Heute vor .... Jahren

  • Danke für den Hinweis und kein Problem. Mir fallen solche Fehler manchmal beim Schreiben selbst auf (soweit ich sie erkenne), aber da hier ein eher lockerer Umgangston herrscht und ich aufgrund der Zeiteinteilung hier eher nebenbei meine Beiträge hinterlasse, geht es oft etwas schnell beim Schreiben. Ich ärgere mich auch immer über Buchstabendreher beim schnellen Tippen, die ich - soweit ich sie sehe - dann noch direkt oder nachträglich ausbessere.


    Was Hitler angeht sind die Meinungsunterschiede wohl kaum zu überbrücken. Interessant ist das Thema aber allemal. Vielleicht kann man das Thema hier weiterführen: Nationalsozialismus - ich gehe aber davon aus, dass es schwer wird dauerhaft eine ruhige Diskussion führen zu können. Wobei ich die letzten Tage positiv überrascht bin, dass die Diskussionen bisher recht angenehm verlaufen.


    Ganz ganz wichtig ist meiner Meinung nach immer die Betrachtung aus dem zeitlichen Kontext heraus. Allein was die persönliche Entwicklung angeht. Hitler 1923 war ein anderer als 1935 und erst recht als 1939 und 1945. Die Feldherrenqualitäten kann ich schwer einschätzen, weil ich mich fachlich mit dem Verlauf der Feldzüge noch nicht auseinander gesetzt habe. Außenpolitisch (bis 1939) bin ich jedenfalls mehr als erstaunt gewesen, wie anders es offenbar abgelaufen ist im Vergleich zu dem, was man heute so gesagt bekommt. Aber wie Detlef heute schon geschrieben hat, ist das ein sehr komplexes Thema. Eine ausführliche Auseinandersetzung damit und die dazugehörigen Argumente würde mich sehr interessieren.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Ich denke solche Rückschlüsse brauchen wir hier nicht ziehen oder? Das würde kein Ende finden. Verbrechen sollte man nicht mit Verbrechen aufrechnen. Gerade nicht unter solchen Accounts die nur zu einem Zweck angemeldet wurden.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Heute vor 45 Jahren fand in dem gleichnamigen vietnamesischen Ort das My Lai-Massaker statt, bei dem ca. 500 vietnamesische Zivilisten grausam ermordet wurde.
    Ein guter Tag, nicht nur der Opfer der amerikanischen Militärmaschine zu gedenken, sondern auch der tapferen Hubschrauber-Besatzung um Hugh Thompson junior , die ihre Waffen auf die eigene Truppe richteten, um Vietnamesen vor dem Tod zu bewahren, und dem Fotografen Ronald L. Haeberle, dessen Fotos verhinderten, das dieses Massaker (wie so viele andere) vertuscht werden konnte.

  • Das Ende des 2. Weltkriegs für Rußland wird heute gefeiert.


    Ich habe dazu heute auf mindestens 4 verschiedenen Sendern Beiträge darüber gesehen. Die meisten Sender haben gesagt, dass es ein Sieg gegen Hitler-Deutschland (ZDF, BR) war. ProSieben nannte es einen Sieg gegen den Nationalsozialismus. Lediglich in der Tagesschau wurde neben "Hitler-Deutschland" auch einmal von einem "Sieg gegen Deutschland" gesprochen - direkt danach aber Aussagen von Russen, dass sie heute die Deutschen toll finden, weil sie keine Aggressionen mehr haben.


    Man hat das also sofort "gemindert". Ich habe den Eindruck, dass man mit dieser Begriffsverkapselung vermeiden möchte, dass ein gewisser Hass aufkommen könnte. Und vermeiden möchte, dass man die BRD (die man mit Deutschland allgemein gleichsetzt) in Verbindung mit dem 3. Reich gebracht werden könnte, also es kein Krieg gegen "uns" war, sondern lediglich gegen Hitler, den "Nazis" und den Nationalsozialismus.


    Dies nur mal als Beobachtung, die ich nicht uninteressant finde.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Am 10. Mai 1933 wurden in zweiundzwanzig deutschen Universitätsstädten Bücher bekannter und nun verfemter Autoren öffentlich verbrannt (eine Liste der betroffenen Schriftsteller kann man z.B. über Wikipedia finden).


    Aus der Schilderung eines persönlich betroffenen Augenzeugen:

    Quote

    Und im Jahre 1933 wurden meine Bücher in Berlin, auf dem großen Platz neben der Staatsoper, von einem gewissen Herrn Goebbels mit düster feierlichem Pomp verbrannt. Vierundzwanzig deutsche Schriftsteller, die symbolisch für immer ausgetilgt werden sollten, rief er triumphierend bei Namen. Ich war der einzige der Vierundzwanzig, der persönlich erschienen war, um dieser theatralischen Frechheit beizuwohnen. Ich stand vor der Universität, eingekeilt zwischen Studenten in SA-Uniform, den Blüten der Nation, sah unsere Bücher in die zuckenden Flammen fliegen und hörte die schmalzigen Tiraden des kleinen abgefeimten Lügners. Begräbniswetter hing über der Stadt. Der Kopf einer zerschlagenen Büste Magnus Hirschfelds stak auf einer langen Stange, die, hoch über der stummen Menschenmenge, hin und her schwankte. Es war widerlich. Plötzlich rief eine schrille Frauenstimme: Dort steht ja Kästner! Eine junge Kabarettistin, die sich mit einem Kollegen durch die Menge zwängte, hatte mich stehen sehen und ihrer Verblüffung übertrieben laut Ausdruck verliehen. Mir wurde unbehaglich zumute. Doch es geschah nichts. (Obwohl in diesen Tagen gerade sehr viel zu geschehen pflegte.) Die Bücher flogen weiter ins Feuer. Die Tiraden des kleinen abgefeimten Lügners ertönten weiterhin. Und die Gesichter der braunen Studentengarde blickten, die Sturmriemen unterm Kinn, unverändert geradeaus, hinüber zu dem Flammenstoß und zu dem psalmodierenden, gestikulierenden Teufelchen.(...)

    Quelle: "Nach Durchsicht meiner Bücher" von Erich Kästner (1946), zitiert nach http://www.euchzumtrotz.de/front_content.php?idart=28


    Ein Verbrechen wider den deutschen Geist?

  • Am 10. Mai 1945 hält der Prager Bauingenieur Jiri Chmelniek mit seiner 8-mm-Kamera fest, wie tschechische Milizen deutsche Zivilisten füsilieren:



    Auf Youtube kann ausserdem die Dokumentation Töten auf Tschechisch von David Vondrcek besichtigt werden: