macht es ihm zusätzlich schwer.

    Ich persönlich genieße ihn mit jedem Ansehen mehr. Ossi Oswalda lebt ihren damaligen Starstatus richtig aus, was den Film zusätzlich zu einem Ansatzpunkt für eine Untersuchung ihrer Karriere nach Lubitsch macht.

    Und immer wieder erkenne ich, daß es viel schwieriger ist, ein Publikum vier Lustspielakte zum Lachen zu bringen, als es in einem sechsaktigen Schauerdrama zu Tränen zu rühren. (Ossi Oswalda, 1920)

  • Allein der Anfang auf Filmportal ist höchst amüsant und lässt auf einen vergnüglichen Filmabend schließen.

    Und wieder eine großartige Filmperle, die digital auf DCP im Archiv verstaubt....

    Stattdessen unendliche Abhandlungen, Rezensionen, Wieder- und Wiederaufführungen weltweit der immergleichen Stummfilmklassiker "Nibelungen", "Nosferatu", "Metropolis" und "Caligari"!

    Also ob es nichts anderes geben würde...

  • Trotzdem hast du natürlich Recht Fregola. Ossi Oswaldas Segen ist, dass sie in zwei (wenn man so will drei) der berühmtesten deutschen Stummfilmkomödien die Hauptrolle gespielt hat, was ihr zumindest optisch einen bleibenden Platz im deutschen Stummfilmhimmel gesichert hat, weil ihr Gesicht so häufig in Programmen abgedruckt ist und die Filme mehrfach veröffentlicht wurden. Immerhin hat ihr die Murnau-Gesellschaft einen Artikel zu ihrem (angeblichen) 125. Geburtstag gewidmet. Gleichzeitig ist es ihr Fluch, weil sich kaum jemand die Mühe macht, sich ihre anderen Auftritte anzuschauen, sondern sie sofort als Lubitsch-Produkt abstempelt. Und es wäre nicht die Aufgabe von uns Hobbyfilmhistorikern, mit unseren beschränkten Möglichkeiten, Licht ins Dunkel zu bringen, sondern die Filmarchive müssten ihr Material zugänglich machen.

    Sie war eine der populärsten Schauspielerinnen Deutschlands auch nach ihrer Zeit mit Lubitsch, und durchlief dabei mehrere Imagewandel. Sie zeigte ihr Potenzial bereits in ihrem ersten Kurzauftritt in "Schuhpalast Pinkus" (1916), wo sie mit ihrem natürlichen Charme mal so ganz nebenbei sämtliche anderen Darsteller (einschließlich Ernst Lubitschs) an die Wand spielte (Der Film ist übrigens auf Youtube einsehbar). Und selbst mit ihrem letzten Auftritt hinterließ sie noch einen extrem starken Eindruck in "Der Stern von Valencia", wo sich jahrzehntelang niemand auch nur die Mühe gemacht hat, einmal nachzuschauen, wie der Film damals beim Publikum und der Kritik ankam. Und dazwischen liegen mehr als 20 Titel, von denen wenigstens ein paar zugänglich wären, wenn man wollte.

    Und immer wieder erkenne ich, daß es viel schwieriger ist, ein Publikum vier Lustspielakte zum Lachen zu bringen, als es in einem sechsaktigen Schauerdrama zu Tränen zu rühren. (Ossi Oswalda, 1920)

  • Ich war vorgestern auf IMDb und habe den Film mit 10/10 geratet :!: Mich nervt es, dass er so schlechte Bewertungen bekommen hat, bloß weil er kein Bewertungszugpferd hat X(

    Und immer wieder erkenne ich, daß es viel schwieriger ist, ein Publikum vier Lustspielakte zum Lachen zu bringen, als es in einem sechsaktigen Schauerdrama zu Tränen zu rühren. (Ossi Oswalda, 1920)