Mein Mann, das Wirtschaftswunder (BRD, 1961)

  • Einen Tagebucheintrag einer jungen Frau, die sehr enttäuscht ist von "Mein Mann, das Wirtschaftswunder", kann man ab sofort hier lesen.


    Der Film hat bei imdb.com aktuell eine Bewertung von ordentlichen 5,7 von 10 Punkten bei 131 Stimmen.


    Sowohl auf DVD als auch auf Blu-ray ist der Film inzwischen erschienen: https://amzn.to/365ARLu [Anzeige]

    "Es ist besser, ein einziges kleines Licht anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen."


    Konfizius

  • Ich glaube, die meisten, die den Film gesehen haben, haben nicht einmal richtig hingeguckt. Selbst über die Altersfreigabe herrscht keine klare Meinung. Ich habe mal in der Wikipedia die Altersfreigabe von 6 auf 12 Jahre korrigiert, weil es o auf meiner DVD steht (die müsse es doch wissen ;)). Irgend wein Trottel hat das wieder geändert. Auf meinen Einwand mit Quellenangabe anno 2011 (!) gab es bis heute keine Reaktion.


    Ja, es ist keine Paraderolle für Heinz Erhardt, konnte sie auch nicht sein, aber ich finde, dass er und Marika Rökk das gut spielen, auch Conny Froboess. Es ist halt eine Komödie im Stil jener Zeit mit, wie man so sagt, frühem Verfallsdatum. Dem großen Erfolg ist es wohl zu verdanken, dass man ihn heute noch kennt. Und ich sehe ihn mir auch immer noch gern an. :)

  • Ich habe ihn bis heute nicht gesehen. Aber kommt bestimmt noch. Bei der Tagebuchschreiberin erkennt man aber auch, dass sie eine politisch und philosophisch interessierte Frau war, da hat sie sich allein Aufgrund des Titels schon etwas tiefgründigeres erhofft, deswegen hatte sie wohl auch einfach falsche Erwartungen in Bezug auf den Film.

    "Es ist besser, ein einziges kleines Licht anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen."


    Konfizius

  • Der Film ist doch umwerfend :thumbup:

    Ich habe ihn mir gekauft, ich kann ihn nicht oft genug sehen. Ich muss immer wieder lachen, und er sagt auch viel über die Zeit damals aus. Die Möbel, die Musik, die Mann-Frau-Beziehung, die Liebe :love:...

    Mit der wundervollen tanzenden, frechen Marika Rökk, mit der lustigen, singenden Cornelia Froboess, und dem amüsanten Heinz Erhardt :)


    :) Conny & Marika Rökk ''Honky Tonky Tom'' :)

  • Hat jemand irgendwelche näheren Hintergrundberichte über den Film?

    Meines Wissens ist das Drehbuch durch mehrere Hände gegangen bis es schließlich nochmals von Dieter Hildebrand durchgearbeitet und schließlich in dieser Version verfilmt wurde. Das Drehbuch enthält einige sehr unterhaltsame und der Geschichte zuträgliche Szenen, die auch gedreht, wohl aber aus Gründen der Laufzeit geschnitten wurden...so u. a. die komplette Einführung von Rökk vor der Presse - mit einem ganzen Lied (Haben wir das nötig gehabt) - sowie lustige Szenen mit Hubert von Meyernick als Architekt Taubeneck bei der Umgestaltung der Villa....

    Frage: kennt oder hat jemand dieses geschnittene Lied von Komponist Michael Jary?

  • Hat jemand irgendwelche näheren Hintergrundberichte über den Film?

    Meines Wissens ist das Drehbuch durch mehrere Hände gegangen bis es schließlich nochmals von Dieter Hildebrand durchgearbeitet und schließlich in dieser Version verfilmt wurde. Das Drehbuch enthält einige sehr unterhaltsame und der Geschichte zuträgliche Szenen, die auch gedreht, wohl aber aus Gründen der Laufzeit geschnitten wurden...so u. a. die komplette Einführung von Rökk vor der Presse - mit einem ganzen Lied (Haben wir das nötig gehabt) - sowie lustige Szenen mit Hubert von Meyernick als Architekt Taubeneck bei der Umgestaltung der Villa....

