Meister Eder und sein Pumuckl (BRD, 1979 - 1988)

  • Am Montag habe ich zusammen mit Paddy einen Beitrag über "Derrick" gedreht und in dem Rahmen Hans Stadlbauer gesprochen. Ich habe ihn auch zu "Meister Eder und sein Pumuckl" befragt, jedoch konnte er nichts mehr sagen, was für uns neu wäre. Ein bisschen was zu Bayrhammer hat er gesagt, aber auch nichts, was außergewöhnlich wäre. Wenn ich mal wieder den O-Ton höre, kann ich ja mal ein Zitat hier einbringen.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

    Edited once, last by Vogel Specht ().

  • So, es ist vollbracht: Ich habe mir seit meiner Kindheit erstmals wieder die Serie angeschaut! Das Warten hat sich definitiv gelohnt, da jetzt beide Staffeln erhältlich sind und noch dazu in HD.

    Nach den ersten drei Folgen muss ich gleich feststellen, dass mir gar nicht mehr klar war, wie nervig der Pumuckl doch eigentlich ist, das war für mich zeitweise schon sehr herausfordernd, Hans Clarins grelle, kratzige Stimme zu ertragen.=O


    Worüber ich mir nie zuvor Gedanken gemacht habe, ist die eigentlich seltsame überregionale Popularität einer bayerischen Kinderserie.

    Da der eine Teil meiner Verwandtschaft aus Bayern stammt, hatte ich nie Verständnisprobleme und der Dialekt war eben genauso normal wie der hiesige, aber wie verhält es sich mit Kindern etwa aus Niedersachsen: haben die überhaupt alles verstanden und fanden die das Bayerische nicht extrem komisch? Das führt mich zu der Frage, ob es Erhebungen darüber gibt, dass "Meister Eder und sein Pumuckl" womöglich in Bayern und Österreich oder allgemein im süddeutschen Sprachraum beliebter war als im Rest des Landes.

    Aber auch so scheint die Serie wie aus einer anderen Welt. In Zeiten von Jugendwahn und "Oma ist ne Umweltsau" wäre es heute unvorstellbar, dass ein Gustl Bayrhammer (der einen Schreinermeister spielt, ts, also bitte) oder Peter Lustig im Kinderprogramm als Respektpersonen auftreten, die würden nicht mehr als weise alte Männer gelten, sondern als "weiße alte Männer" gebrandmarkt werden, und sowieso wäre alles andere als astreines Hochdeutsch diskriminierend und die Umgebung furchtbar reaktionär, und weiß der Kuckuck was. Im Titellied wird anstatt gerappt noch gesungen (!) und das nicht mal perfekt, so wie es Kinder tun...wie uncool.


    Ziemlich verblüfft hat mich übrigens Eders erste Reaktion auf den Klabautermann. Ich hätte erwartet, dass er völlig vom Glauben ab- und erst mal in Ohnmacht gefallen wäre, aber: nix da. In dieser Welt scheint die Existenz von Kobolden und spukhaften Erscheinungen keine allzu großen Irritationen auszulösen. Gab es in dem Zusammenhang eigentlich jemals Warnungen vor dem Pumuckl vonseiten strengreligiöser Gruppierungen? Könnte ich mir jedenfalls gut vorstellen.

  • Der Dialekt ist doch harmlos und verständlich. Nur wenige Worte sind im nicht-bajuwarischen-Raum unverständlich, wird aber dann oft erklärt (weil er Pumuck lauch nachfragt) oder erschließt sich aus dem Zusammenhang.

    Ulrich König hat die Jahre danach den Kinofilm "Hatschipuh" gedreht der ein stärkeres Bayrisch vertritt. Der Film lief sogar im DDR-Fernsehen. Und hat viele Freunde aus dem Norddeutschen Raum.

    Aber klar, im süddeutschen Raum (inkl. Schweiz und Österreich) ist die Serie sicher beliebter und bekannter als in Norddeutschland.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Das Pumuckl "uncool" ist und falsch gesungen wird, warum nicht ein cooles Lied aus den Charts, hab ich auch als Teenie so gesehen, aber als Erwachsener findet man Pumuckl cool! :) D.h. es sind doch eher Teenager von heute (wie ich auch einer war) die Pumuckl total uncool finden :)

    Ja, Pumuckl ist in einigen Folgen wirklich nervig und unbelehrbar, aber lernt dann doch dazu, um dann wieder in der nächsten Folge nervig zu sein, hehe :) Aber ist nicht in allen Folgen so, oft ist er einfach knuffig und süss und lustig und genial! :D

    - Oh Jegerl, gut dass mich dran erinnerst! - An wos? - Nojo, na was kommt nach dem 31. März? - Der 1. April! - Richtig! Er weiss wieder besser! Jetzt derfst weiterschnupfern!

  • Nach den ersten drei Folgen muss ich gleich feststellen, dass mir gar nicht mehr klar war, wie nervig der Pumuckl doch eigentlich ist, das war für mich zeitweise schon sehr herausfordernd, Hans Clarins grelle, kratzige Stimme zu ertragen.=O

    Das geht mir mit vielen Kinderserien so. Wir werden alt, lieber JTVR. 8)


    Was den Dialekt angeht: Ich habe ihn weitgehend verstanden: Begriffe wie Schbofagge werden irgendwann mal deutlich, manche auch nicht, wie in einem Hörspiel: "Und du kriegst die Brösel." - "Brösel Brööööösel! Was ist das?" - "Das sind die Brotkrumen." - "Krummen! Aber ich will kein krummes Brot, ich will ein grades Brot." ^^


    Das geht schon irgendwie. :)

    Gott schuf die Katze, damit der Mensch einen Tiger zum Streicheln hat.

    Victor Hugo (1802 - 1885)

  • JTVR
    Wie wirkte die "Krach"-Doppelfolge auf Dich?
    Die habe ich heute mit den Kindern geschaut. Vor kurzem erst "Eder bekommt besuch" (nach ner längeren Pumuckl-Pause) und jetzt wollten die Kinder (trotz mehrfacher nachfrage) diese Doppelfolge schauen. Sie vertragen die Geschichte gut. Wahrscheinlich auch, weil ich dabei bin und viel erkläre. Ich war in den frühen 1990er Jarhen da allein als Kind vor dem Fernseher gesessen und habe ohne Vorwarnung die Folge(n) gesehen.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Naja, nur Schneeflocken würden bei Pumucklfolgen wie Feuerfolge, Krachfolge, Puwackelgespensterfolge traumatisiert werden. Kinder sind so und so, wie erwachsene auch so und so sind (also unterschiedlich). Ich persönlich finde die Puwacklgespensterfolge die gespenstigste, vor allem wegen der Musik und der dunkler Raum mit Schatten Atmosphäre. Bei Nils Holgersson gibt es auch einige ich sag mal aus heutiger Gesellschaftssicht "leicht verstörende Folgen". Aber man ist ja nicht aus Pappe!!! Ich kann z.B. Horrorfilme und Thrillerfilme nicht sehen, vor allem nicht wenn der Horror und der Thrill subtil inszeniert ist. Bei Splatterfilmen wie Braindead von Peter Jackson muss ich nur lachen, weil alles einfach unecht aussieht und absolut nicht gruselig wirkt oder ist! :D

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  • Die Krach-Folge kann man mit den Gruselfolgen nicht vergleichen. Denn in der Krachfolge geht es nicht um einen gruseligen Moment sondern um den Zusammenbruch von allem was Pumuckl hat und ihm wichtig ist. Die Serie baut ja drauf auf, dass der Pumuckl beim Meister Eder wie bei einem Großvater (oder wie Kinder bei ihren Eltern) ein "Nest" bekommen, sich dort ausprobieren und ausleben dürfen. Sie akzeptiert werden wie sie sind, auch wenn sie immer wieder Unfug treiben. Stichwort "Urvertrauen". Und in dieser Folge kracht es im wahrsten Sinne des Wortes. Von daher geht das in dem Fall "sehr tief".

    Die Feuerfolge geht ein wenig in diese Richtung, ist aber auch nochmal ein ganz eigener Themenbereich. Hier reagiert der Eder am Ende so sanft, weil er selbst froh ist, dass dem Kobold nichts passiert ist (und der Pumuckl ja selbst genug Schrecken hatte durch den Brand).

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Das Pumuckl "uncool" ist und falsch gesungen wird, warum nicht ein cooles Lied aus den Charts, hab ich auch als Teenie so gesehen, aber als Erwachsener findet man Pumuckl cool! :) D.h. es sind doch eher Teenager von heute (wie ich auch einer war) die Pumuckl total uncool finden :)

    Ja, Pumuckl ist in einigen Folgen wirklich nervig und unbelehrbar, aber lernt dann doch dazu, um dann wieder in der nächsten Folge nervig zu sein, hehe :) Aber ist nicht in allen Folgen so, oft ist er einfach knuffig und süss und lustig und genial! :D

    Das hab ich gar nicht so erlebt. :) Zwischendurch hat mich "Pumuckl" nämlich gar nicht interessiert (also in der Teenager-Zeit) - aber ich hab tatsächlich (da bin ich mir ganz sicher) die ORF-Erstausstrahlung von "Das neue Badezimmer" und "Die abergläubische Putzfrau" 1983 im ORF gesehen. (da war nämlich bei mir vor Ort ein Kindermaskenball am Start und ich hab das mal mit den Ausstrahlungsterminen verglichen und es passt zeitlich).

    Was die Musik angeht...da gab es einige Serien mit eher "unprofessionellen" Kinderstimmen. "Pippi Langstrumpf" oder "Der Stein des Marco Polo" fallen mir da ganz spontan ein. Anfang bis Mitte der 80er Jahre war das, glaub ich, ziemlich normal und einfach kindergerecht.

    "Alkohol in Maßen genossen, schadet auch in größeren Mengen nicht"


    Anderl Heckmair (1906-2005), deutscher Bergführer und Alpinist

  • Was den Dialekt angeht: Ich habe ihn weitgehend verstanden: Begriffe wie Schbofagge werden irgendwann mal deutlich, manche auch nicht, wie in einem Hörspiel: "Und du kriegst die Brösel." - "Brösel Brööööösel! Was ist das?" - "Das sind die Brotkrumen." - "Krummen! Aber ich will kein krummes Brot, ich will ein grades Brot." ^^


    Das geht schon irgendwie. :)

    Ich würde mal meinen, dass die Dialekte und bestimmte Dialektwörter (die Akzente nehme ich jetzt bewusst raus) generell geläufiger waren. Hans Moser oder auch Beppo Brem waren ein fester Bestandteil der TV-Landschaft. Bestimmte Jahrgänge verstehen das auch heute noch - sogar im Norden- ;):). Bei den jüngeren Leuten sieht es freilich anders aus..:/

    "Alkohol in Maßen genossen, schadet auch in größeren Mengen nicht"


    Anderl Heckmair (1906-2005), deutscher Bergführer und Alpinist

  • Aber auch so scheint die Serie wie aus einer anderen Welt. In Zeiten von Jugendwahn und "Oma ist ne Umweltsau" wäre es heute unvorstellbar, dass ein Gustl Bayrhammer (der einen Schreinermeister spielt, ts, also bitte) oder Peter Lustig im Kinderprogramm als Respektpersonen auftreten, die würden nicht mehr als weise alte Männer gelten, sondern als "weiße alte Männer" gebrandmarkt werden, und sowieso wäre alles andere als astreines Hochdeutsch diskriminierend und die Umgebung furchtbar reaktionär, und weiß der Kuckuck was. Im Titellied wird anstatt gerappt noch gesungen (!) und das nicht mal perfekt, so wie es Kinder tun...wie uncool.

    Eine andere Welt? Würde ich so nicht sagen, aber definitiv ein anderes Jahrzehnt. Die 80er Jahre waren wesentlich toleranter und entspannter. Die meisten Leute, die ich kenne (Schulkollegen oder Kindergartenkinder von damals bzw. die damaligen jungen Erwachsenen) würden das auch so bestätigen..;)

    "Alkohol in Maßen genossen, schadet auch in größeren Mengen nicht"


    Anderl Heckmair (1906-2005), deutscher Bergführer und Alpinist

  • Mathias77 80er wesentlich toleranter und entspannter: Da stimme ich zu, so ist es! Heutzutage ist vieles im Moment wieder prüder (man darf keine Frauen unterm Rock fotografieren wo kommen wir denn da hin, du dudu , tsts, lol) und keine N-Wort Witze machen, das gehört sich nicht. Sehr puritanisch und sittenstreng und spiessig und verklemmt und intolerant heute vieles (aber ich halte mich da kaum dran... z.B. kaufe ich mir Negerküsse und Zigeunersosse und (be)nenne es auch so :)

