Was sind die besten 1980er/90er US-Sitcoms?

  • ALF hab ich auch nur nebenher bei der Arbeit ("Homeoffice") mitbekommen, habs also acuh nicht konzentriert geschaut. Aber ich fands soo genial, das mal wieder zu sehen - vorallem Samstagabend im TV. Sowas sollte man viel öfter bringen :-)
    Irgendwo hatte ich ja schon geschrieben, dass ich die ersten 2 Staffeln von "Unser lautes Heim" vor einigen Jahren geschaut habe und mich vielleicht nur 2-3 Folgen überzeugt haben. Ich habe die Serie extrem gut in Erinnerung - ich glaube, sie hat erst im Laufe der Zeit so richtig an Tempo gewonnen. Den Eindruck hatte ich auch von "Eine schrecklich nette Familie".

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Serien wie "Eine schrecklich nette Familie" oder auch "Roseanne" sind mir irgendwann auf die Dauer zu "prolomäßig" vorgekommen. Einfach nicht mein Geschmack. Jetzt schon gar nicht mehr. Dieses Gefühl gab es für mich allerdings weder bei der "Cosby Show" ,noch bei "Unser lautes Heim". Ich hab auch "Familienbande"/"Jede Menge Familie" mit Michael J. Fox sehr gemocht. Irgendwie hab ich auf diese ganzen Serien heute keine Lust mehr - "Unser lautes Heim" bleibt da die große Sitcom-Ausnahme, frag mich nicht warum...?(

  • Ja das liegt auch ganz einfach daran, weil "Cosby Show" und "Unser lautes Heim" recht bieder sind und "Roseanne" und "Eine schrecklich nette Familie" als bewusste Gegenstücke dieser biederen Sitcom-Tradition konzipiert wurden. Der Arbeitstitel von "Eine schrecklich nette Familie" war "Not the Cosbys". "Familienbande" ging an mir weitestgehend vorbei (liegt wohl mal wieder am Alter ;-) ).


    Aber mir gehts auch so, dass ich eine große Sympathie für "Unser lautes Heim" hege, aber nicht genau beschreiben kann, woran das liegt. Zumal bei mir ja eigentlich eine herbe Enttäuschung dazu kommt - erst die TV-Filme die ab Ende der 90er Jahre nachträglich zur Serie gedrhet wurden (stimmt - über die hatten wir uns glaube ich schonmal unterhalten) - dann die ersten zwei Staffeln die ich vor einigen Jahren gesehen hatte und von denen ich eher enttäuscht war.

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    André Gide

  • Ich hab inzwischen mal nachgeschaut - offensichtlich sind leider auch nur die ersten 2 Staffeln von "Unser lautes Heim" auf DVD erschienen.

    Mit dem Begriff "Gegenstücke dieser biederen Sitcom-Tradition" hast du vollkommen recht. Aber genau diese Entwicklung hat mich auch nach und nach zunächst zum alten US-Film und dann zum deutschen Film gebracht. In diesem Kontext war dann ab den späteren 90er Jahren tatsächlich einfach mehr Qualität an den Bildschirmen vorzufinden.

  • Das passt ganz gut zu unserem Degenerations-Thema. Denn genau dieser Trend kam in den 90er Jahren stark auf. Eben auch z.B. beim Wrestling. Bis Mitte der 90er Jahre gabs dort klare gut gegen böse Geschichten und Kämpfe. Die Guten waren Vorbilder, hatten edle Ziele und haben am Ende auch in der Regel gewonnen.
    Ab Mitte der 90er wurde das dann immer schmutziger, es gab keine Grenzen mehr. Proleten und Nicht-Vorbilder waren dann plötzlich die Publikumslieblinge, die Kämpfe wurden härter, es gab mehr Blut und Gewalt....

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    André Gide

  • Sehe ich auch so. Wie würdest du eigentlich in diesem Kontext die "Golden Girls" bewerten? Also bei uns lief das ab ca. 1990 Samstagabend (nach Gottschalk oder dem Musikantenstadl). Die alten Leute (meine Großelterngeneration) haben das recht offen angenommen und fanden das auch recht lustig. Würdest du da auch schon den Anfang einer Degeneration sehen? Die Golden Girls waren ja schon "sexuell sehr aufgeschlossen" und hatten nicht mehr diesen Alte-Dame-Stil einer Angela Lansbury ("Mord ist ihr Hobby") oder einer Miss Marple?

