Arielle - Die Meerjungfrau (USA, 2019)

  • No Nick hat das Thema hier schon angesprochen: Rettet ARIELLE, DIE MEERJUNGFRAU


    Und das könnte ein richtiges politikum werden. Denn Arielle soll in der Realverfilmung von einer dunkelhäutigen Schauspielerin gespielt werden. Und der Aufschrei beim Publikum ist schon jetzt sehr groß.



    http://www.filmstarts.de/nachrichten/18526155.html


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    Ich glaube, dass das ein gutes Spiegelbild der heutigen Polit-Kampf-Agenda ist. Alles wird auf Krampf feministisch und/oder auf multi-kulti getrimmt. Und da gehts nicht um das Produkt, also nicht um den Film, die Geschichte, die Kunst und die Wirtschaftlichkeit. Sondern um die Agenda. Und das ist schade, weil darunter am Ende der Film nur leidet. Die, die so agieren, missachten aber Realitäten und zur Realität gehört auch (noch) ein freier Markt und Kunden die selbst entscheiden können ob und in welchen Kinofilm sie gehen werden.


    Wenn im Film Aladdin (USA, 2018) der Aladdin von Bjarne Mädel gespielt worden wäre, hätten sicher auch so manche Leute was dagegen gehabt. Oder wenn Pippi Langstrumpf von einem Mädchen mit Blonden oder Schwarzen Haaren bei einer weiteren Verfilmung verkörpert wird. Oder wenn im nächsten Margarete-Steiff-Film Margarete Steiff von Alexander Fehling gespielt wird. Und das gabs umgekehrt bereits: Der alte Fritz wurde schonmal von den Thalbach-Frauen in den verschiedenen Generationen gespielt, siehe hier: https://www.tv-kult.com/kritik…ein-deutscher-koenig.html


    Dennoch finde ich, dass Halle Bailey eine bezaubernde Meerjungfrau wäre - sie hat ein wunderschöne Gesicht, viel Ausdruck und Charakter. Aber es wäre halt nicht Arielle. Dann kann man gleich einen komplett neuen Film draus machen.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

    Edited once, last by Vogel Specht ().

  • Haare färben & blaue Kontaktlinsen und alles paletti.

    "Als Kind, wo mir sehr viel privat verboten wurde,

    durfte ich trotzdem weit mehr als ich heute mit über 40 Jahren darf."


    (Der Kunde ist nicht mehr König und dies ist nicht mehr meine Welt)

  • Vielleicht war sie auch einfach nur diejenige, die im Casting am meisten überzeugt hat? Arielle ist ja nun keine Figur, deren Persönlichkeit in Verbindung mit ihrem Aussehen steht. Eine Anne auf Green Gables kann man nicht blond oder dunkelhaarig machen, weil ihr Hadern mit der eigenen Haarfarbe ein elementarer Bestandteil ihrer Persönlichkeit ist. Ein tragender Konflikt der Geschichte beruht ja sogar darauf, dass sie die auf ihrer Haarfarbe basierende Beleidigung als "Karotte" nicht akzeptieren kann. Hier würde eine entsprechende optische Änderung daher nicht passen. Bei Arielle gibt es aber keine solche feste Verbindung zwischen Optik und Persönlichkeit, daher ist für mich hier auch unwichtig, wie sie aussieht. Änderungen bei den Realverfilmungen finde ich auch allgemein nicht verkehrt, denn einfach nur 1:1 den Zeichentrickfilm mit Schauspielern nachgestellt zu sehen, fände ich eher fade.


    Also ich möchte nicht gänzlich ausschließen, dass etwas an Vogel Spechts Vermutung dran ist, aber die anderen möglichen Gründe sollte man eben auch bedenken. Womöglich hat sie das gewünschte Rollenbild der Arielle mit ihrer Darstellung besser getroffen als Konkurrentinnen, die optisch vielleicht mehr der Zeichentrickvorlage entsprechen. Von der Ausstrahlung her finde ich nämlich, dass sie sehr gut passt.