    Achja, das Nils Holgersson Introlied ist auch von einem Kind schief gesungen (Pippi Lanstrumpf ebenso) und macht ja auch nix, das ist sehr 80er like! :) Aber es gab auch professionell eingesungene Intros, wie eben von Karel Gott Biene Maja! :)

    - Oh Jegerl, gut dass mich dran erinnerst! - An wos? - Nojo, na was kommt nach dem 31. März? - Der 1. April! - Richtig! Er weiss wieder besser! Jetzt derfst weiterschnupfern!

  • Welcher Nebenfigur gefällt Euch am meisten bei "Meister Eder und sein Pumuckl"? Mehrfachnennungen möglich. 6

    1. Frau Eichinger (4) 67%
    2. Herr Stürtzlinger (1) 17%
    3. Frau Stürtzlinger (0) 0%
    4. Herr Bernbacher (3) 50%
    5. Frau Bernbacher (3) 50%
    6. Die kauzige Alte (Rosl Mayr) (3) 50%
    7. Herr Zacharias (0) 0%
    8. Spielwarenverkäuferin (1) 17%
    9. Mechaniker Schmitt (0) 0%
    10. Frau Hartl (1) 17%
    11. Eders Schwester (2) 33%
    12. Eines der Kinder (2) 33%
    13. Jemand anderes (0) 0%

    Welche Nebendarsteller gefallen Euch eigentlich am meisten?


    Ich hab gestimmt für die Bernbachers, Rosl Mayr und Frau Eichinger.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Oh Mann, deine Abstimmung ist knifflig, Vogel Specht ! Nur fünf Auswahlmöglichkeiten!

    Ich würde ehrlich gesagt eigentlich alle wählen wollen. Ich mag die ganzen Charaktere alle sehr und mit ihnen sind so unfassbar tolle Szenen verbunden.


    Ich hab mich hier jetzt für folgende entschieden:


    Frau Eichinger

    (Sie ist so super und mir ist letztens aufgefallen, welche tollen Momente es speziell auch noch in der zweiten Staffel mit ihr gibt.

    "Typisch Wassermann! Vuil reden, aber von nix was wissen!")


    Frau Bernbacher

    (Einfach witzig und wunderbar zusammen mit ihrem Serienmann. Schade und traurig, dass man sie nur in der ersten Staffel erleben kann.)


    Die kauzige Alte

    (Ihren Spruch aus dem Ersten April hatte ich seit meiner Kindheit nie vergessen. "Ich habe auch gesehn dass kein Schlissl da war!" :))


    Spielwarenverkäuferin

    (Ich finde Helga Feddersen als Verkäuferin in der ersten und zweiten Staffel wirklich toll und witzig. Spontanes Zitat: "Wenn Sie dem Puppenmütterchen sagen, dass die Puppe nicht friert, dann friert die Puppe auch nicht!"^^

    Als Frau Steinhausen im Kinofilm find ich sie nicht ganz so gut, da gefällt mir Maria Stadler in der Serie mit ihrem Kastal einfach noch besser.:)

    Und ich liebe es, dass man die zwei Szenen im Spielwarenladen in der zweiten Staffel mit dem damaligen echten Vor-Ort-Sound vom Dreh erleben kann.)


    Frau Harrrrrrtl

    (Ich find die einfach so drollig. Einerseits grantig und zickig, andererseits auch so lieb und zuckersüß dem Eder gegenüber, als der mal wieder krank ist.:))



    Aber über die 5 hinaus will ich jetzt noch heimlich hinzufügen:


    Der Mechaniker Herr Schrader

    (Kommt nur kurz in "Pumuckl ist an gar nichts schuld" vor, dessen Art ist aber unheimlich witzig!)


    Frau Hoffmann aus der Salbeistraße

    (Mir gefällt sehr, wie Elisabeth Volkmann die Dame dargestellt hat.)


