Die Nacht des Jägers (1955)

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    Am Ohio River in den USA, etwa Anfang der 1930er-Jahre während der Großen Depression: Harry Powell, ein psychopathischer Frauenmörder, zieht als Wanderprediger mordend durch die Lande. Auf seine beiden Hände hat er die Wörter „Love“ und „Hate“ tätowiert. Wegen eines vergleichsweise harmlosen Autodiebstahls kommt er für einige Wochen ins Gefängnis, wo er mit dem zum Tode verurteilten Mörder und Bankräuber Ben Harper die Zelle teilt. Dieser erbeutete 10.000 Dollar bei einem Raub (nach heutiger Kaufkraft, Stand Juli 2019, rund 188.000 US-Dollar)[1] und brachte dabei zwei Menschen um. Nur Bens Kinder John und die kleine Pearl wissen, dass er das Geld in Pearls Puppe versteckt hat. Sie mussten ihrem Vater kurz vor seiner Verhaftung schwören, dies niemand zu verraten. Powell erfährt vom Geld – nicht aber vom Versteck –, indem er Ben im Schlaf ausfragt. Nach Bens Hinrichtung möchte Powell unbedingt die Beute an sich bringen.

    Als Powell entlassen wird, macht er sich sofort an Bens leichtgläubige Witwe Willa Harper heran, indem er vortäuscht, Gefängnispriester gewesen zu sein und das Vertrauen ihres Mannes genossen zu haben. Frömmelnd erschleicht er sich durch anschauliche Predigten das Wohlwollen der übrigen Dorfbewohner, überzeugt schließlich auch Willa und heiratet sie. Doch John spürt schon früh, dass etwas mit Powell nicht stimmt. Powell seinerseits weiß schon bald, dass John das Versteck der Beute kennt, und setzt ihn und Pearl zunehmend unter Druck. Willa gerät schnell in eine psychische Abhängigkeit des Predigers und hat mehr Vertrauen zu ihm als zu ihrem Sohn. Unter dem Einfluss ihres Mannes beginnt sie selbst öffentlich zu predigen. Nur der verschrobene Onkel Birdie, mit dem John immer angelt, macht sich Sorgen. Powell wendet immer perfidere Methoden an, um das Versteck des Geldes von den Kindern zu erfahren. Auch sein Umgang mit Willa wird immer brutaler. Schließlich tötet er seine Frau und versenkt die Leiche nachts im Fluss. Den Kindern und Willas besorgter Arbeitgeberin Mrs. Spoon erzählt er, seine Frau habe ihn verlassen. Er täuscht ihnen vor, er sei ein gebrochener Mann.

    Zu Hause terrorisiert und quält er weiterhin die Kinder. Zwar entdeckt Onkel Birdie die Leiche von Willa im Fluss, doch aus Furcht, selbst des Mordes beschuldigt zu werden, wagt er es nicht, zur Polizei zu gehen – stattdessen betrinkt er sich. Powell presst den Kindern das Geheimnis ab, doch im letzten Moment können sie mit dem Geld fliehen. Sie suchen den völlig betrunkenen Onkel Birdie auf, der ihnen aber nicht helfen kann. Daher müssen die Kinder in einem Boot auf den Fluss flüchten. Powell verfolgt sie zu Pferd auf dem Landweg, während er den Dorfbewohnern in einem Brief vorzutäuschen versucht, mit den Kindern verreist zu sein. Schließlich finden John und Pearl bei Mrs. Cooper Unterschlupf. Die Witwe unterhält eine Art Heim für obdachlose Kinder. Schnell fassen die Kinder Vertrauen zu ihr, doch sie verschweigen weiter ihre Geheimnisse.

    Als auch Powell den Ort erreicht, macht er sich an die pubertierende Ruby heran, einen Schützling von Mrs. Cooper, um den Aufenthaltsort von John und Pearl zu erfahren. Er versucht, die Kinder zurückzuholen, doch die resolute Mrs. Cooper vertreibt ihn vom Grundstück. Als Powell nachts in das Haus eindringt, verletzt sie ihn mit einem Schuss und ruft die Polizei. Powell wird wegen Mordes festgenommen, denn inzwischen sind seine vorangegangenen Untaten ans Tageslicht gekommen. Bei Powells Verhaftung bricht John psychisch zusammen und wirft Powell das Geld vor die Füße. Im Verlauf des folgenden aufreibenden Gerichtsprozesses erfahren die dem Verfahren beiwohnenden Zuschauer von Powells Verbrechen. Einem Mob unter Führung von Mrs. Spoon gelingt es beinahe, den Mörder zu lynchen, auf den als Urteil die Todesstrafe zuzukommen scheint. John und Pearl bleiben bei Mrs. Cooper, die mit ihrer ehrlichen, einfachen und frommen Art wie eine Mutter für die Kinder ist.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Nacht_des_J%C3%A4gers

    R.I.P. Steve Jobs, Robin Williams, Udo Jürgens, Demis Roussos, Joe Cocker, Richard von Weizsäcker, Leonard Nimoy, Christopher Lee, Omar Sharif, Satoru Iwata, Helmut Schmidt, Achim Mentzel, David Bowie, Prince , Muhammad Ali, Götz George, Bud Spencer, Walter Scheel, Tamme Hanken, Manfred Krug, Robert Vaughn, George Michael, Carrie Fisher, John Hurt, Roger Moore, France Gall, Aretha Franklin, Burt Reynolds, Montserrat Caballé, Stan Lee, Doris Day, Karel Gott, Ariane Carletti & Jan Fedder !

  • Ein fantastischer Film (im wahrsten Sinne des Wortes) und das sage ich nicht nur, weil Lillian Gish mit dabei ist.


    Ein extrem gelungener Genre Mix mit Einflüssen aus dem Film Noir und fantastischen Film, die letzte Einstellung mit Shelly Winters oder die Szene in der die Kinder sich vor ihrem Stiefvater auf die Flucht begeben, bleiben unvergessen.


    In wunderbaren schwarzweiß Bilder fotografiert und bis in die kleinsten Rollen mit einem tollen Schauspiel Ensemble besetzt. Robert Mitchum und Lillian Gish als Verkörperungen von Böse und Gut, aber beide dabei sehr "reale", sehr bodenständige Charaktere. Shelly Winters als überforderte, leicht zu beeinflussende Witwe eines Mörders und Mutter, die sich von den es gut meinenden Nachbarn in eine Ehe drängen lässt in der sie jeden eigenen Willen verliert. Das ganze Kleinstadtszenario mit der Leichtgläubigkeit gegenüber dem vermeintlichen "Mann Gottes" und der völligen Unfähigkeit aller Beteiligten (außer den Kindern) hinter die Fassade des Predigers zu sehen.


    Es ist jammerschade, dass Charles Laughton, der selbst ein wunderbarer Schauspieler war, nur bei diesem einen Film Regie geführt hat. Der Film fiel damals beim Publikum durch und wurde auch von den Kritikern nur gemischt rezensiert, den meisten war er wohl zu "künstlerisch". Das änderte sich laut Wikpedia erst in den 70er Jahren durch die wiederholten Ausstrahlungen im US Fernsehen.


    Es gibt nicht so viele Filme, die ich mir wirklich immer wieder ansehen kann, aber dieser gehört auf jeden Fall dazu.