    Wir wissen wohl, was wir sind, aber nicht, was wir werden können. (William Shakespeare)

  • Ja das finde ich ja auch, dass sie dieses Merrjungfrauenmässige hat in ihrer Ausstrahlung, im Charakter. Wunderschön ist sie auch. Aber es ist halt nicht Arielle. Und wenn, dann eben ein "Reboot", wie ich es in einem Kommentar gelesen habe. Für mich gehört die Optik zu Arielle absolut dazu. Bei Pippi Langstrumpf sind die roten Haare auch nichts was inhaltlich besonders eine Rolle spielt, sie gehören zur Figur aber dazu. Schwarze oder blonde Harre und seitlich abstehende Zöpfe - das wäre nicht mehr Pippi Langstrumpf. Kann man machen, ist aber nicht mehr das gleiche. Beim Pumuckl genauso. Wobei man bei den beiden Figuren die roten Haaren (aber dann auch bei Arielle) als Metapher für den wilden, widerspenstigen Charakter sehen kann.


    Man könnte nun auch überlegen wie Meerjungfrauen aussehen würden, wenn es sie wirklich geben würde. Aber das würde zu weit führen, da wir ja tief im fiktiven Bereich sind und auch schon die Zeichentrickvorlage total unlogisch ist (wie kann eine Meerjungfrau unter dem Wasser sprechen und wieso hat sie eine Nase usw.)

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    André Gide

  • Muss das wirklich zu weit führen?


    Quote

    Und so grausam war's vorher: Die Geschichte von der kleinen Meerjungfrau basiert auf der mythologischen Figur der Undine und wird seit Jahrhunderten immer wieder literarisch verarbeitet. Die bekannteste (und auch nicht weiter schlimme) Version stammt von Hans Christian Andersen. Noch ältere Geschichten von der kleinen Meerjungfrau sind hingegen zum Teil extrem brutal: So wird der Meerjungfrau hier nicht nur die Stimme genommen, sondern auch noch direkt die Zunge rausgeschnitten - wie soll sie den Prinzen so überhaupt küssen? Zudem schmerzt jeder ihrer Schritte, als würde sie mit nackten Füßen über Glasscherben laufen. In anderen Fassungen heiratet der Prinz wiederum eine andere Frau, woraufhin die Meerjungfrau zurück in die Unterwasserwelt will - das geht jedoch nur, wenn sie den Prinzen vorher tötet. Da sie das aber nicht übers Herz bringt, stürzt sie sich in die Fluten und verwandelt sich in Schaum.


    http://www.filmstarts.de/nachrichten/18492712.html?page=6


    1320 - Stauffenberger Sage

    https://www.jewiki.net/wiki/Undine_(Mythologie)


    Wenn wir uns an den Ursprung ran tasten, kommen wir Arielle eigentlich doch immer näher als weiter....

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  • Ich finde, das wird alles übertrieben. Dann müsste man auch fragen, warum bei der Realverfilmung von Robin Hood Kevin Costner die Hauptrolle gespielt hat, und kein Fuchs. 8o


    Wie Ursus schon richtig festgestellt hat: Ans Original hat sich sowieso noch keiner gehalten, wäre als Disney-Verfilmung auch ungeeignet gewesen. Wie viele rothaarige Schauspielerinnen gibt es überhaupt?

    Eine Diskussion ist ein Austausch von Gedanken, bei dem immer die Gefahr besteht, dass man überzeugt wird.

    Hans Moser

  • warum bei der Realverfilmung von Robin Hood Kevin Costner die Hauptrolle gespielt hat, und kein Fuchs. 8o

    Das hatte ich mich auch gefragt, bis mir einfiel: Robin Hood Fuchs ist von 1973 und Robin Hood Real von 1938^^

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  • Und da hat Kevin Costner schon mitgespielt? Respekt! :D:thumbup:

    Costner gehört zu den Remakes, die sich nach Jahren der Ebbe, endlich trauten, Robin Hood ohne den Erstling zu drehen. Über 40 Jahre lang, durfte die "Schablone Erroll Flynn" nicht verlassen werden.....

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  • Der Unterschied ist, dass der Fuchs das ist, was nicht ins Raster passt, nicht Kevin Costner. Weil in der Originalgeschichte Robin Hood ein Mensch ist.

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    André Gide

  • Weil in der Originalgeschichte Robin Hood ein Mensch ist.

    Ich denke, dass hier unser "Johann Wolfgang von Goethe" die Feder im Spiel hatte. (Reineke Fuchs) - Die parodisierende Fabel ebenfalls auf einen lebenden Menschen mit rotem Haar.

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