    Frau Altenweger

    (Ihre Aktion gegen Lothar beim Ersten Schnee find ich witzig ("Ganz friedlich hab ichs gsagt, ganz friedlich!"), aber auch ihre Verlegenheit am Ende find ich toll. Und Annemarie Wendl wirkt da toll zusammen mit Werner Zeussel.)


    und

    Herr Schwertfeger und Schnucki!
    (Durch den Schwertfeger hab ich zum ersten Mal überhaupt erfahren, dass es Bierwärmer gibt (Der silberne Kegel)!:)

    Als Feind ist er bei den "Schatzsuchern" auch wunderbar. Und mit seiner Schnucki bei den "Obstbäumen". ("Schnuckilein, hast du gerade 'nicht' geschrien?" - "Nein, Schatzilein, ich habe dir nicht geschrien!"^^)

    Und die Schnucki fand ich als Kind beim Spanferkelessen irgendwie gruselig, aber sie tat mir wegen des Tortenvorfalls auch Leid.

    Die Folgen mit ihr in der zweiten Staffel kannte ich als Kind glaube ich gar nicht.

    Heute aber freut es mich, dass sie in der zweiten Staffel ein paar schöne, lustige, unglücksfreie Auftritte hat.:))


    Und aus Gründen nenne ich noch den wunderbaren Herrn Preisslkofer in der schönen Weihnachtsfolge.:saint:

  • Der Dialekt ist doch harmlos und verständlich. Nur wenige Worte sind im nicht-bajuwarischen-Raum unverständlich, wird aber dann oft erklärt (weil er Pumuck lauch nachfragt) oder erschließt sich aus dem Zusammenhang.

    Ulrich König hat die Jahre danach den Kinofilm "Hatschipuh" gedreht, der ein stärkeres Bayrisch vertritt. Der Film lief sogar im DDR-Fernsehen. Und hat viele Freunde aus dem Norddeutschen Raum.

    Aber klar, im süddeutschen Raum (inkl. Schweiz und Österreich) ist die Serie sicher beliebter und bekannter als in Norddeutschland.

    Dass sich viel aus dem Zusammenhang erschließt, hätte ich auch vermutet. So hat ein Kumpel, der aus Osteuropa stammt, sich in seiner Heimat früher Kinderprogramme im deutschen Fernsehen angeschaut, ehe er die Sprache überhaupt lernte, und das haben bestimmt viele.

    Hatschipuh ist komischerweise völlig an mir vorbeigegangen.

    Man muss auch sagen, dass Bayerisch stets überproportional im Fernsehen vertreten war, einerseits wegen der Bavaria und andererseits wegen des ersten Platzes auf der Beliebtheitsskala deutscher Dialekte. Eine ebenso erfolgreiche schwäbische, badische, oder pfälzische Version des Meister Eders kann ich mir kaum vorstellen. :/

    Quote

    Wie wirkte die "Krach"-Doppelfolge auf Dich?

    Pardon, über Folge 3 bin ich nicht hinausgekommen - da hätte ich mich deutlicher ausdrücken sollen.

    Dass Pumuckl "uncool" ist und falsch gesungen wird, warum nicht ein cooles Lied aus den Charts, hab ich auch als Teenie so gesehen, aber als Erwachsener findet man Pumuckl cool! :) D.h. es sind doch eher Teenager von heute (wie ich auch einer war) die Pumuckl total uncool finden :)

    Ja, so meinte ich das! Als ich im Pumuckl-Fieber war, konnte ich mit dem Begriff noch gar nichts anfangen. "Uncool" fand ich 1997 dann den Kanal KinderKAcke, ihr Älteren sicherlich sowieso.

    Quote

    Ja, Pumuckl ist in einigen Folgen wirklich nervig und unbelehrbar, aber lernt dann doch dazu, um dann wieder in der nächsten Folge nervig zu sein, hehe :) Aber ist nicht in allen Folgen so, oft ist er einfach knuffig und süss und lustig und genial! :D


    In der dritten Folge ging er mir wirklich mächtig auf den Geist, weil er einfach keine Ruhe gab. X(

    Das geht mir mit vielen Kinderserien so. Wir werden alt, lieber JTVR. 8)

    Ja, das fürchte ich auch...^^

    Also die Vorfreude speziell auf MEUSP war besonders groß, weil es für mich keine bessere deutsche Realserie aus Kindertagen gibt, die ich mir in diesem Leben auf jeden Fall noch einmal ansehen wollte, und ich wurde keineswegs enttäuscht. Nur ist es mitunter doch nicht mehr ganz so einfach, sich in fortgeschrittenem Alter auf diese eher auf ein jüngeres Publikum zugeschnittenen Produktionen einzulassen, zumal meine Begeisterungsfähigkeit hinsichtlich Film und Fernsehen über die Jahre etwas abgenommen hat.