    Frage: kennt oder hat jemand dieses geschnittene Lied von Komponist Michael Jary?

    Da ich gerade etwas zu den Film vorbereite lenke ich vileicht nochmal Aufmerksamkeit auf den Beitrag. Ist jemanden da etwas bekannt was die aussagen bestätigt?

    „(Gaertner lehnt sich zurück und lacht lautlos.)

    Bauer: Was lesen Sie denn da Komisches?

    Gaertner: Ein Trauerspiel.

    Campe: Und ich freute mich schon! Ich dachte, Sie hätten über'n Lustspiel gelacht. -Mit Trauerspielen haben uns unsere Klassiker ja auf Jahrhunderte versorgt." (Die Frau nach Maß, S. 22f.)

  • Was nicht jeder weiß


    "Dann machen wir's falsch. Wir ritten die Erfolgsmasche zu Tode. Wir drehten Bühne frei für Marika - mit Wolfgang Lukschy - und Nachts vor der Premiere - mit Heesters. Immer das Thema mit Variationen", fasst Marika Rökk in ihrem Buch "Herz mit Paprika" ihre Filmrollen in den fünfziger und sechziger Jahren zusammen. "Und mit Mein Mann das Wirtschaftswunder und Heut gehn wir bummeln ging ich unter fremden Regisseuren in den Keller, stand bescheiden mitten in der Besetzungsliste, wurde Allerdings bei Mein Mann... nachträglich aufgewertet, weil mein einziger, von mir hart erkämpfter Tanz so gut gefallen hatte. Na, wenn schon, das Filmfest war vorüber."


    Max Colpet, Chanson-Schöpfer, Schlager-Texter, Musical-Verfasser und Drehbuchautor, schreibt in seinen Memoiren "Sag mir, wo die Jahre sind" über seine Erfahrungen: "Bei kaum einer Filmarbeit ging alles glatt. Mal schrieb man neue Fassungen, die dann nicht verwendet wurden, oder man veränderte mein Buch so, dass ich es kaum wiedererkannte. Darum galt für mich das Prinzip: Ein Filmautor hat zwei unantastbare Rechte: Vorschuss zu verlangen und seinen Namen zurückzuziehen. Das tat ich dann auch gelegentlich, so bei dem Marika-Rökk-Film Mein Mann, das Wirtschaftswunder. Marika spielte eine Künstlerin, die einen reichen Mann heiratet, für ihn ihre Karriere aufgeben will und es dann doch nicht tut, obwohl davon das Glück und die Zukunft ihrer Tochter abhängen. Um diese ziemlich banale Story ein wenig zu entkitschen, schrieb ich ein paar freche Liedertexte. Einer handelte von dem traurigen Los und Schicksal der Artisten, die täglich von Stadt zu Stadt und Hotel zu Hotel ziehen müssen.


    Während die anderen Mitglieder des Ensembles nervös hin und her laufen und sich über die unmöglichen Zustände, die Garderoben, Toiletten etc. beklagen, sollte Marika fast regungslos auf der Bühne hocken, den müden Kopf auf die Hände gestützt, und singen: 'Koffer raus... Koffer runter, Sachen raus... Sachen rein!' Als ich mir den Film ansah, fehlte das Lied, ebenso das Chanson 'Mein Mann, das Wirtschaftswunder', das später Grethe Weiser in der Willy- und-Thomas-Fritsch-Sendung 'Das gibt's doch zweimal' sang. Ungerechterweise gab ich dem Produzenten und Regisseur die Schuld, bis ich zwischen den Texten, die ich zurückverlangt hatte, einen Brief der ehrgeizigen Künstlerin entdeckte, in dem wörtlich stand: 'Eine Marika Rökk sitzt nicht tatenlos auf der Bühne, während andere Mitglieder vom Ensemble laufen herum...' Jetzt wurde mir einiges klar."


    Quelle: "Film ab: Heinz Erhardt" von Manfred Hobsch, im Schwarzkopf Verlag Berlin 1999


    Da stellt sich natürlich die Frage wie viel Hildebrandt im Drehbuch steckt. :/