Du lebst noch 105 Minuten (1948)

  • Gestern auf arte Anatole Litvaks faszinierenden Noir-Streifen "Du lebst noch 105 Minuten" (Sorry, Wrong Number) gesehen. War mir zuvor völlig unbekannt, hat mich aber mehr angesprochen als so mancher Hitchcock-Klassiker. Zunächst wie ein simpler Whodunit beginnend, taucht der Film immer tiefer in die Spirale psychischer Abgründe ein, an deren Ende folgerichtig Tod und Verderben warten. Während Hitchcocks Psychologie heute vielfach überkommen ist (Spellbound, Marnie), finde ich, dass Litvaks Inszenierung und Lucille Fletchers Drehbuch bis heute nichts von ihrer analytischen Präzision verloren haben. Die zwischenmenschlichen Mechanismen, mit denen sich die Figuren zusehends ins Elend manövrieren, werden alle glaubwürdig und ohne Überzeichnung vermittelt.


    Eure Meinungen dazu?

  • Den hab ich! Der ist klasse! Absolut faszinierend. Der Film zieht einem förmlich rein.

    Psychologisch interessant, und die Schauspieler haben es super umgesetzt, und auch der Schluss ist :thumbup:

    Hat etwas zeitloses.

    Man sollte in dieser Zeit einfach öfter mal tief durchatmen, damit das Hirn wieder Sauerstoff bekommt...

  • Vorneweg - der Film wird noch 2 mal in ARTE gezeigt:


    Am Donnerstag, 13.45 und am 9.3. um 13.50


    Jetzt zum Film, den ich vor ca. 15 Jahren im 3Sat aufgenommen habe:


    1. hervorragende Schauspieler: Barbara Stanwyck, Burt Lancaster und Leif Erickson - dazu Anatole Litvak als Spielleiter - gute Kombination

    ständig steigernde Spannung, sodas der Schluß schon fast überdreht ist.

    Der Nachteil für meine Begriffe: Es war eigentlich ein Kammerspiel in einem Raum. Ausnahme: Die Rückblenden.

    "Wir wollten Gerechtigkeit und bekamen den Rechtsstaat"

    (Bärbel Boley 9.Juli 1991)