Die Zeit der Demokratien geht (vorerst) zuende

  • Nachdem wir ja jetzt anfangen, die "zuende"-Threads aufzumachen, möchte ich mal mit einem etwas provokanten Thread weitermachen.
    Ich kann das nicht mit Zahlen belegen, aber soviel ich weiß, hatten Demokratien in der Geschichte nie wirklich lange Bestand.
    Dazu kommt, dass es eine extreme Ausnahme ist, dass es über siebzig Jahre in großen Teilen Europas keine Kriege gegeben hat. Mein Eindruck ist auf jeden Fall, dass wir hier unter einer gewissen Käseglocke sitzen und Demokratien als Selbstverständlichkeit annehmen.
    In vielen Ländern geht die Tendenz eindeutig weg von Freiheit zu Überwachung, Ausgrenzung usw.
    Ich meine schon, dass Erosionen zunehmend sichtbar werden.


    Ich sage auch ganz ehrlich, dass mir das Sorgen macht.

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


  • Ich finde es gut, dass es viele Strömungen gibt, die versuchen Recht und Demokratie wieder einzuführen in Europa und den diktatorischen Entwicklungen entgegen zu treten. Seit wenigen Jahren steigt bei mir immer mehr die Hoffnung, dass die Demokratie vielleicht doch noch gerettet werden kann und die verkrusteten undemokratischen Strukturen (Stichwort EU) endlich überwunden werden können.
    Der SPD-Mann im verlinkten Video im anderen Thema ist ein gutes Beispiel dafür - er steht gegen undemokratische Entwicklungen auf und erhebt seine Stimme. Meinen Respekt hat er!


    Viele Menschen die sich vor 10-20 Jahren nicht für Politik interessiert haben, werden aktiv und bemühen sich darum, ihre demokratischen Rechte wahrzunehmen. Was sehr begrüßenswert ist.


    Meine persönliche Angst vor einen großen Crash und einen großen Krieg ist weniger geworden, die Gefahr schwebt aber noch immer über uns und ich bin mir der Gefahr bewusst. Hoffe aber, dass Europa und die Welt noch die Kurve kriegt.

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Ein Problem, das ich sehe, ist, dass sich Entwicklungen immer erst vom Ergebnis her rückwirkend beurteilen lassen. Es finden viele Entwicklungen statt, die wir in ihrer Tragweite überhaupt nicht überblicken.
    Mir macht eine zunehmende Oberflächlichkeit Sorgen und eine große Tendenz zu kurzfristigen und einfachen "Lösungen", wohingegen viele Themen langfristig angegangen werden müssten.
    Ich habe allerdings keine Ahnung, wer so etwas in die Hand nehmen könnte.


    Das Thema Flüchtlinge wird zum Beispiel ausschließlich unter dem Blickwinkel "Wirtschaftsflüchtling" und "Kriegsflüchtling" angegangen. Dass es aber auch zunehmend mehr Klimaflüchtlinge geben wird, hat niemand auf dem Schirm.

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


  • auch wenn ich mir sicher bin, dass wir von 2 ganz unterschiedlichen Dingen ausgehen


    Das glaube ich auch, aber in diesem Fall ist es meiner Meinung nach tatsächlich wichtig, sich zuerst auf ein gemeinsames Ziel zu verständigen. Die Ausgangspunkte spielen da eine nachgeordnete Rolle.

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


  • Oh! Kann es sein, dass meine Antwort schon gar nicht mehr aktuell war? :D

    "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden." (Martin Luther King)


  • Ich hab meine Antwort nochmal gekürzt. Aber passt, das kann gerne drin bleiben :-)


    Jetzt geh ich erstmal was zu essen holen, bevor ich hier nicht mehr wegkomme und alle Läden zu haben ;-)

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“


    André Gide

  • Es besteht in der Tat Anlass zur Sorge, was die Demokratien in Europa angeht: Ungarn, Polen, Österreich, Tschechien, und jetzt auch noch Italien sind deutlich nach rechts gerückt.


    Was die EU angeht, so habe ich meines Wissens schon einmal etwas dazu geschrieben. Die EU ist kein souveräner Staat wie seine Mitglieder, hat daher auch keine ausgeprägte Staatsgewalt. Wer eine demokratisch organisierte EU will, der muss einen europäischen Staat schaffen, der die Souveränität der Mitgliedsstaaten aufhebt oder doch zumindest stark einschränkt. Ansonsten werden die Entscheidungen durch die Regierungen der Mitgliedsländer getroffen, die ja alle demokratisch legitimiert sind.


    ab übermorgen auch wieder die deutsche... ;)

  • Seit 2020 ist dieses Thema eigentlich hochaktuell.


    Ich klage ja viel über Lobbyismus und über den korperatistischen Kapitalismus. Aber wenn man etwas genauer hin schaut, bin selbst ich erschrocken, wie schlimm es ist. Und dann wird das Ganze weiterhin "Demokratie" benannt... aber vielleicht ganz gut, weil es aufzeigt, was Demokratie wirklich heisst.


    „Lobbyland“ frisst Demokratie - Punkt.PRERADOVIC mit Marco Bülow


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    André Gide

  • Ungeimpfte dürfen nicht mehr in Ausstellung über Ausgrenzung: KZ-Gedenkstätte Buchenwald erlässt 2G-Regel

    Ich weigere mich stets hartnäckig gegen Gleichsetzungen (die in Deutschland leider stets mit Vergleichen verwechselt werden – obwohl ein Vergleich immer und mit allem zulässig ist, eine Gleichsetzung dagegen nicht).

    Aber eines zu konstatieren kommt man nicht umhin: Unsere Geschichte und gerade auch ihre finstersten Zeiten lehren uns, wohin Ausgrenzung, auch wenn sie noch so klein beginnt, im schlimmsten Falle führen kann.

    Dass ausgerechnet eine Gedenkstätte, die genau diese Lehre vermitteln sollte, nun selbst ein Zeichen für Ausgrenzung setzt, macht einen fassungslos.

    Quelle: Ungeimpfte dürfen nicht mehr in Ausstellung über Ausgrenzung KZ-Gedenkstätte Buchenwald erlässt 2G-Regel


  • Aber der Unterschied wird doch deutlich: Gegen seine vermeintliche Ausgrenzung kann man etwas tun.

    Ja das kann man. Den Ausgrenzern ins Gesicht sagen das man sich solche menschenverachtenden Behandlungen nicht gefallen lassen wird. Die fangen zum Beispiel schon damit an das man es als vermeintliche" Ausgrenzung zu verharmlosen versucht. Die Methoden haben sich seit damals nicht geändert. :thumbdown::cursing:

    „Die Geschützten müssen vor den Ungeschützten geschützt werden, indem man die Ungeschützten zwingt sich mit dem Schutz zu schützen, der die Geschützten nicht geschützt hat“ !



    Die Toleranz wird ein solches Niveau erreichen , dass intelligenten Menschen das Denken verboten wird , um Idioten nicht zu beleidigen". "Fahrenheit 451"


    "Klimaaktivisten sind Leute die glauben man könnte eine Eiszeit mit Kuhfürzen in eine Warmzeit umwandeln"

  • Da finde ich Deine Ansicht wesentlich bedenklicher.

    „Die Geschützten müssen vor den Ungeschützten geschützt werden, indem man die Ungeschützten zwingt sich mit dem Schutz zu schützen, der die Geschützten nicht geschützt hat“ !



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    "Klimaaktivisten sind Leute die glauben man könnte eine Eiszeit mit Kuhfürzen in eine Warmzeit umwandeln"

  • Steht oben. Krampfhafte Verharmlosung von Ausgrenzung ganzer Menschengruppen. :cursing:

    „Die Geschützten müssen vor den Ungeschützten geschützt werden, indem man die Ungeschützten zwingt sich mit dem Schutz zu schützen, der die Geschützten nicht geschützt hat“ !



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  • Überhaupt nicht. Die grenzen sich selbst aus. Kimmich wollte es so. Jetzt hat er zwei Wochen Zeit, mal darüber nachzudenken. Danach ist er wieder dabei.


    Hoffentlich. :/