Der geheimnisvolle Klub (D, 1913)

  • Das niederländische Filmmuseum hat den Stummfilm Der geheimnisvolle Klub (1913) online gestellt. Die niederländischen Zwischentitel machen das Verständnis zwar etwas komplizierter, allerdings bietet imdb eine Zusammenfassung des Inhalts. Der Film dürfte sich allein schon deshalb lohnen, weil dort Curt Bois' Schwester Ilse (1896-1961) eine der Hauptrollen hat. Dass Curt Bois eine erfolgreiche Stummfilmschauspielerin (und Kabarettistin) als Schwester hatte, ist heute vollkommen in Vergessenheit geraten. (Die Angabe, dass es sich um eine niederländische Produktion handelte, dürfte nicht stimmen. Der Film spielt nur in Rotterdam.)


    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


  • Der Film wurde 1913 von der Eiko Film, Berlin, produziert...

    Genau, und auch imdb gibt als Produktionsland Deutschland an.

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


  • Ich habe den Film gestern gesehen und kann ihn nur wärmstens empfehlen, insbesondere denen, die ihren Blick auf den deutschen Stummfilm etwas erweitern möchten.


    Es handelt sich um eine Fassung von Robert Louis Stevensons "Der Selbstmörderklub". Sie ist flott inszeniert, die Kamera ist meisterhaft eingesetzt, und die Schauspieler agieren zurückhaltend, was ja bei weitem nicht bei allen Produktionen der damaligen Zeit der Fall war. Internationales Flair erhält der Film durch exotische Tiere im Garten einer Konsularsfamilie, was auf einen Aufenthalt in den Kolonien hindeuten dürfte.


    Der letzte Akt besteht aus einer wilden, sehr gut inszenierten und geschnittenen Verfolgungsjagd, in der Joseph Delmont, ein früherer Zirkusartist, seine athletischen Fähigkeiten zur Schau stellen kann. Sie sind so athletisch, dass es zum Schluss etwas "Nachhelfen" durch das Drehbuch benötigt, damit die Verfolger eine halbwegs glaubhafte Chance haben, die Oberhand zu gewinnen.


    Joseph Delmont würde ich von den Darstellern besonders herausstellen. Ich habe ihn mit seiner etwas strubbelig wirkenden Frisur und seiner gedrungenen Gestalt sofort erkannt, obwohl ich davor nur ein Bild von ihm gesehen hatte. Ähnlich war es mit Ilse Bois. Sie strahlt eine angenehme Frische aus und löst im Film absolut das für mich ein, was ihre Autogrammkarten versprechen. Es war sehr angenehm, zu sehen, dass es auch andere talentierte Darsteller im deutschen Stummfilm der Zeit gab als die "üblichen Verdächtigen". Fred Sauer ist glatter, bürgerlicher und stellt ganz offensichtlich das Gegenstück zu Joseph Delmont dar.


    Aus heutiger Sicht etwas gewöhnungsbedürftig fand ich die "Entführung" von Ilse Verstraaten (dargestellt von Ilse Bois). Nachdem sie sich kurz zuvor noch athletisch in ein Fenster geschwungen hat, habe ich mich schon gefragt, warum sie ihrem Entführer nicht mal kurz ihr Knie in die Magengegend (oder tiefer) rammt. Aber das war 1913 sicher noch keine Option ;)


    Etwas anstrengend sind natürlich die niederländischen Zwischentitel. Deshalb ist es von Vorteil, wenn man sich schon vorher ein bisschen mit der Handlung vertraut gemacht hat. Allerdings kann man den Inhalt der Texte mit ein bisschen Phantasie schon ganz gut erschließen.


    Kurz zusammengefasst: absolut empfehlenswert :)

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


  • Hier ein Foto von Ilse Bois :) Fred Sauer oder Joseph Delmont kann ich leider nicht bieten 💁‍♂️


    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)