Eine Zeitreise wäre möglich: Wohin solls gehen im Bereich "Deutsche Filme"

  • Stellt Euch vor, Ihr hättet die Möglichkeit eine Zeitreise zu begehen - nur 1x und in Verbindung zum Thema "Deutsche Film"


    Wohin würdet Ihr Euch schicken lassen? Zu welchen Dreharbeiten? Zu welcher Filmpremiere? Z.B. zu dem Moment wo gerade Filmrollen aus der Stummfilmzeit verbrand werden oder die Filmrollen zu "Das Leben geht weiter" - oder zu welcher Autogrammstunde (das Thema hat mich auf die Idee hier gebracht) - mit wem würdet Ihr gerne einen trinken wollen?


    Ich bin gespannt! Ihr dürft gerne mehrere Wünsche nennen, denn die haben sicher die Meisten von Euch :)

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Zur Premiere des verschollenen Lilian Harvey-Films "Zwei Herzen und ein Schlag" im Jahre 1932. Und wenn das nicht ginge, dann eben die Premiere von "Die Privatsekretärin" (1931).


    Das sind die beiden Filme, deren Verlust ich am meisten bedauere (obwohl es von der "Privatsekretärin" ja wohl ein paar Fragmente im Bundesarchiv geben soll...). Aber natürlich gibt's noch viel mehr. Zum Beispiel "Wenn die Liebe Mode macht" (1932), mit Renate Müller und Georg Alexander. Allein schon der Titel... :-)

  • Mit wem ich gern einen trinken gehen würde, ist klar: Willy Fritsch. 🙂 Allerdings würde ich mir einen Tag im Jahr 1966 raussuchen, damit er mir sein Leben erzählen könnte.


    Ansonsten würde ich einen Sommertag im Jahr 1929 wählen und von früh bis spät erleben wollen: Stadtrundfahrt & Schaufensterbummel, Strandbad Wannsee, Bootspartie, abends ins Kino und danach auf die Piste.

  • Ich hab' sowas ähnliches vor ein paar Jahren mit einem Berliner Freund gemacht: wir sind mit dem Rad die Stadt abgefahren, Wannsee und Grunewald im besonderen, und vorher hatten wir uns aus alten Filmwelt-Zeitschriften die Adressen einiger der wichtigsten Stars der damaligen Zeit notiert und haben uns dann angeguckt, wo die in Dahlem oder im Westend damals gewohnt haben (da steht noch einiges original so wie in den 30ern!). Schon interessant zu sehen, daß z.B. Renate Müller eine eher kleine Villa bewohnte, wohingegen Henny Porten ein wirklich riesengroßes herrschaftliches Domizil hatte.


    Einzige Enttäuschung freilich: Lil Dagovers Haus in der Arysallee war das einzige, das den Krieg offenbar nicht überstanden hat (da steht stattdessen jetzt irgendein Neubau...). Dabei hätte mich gerade bei dieser Schauspielerin ganz besonders interessiert, wie sie gewohnt hat...

  • Henny Porten‘s Haus beherbergt heute das Cafe Einstein. Sehr empfehlenswertes Restaurant immer noch!


    Viele Häuser, so bestimmt auch Lil Dagover‘s Haus, sind erst weit nach dem Krieg abgerissen worden, denn die Villenbezirke haben ja nicht so viele Bomben abbekommen. Z. B. Lilian Harvey’s oder Willy Forst’s Häuser wurden im Krieg zerstört, aber die Mehrzahl erst in den 1990ern zugunsten von Stadtvillen abgerissen. Zarah Leander’s Haus am Wildpfad oder Willy Fritsch‘s Haus in der Griegstraße (die Gärten lagen mit der Rückseite nebdneinander) wurden sogar erst vor gut 10 Jahren abgerissen, jetzt stehen dort gesichtslose Mehrfamilienhäuser. Traurig.

  • Ich würde eine Vorstellung von Der Januskopf besuchen wollen. Das ist für mich persönlich der schmerzlichste filmische Verlust.

    Treffen würd ich gerne Conrad Veid. Eva May wär mir wahrscheinlich zu launisch. Na ja, und wen sonst noch :/? :D:D


    Zitat

    Zarah Leander’s Haus am Wildpfad oder Willy Fritsch‘s Haus in der Griegstraße (die Gärten lagen mit der Rückseite nebdneinander) wurden sogar erst vor gut 10 Jahren abgerissen, jetzt stehen dort gesichtslose Mehrfamilienhäuser. Traurig.

    In Berlin gibts wohl auch ziemliche Wohnungsnot, oder? Hier in München wird auch gebaut und gebaut... Wobei die Wohnungen dann doch nicht an die gehen, die in der Richtung wirklich Hilfe brauchen X(

    An actor remembers his first piece of published praise. It is written on his heart. (Conrad Veidt)

  • müsste man dort in dieser Zeit bleiben oder kann man dann wieder gemütlich ins Jahr 2018 zurückkehren? Denn ich möchte gerne ins Jahr 1930 zur Premiere von "Die 3 von der Tankstelle" oder Rühmann im Theater besuchen gehen.


    Es ist die Frage ob man nur zu diesem Ereignis in die Vergangenheit reisen kann oder ob man dort dann verweilen kann. Z.B ich fahre ins Jahr 1926 und schaue mir Rühmann in seinem ersten Film an: "Das deutsche Mutterherz" der ja verschollen ist. Dann bleibe ich in diesem Jahr und verfolge Rühmanns Karriere weiter bis 1931 "Meine Frau die Hochstaplerin" (verschollen) und weiter ins Jahr 1932 "Es wird schon wieder besser" (verschollen), etc... ;)


    Oder ich fahre gleich ins Jahr 1902 und begleite Rühmann als bester Freund sein ganzes Leben lang. :P


    Schade ist dann nur falls ich nicht mehr zurück in die Jetztzeit kommen kann also "Zurück in die Zukunft" wäre meine ganze Sammlung weg. Alles.;(


    "Wer mit seinem Volk nicht Not und Tod teilen will,
    der ist nicht wert, dass er mit ihm lebe."

    (Jean Paul, 1763-1825, deutscher Schriftsteller)


  • Ich würde mit modernsten Aufnahme-und Überspielungsgeräten aus der heutigen Zeit ins Potsdamer Filmarchiv reisen und in Anbetracht des Wissen um die Zerstörung und Raub des deutschen Filmgutes sämtliche Filme zwischen 1929-Anfang 1945 zu kopieren, um sie in die heutige Zeit zu retten.

    Dazu wären natürlich ein paar Stunden zuwenig.

  • Man könnte ja den Aspektmit rein bringen, wie man die Zukunft verändern würde ;-)


    Also wenn Quax tatsächlich als bester Freund von Heinz Rühmann durch sein Leben schreiten würde. Würde Rühmann überhaupt diese Karriere hinlegen? Wahrscheinlich würden Eure nächtliche Umtrunk-Aktionen dafür sorgen, dass Hr. Rühmann gar nicht mehr die Schauspielerei so verfolgen könnte, wie er müsste, um diese Karriere hinzulegen. Oder die Karriere würde eine andere werden.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Das mit der Veränderung der Zukunft wäre allerdings gefährlich. Stichwort: Großvaterparadoxon. ;) Ein paar Stunden in der Vergangenheit würden wahrscheinlich keinen großen Schaden anrichten, aber ich würde mich da eher ziemlich passiv verhalten.

