Das Boot (2018)

  • Zu dem Thema wollte ich auch mal was schreiben hier, habs dann aber wohl vergessen. Solche Neuauflagen stehen ja meist unter keinem guten Stern. Aber ich bin offen für alles.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • So wie ich es verstanden habe, ist es ja keine Neuauflage, wenn die Story dort ansetzt, wo die Buchvorlage bzw. der bisherige Film aufhört? Offenbar ist es als Fortsetzung konzipiert, und das finde ich sehr spannend. Das originale „Boot“ endet 1941.

  • Das ist definitiv ein interessanter Ansatz, dennoch wird man es immer im Kontext zum alten Film betrachten - oder zumindest meistens.


    Ähnlich wie der Film "Zettl" von Helmut Dietl, der ja als Nachfolge seiner Serie "Kir Royal" gedacht war. Es wurde sein größter Flop.

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    André Gide

  • dennoch wird man es immer im Kontext zum alten Film betrachten - oder zumindest meistens.

    Okay, das stimmt schon. Aber in dem Fall wäre es ja komplett fiktiv, ohne Buchvorlage.


    Grundsätzlich bin ich ansonsten bei Neuverfilmungen aber auch skeptisch. Nur wenige sind gelungen. Eine der wenigen gelungenen Neuverfilmungen sind meiner Meinung nach „Die Buddenbrooks“. Sind ja mehrfach neu gedreht worden, aber jede ihrer „Versionen“ hat irgendwie was, finde ich. Wohingegen „Sissi“ völlig mißlungen ist.

    Hängt natürlich auch immer von der Qualität der Schauspieler ab.

  • Das klingt ja mal interessant. Ich liebe den original Film in voller Länge... ;) Ich bin gespannt wie viel Budget zur Verfügung steht und ob es nur ein Mehrteiler wird oder wirklich eine Serie... Ich finde überhaupt genial alte Filme einfach fortzusetzen. Das könnte ich mir bei vielen Filmen vorstellen. Zum Beispiel eine Fortsetzung von „Paradies der Junggesellen“ aus dem Jahr 1939 mit Heinz Rühmann. Wenn man Filme so konzipieren würde wäre der Konsument (Zuschauer) gezwungen sich das Original anzuschauen um die neue Fortsetzung zu verstehen....;)


    "Ein Deutscher, der sein Vaterland abstreift, wie einen alten Rock, ist für mich kein Deutscher mehr."
    (Otto von Bismarck, 1815-1898, erster Reichskanzler des Deutschen Reiches)


  • Also ich würde das sofort machen wenn ich Produzent bzw. Spielleiter wäre...:/


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  • Und hat die Serie schon jemand gesehen? Läuft ja zur Zeit im ZDF, und in der Mediathek: https://www.zdf.de/serien/das-boot


    Ich habe die ersten beiden Folgen gesehen, und weiß noch nicht so recht was ich davon halten soll. Die Story konzentriert sich nur teilweise auf das Boot. Die Story wird auch durch die Verwicklung der Schwester eines Besatzungsmitglieds bei der Resistance, auch an Land weitergeführt.

    Irgendwie überzeugt mich bis jetzt diese Geschichte nicht so ganz. Irgendwie wirken die Darsteller zumindest auf dem Boot irgendwie hölzern und man merkt ihnen die Orientierung an das Vorbild ( den Film aus den 80ern) an.

  • Ich habs nicht gesehen, bin auch nicht so scharf drauf muss ich sagen. Zumal ich mich auch nie so richtig ins Original rein gefunden habe.

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    André Gide

  • Und hat die Serie schon jemand gesehen? Läuft ja zur Zeit im ZDF, und in der Mediathek: https://www.zdf.de/serien/das-boot

    Ich hab sie gesehen. Hatte erst die Befürchtung, sie kopieren das Original (dabei hätten sie nur schlechter dastehen können!), aber zum Glück gab es mehr Schauplätze, eben den Geheimauftrag (wobei hier der Film U-571 wohl Vorlage war...) und dann die Parallelgeschichte mit der Schwester. Der Regisseur wollte sich auch vom Original abheben, hatte ich gelesen.

    War ganz nette Unterhaltung, nicht mehr.


    Allerdings fand ich alles ziemlich überfrachtet, denn da war ja wirklich alles drin, was ein echtes Film-Schicksal im Dritten Reich ausmacht:

    die Schwester erst überzeugte Nazitante, dann durch lesbische Liebe zum Widerstand bekehrt und dennoch zweckmäßig auch mit dem Gestapo-Fritzen am Machen. Der Bruder, seinerseits Sammler verbotener Swing-Schallplatten, will desertieren, weil er ein Kind mit einer Jüdin hat, die sich zwar versteckt hält, aber abends öffentlich in einer Bar arbeitet. Später wird sie zu Tode vergewaltigt, wofür die Typen natürlich nicht bestraft werden, denn auch der vorgesetzte Offizier findet es in Ordnung, wenn Barfrauen vergewaltigt werden. Die Französinnen arbeiten eh alle im Puff oder im Widerstand. Eine einzige arbeitet im Krankenhaus und beteiligt sich nicht mal am Morphiumschmuggel, sondern pflegt Kranke ganz ohne Medikamente, bevor sie mit falschen Papieren das unschuldige Baby in die Schweiz bringt, dank der Tatsache, dass der französische Kontrolleur und Kollaborateur sie nicht verpfeift.
    Die Schwester rennt andauernd „heimlich“ während der Arbeitszeit auf der Straße herum und überbringt Kassiber, währenddessen im Vorzimmer des Gestapo-Beamten ihre Schreibmaschine mit den dort eingespannten Top Secret-Unterlagen verwaist. Ein amerikanischer, jüdischer Geschäftsmann mit reichem Vater geht mit auf Bootstour und
    wird ausgetauscht, weil er angeblich den Nazis ihren Krieg finanziert, dafür hat der gegen ihn getauschte Kommandant eines gesunkenen Bootes mit Hilfe von Delfinen den Abschuss seiner Barkasse überlebt, aber ist natürlich nicht geläutert, sondern meutert erst, um dann auf Sehrohrtiefe den Märtyrertod zu befehlen, was aber natürlich vom 1WO edel verhindert wird. Dem dadurch die Augen geöffnet werden, so dass er später am Meeresgrunde im Maschinenraum den Opfergang antritt und freiwillig im Chlorgas seine anschliessende Seebestattung vorbereitet. Rohr 1 und 4 sind da schon wieder bewässert.


    Wie ich schon sagte: gute Unterhaltung eben. 😁