Der Löwe im Winter (GB, 1968)

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    Weihnachten 1183 auf der französischen Burg Chinon: Der alternde englische König Henry II. ist besorgt um sein Königreich und beschließt, seinen Nachfolger aus dem Kreise seiner drei Söhne Richard, Geoffrey und John auszuwählen, da der vorgesehene Thronfolger Heinrich der Jüngere vor kurzem verstorben ist. Henry hat sich die junge französische Prinzessin Alix zur Geliebten genommen, die jedoch seinem Sohn Richard als Gemahlin zugedacht ist. Ihr Bruder, der junge französische König Philipp II. von Frankreich, ist ebenfalls zu Besuch bei Henry und fordert die baldige Hochzeit der Prinzessin, ansonsten will er ihre aus Land bestehende Mitgift zurück.

    Mit seiner Ehefrau Eleanor verbindet Heinrich eine Hassliebe. Weil Eleanor mehrfach gegen Henry konspiriert hat, lebt sie seit zehn Jahren auf der englischen Burg Old Sarum in der Verbannung. Sie ist verbittert darüber, dass ihr Mann sie für jüngere Geliebte wie die bereits verstorbene Rosamund oder nun Alix verließ. Zum weihnachtlichen Hof ruft Henry sie nach Chinon. Eleanor sieht an diesem Weihnachtstag ihre Chance gekommen, über ihren Sohn Richard Einfluss und Macht zurückzugewinnen. Zwischen Henry und Eleanor entspinnt sich ein intrigantes Ränkespiel um die Nachfolge des Königs, denn während der König den noch jugendlichen John favorisiert, will Eleanor Richard auf den Thron bringen. Richard wird zwar von seinem Vater als fähig angesehen, doch hat er sich in der Vergangenheit bereits gegen ihn gestellt und ist dadurch unbeliebt bei ihm geworden.

    Henry stimmt zu, Alix mit Richard zu verheiraten und ihn zum Thronfolger zu machen. Richard erfährt allerdings bei der Hochzeit, dass nicht nur Eleanor die Freiheit bekommen, sondern John auch die wichtige Provinz Aquitanien zugesprochen werden soll. Daraufhin lehnt Richard die Hochzeit ab. John hat unterdessen geglaubt, dass er nicht mehr der Favorit seines Vaters sei, und mit seinem mittleren Bruder Geoffrey und König Philipp einen Plan zum Krieg gegen England geschmiedet. Henry findet durch ein Gespräch mit Philipp heraus, dass John und Geoffrey sich gegen ihn gestellt haben, und dass Richard vor einigen Jahren eine homosexuelle Affäre mit dem jüngeren Philipp hatte.

    Nun hält Henry alle drei Söhne für des Thrones unwürdig und lässt sie von seinen Wachen in einen Weinkeller einsperren. Er gibt dem Hof Anweisungen, dass er und Alix nach Rom zum Papst reisen, wo der Papst seine Ehe mit Eleanor annullieren soll, sodass er Alix heiraten und mit ihr neue Kinder haben kann. Alix gibt aber zu bedenken, dass er keine so lange Lebensspanne mehr habe und die drei Söhne nach seinem Tod eine Gefahr für sie und den potenziellen Thronfolger darstellten. Henry verurteilt daraufhin seine drei Söhne zum Tod, bringt es aber nicht fertig, sie hinzurichten, und lässt sie entkommen. Henry bleibt allein mit trüben Gedanken zurück, wobei die in ihr Gefängnis zurückkehrende Eleanor ihm den Ratschlag gibt, den Schmerz mit Lachen zu überspielen.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Löwe_im_Winter

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  • 'Der Löwe im Winter' ist wirklich bestes Schauspielkino und zudem eine Art von 'Wer hat Angst vor Virginia Woolf' im historischen Gewande. Eigentlich ein Kammerspiel, aber dabei ein Ehekrieg vom Feinsten, ein Macht- und Intrigenspiel, das sich wirklich gewaschen hat. Als Zuschauer, der man ja eigentlich immer gerne eine Identifikationsfigur hätte, schwankt man ständig hin und her, bis man es denn irgendwann aufgibt. Sie sind alle zu fürchterlich. :D


    Getragen wird der Film neben der tollen Vorlage von James Goldman aber v.a. von den grandiosen Schauspielern, allen voran von Katherine Hepburn, die verdient ihren dritten Oscar dafür gewann und von Peter O'Toole, der allerdings in Hollywood leer ausging.


    Zusammen mit dem Film sollte man sich eigentlich 'Beckett' von 1964. Peter O'Toole wieder in der Rolle des Henry II., diesmal allerdings als junger König. An seiner Seite als Beckett Richard Burton und zudem John Gielgud als Ludwig II. von Frankreich. Der Film wiederum bezieht sich auf ein historisches Ereignis, ist aber auch allerbestes Schauspielerkino.

  • Der Film ist wirklich ganz großes Kino. Ich komme mir beim Zuschauen so vor als würde ich zwei Schachspieler (Eleanor und Henry) dabei beobachten wie sie ihre lebenden Schachfiguren auf dem Brett hin- und herschieben. Und jeder Zug dient auf den ersten Blick nur dazu in den fast perfekten Panzer des Gegenspielers eine Bresche zu schlagen. Und trotzdem gelingt es Hepburn und O'Toole immer wieder die Zweifel, die Verletzlichkeit und die Einsamkeit aber auch den Humor und den Respekt, den Henry und Eleanor immer noch voreinander haben, durchschimmern zu lassen.


    Auch die Nebenrollen sind fantastisch gespielt, ein junger Anthony Hopkins als Prinz Richard (der spätere Richard Löwenherz), Nigel Terry als Prinz John und Jane Merrow als Alais. Wie Erich oben sagt, man findet keine echte Identikationsfigur, denn alle sind sie sowohl Monster als auch Menschen, aber man kann nicht aufhören ihnen zuzuschauen.


    Interessant ist auch der historische Hintergrund, denn der Großteil der Handlung beruht auf Tatsachen. Henry II. lag mit seinen Söhnen im Dauerstreit, der immer wieder vom französischen König Philipp II. angefacht wurde und Henrys Ehefrau Eleanor intrigierte für ihre Söhne (vor allem für Prinz Richard) gegen den Vater und wurde deshalb von diesem wenn auch nicht direkt gefangengesetzt so doch zumindest von den (da allerdings bereits erwachsenen) Söhnen getrennt.


    Wirklich ein guter Film, man sollte allerdings nicht den Fehler machen einen Abenteuerfilm oder Actionfilm zu erwarten. Diese Protagonisten kämpfen mit Worten nicht mit Schwertern.

  • Ein großartiger Film. Ich hab ihn zum ersten Mal vor ca. zwei Monaten gesehen. Auch der Soundtrack von John Barry ("Der mit dem Wolf tanzt"), hat was für sich...




    "Alkohol in Maßen genossen, schadet auch in größeren Mengen nicht"


    Anderl Heckmair (1906-2005), deutscher Bergführer und Alpinist