    Quote

    Was den Dialekt angeht: Ich habe ihn weitgehend verstanden: Begriffe wie Schbofagge werden irgendwann mal deutlich, manche auch nicht, wie in einem Hörspiel: "Und du kriegst die Brösel." - "Brösel Brööööösel! Was ist das?" - "Das sind die Brotkrumen." - "Krummen! Aber ich will kein krummes Brot, ich will ein grades Brot." ^^


    Das geht schon irgendwie. :)

    Prima, damit wäre meine Frage beantwortet, denn ich schätze, man kann den Eindruck eines Berliners durchaus stellvertretend für die Kinder im Rest der Republik(en) sehen.

    Eine andere Welt? Würde ich so nicht sagen, aber definitiv ein anderes Jahrzehnt. Die 80er Jahre waren wesentlich toleranter und entspannter. Die meisten Leute, die ich kenne (Schulkollegen oder Kindergartenkinder von damals bzw. die damaligen jungen Erwachsenen) würden das auch so bestätigen..;)

    Ich vergesse allzu gerne, dass die Achtziger vor immerhin 40 Jahren begannen, weil ich irgendwie immer vom Jahr 2000 zurückrechne.

    Ein grantiger alter Bazi mit dicken Koteletten und breitem Schnäuzer in einer Werkstatt, die wie eine Werkstatt aussieht und nicht wie ein steriles Labor: Das könnte man vielen Kindern doch heute gar nicht mehr zumuten, oder? ;)

  • Hiermit will ich gern mal zu verschiedenen Themenbereichen was schreiben.


    Ich bin nicht so oft hier im Forum eingeloggt und schreibe nur selten was, aber ich schaue immer mal wieder rein und schaue, was es Neues gibt. Und was ihr in den letzten Monaten alles hier geteilt und rausgefunden habt, hat mir sehr viel Freude bereitet.

    Spannend fand ich die Lösung des Rätsels mit der Wildsau aus "Pumuckl auf Hexenjagd". Echt interessant, dass die Skulptur von ganz woanders in den Schrebergarten reingeschnitten wurde. Was mich hinterher sehr irritiert hat: In der Folge sieht man die Sau ja auch immer nur als Schnittbild und nie direkt neben einem der Häuschen. Aber in meiner Erinnerung hatte ich das so vor Augen, dass man das Wildschwein wirklich vor Ort im Schrebergarten sieht. So kann man sich täuschen.


    Und hiermit einfach mal Danke an euch für die schönen Informationen und die Unterhaltung!:)



    Momentan schaue ich mir die sonntäglichen Pumucklfolgen in der Mediathek an. Da ist seit Kurzem die zweite Staffel fast fertig gesendet, aber die letzten beiden Folgen "Hilfe, eine Aushilfe!" und "Pumuckl und die Musik" sind jetzt komisch verschoben und mit anderen Folgen vermischt worden.

    Am Sonntag lief beispielsweise "Hilfe, eine Aushilfe!" und "Eders Weihnachtsgeschenk", diesen Sonntag kommen "Das Weihnachtsgeschenk" und "Pumuckl und der Nikolaus" und in der Folgewoche "Der blutige Daumen" und "Pumuckl und die Musik".

    Also jetzt scheinen im Sendeplan kreuz und quer Folgen aus beiden Staffeln zu kommen, nachdem man nun beide Staffeln nacheinander versendet hat?

    Auf jeden Fall freut es mich, dass die Ausstrahlung weitergeht.



    In den gesendeten Folgen der letzten Zeit sind mir ein paar Dinge aufgefallen, die mir zuvor nie aufgefallen sind.

    Ich teile sie einfach mal hier, vielleicht sind sie für euch auch gar nicht so präsent?


