Brokeback Mountain (USA 2005)

  • Über einen wahrlich langen Zeitraum war der Western für Hollywood immer eher ein Bereich, in dem die Traumfabrik in diesem geradezu uramerikanischen Genres all ihre Mythen und Ideologien 'verkaufen' konnte. Zwar gab es v.a. in den 50iger Jahren eine ganze Reihe von Western, die zeitgenössische Themen ansprachen, die sich mit übergeordneten Themen auseinandersetzten oder die auch Teile der Western-Ideologie kritisch hinterfragten, aber trotzdem blühte gerade in dem Jahrzehnt der Western als mythenbildendes Genre extrem auf.


    Die späten 60iger, die 70iger tasteten sich dann immer weiter an eine kritische Hinterfragung des Western heran, aber für mein Empfinden war es erst Clint Eastwood mit 'Erbarmungslos' ('Unforgiven' 1992), der nicht nur Gesellschaftskritik mit Hilfe dieses Genres leistete, sondern auch quasi sämtliche Westernbestandteile, all das, was ihn ausmacht, zerstörte. Und 'Brokeback Mountain' (2005) fügte dann den endgültigen Todesstoß noch hinzu.


    Wenn in 'Erbarmungslos' alle Mythen, alle Ideale des Western zerstört werden, kommt mit dem Film von Ang Lee noch etwas hinzu. Nun ist der Cowboy auch noch schwul geworden. Das Sinnbild der amerikanischen Geschichte verneint den Männlichkeitskult überhaupt. Kein Showdown mehr, sondern ein Kuss!


    Vielleicht können wir in Europa gar nicht so richtig nachvollziehen, was das für die Amerikaner bedeutet haben muss. Der vernichtende Stoß in ihr ureigenste Heiligtum. Und dabei erzählt der Film nur eine berührende Liebe zwischen zwei Menschen. Eigentlich das Einfachste von der Welt. Nur leider im falschen Kontext. 'Brokeback Mountain' zeigt auf tragischste Weise, dass Liebe zwischen Menschen noch lange nicht ok ist, solange diese Menschen nicht Mann und Frau sind. Beide werden eben zerstört durch die gesellschaftlichen Bedingungen.


    Der Film zeigt dabei keine triefende Hollywoodartige Schmalzvariante oder macht die beiden Männer zu irgendwelchen Bösewichtern. Ang Lee porträtiert sie mit ungewöhnlicher Empathie, ganz sanft und eher leise, zeigt uns auch die Konsequenzen für das jeweilige Umfeld.


    'Brokeback Mountain' war vielleicht eine Art Todesstoß für das Genre 'Western', jedenfalls für den klassischen, einförmigen, aber er ist auch gleichzeitig ein Meilenstein, weil Befreiung. Letzte Befreiung aus den Konventionen des Genres.

  • R.I.P. Steve Jobs, Robin Williams, Udo Jürgens, Demis Roussos, Joe Cocker, Richard von Weizsäcker, Leonard Nimoy, Christopher Lee, Omar Sharif, Satoru Iwata, Helmut Schmidt, Achim Mentzel, David Bowie, Prince , Muhammad Ali, Götz George, Bud Spencer, Walter Scheel, Tamme Hanken, Manfred Krug, Robert Vaughn, George Michael, Carrie Fisher, John Hurt, Roger Moore, France Gall, Aretha Franklin, Burt Reynolds, Montserrat Caballé, Stan Lee, Doris Day, Karel Gott, Ariane Carletti & Jan Fedder !