Berlin im Ausnahmezustand

  • Die Berliner Politik ist "ganz aus dem Häuschen".

    Besucht doch morgen ein ranghoher Staatsgast Berlin und bringt etwas Glanz in die ansonste triste Hauptstadt.

    Frau Merkel wird heute abend lange überlegen, mit welchem Hosenanzug Erdogan sie empfangen wird.

    Sogar der Holocaust-Garten ist total gesperrt - diese Entscheidung löste teilweise Unverständnis bei den Besuchern aus.

    Gerade dieser Platz müßte das ganze Jahr über durchgehend geöffnet sein, so ein Besucher, mit dem ich kurz redete.

    Weiter ging es mit meinem Fahrrad zur türkischen Botschaft, die ebenfalls mit schwerem Fahrzeug belagert war - einige Botschaften waren dadurch nicht erreichbar.

    Das Brandenburger Tor und der Pariser Platz ist überhaupt nicht erreichbar. Erdogan könnte bei seinem Mittagsschläfchen im Adlon gestört werden.

    Fazit: Berlin rüstet sich voller Vorfreude auf den Besuch

    Allseitiger Unbeliebtheit erfreuen sich Deutsche, die über ein Gedächtnis verfügen und Geschichtskenntnisse besitzen.


    © Wilhelm Schwöbel (1920 - 2008), deutscher Zoologe und Aphoristiker

  • So wenig, wie das Thema hier interessiert, war es auch in Berlin.

    GROßDEMO GEGEN ERDOGAN!

    Von wegen.

    Der Demozug vom Potsdamer Platz über die Potsdamer Straße mußte gerade einmal höchstens 1000 Leute verkraften, die allerdings Lärm für 10000 machten.

    Zumeist kreischende Frauen, die "weltweit Frauenrechte einklagten" - das legendäre "Hoch die Internationale Sollidarität" verunglückt kreischen, so daß eine Stimmenbearbeitung notwendig wäre.

    Und der Name Erdogan fiel ab und zu "zufällig".

    Das war also die Zivilcourage gegen den Erdogan-Besuch!

    Selbst türkische Gemüseläden und Dönerbudenbesitzer - ansonsten die größten Erdogan-Anhänger - lächelten nur müde und waren garnicht empört.


    Zivilcourage wäre es gewesen, wenn der Zug über das Kottbusser Tor oder Neukölln aufmarschiert wäre.

    Dazu aber war die Muffensause zu groß, daß es Dresche geben könnte.

    Man benutzte sicherheitsweise nur die Geschäftsstraßen

    Allseitiger Unbeliebtheit erfreuen sich Deutsche, die über ein Gedächtnis verfügen und Geschichtskenntnisse besitzen.


    © Wilhelm Schwöbel (1920 - 2008), deutscher Zoologe und Aphoristiker

  • Mich interessiert das Thema sehr. Aber ich will mich hier nicht wieder in endlosen Diskussionen verlieren, die am Ende zu nichts führen oder eskalieren.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide