Kochrezepte aus den 40er Jahren

  • Ein paar Rezepte aus der Kriegszeit. Was "römische Nocken" und anderes angeht, war man da zT den Begriffen nach ganz schön international ausgerichtet. Der Begriff des "Stammgerichts" fällt auch manchmal in alten Filmen aus dieser Zeit. Nach der Kalbsleber mit Senf kommt auch die "DAF-Wien" ins Spiel (klingt zwar so ist aber kein FC :))



    http://www.bochumer-bunker.de/speisen_und_getranke.html

    "Alkohol in Maßen genossen, schadet auch in größeren Mengen nicht"


    Anderl Heckmair (1906-2005), deutscher Bergführer und Alpinist

  • Ich war ja jahrelang scharf auf die handgeschriebenen Kochbücher meiner Uroma. Gerade weil ich nicht sooo viel Familiäre Dinge habe, die "besonders" sind. Irgendwie ist nicht viel bei uns hängen geblieben. Vieles ist im Krieg verloren gegangen (Vertreibung), vieles ist an andere Verwandte übergegangen wo man heute keinen Zugriff drauf hat oder nicht weiss wo das hin kam oder ob das überhaupt noch existiert.


    Vor ein paar Jahren hat mir meine Oma diese Kochbücher nun tatsächlich überlassen. Als ich sie meinen Elterngezeigt habe, waren sie schwer begeistert, weil dort Rezepte meiner Uroma dabei waren, die meine Eltern sehr gut in Erinnerung haben, aber ewig nicht mehr gegessen haben - besonders Torten waren da ein heißes Thema.


    Ich selbst habe schon viele handgeschriebene Kochbücher bei ebay verkauft, die laufen sehr gut. Gerade da das Kochen wieder ein großes Thema ist und viele Leute auf der Suche sind nach alten Rezept-Schätzen.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Das ist die echte Hausmannskost, von der du sprichst. Das kenn ich auch.


    Damals hat man allerdings auch politisch versucht, die Essgewohnheiten zu verändern (das zeigt zum Teil der von mir eingestellte Artikel). Der NS-Reichsnährstand hatte damals einen gewaltigen Einfluss. Ich hab von meiner Oma auch noch das Kochbüchlein "So isst Ostmark und Sudetenland" . Das hatte nie wirklich den Essgewohnheiten der Bevölkerung entsprochen, da versuchte man zT wirklich neue Trends parteipolitisch künstlich zu erzeugen.

    "Alkohol in Maßen genossen, schadet auch in größeren Mengen nicht"


    Anderl Heckmair (1906-2005), deutscher Bergführer und Alpinist

  • Die Kochbücher meine Uroma sind glaube ich aus der Zeit um 1930 herum (ggf. sogar etwas früher). Sie war auf einer Haushaltsschule - das hat eben den "nachteil", dass das Rezepte sind, die nicht selbst kreiert wurden im Laufe der Jahre und Jahrzehnte, sondern von der Haushaltsschule vorgegeben wurden. Es gibt aber auch eigene Beiträge und Ergänzungen.


    Und das finde ich so schön an Kochbüchern -gerade wenn sie handschriftlich sind(aber auhc bei gedruckten): Diese Bücher leben! Da findet man Notizzettel drin, Beilagen, Zeitungsausschnitte oder Notiz dass man am "7.3." Besuch kriegt oder sowas. Diese Kochbücher wurden manchmal ein Leben lang genutzt, egränzt, erweitert, manchmal sogar von mehreren Generationen. Sowas finde ich sehr spannend.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • "Two cooks and a cabbage" ist übrigens ein ganz herziger Film aus England. Aus Deutschland kenn ich kein altes Kochvideo von damals , aber so ähnlich wird es zT schon auch hier gewesen sein.




    "Alkohol in Maßen genossen, schadet auch in größeren Mengen nicht"


    Anderl Heckmair (1906-2005), deutscher Bergführer und Alpinist

  • Hier noch was von Franz Ruhm, einer österreichischen Kochlegende. Ich bin mit vielen seiner Rezepte/Gerichte großgeworden. Er hat übrigens in den 60er Jahren für den Bayerischen Rundfunkt eine Kochsendung produziert.

    Hier sein Kriegskochbuch von 1940...


    http://www.literature.at/viewe…age=1&viewmode=fullscreen


    und hier eine Folge der alten BR-Sendung...



    "Alkohol in Maßen genossen, schadet auch in größeren Mengen nicht"


    Anderl Heckmair (1906-2005), deutscher Bergführer und Alpinist