Städte- und Ortsnamen - Der Name als Stigma

  • Welche Orte bzw. Städte stehen heutzutage oft nur mehr für ein meist negatives aber auch positives Ereignis welches sich dort zugetragen hat?


    Mir fallen da mal ganz spontan Sparta und Rom ein.


    Auch folgende Städte und Orte sind leider betroffen:


    Hiroshima (Atombombenabwurf)

    Nagasaki (detto)


    Tschernobyl (Supergau 1986)


    Sarajevo (österr. Thronfolgerpaar wurde 1914 von einem Serben ermordet, Auslöser 1. Weltkrieg)

    Dresden (verbrecherische alliierte Luftangriffe auf Zivilisten mit ca. 25.000 bis 200.000 Toten)

    Stalingrad heute Wolgograd (russische Stadt im 2. Weltkrieg, schwere Niederlage der Wehrmacht, Einkesselung)

    Landsberg am Lech (Festungshaft Hitlers in der er Mein Kampf verfasste)

    Braunau am Inn (Geburtsstadt Adolf Hitlers in Oberösterreich)

    Nürnberg (Nürnberger Rassengesetze 1935 und Nürnberger Prozesse 1945-49)

    Berlin (Die Schlacht um Berlin 1945)

    Köpenick (Der Hauptmann von Köpenick)

    Wannsee (Wannseekonferenz 1942)

    Versailles (Versailler Vertrag 1919/20)

    Leipzig (Völkerschlacht)

    Kolberg


    Die Städte in denen Konzentrationslager betrieben wurden:


    Ausschwitz-Birkenau

    Dachau

    Buchenwald

    Mauthausen etc...


    Chemnitz (ein Deutscher wurde von Asylanten erstochen)

    Winnenden (Amoklauf 2009)

    Brüssel (EU-Hauptstadt)

    Maastricht (Vertrag 1992)

    Warschau (Warschauer Ghetto)


    Amstetten (Josef Fritzl Inzest Fall)


    "Wer mit seinem Volk nicht Not und Tod teilen will,
    der ist nicht wert, dass er mit ihm lebe."

    (Jean Paul, 1763-1825, deutscher Schriftsteller)


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  • Damit kann ich nichts anfangen.


    Es ist sicherlich so, dass in bestimmten Städten schlimme Sachen passiert sind, von einem Stigma zu reden, scheint mir in den meisten Fällen aber übertrieben. Für Braunau dürfte es auf jeden Fall zutreffen, für Auschwitz würde es noch zutreffen, wenn die Stadt immer noch zu Deutschland gehörte. Aber dass Berlin nun das Stigma einer Schlacht mit sich trägt, wäre mir neu. Wo sind nicht schon überall Schlachten geschlagen worden. Bei den meisten gibt es zumindest eine siegreiche Seite, die von einer ruhmreichen Heldentat sprechen dürfte. Dass es nicht immer die deutsche Seite ist, gehört halt dazu.


    Köpenick ist durch den Hauptmann schon einmal gar kein Stigma auferlegt. Das Ereignis wird sogar jeden Samstag wiederholt. Mach das mal mit der Schlacht um Berlin. ;)


    Und wenn du im Zusammenhang mit Dresden von "verbrecherischen alliierten Luftangriffen" sprichst, solltest du Coventry und Guernica sowie London nicht unerwähnt lassen. Ich will hier nichts aufrechnen, nur geraderücken.


    Hauptstadt Europas zu sein, ist weiß Gott auch keine Schande. :thumbup:


    In Landsberg am Lech hat nicht nur Adolf Hitler gesessen, sondern auch Uli Hoeneß, der ansonsten ein anständiger Mensch ist.

  • Ist eigentlich ganz leicht für mich. Auch wenn es nicht unbedingt super negativ ist. Wenn ich zum Beispiel einen Ort höre und gefragt werde, was fällt dir zu diesem Ort ein? Dann kommt meist was Negatives raus. Weil er nur deshalb bekannt ist.


    Zum Beispiel:


    Flensburg: Punkte - Führerschein - Auto (Punkte in Flensburg)

    Bruchsal: Kreuzgefängnis


    Mit Bruchsal kann ich nichts anderes in Verbindung bringen. Bin nie dort gewesen, doch oft hörte ich von Leuten, wenn sie sagten, sie waren in "Bruchsal", dass sie im Gefängnis waren.

  • Ein kompliziertes Thema. Positiv, negativ.. Sparta und Rom und sogar Köpenick?


    Bzgl. des Bekanntheitsgrades ist das wieder ein anderes Thema. Viele Leute kennen solche Stigmen gar nicht (mehr). Ich mach mal weiter...


    Graz (die Stadt der Volkserhebung)


    Linz ( die Patenstadt des "Führers")

  • Ich hab ja viel mit alten Briefen zu tun. Heute gibts ja auch noch "Markennamen" für Städte - also heute ist ja noch Pforzheim die Goldstadt (Schmuckstadt). So wie Schweinfurt die Kugellagerstadt ist.


    In der NS-Zeit gabs das auch "offiziell" - da war Stuttgart die Stadt der Auslandsdeutschen. Auf alten Briefumschlägen findet man Stempel aus der Zeit die das mit aufgedruckt haben. Aber das gabs in den 50er Jahren glaube ich auch noch bzw. sogar bis heute?


    Aber ein Stigma ist das in dem Falle nicht unbedingt

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Typisch die Linke: Die Köpenickiade ist geradezu eine Verballhornung des Militarismus, Realsatire. Zuckmayer hätte sich im Leben so eine Geschichte gar nicht ausdenken können. Jedenfalls zeigten die preußischen Linken damals mehr Begeisterung und Sympathie für diesen Streich.


    Aber Pankow stand einstmals als Stigma für das DDR-Regime. Der "Sonderzug nach Pankow" zeugt heute noch davon. Von den "Machthabern in Pankoff" sprach einst auch Adenauer.


    Doch zu Lindenbergs Zeiten war die Elite schon nach Wandlitz weitergezogen. Auch dieser Ort ist ein Stigma für das süße Leben derer, die sich selbst all das gönnten, was dem Fußvolk vorenthalten blieb. In Pankow stand nur noch das Schloss Schönhausen, wo die DDR ihre Staatsgäste empfing.

  • Da meinst du hoffentlich bloß das Oktoberfest von 1980. Ein Stigma kann ich da trotzdem in diesem Zusammenhang nicht sehen...

    :?:


    Berlin - Mauer Ost/West (negativ)

    Nürnberg - Christkindlmarkt (positiv)

    München - Oktoberfest (positiv)


    Positives Stigma = Markenzeichen


    Du bist jünger als ich, doch schreiben tust du als wärst du mindestens 30 Jahre älter ^^