  • Die Golden Girls kenne ich nur am Rande, muss ich sagen. Gedreht wurden sie von 1985 bis 1992, was ich gerade sehe. Die Serie muss also nicht unbedingt in unser Degenerations-Raster fallen. Ich würde sie auch eher als klassisch einordnen. Nicht bieder, aber auch nicht so, das es mich stören würde. Die sexuelle Aufgeschlossenheit finde ich auch nichts, das weiter schlimm ist. Die Frage ist, wie man damit um geht und wie offen man das zur Schau trägt. Weisst Du was ich meine?


    Also es ist ein Unterschied ob es - wie man es mit dem ausklingenden Rom in Verbindung bringt - jeder mit jeden auf dem Marktplatz treibt oder in den stillen Kämmerchen diverse Dinge ausgelebt werden.


    Golden Girls habe ich nie sonderlich gemocht. Die "alte" war lustig, aber sonst war das für mich nichts. Meine Oma hat die Serie aber immer geschaut ;-) Und auch sonst hatte ich - wie Du - den Eindruck, dass die älteren Generationen (besonders die Frauen) die Serie sehr mochten.

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    André Gide

    Einmal editiert, zuletzt von Vogel Specht ()

  • Vogel Specht Also ich hab mir die "Golden Girls" in den 90ern immer gern angeschaut, fand aber dass zu sehr über sexuelle Themen gewitzelt wurde, vor allem in jeder Folge. Ich bin aber sicher nicht prüde. ^^ Irgendwann war mir das einfach zu überspannt. Die Serie hat sicher den Nerv der Zeit getroffen. Es gab auch noch den spin-off "Golden Palace", ohne Beatrice Arthur (Dorothy) . Ich würde die Serie auch noch als "klassisch" einstufen...Spielte sie aber bereits gewissermaßen eine bestimmte Vorreiterrolle?

    Gestern hab ich mir nach einer Ewigkeit "Familienbande" (Folge1) angeschaut und gleich im Anschluss eine Folge "Unser lautes Heim". Ist momentan beides auf dailymotion vertreten. Ich musste ein paar Mal herzlich auflachen, aber das war es dann ehrlich gesagt auch schon. Die Serie "Unser lautes Heim" hat wie du in einem anderen thread geschrieben hast sicher im Laufe der Zeit "Fahrt aufgenommen".´Als Carol dann älter wurde und auch noch der Nachwuchs Chrissy mitmischte, hat sich die Serie definitiv verbessert. Ich weiß glaub ich was du meinst, wenn du zuerst die TV-Filme gesehen hast. Da fehlt einem vlt. etwas, wenn man plötzlich die ersten Folgen nachträglich sieht.

    Mich hat übrigens überrascht, dass selbst von "Familienbande" lediglich die beiden ersten Staffeln auf DVD erschienen sind..

  • Zitat

    Spielte sie aber bereits gewissermaßen eine bestimmte Vorreiterrolle?

    Das kann sehr gut sein. Manche "alte" haben da thematisch ggf. auch etwas nachgeholt was sie in den Jahrzehnten vorher nur unter vorgehaltener Hand ansprechen konnten ;-)


    Bei Unser lautes Heim kannte ich erst die Serie, dann die TV-Filme.


    Ich erinnere mich noch an einen GONG (TV-Zeitschrift) Bericht aus den 90er Jahren (frühe 90er?). Darint ging es um "Unser lautes Heim" und es wurde so ungefähr geschrieben, dass die Serie sich nur wegen Kirk Cameron halten konnte - weil er ein Teeniestar und Mädchenschwarm war. Mehr weiss ich nicht mehr, aber ggf. ging es da auch schon darum, dass die Serie eben Anfangs sonst nicht viel mehr zu bieten hatte.
    Ich fand die Serie - soweit ich mich erinnere - richtig gut, als Kirk Cameron (Mike hieß er glaube ich in der Serie?) sein eigenes Zimmer über der Garage bezogen hat. Und auch später, als er ein Verhältnis mit der Babysitterin angefangen hat usw. Zu Beginn gabs auch gute Folgen, aber die waren seltener zu finden. In den ersten 2 Staffeln gabs eine Folge mit einer Rambo-Figur, ich glaube da gings drum, dass Mike für Ben (den kleinen Bruder) den Butler spielen musste - die fand ich super.


    Eine andere Folge die ich als Kind absolut genial fand: Als die Kinder 2 Obdachlose im Haus aufgenommen haben - es gab irgendeine Verwechslung oder so. Die fand ich damals saulustig.


    Ich fand die Serie so genial, dass ich einige Folgen als Tonmitschnitt damals auf MC aufgenommen habe, das habe ich mir dann im Bett immer angehört. Hab ich dann auch mal mit ALF gemacht und ich glaube noch 1-2 Serien.

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    André Gide