    • In der Folge "Pumuckl auf Hexenjagd" restauriert Meister Eder offenbar eine Schaukel, die sich normalerweise auf einem Jahrmarkt oder in einem traditionellen Karussel befindet. Er sitzt darin und will offenbar eine der Sitzflächen neu machen, währenddessen Pumuckl hinter ihm in seiner Schiffschaukel sitzt.
      So hat der Eder in dieser Folge für sich ein Pendant zur Koboldsschaukel.:)



    • Bei "Hilfe, eine Aushilfe" hat Frau Singermeier den Überrest einer von ihr zerbrochenen Tasse wie einen Ring am Henkel an der Hand, während sie mit Meister Eder in der Werkstatt redet. Selbst ein paar Minuten später und szenenübergreifend hat sie noch immer den Tassenrest am Finger.^^ (Als sie bemerkt hat, dass sie das Bad geflutet hat.)



    • Bei "Die Plastikente" wird der unsichtbare Pumuckl offenbar ganz aufgeregt, als die Verkäuferin dem Eder die handverschweißte, neu eingetroffene Schwimmente zeigt. Man sieht nicht, was der Pumuckl wohl macht, aber auf jeden Fall veranlasst es den Eder dazu, an sich herunterzuschauen und "Ja, ja!" zu sagen.
      Die Spielzeugladenverkäuferin schaut daraufhin zu genau der Stelle, an der sich der Kobold wohl befindet und sagt lächelnd ebenfalls "Ja, ja!".
      Irgendwie ein total schräger Moment und diese Situation ist mir erst letztens zum ersten Mal aufgefallen.:)



    • Bei "Pumuckl auf Hexenjagd" versucht Pumuckl, den Eder dazu zu bewegen, im Wald nach dem Rechten zu sehen und die Kinder zu retten. Pumuckl versucht dann sogar, folgendermaßen den Eder zu überzeugen:
      Pumuckl: "Ja, und eine Wirtschaft ist auch gleich in der Nähe!"
      Eder daraufhin: "Du, gell!"
      Witzig ist dabei, dass der Pumuckl bei seinem Satz auch noch eine trinkende (oder saufende) Geste macht:




    Und ich bin letztens per Zufall auf die Podcasts von BR2 gestoßen.

    Da gibt es die damaligen Pumuckl-Radiohörspiele mit Alfred Pongratz und Hans Clarin zum Anhören und Runterladen:

    https://www.br.de/mediathek/podcast/pumuckl/830


    Das hat jetzt nichts direkt mit der Fernsehserie zu tun, aber ich finde es schon sehr spannend, den Unterschied zwischen Hörspielfassung und Ulrich Königs Verfilmung zu erleben. In den Hörspielen gibt es wie ich finde manchmal mehr Details und genauere Beschreibungen, aber dafür ist aus meiner Sicht manches ein bisschen langatmiger und weniger turbulent wie in der Fernsehserie der 80er. Und manche Sachen sind in der Fernsehserie ja auffallend anders.

    Auf alle Fälle macht mir es Freude, den Pumuckl mal auf diese ganz andere Art zu erleben, da ich die Hörspiele eigentlich nie kannte. Außerdem kann man so die Geschichten erleben, die nie verfilmt wurden.

    Ich würde spontan "Pumuckl und der Kirschlikör" empfehlen.:)


    Gestern hab ich da bei BR2 noch was Interessantes rausgefunden: Die Folge "Die Gummiente" ist offensichtlich eine der ganz alten Radiofolgen, denn dort wird der Eder von Franz Fröhlich gesprochen:

    https://www.br.de/mediathek/po…ckl/die-gummiente/1792939


    Ich fand das spannend, mal ihn zu hören. Von Franz Fröhlich hatte ich bisher nur auf der Pumucklhomepage gelesen.




    Und die erwähnte Dokumentation über Helga Feddersens Leben ist wirklich sehr sehenswert und schön, aber hat mich gegen Ende auch traurig gemacht.

    Dass man das Micky-Maus-Hemd dort gesehen hat, fand ich schön.


    Dann ist es wohl Helga Feddersen zu verdanken, dass sie in beiden Staffeln als Ladenbesitzerin korrekt gekleidet ist.:) Und nicht dem Filmteam, was - wie ich mir ursprünglich vorgestellt hatte - vielleicht zur zweiten Staffel erneut das besondere Hemd neu auftreiben musste. (Weil damals wohl kaum Requisiten aus der ersten Staffel aufgehoben wurden?)



    Beste Grüße an euch,

    der Preisslkofer:)