    Ich würde mir den Filmball in Wien im Februar 1939 aussuchen. Eine Eintrittskarte könnte man sich schon vor dem Reiseantritt besorgen...


    https://www.ebay.at/itm/Eintri…cc9d20:g:j-UAAOSwCpRbJr3c


    Da waren jede Menge UFA-Stars vor Ort und anschließend würde ich in so eine "Gulaschhütte" gehen die in manchen alten Filmen erwähnt wird und richtig einen drauf machen... :P, aber nicht zu sehr. Nicht dass ich mich verplappere und noch den Lauf der Welt auf den Kopf stelle. :D

  • Ich würde mit modernsten Aufnahme-und Überspielungsgeräten aus der heutigen Zeit ins Potsdamer Filmarchiv reisen und in Anbetracht des Wissen um die Zerstörung und Raub des deutschen Filmgutes sämtliche Filme zwischen 1929-Anfang 1945 zu kopieren, um sie in die heutige Zeit zu retten.

    Dazu wären natürlich ein paar Stunden zuwenig.

    In welches Jahr? 1945 waren auch schon die meisten Stummfilme zerstört. Die meisten Stummfilme wurden in den Jahren 1930 bis weit in die 30er Jahre sogar noch Anfang der 40er systematisch zerstört und recycelt. (Spielzeug, Puppen, Kämme, etc. Und das im Material enthaltene Silber wurde extrahiert und Schmuck und Besteck wurde damit angefertigt. Als der Tonfilm im Jahre 1929/30 in Deutschland den Stummfilm verdrängte waren die Stummfilme plötzlich uninteressant und galten als wertlos auch Flops wie Metropolis ...


    Oder doch besser ins Jahr 1929 um die ganzen Stummfilme zu retten...


    Bruno, wenn du alle Filme kopieren würdest bräuchtest du erstens ein paar fachkundige Leute zur Hilfe und sehr, sehr viel Zeit. Da benötigst du schon eine Such-Liste mit den Filmen drauf die damals nach Moskau, USA, Australien, etc... mitgenommen wurden. Ausserdem bräuchtest du einen oder mehrere Starkstrom Anschlüsse und müsstest auch noch damit rechnen dass jedem Augenblick die Russen reinkommen und dich fragen was du hier machst und woher du die modernen Geräte hast...


    Also wenn du bereit bist dann bin ich es auch, Bruno. Wann geht die Reise los? Ich bevorzuge es nicht mehr zurückzukommen... Nostalgie pur...:love:


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    der ist nicht wert, dass er mit ihm lebe."

    (Jean Paul, 1763-1825, deutscher Schriftsteller)


  • Danke für den Tipp. Habe mir gerade eine von zwei der angebotenen Eintrittskarten gekauft. Eine ist noch übrig für dich. Dann könnten wir zusammen hin gehen.;)


    Verdammt, habe erst jetzt gesehen dass die Karte schon abgerissen wurde. Egal ich probiere es trotzdem. Wenn ich einmal drin bin kann ich die Karte ja dann vorweisen. Der wird mich dann sicher fragen warum die Karte so alt ausschaut und nicht neu... ein Problem.


    Ausserdem werden wir dort natürlich einen passenden Frack benötigen. Hoffentlich geht es uns dann nicht wie Hans Moser und Heinz Rühmann in "Ungeküsst soll man nicht schlafen geh'n" aus dem Jahre 1936 wo Rühmann unabsichtlich den Frack von Moser zum Ball anzieht und Moser dann im "mysteriösen Dienerfrack" mit schwarzen Flören auf den Knöpfen vor dem Einlass steht und seine Eintrittskarte nicht findet da ja Rühmann seinen Frack trägt...^^:P:thumbup:


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    (Jean Paul, 1763-1825, deutscher Schriftsteller)


  • Wahrscheinlich würden Eure nächtliche Umtrunk-Aktionen dafür sorgen, dass Hr. Rühmann gar nicht mehr die Schauspielerei so verfolgen könnte, wie er müsste, ...

