Kurzdeutsch bzw. wirklich "Dummdeutsch"?

  • Ich seh das ganz entspannt. Sprache dient der Kommunikation, und solange es dieser Aufgabe gerecht wird, wird verkürztes Deutsch verwendet werden. Sonst verschwindet es wieder. Ich hatte noch nie Probleme damit. Anstrengender finde ich die verkürzten WhatsApp-Begriffe, bei denen ich nie weiß, ob es sich um Rechtschreibfehler handelt oder nicht: whs für wahrscheinlich usw.

    Anstrengend finde ich auch die gendergerechte Sprache, die sich am Schriftbild orientiert, und bei der man dann oft nicht weiß, ob es sich um Männer und Frauen oder nur um Frauen handelt, weil zwischen dem Wort und der Endung keine kurze Pause gemacht wird.

  • Ich habe während des Studiums eine Weile einen Schwerpunkt auf Sprachgeschichte gelegt. Da habe ich diesen permanenten Wandel gesprochener Sprache kennengelernt.

    Ich verstehe die Artikel auch so, dass diese verkürzte Sprache auch Ausdruck bestimmter kultureller Entwicklungen ist. Insofern ist es ja kein Verlust.

    Mich würde es natürlich stören, wenn jemand diese verkürzte Sprache verwendet um mich auszugrenzen. Das würde ich nicht akzeptieren.


    Ich kann das jetzt nicht belegen, aber nachdem Sprache nach Einfachheit und nicht nach Komplexität strebt, könnte ich mir sogar vorstellen, dass das geschriebene und das gesprochene Deutsch vor 100 Jahren in mancher Hinsicht sogar noch strukturierter war als heute. Auf der anderen Seite könnte durch die Globalisierung in den letzten jahren das Vokabular sogar noch deutlich angewachsen sein. Aber wie gesagt, belegen kann ich das nicht.

  • Ich habe die beiden Artikel nicht gelesen, werde ich noch nachholen, aber ich finde das Thema grundsätzlich sehr spannend. Ich habe vor kurzem einen Artikel gelesen, dass diese Kurzsprache, die auch gerne in Messengern wie WhatsApp gerne genutzt wird eben keinen Einfluss auf die Sprache an sich hat. Aber das habe ich auch nur überflogen. Ich suche bei Gelegenheit mal den Artikel.