Wunschkonzert (D, 1940)

  • Das seltene "Das Programm von heute"-Filmprogramm zum Film "Das Wunschkonzert" von 1940 findet man ab sofort in unserem Warenangebot:



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    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • "Erfolgreichster Film " ???

    So weit ich weis war " Die große Liebe " (1942) mit Zarah Leander der größte Kinoerfolg der 40er Jahre vor "Wunschkonzert " .

    Ohhh ja stimmt. Verwechselt. Ich doofnuss :D Weiss ich eigentlich, hab da schneller geschrieben als gedacht. Aber dass der erfolgreichste deutsche Film aus der Zeit vor 1950 stammt wissen wahrscheinlich 99,5% der Bevölkerung leider nicht.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Den habe ich mir, mit Bauchweh, gestern Abend zum zweiten Mal angeschaut, denn der schicke Arzt im Lazarett ist Fritz Angermann, der frühere Bariton der Kardosch-Sänger. Gerade gestern fanden wir heraus, dass er im Herbst 1944 an einem Lungenabszess starb (vermutlich die Folge einer Kriegsverletzung). Da war der Film nur schwer zu ertragen, und ich musste dann auch bei "Gute Nacht, Mutter" abschalten (die Söhne verrecken lassen, und dann mit den Müttern Propaganda treiben, da hört's bei mir auf).


    Beim ersten Anschauen konnte ich den Film aus sicherer Distanz mit Humor (und viel nebenbei-Lästern) ertragen. Das gelang mir diesmal nicht. Ich musste bei den "Hurra wir ziehen in den Krieg und singen ein lustig Lied"- Szenen immer an die Szene aus 08/15 denken, wo die Soldaten sich beim Singen in Skelette verwandeln.


    Ein übles Machwerk. Der Soldat der sich mit seligem Lächeln für seine Kameraden opfert, die frischgebackene deutsche Mutter die ihrem zukünftigen Kanonfutter-Söhnchen beseelt lächelnd übers Köpfchen streicht....*würg*


    Dazu die Vorstellung dass Angermann (und so viele andere Künstler) gewissermaßen um ihr Leben sangen und spielten, um am Schluß trotzdem qualvoll und sinnlos in einem bescheuerten Krieg zu krepieren. Und dass es heute Leute gibt, die das toll finden.

  • Und dass es heute Leute gibt, die das toll finden.

    Der Film an sich ist toll. Ich bitte dich: Ilse Werner. :love: :love:DAS Pinup-Girl der deutschen Wehrmacht macht doch alles wieder gut. :)War Eduard von Borsody vlt. ein deutschnationalistischer Propagandist ? :D:P

    Der Streifen wird nie auf dem Index landen. Er ist einfach (nicht nur musikalisch) viel zu gut. Deswegen die blu-ray-Fassung. :thumbup:

    "Alkohol in Maßen genossen, schadet auch in größeren Mengen nicht"


    Anderl Heckmair (1906-2005), deutscher Bergführer und Alpinist

  • Ich hab den Film noch nie gesehen, würde ihn aber ggf. auf Blu-ray bei Gelegenheit mal besorgen. Interessiert mich sehr. Dass hinter dem Film große Schicksale stehen und er im zeitgeschichtlichen Kontext für heutige Betrachter eine ganz andere und teils auch befremdliche Wirkung hat als damals, liegt in der Natur der Sache.


    Die Geschichte ist aber extrem vielschichtig, ebenso wie jedes einzelne Leben und Schickal. Von daher sollte man auch die Menschen von damals respektvoll begegnen, die jeweils aus ihrer Zeit heraus agiert haben. Krieg ist immer grausam. Und das wussten die Menschen damals auch nach den Erfahrungen des 1. Weltkriegs. Da spielen sehr viele Faktoren mit rein. Pauschale Veruteilung oder Sarkasmus sind da denke ich auch nicht zielführend.


    Gerade wegen dieser Vielschichtigkeit sind auch zeitgenössische Filme immer wichtig und interessant, weil sie ein Spiegel ihrer Zeit sind und dazu Beitragen, mehr über die Zeit zu erfahren und somit auch die Geschichte, geschichtliche Zusammenhänge besser zu verstehen und auch daraus Schlüsse und Lehren ziehen zu können.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Ich kann mich nicht entsinnen gesagt zu haben der Film gehöre auf den Index.


    Aber leider habe ich an Volkstumsgedöns und Kriegsverherrlichung und Romantisierung des Opfergedankens für eine blödsinnige Ideologie keinen Spaß. Und DAS meinte ich, was manche Leute heute toll finden.

  • Ich kann mich nicht entsinnen gesagt zu haben der Film gehöre auf den Index.


    Aber leider habe ich an Volkstumsgedöns und Kriegsverherrlichung und Romantisierung des Opfergedankens für eine blödsinnige Ideologie keinen Spaß. Und DAS meinte ich, was manche Leute heute toll finden.

    Ilse Werner ist trotzdem toll, oder? Opfergedankengut und auch Spaß findet im Leben durchaus seine Berechtigung. Ich mag den Film, du nicht. Schön.


    "Alkohol in Maßen genossen, schadet auch in größeren Mengen nicht"


    Anderl Heckmair (1906-2005), deutscher Bergführer und Alpinist

  • Man muß den Film im Kontext der damaligen Zeit sehen.


    Vielleicht schüteln die Menschen in 70 Jahren den Kopf über unser heutiges Gendergerede oder diesem ganzen Niedermachen der Leute die sich bei #allesdichtmachen geäussert haben.


    Jedes Thema hat seine Zeit.