    Das, genau das könnte ich mit lebhaft vorstellen. Mit Rühmann einen draufmachen und dann besoffen nach Hause torkeln, singend und tanzend mit ein paar hübschen Mädchen im Arm. Das wär's...:P:);)


    Dann hätte ich noch gerne die angebliche Ohrfeige "Watsche" gesehen die Goebbels von Gustav Fröhlich kassiert hat... Soll ja laut Fröhlich nicht so statt gefunden habe. Im Beisein von Lida Baarova...;)


    "Wer mit seinem Volk nicht Not und Tod teilen will,
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    (Jean Paul, 1763-1825, deutscher Schriftsteller)


  • Quax Also ich bin dabei ;) :) :D Die Eintrittskarte lässt sich eventuell auch noch im Jahr 2018 erfolgreich fälschen. Frack hab ich zwar keinen, aber man kann auch mit Smoking die Veranstaltung besuchen ^^ (steht auf der Karte) und den hab ich. Die Idee mit dem Dortbleiben und Nostalgie pur und dauerhaft hat was für sich, man könnte ja im Spätsommer ´39 zB in die Schweiz gehen....

  • Oder ein paar Attentate erledigen um den Krieg zu verhindern ;-)


    Ich merke aber schon, Eure Zielzeit wäre 1929 bis 1939 bevorzugt.


    Hätte jemand Interesse nach Berlin oder Paris zu reisen zu den ersten Filmvorführungen?

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Also in bestimmte Geschehnisse würde ich mich nur einmischen, wenn ich definitiv NICHT mehr zurückreise - weil es ja dann höchstwahrscheinlich kein 2018 für mich mehr gibt. Von Gewaltaktionen würd ich absehen, aber ich würde alles daran setzen um zB Lizzi Waldmüller von ihrem frühen Tod zu bewahren oder auch andere Künstler...Vlt könnte man den einen oder anderen auch frühzeitig und erfolgreich zur Flucht verhelfen.

    Vogel Specht Was wäre dein Reiseziel?

  • Was den Film angeht - ich befürchte keins, weil ich wohl nur entzaubert werden würde.


    Aber wenn, dann würden mich die Zeiten interessieren von:


    - Metropolis

    - M und Das Testament des Dr. Mabuse
    - Dreharbeiten von Venus vor Gericht oder Kleine Residenz (ob die Stimmung am Set so war, wie die Stimmung, die die Filme vermitteln)

    - Hurra, die Schule brennt (1969)
    - Meister Eder und sein Pumuckl (1980/81)


    Ich würde mir nach der Metropolis Uraufführung 2 Versionen (Sicher ist sicher) der vollständigen Fassung besorgen/kaufen und sicher hinterlegen und dann einen Brief an Enno Patallas verfassen der an einem ganz bestimten Datum an ihn ausgeliefert wird (wie bei Zurück in die Zukunft II + III) mit den Hinweis, wo die Filmrollen liegen ;-)

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Oder ein paar Attentate erledigen um den Krieg zu verhindern ;-)


    Ich merke aber schon, Eure Zielzeit wäre 1929 bis 1939...

    Das darf man nicht. Das wäre eine direkte Einmischung und würde die Zukunft verändern. Das ist verboten. Dann hätte mein Opa (1914-2011) vielleicht die Zeit in der der 2. WK stattfand nicht bei der Panzertruppe verbracht bei der er 1942 mit seinem Tiger über eine Panzermine gefahren ist und schwer verletzt wurde (wurde wieder ganz gesund) sondern wäre vielleicht zu Hause beim Apfelpflücken im Obstgarten von der Leiter gefallen und hätte sich das Genick gebrochen und ich wäre niemals geboren worden...;)


    "Wer mit seinem Volk nicht Not und Tod teilen will,
    der ist nicht wert, dass er mit ihm lebe."

    (Jean Paul, 1763-1825, deutscher Schriftsteller)


  • Auf jeden Fall hätte ich Ralph Arthur Roberts im März 1940 den Tipp gegeben keine Austern essen zu gehen. Stattdessen hätte ich ihn auf ein saftiges Steak eingeladen. Er ist nämlich viel zu früh verstorben. ;(


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    der ist nicht wert, dass er mit ihm lebe."

    (Jean Paul, 1763-1825, deutscher Schriftsteller)